Die Digitalisierung von Arbeitspapieren der Jahresabschlussprüfung

Zu den berufsständischen Anforderungen des Instituts der Wirtschaftsprüfer


Seminararbeit, 2018

24 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Problemstellung
1.3 Gang der Untersuchung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Prüfung im Wandel
2.2 Digitalisierung als Chance
2.3 Herausforderungen der Digitalisierung
2.4 Berufsständische Anforderungen an (digitalisierte) Arbeitspapiere

3 Praktische Umsetzung von Teilaspekten der Digitalisierung
3.1 Kerndokumentationsanforderungen und Digitalisierungsguide
3.2 Digitale Vernetzung
3.3 Massendatenprüfungen

4 Kritische Würdigung und Problembereiche
4.1 Akzeptanz der Digitalisierung
4.2 Datenzugriff und Datensicherungen
4.3 Nachhaltigkeit und Ressourcen

5 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Fundstellen wichtiger Grundlagen, eigene Darstellung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Motivation

Die Thematik der Digitalisierung ruft bei den Menschen immer wieder Begriffe wie „Industrie 4.0“ ins Gedächtnis. Doch wenn von „Industrie 4.0“ gesprochen wird, ist dann nicht auch eine „Wirtschafsprüfung 4.0“ gefordert? Vor allem die Unternehmen (hier insbesondere WPGs) müssen sich der zunehmenden Bedeutung von Digitalisierung und den damit verbundenen Herausforderungen stellen.1

Es kommen zum Beispiel Fragen auf, wer langfristig seine Wettbewerbsfähigkeit aufrechterhalten kann und wer bei dem Versuch scheitern wird, einen geeigneten Digitalisierungsprozess zu integrieren.

Die Motivation zu dieser Arbeit lässt sich daraus ableiten, dass sich der Autor aktuell in einer Situation befindet, in der er die Implementierung von Digitalisierungsprozessen im Unternehmen schrittweise verfolgen kann und diese direkten Einfluss auf seine Arbeitsweise nimmt.

1.2 Problemstellung

Untersucht wird in dieser Arbeit vor allem die Fragestellung, wie WPGs den mit der zunehmenden Digitalisierung einhergehenden Anforderungen gerecht werden können. Die Jahresabschlussprüfung als strategisches Ankerprodukt für WPGs wirft die Frage auf, inwieweit diese überhaupt fähig sind, einen Digitalisierungsprozess erfolgreich integrieren zu können.

Verbunden mit der Integration von digitalisierten Prozessen sind Anforderungen von der regulatorischen Ebene (zum Beispiel IDW), die zum Teil die Umsetzung im Workflow erschweren.

Anhand eines praktischen Beispiels einer mittelständischen WPG werden die Umsetzung einer digitalisierten Arbeitsweise und die damit verbundenen Schwierigkeiten näher erläutert.

1.3 Gang der Untersuchung

Nach den einleitenden Worten werden die relevanten theoretischen Grundlagen für diese Arbeit erläutert. Zu den theoretischen Grundlagen gehört vor allem der Hintergrund des stetigen Wandels der JAP. Anschließend werden insbesondere für die JAP Chancen sowie Herausforderungen angeführt, welche in Verbindung mit den hohen Anforderungen regulatorischer Seite stehen. Diese werden anschließend genauer beleuchtet. Hier geht es speziell um die Anforderungen im Bereich der Wirtschaftsprüfung, die vom IDW bzw. der regulatorischen Ebene vorgegeben werden. Im dritten Kapitel geht es nun darum, wie eine praktische Umsetzung implementiert werden kann. Näher erläutert werden beispielsweise interne Kerndokumentations- anforderungen, die digitale Vernetzung sowie die Massendatenanalysethematik.

Problembereiche wie zum Beispiel die generelle Akzeptanz werden im vierten Kapitel behandelt.

Abschließend erfolgen ein Fazit sowie ein Ausblick.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Prüfung im Wandel

Spezialisierung, Globalisierung, Digitalisierung und rechtliche Rahmenbedingungen dienen heutzutage als Stichworte für die Herausforderungen des Berufsstandes der Wirtschaftsprüfer. Die gravierenden Veränderungen resultierten in der Regel aus Wirtschaftskrisen oder Bilanzskandalen, die den Berufsstand „Wirtschaftsprüfer“ der Kritik der Öffentlichkeit aussetzen.2

Die Kritik der JAP kann am ehesten über die sog. Erwartungslücke erläutert werden. Es geht darum, dass die Öffentlichkeit von einem geprüften Unternehmen auch Wirtschaftlichkeit erwartet. Mehrere Bilanzskandale um den Jahrtausendwechsel (hiermit ist vor allem der Enron Fall 20013 gemeint) bekräftigen diese Theorie. Es soll klargestellt werden, dass eine Unternehmensschieflage nicht unbedingt auf mangelhafte Arbeit des Abschlussprüfers schließen lässt.

Diese Erwartungslücke besteht vielfach allerdings noch heute, obwohl es einige Initiativen des Gesetzgebers gab, die das Vertrauen in die JAP wieder stärken sollten (so zum Beispiel das, BilReg, BilKoG, APAG, BARefG, …).4

Dieser Aspekt verdeutlicht, dass nun auch zugunsten des Digitalisierungsschrittes die Qualität der JAP nicht leiden darf bzw. sollte. Verdeutlicht wird dies durch die hohen Anforderungen an die Digitalisierung in der Branche der Wirtschaftsprüfung und die damit verbundenen Vorgaben von den regulatorischen Ebenen wie bspw. die WPK oder das IDW.

Diese Arbeit beschäftigt sich insbesondere mit der Dokumentation der JAP-Ergebnisse in digitaler Form.

2.2 Digitalisierung als Chance

Angetrieben wird der Wandel der JAP nicht nur durch große Krisen und Bilanzskandale, sondern auch durch Trends wie die Digitalisierung.5

Nachfolgend sind zehn Thesen zur Digitalisierung der WP aufgeführt, welche bekräftigen, dass der Wirtschaftsprüfer für die Gestaltung der digitalen Veränderungsprozesse prädestiniert ist:6

1. Regelungslücken und vielfältige Bilanzierungsfragen
2. Rechtsunsicherheit bei Abschlusserstellern und –prüfern
3. Ggf. Innovationshemmnis
4. Regulierer und Standardsetzer sollten für Rechtssicherheit verantwortlich sein
5. Prüfungsansatz muss mit den dynamischen Änderungen mitgehen
6. Der Prüfungsansatz wird zukünftig eher iterativ
7. Es entstehen neue Tätigkeitsschwerpunkte und Anforderungsprofile
8. Personal Recruiting zukünftig auch MINT-Absolventen, nicht nur BWL
9. Künftige Wirtschaftsprüfer müssen Fachwissen, Methodenkompetenz und Prozessverständnis mit sich bringen
10. Ziel sollte nicht nur Kostensenkung sein, sondern auch Qualitätssteigerungen beinhalten.

Die Bewegungen im Lauf der Zeit zeigen vor allem anhand der kondratieffschen Konjunkturzyklen, dass materielle Errungenschaften an Wert verlieren. Die kondratieffschen Konjunkturzyklen zeigen ebenfalls auf, dass der Handlungszwang in Richtung Digitalisierung für die Unternehmen eine Chance darstellt, sich langfristig am Markt aufrecht zu erhalten.

Der Trend immer weiter Richtung Informationstechnik und Digitalisierung lässt darauf schließen, dass, wer diesen Trend verpasst, langfristig nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Langfristig meint hier möglicherweise schon einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren. Vor dem Hintergrund von „Forecast-Rechnungen“ und rollierenden Jahresplanungen in Controllingbereichen eines Unternehmens, die einen Zeitraum der nächsten fünf Jahre integrieren sollen, sind dies Punkte, die also auf jeden Fall relevant sind und nicht vernachlässigt werden dürfen.

Beispielhaft, um den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit über einen längeren Zeitraum darzustellen, eignet sich der Handyhersteller Nokia. Das Unternehmen hat den Trend zum Wechsel auf Smartphones verpasst und hat von dem in der Vergangenheit sehr großen Marktanteil heutzutage kaum noch etwas über.

Anhand diesen Beispiels lässt sich die hohe Bedeutung von Trends erklären und sollte für Unternehmen ein Impuls sein, um daraus einen Handlungszwang zu abzuleiten. Nicht nur für die Industrie, sondern auch für den Dienstleistungssektor (bzw. hier für die WP) kann und sollte die Digitalisierung als große Chance gesehen worden.

Das reine Wissen über Daten („Big Data“) ist alleine allerdings nicht ausreichend, um Innovationen zu entwickeln.7

Die Digitalisierung bietet die Möglichkeit, neue Geschäftsmodelle für die WPGs zu eröffnen und nicht nur beim Ankerprodukt der JAP zu bleiben. So umfasst die JAP ja auch schon jetzt nicht mehr nur noch die Rechnungslegung, sondern bezieht auch die internen Risikokontroll- und Compliancesysteme der Mandanten mit ein.8

Neben den Chancen gibt es aber auch Risiken. Das größte Risiko der Digitalisierung ist das Risiko der verpassten Chancen.9

2.3 Herausforderungen der Digitalisierung

Die Digitalisierung sowie die vermehrte Berichterstattung über nicht-finanzielle Informationen (CSR-Reporting) führen in der JAP zu ganz neuen Herausforderungen.10 Die Aktualität des Themas ‚Digitalisierung‘ ergibt sich insbesondere aus der internationalen Reichweite und der enormen Geschwindigkeit der digitalisierten Arbeitswelt. Die ganzheitlichen Auswirkungen sind bisher allerdings unabsehbar. 11

Die fünf Aspekte der Digitalisierung, die die enorme Veränderungsgeschwindigkeit in der Wirtschaft verursachen, sind:

1. Moore’s Law,
2. Big Data,
3. KI,
4. Vernetzung
5. und Recombiant Innovation.12

Es kommen zum Beispiel die folgenden Fragen auf: Wer ist für Lösungsstrategien verantwortlich? Werden diese seitens der Standardsetzer erwartet oder muss der Markt tätig werden?

Zu bedenken bleibt, dass die Marktperspektive und der gegebene Rechtsrahmen stets zusammen betrachtet werden müssen.

Das Warten auf eine Reaktion der Standardsetzer und die damit einhergehende Unsicherheit könnte dazu führen, dass die Digitalisierung stagniert. Es kommt insbesondere die Frage auf, ob Unklarheiten über die bilanzielle Darstellung von digitalen Geschäftsmodellen auch innovationshemmend wirken könnten.

Unternehmen, insbesondere WPGs, sind nun selbst dazu angehalten, Veränderungen pro aktiv mitzugestalten ohne darauf zu warten, dass ein Abschluss der rechtlichen Rahmenbedingungen vorgegeben wird.13

Für das Personal Recruiting bedeutet dies explizit, dass nicht mehr nur BWL- Absolventen rekrutiert werden, sondern zukünftig auch MINT-Absolventen gefordert werden müssen, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.14

[...]


1 Vgl. Klein, K.-G., Naumann K.-P., Wirtschaftsprüfung in einem sich wandelnden Umfeld (2015), S. 561.

2 Vgl. Klein, K.-G., Naumann K.-P., Wirtschaftsprüfung in einem sich wandelnden Umfeld (2015), S. 561.

3 Unternehmenspleite, die für großes Aufsehen sorgte. Insbesondere, da Wirtschaftsprüfer im Nachgang Unterlagen der JAP vernichtet haben.

4 Vgl. Naumann, K.-P., Prüfung im Wandel (2016), S. 29.

5 Vgl. Naumann, K. P., Prüfung im Wandel (2016), S. 32.

6 Vgl. Groß et. al., Digitalisierung in der Wirtschaftsprüfung: Beyond the hype (2018), S. 132.

7 Vgl. Kempf, D., Braucht die Industrie 4.0 einen Wirtschaftsprüfer 4.0? (2017), S. 1301 f.

8 Vgl. ebd.

9 Vgl. ebd.

10 Vgl. Naumann, K. P., Prüfung im Wandel (2016), S. 32.

11 Vgl. Krause, R., Herausforderung Digitalisierung der Arbeitswelt und Arbeiten 4.0 (2017), S. 54.

12 Vgl. Groß et. al., Digitalisierung in der Wirtschaftsprüfung: Beyond the hype (2018), S. 128 ff.

13 Vgl. ebd.

14 Vgl. ebd.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Die Digitalisierung von Arbeitspapieren der Jahresabschlussprüfung
Untertitel
Zu den berufsständischen Anforderungen des Instituts der Wirtschaftsprüfer
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Düsseldorf früher Fachhochschule
Note
1,0
Jahr
2018
Seiten
24
Katalognummer
V510771
ISBN (eBook)
9783346084842
ISBN (Buch)
9783346084859
Sprache
Deutsch
Schlagworte
digitalisierung, arbeitspapieren, jahresabschlussprüfung, hintergrund, anforderungen, instituts, wirtschaftsprüfer
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Die Digitalisierung von Arbeitspapieren der Jahresabschlussprüfung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510771

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