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Die Nuklearmachtambitionen des Iran. Auswirkungen auf die israelisch-iranischen Beziehungen

Titel: Die Nuklearmachtambitionen des Iran. Auswirkungen auf die israelisch-iranischen Beziehungen

Bachelorarbeit , 2018 , 54 Seiten

Autor:in: Fabio Kalla (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Nuklearmachtambitionen des Iran und ihre Auswirkungen auf die israelisch-iranischen Beziehungen aus neorealistischer Perspektive. Würde ein atomar bewaffneter Iran Israel in seiner Existenz bedrohen oder würde die Situation zu einem Machtgleichgewicht führen, das in langfristiger Perspektive Stabilität in den iranisch-israelischen Konflikt bringt? Welche Zielvorstellungen verbindet die iranische Regierung mit dem Aufbau eines zivilen Atomprogramms einerseits und einer potentiellen Herstellung von Nuklearwaffen andererseits? Mit welchen Sicherheitsrisiken sieht sich Israel durch die Nuklearmachtambitionen des Iran konfrontiert? Diesen Fragen möchte die vorliegende Arbeit nachgehen mit dem Ziel, das Streben des Iran nach Atomwaffen und den daraus folgenden Implikationen für die Konstellation der Regionalmächte Israel und Iran unter Zuhilfenahme der Theorie des Neorealismus in den Internationalen Beziehungen zu analysieren.

Anfang Mai 2018 verkündet US-Präsident Donald J. Trump den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen. Es sei ein einseitiger Deal, der der Regierung in Teheran Milliarden Dollar beschert hätte, ohne Frieden in die Region zu bringen. Das Misstrauen zwischen den USA und dem Iran ist wieder da und mit ihm die Frage nach den möglichen Implikationen eines nuklear bewaffneten Iran. Ein Ministerpräsident gehörte sowohl zu Beginn der diplomatischen Verhandlungen als auch nach dem Beschluss des Atomabkommens zu seinen schärfsten Kritikern – der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Unmittelbar vor Trumps Entscheidung startete Netanjahu eine Kampagne gegen das Atomabkommen, veröffentlichte umstrittene "neue" Geheimdienstinformationen und bezichtigte die iranische Regierung der Lüge. Die Internationale Atomenergieorganisation, eine Organisation innerhalb der UN, die die Einhaltung des Atomabkommens überwacht, konnte die israelischen Enthüllungen nicht bestätigen: Die Behörde habe "keine glaubwürdigen Hinweise" auf Aktivitäten im Iran nach 2009, die für die Entwicklung eines nuklearen Sprengkörpers relevant seien.

Für Premierminister Netanjahu ist der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen, verbunden mit der erneuten Verhängung von Wirtschaftssanktionen, der einzig richtige Weg, den Iran von der Herstellung von Atomwaffen abzuhalten. Ein nuklear bewaffneter Iran käme Netanjahu einem "zweiten Holocaust" gleich und stelle eine existenzielle Bedrohung für den Staat Israel dar.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Literaturübersicht und Forschungsstand

3. Konzeptionelle Einführung in den Neorealismus

3.1. Das Konzept der Machtbalance

3.2. Das Konzept des Sicherheitsdilemmas

3.3. Die Rolle der Nuklearwaffen im Neorealismus

4. Konfliktgeschichte: Die israelisch-iranischen Beziehungen in historischer Perspektive

4.1. Die Zeit der Pahlavi-Dynastie (1925-1979)

4.2. Die Beziehungen nach der Islamischen Revolution 1979

5. Konfliktgegenstand: Das iranische Atomprogramm

5.1. Die Entstehung des iranischen Atomprogramms

5.2. Die Verhandlungen mit dem Westen

5.3. Ziele und Inhalte des Atomabkommens

5.4. Gründe für den iranischen Beitritt zum Atomabkommen

5.5. Die israelische Kritik am Atomabkommen

6. Konfliktanalyse: Die israelisch-iranische Rivalität nach dem Atomabkommen

6.1. Analyse der iranischen Außenpolitik

6.1.1. Neorealistische Komponenten der iranischen Außenpolitik

6.1.2. Der Einfluss der Religion auf die iranische Außenpolitik

6.2. Analyse der israelischen Außenpolitik

7. Zur Bedeutung von Werten und Wahrnehmung im israelisch-iranischen Konflikt

8. Ausblick: Perspektiven nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen

9. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Nuklearmachtambitionen des Iran und deren Auswirkungen auf die bilateralen Beziehungen zu Israel unter Anwendung der neorealistischen Theorie sowie ergänzender konstruktivistischer Ansätze, um das Sicherheitsdilemma zwischen den beiden regionalen Akteuren zu verstehen.

  • Anwendung der neorealistischen Theorie auf den israelisch-iranischen Konflikt
  • Untersuchung der Motive hinter dem iranischen Atomprogramm und dem Atomabkommen (JCPOA)
  • Analyse der israelischen Bedrohungswahrnehmung und Sicherheitsstrategie
  • Einbezug der konstruktivistischen Perspektive hinsichtlich Werten, Normen und Identität
  • Bewertung der Auswirkungen des US-Ausstiegs aus dem Atomabkommen auf die regionale Stabilität

Auszug aus dem Buch

3.2. Das Konzept des Sicherheitsdilemmas

In einer bipolaren Welt oder auf regionaler Ebene mit zwei gegebenen staatlichen Kontrahenten, stellt sich – vor dem Hintergrund der Anarchie des Systems – quasi-automatisch eine Machtakkumulation des Staates A und der entsprechenden Gegenmachtbildung des Staates B ein. Die Angst um das eigene Überleben wird die Triebfeder für militärische Aufrüstung oder allgemein einer Verbesserung der eigenen Position im System und ist ein Resultat der Struktur des internationalen Systems. „Das Dilemma liegt darin, dass jeder Staat individuell rational handelt, um seine Sicherheit zu erhöhen; weil aber alle Staaten dies tun, schaffen sie kollektiv eine riskantere Umgebung als im Ausgangszustand“ (Jetschke 2017: 145).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsthese auf, dass ein nuklear bewaffneter Iran eine existenzielle Bedrohung für Israel darstellt, und skizziert den neorealistischen sowie konstruktivistischen Analyserahmen.

2. Literaturübersicht und Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen Überblick über die theoretische Einordnung des Neorealismus und die wissenschaftliche Debatte um die Auswirkungen einer iranischen nuklearen Aufrüstung.

3. Konzeptionelle Einführung in den Neorealismus: Es werden die zentralen Annahmen des Neorealismus nach Kenneth N. Waltz sowie die Konzepte der Machtbalance, des Sicherheitsdilemmas und der Rolle von Nuklearwaffen erläutert.

4. Konfliktgeschichte: Die israelisch-iranischen Beziehungen in historischer Perspektive: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung von den freundschaftlichen Beziehungen unter der Pahlavi-Dynastie bis zur Konfrontation nach der Islamischen Revolution 1979 nach.

5. Konfliktgegenstand: Das iranische Atomprogramm: Hier werden die Ursprünge des iranischen Atomprogramms, die Verhandlungen mit dem Westen, der JCPOA sowie die Gründe für den Beitritt und die israelische Kritik daran detailliert analysiert.

6. Konfliktanalyse: Die israelisch-iranische Rivalität nach dem Atomabkommen: Das Kapitel analysiert die Außenpolitik beider Staaten nach dem Atomabkommen unter Berücksichtigung neorealistischer Faktoren und religiöser Einflüsse.

7. Zur Bedeutung von Werten und Wahrnehmung im israelisch-iranischen Konflikt: Ergänzend zur neorealistischen Perspektive wird hier die Rolle von Werten, Identität und historisch geprägten Wahrnehmungen für den Konflikt untersucht.

8. Ausblick: Perspektiven nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen: Das Kapitel bewertet die Folgen des US-Ausstiegs 2018 und die daraus resultierenden neuen Herausforderungen für das Sicherheitsgefüge.

9. Resümee: Das Resümee fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und bestätigt die Forschungsthese in modifizierter Form, während es die Grenzen der neorealistischen Theorie aufzeigt.

Schlüsselwörter

Iran, Israel, Atomabkommen, JCPOA, Neorealismus, Sicherheitsdilemma, Machtbalance, Nuklearwaffen, Außenpolitik, Ideologie, Konstruktivismus, Bedrohungswahrnehmung, Regionale Stabilität, Naher Osten, Sicherheitspolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Nuklearmachtambitionen des Iran und deren Einfluss auf die israelisch-iranische Rivalität, indem sie theoretische Ansätze der Internationalen Beziehungen nutzt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Machtbalance im Nahen Osten, das iranische Atomprogramm, die israelische Sicherheitsperzeption und die Rolle von Ideologie und Identität.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Streben des Iran nach Atomwaffen und die daraus resultierenden Implikationen für die regionale Mächtekonstellation theoretisch zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird primär die Theorie des Neorealismus nach Kenneth N. Waltz angewandt, welche durch konstruktivistische Ergänzungen erweitert wird, um auch normative Faktoren einzubeziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Konfliktgeschichte, die Analyse des iranischen Atomprogramms, die Außenpolitik beider Akteure sowie die Auswirkungen des US-Ausstiegs aus dem Atomabkommen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Iran, Israel, Atomabkommen, Neorealismus, Sicherheitsdilemma und regionale Stabilität.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Ideologie im Iran?

Der Autor argumentiert, dass Ideologie zwar eine Rolle spielt, sicherheitspolitische Überlegungen und der Selbsterhalt des Regimes jedoch meist dominieren.

Warum ist das Sicherheitsdilemma für diese Analyse so wichtig?

Es erklärt, warum beide Staaten, obwohl sie individuell rational handeln, durch ihre Maßnahmen zur Sicherheit kollektiv ein riskanteres und instabileres Umfeld schaffen.

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Details

Titel
Die Nuklearmachtambitionen des Iran. Auswirkungen auf die israelisch-iranischen Beziehungen
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Autor
Fabio Kalla (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
54
Katalognummer
V510785
ISBN (eBook)
9783346083005
ISBN (Buch)
9783346083012
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nuklearmachtambitionen iran auswirkungen beziehungen israel atombombe atomwaffen mena
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabio Kalla (Autor:in), 2018, Die Nuklearmachtambitionen des Iran. Auswirkungen auf die israelisch-iranischen Beziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510785
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Leseprobe aus  54  Seiten
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