In dieser Arbeit wird zunächst die Präposition im Allgemeinen, einschließlich der syntaktischen-, und semantischen Merkmale vorgestellt. Darauffolgend wird auf die Stellung der Präposition sowie die Faktoren welche zu ihrem Wandel beigetragen haben eingegangen und erläutert.
Der Gebrauch der Präposition wegen, die ursprünglich den Genitiv regiert, kam schon im Jahre 1871 im Dativ vor, während die Präposition trotz, die ursprünglich den Dativ regiert, bereits im Jahre 1764 im Genitiv zu finden ist. Der Wandel des Gebrauchs dieser Präpositionen zog viel wissenschaftliche Aufmerksamkeit auf sich, die untersucht, wie sich der Gebrauch dieser Präpositionen gewandelt hat.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Präposition und deren syntaktischen und semantischen Merkmale
2.2 Faktoren im Wandel der Präposition
2.2.1 Semantische Differenzierung (Desemantisierung)
2.2.2 Morphologische Reduktion
2.2.3 Angleichung der Stellung
2.2.4 Angleichung der Rektion
2.2.5 Morpho-phonologische Differenzierung (Erosion)
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Untersuchungsmethode
3.2 Analysemethode
4 Ergebnisse
4.1 Wandel des Gebrauchs der Präposition wegen und laut
4.1.1 Wandel des Gebrauchs der Präposition wegen in Textsorten BE und WI zwischen dem Zeitabschnitt 1700-1800
4.1.2 Wandel des Gebrauchs der Präposition wegen in Textsorten BE und WI zwischen dem Zeitabschnitt 1800-1900
4.1.3 Wandel des Gebrauchs der Präposition laut in Textsorten BE und WI zwischen dem Zeitabschnitt 1700-1800
4.1.4 Wandel des Gebrauchs der Präposition laut in Textsorten BE und WI zwischen dem Zeitabschnitt 1800-1900
4.2 Wandel des Gebrauchs der Präposition dank und trotz
4.2.1 Wandel des Gebrauchs der Präposition dank in Textsorten BE und WI zwischen dem Zeitabschnitt 1700-1800
4.2.2 Wandel des Gebrauchs der Präposition dank in den Textsorten BE und WI im Zeitabschnitt 1800-1900
4.2.3 Wandel des Gebrauchs der Präposition trotz in Textsorten BE und WI im Zeitabschnitt 1700-1800
4.2.4 Wandel des Gebrauchs der Präposition trotz in Textsorten BE und WI im Zeitabschnitt 1800-1900
5 Fazit
Zielsetzung und Themenfelder
Diese Arbeit untersucht historisch den Wandel der Kasusrektion bei den deutschen Präpositionen wegen, laut, dank und trotz, um zu analysieren, wie sich ihr Gebrauch über die Zeit zwischen fiktionalen und nichtfiktionalen Texten verändert hat.
- Grammatikalisierungsprozesse deutscher Präpositionen
- Wandel der Kasusrektion (Genitiv vs. Dativ)
- Vergleich zwischen Belletristik und wissenschaftlichen Texten
- Einfluss von morphologischer Reduktion und Stellungsänderungen
- Diachrone Korpusanalyse mittels DWDS-Daten
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Semantische Differenzierung (Desemantisierung)
Bei Desemantisierung handelt es sich um die Phänomene der Grammatikalisierung, die typischerweise mit einer Verallgemeinerung der lexikalischen Bedeutung verbunden sind (Vgl. DI MEOLA 2014: 134). Darüber hinaus stellen LEHMANN & STOLZ (1992: 29) fest:
„Desemantisierung besagt dann im weiteren: Verlust etwa verbliebener konkreter Bedeutungsmerkmale, Bedeutungsverallgemeinerung durch Verringerung der Intension, Konzentration der funktionalen Leistung auf die relationalen Eigenschaften ein Relator i.S.v. §2.2 entsteht.“ (LEHMANN & STOLZ 1992: 29)
LEHMANN & STOLZ (1992: 29) sind der Meinung, dass es bei Desemantiseriung einen Übergang von der konkreten Bedeutung einer Präposition zu abstrakten Bedeutungsvarianten gibt, die zur Verallgemeinerung der Bedeutungsvariante führen. Somit bildet sich ein Relator heraus, der zu einer Konzentration der funktionalen Leistung auf die relationalen Eigenschaften führt. Zu diesem Aspekt wird der Wandel der Präposition wegen als ein Beispiel genommen, wie folgt:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema des Sprachwandels bei Präpositionen, Vorstellung der Forschungsfrage und der methodischen Grundlage mittels DWDS-Korpora.
2 Theorie: Darstellung des Begriffs Präposition sowie der theoretischen Faktoren des Wandels, insbesondere Grammatikalisierungserscheinungen.
3 Methodisches Vorgehen: Erläuterung der Untersuchungsmethode unter Verwendung des DWDS sowie der Analysekriterien für die Korpusdaten.
4 Ergebnisse: Präsentation und detaillierte Analyse der Daten zum Gebrauch von wegen, laut, dank und trotz in verschiedenen Textsorten und Zeitabschnitten.
5 Fazit: Zusammenfassende Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich der Zunahme bzw. Abnahme von Dativ- und Genitivrektionen bei den untersuchten Präpositionen.
Schlüsselwörter
Präposition, Sprachwandel, Grammatikalisierung, Kasusrektion, Genitiv, Dativ, Korpusanalyse, Desemantisierung, Morphologische Reduktion, Belletristik, Wissenschaftssprache, DWDS, Diachronie, Adposition, Sprachgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht diachron den Wandel der Kasusrektion der vier Präpositionen wegen, laut, dank und trotz im Deutschen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Grammatikalisierung, die semantische Differenzierung und die morphologische Reduktion als treibende Faktoren für den Wandel der Rektion.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, historisch aufzuzeigen, wie sich der Gebrauch dieser Präpositionen in Bezug auf den Kasus (Genitiv vs. Dativ) in verschiedenen Textsorten zwischen 1700 und 1900 gewandelt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine korpusbasierte Analyse mittels des Digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache (DWDS) durchgeführt, ergänzt durch eine interpretative Auswertung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die empirischen Ergebnisse für jede Präposition, aufgeteilt in zwei Zeitabschnitte und die zwei Textsorten Belletristik und Wissenschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sprachwandel, Grammatikalisierung, Kasusrektion, Genitiv, Dativ und Korpusanalyse.
Welche Beobachtung lässt sich bei der Präposition wegen machen?
Die Untersuchung zeigt, dass der Dativanteil bei wegen im Zeitverlauf zugenommen hat, während die Präposition weiterhin stark grammatikalisiert bleibt.
Wie unterscheidet sich die Entwicklung von dank und trotz?
Beide Präpositionen zeigen eine deutliche Zunahme des Genitivanteils, wobei trotz im Vergleich zu dank bereits eine stärkere Grammatikalisierung aufweist.
Warum wird laut in der Analyse gesondert betrachtet?
Der Gebrauch von laut ist auffällig, da die Präposition in vielen Fällen ohne Artikel oder Kasusmarkierung auftritt, was die klassische Rektionsanalyse erschwert.
Welche Rolle spielt die Textsorte bei der Analyse?
Die Unterscheidung zwischen Belletristik und wissenschaftlichen Texten ist zentral, um Schwankungen im Gebrauch und unterschiedliche Tendenzen in der Sprachverwendung aufzudecken.
- Arbeit zitieren
- Melin F. E. Sibarani (Autor:in), 2018, Der Wandel der Kasusrektion der Genitiv- und Dativpräpositionen im Deutschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510823