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Mitleidsästhetik in Lessings Drama "Emilia Galotti" anhand seines Briefwechsels mit Mendelsohn und Nicolai und seiner "Hamburgischen Dramaturgie"

Titel: Mitleidsästhetik in Lessings Drama "Emilia Galotti" anhand seines Briefwechsels mit Mendelsohn und Nicolai und seiner "Hamburgischen Dramaturgie"

Hausarbeit , 2017 , 15 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Antonia Sternberg (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht, inwieweit der von Lessing aufgestellte dramentheoretische Aspekt des tragischen Heldens auf die Titelfigur des Dramas "Emilia Galotti" (1772) zutrifft. Zuerst befasst sich die Arbeit mit der Mitleidstheorie Lessings arbeitet heraus, wie er einen tragischen Helden beschreibt. Danach wird auf die Ständeproblematik und den tragischen Konflikt seines Dramas eingegangen und abschließend diskutiert, ob Emilia eine tragische Heldin im Sinne Lessings darstellt.

Eine Auseinandersetzung zwischen Bürgertum und Adel, Moral und Unmoral innerhalb der Stände, Sittlichkeit und Unsittlichkeit, wie auch der Konflikt zwischen Vater, Tochter und dem konfliktauslösenden Liebhaber wird in der Tragödie "Emilia Galotti" beinahe zeitlos thematisiert und in Frage gestellt. Die von Lessing verfassten Tragödien, sind wiederum von seinem Verständnis des Tragödienmitleids geprägt und bilden einen Zusammenhang, der die dramaturgische Architektur des Dramas charakteristisch ausmacht. "Das Trauerspiel soll so viel Mitleid erwecken, als es nur immer kann", schrieb Lessing in diesem Zusammenhang im November 1756 an Nicolai innerhalb seines Briefes. Ebenfalls basierend auf seiner "Mitleidstheorie'" werden in dem oben genannten Briefwechsel mit Mendelson und Nicolai (1756/57) und in seinem dramentheoretischen Hauptwerk "Die Hamburgische Dramaturgie" (1767/68) Lessings konkrete Vorstellungen zur Darstellung eines tragischen Helden verdeutlicht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lessings Mitleidstheorie

3. Der tragische Konflik des ständekritischen Dramas

4. Emilias Tod als Rettung ihrer ideologischen Unschuld

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit analysiert Gotthold Ephraim Lessings Trauerspiel "Emilia Galotti" unter dem besonderen Fokus der Mitleidsästhetik. Ziel der Untersuchung ist es, auf Basis von Lessings dramentheoretischen Schriften, wie der "Hamburgischen Dramaturgie" und seinem Briefwechsel mit Mendelssohn und Nicolai, zu prüfen, ob die Titelfigur Emilia Galotti als tragische Heldin im Sinne der Lessingschen Theorie zu klassifizieren ist.

  • Lessings Mitleidstheorie als Grundlage der Dramenkonzeption
  • Die Ständeproblematik und der moralische Konflikt im bürgerlichen Trauerspiel
  • Die Charakterisierung Emilias zwischen Tugendhaftigkeit und familiärer Gebundenheit
  • Die Funktion des Todes als Mittel zur Bewahrung der ideologischen Unschuld

Auszug aus dem Buch

3 . Der tragische Konflik des ständekritischen Dramas

Lessings verfasstes Trauerspiel ,, Emilia Galotti '' thematisiert die Widersprüche innerhalb einer ständischen Welt, in der die unterschiedlichen Moralvorstellungen des Adels und des Bürgertums aufeinander treffen. Trotz dieser Problematik ist Lessings Drama, laut Kaufmann und Saß keinesfalls als eine revolutionäre Anstiftung anzusehen, er bringt diese beiden Welten mittels der Titelfigur des Dramas, jedoch zum kollidieren.

Das Bürgertum sieht die Lebensweise des Adels als Laster und sündenhaft an, denn entgegen der bürgerlichen Moralvorstellungen wird in der Welt des Hochadels auf die höfische Konvention und die feine Sitte Wert gelegt, der Adel wird gezwungen zwischen Ehefrau und Mätresse zu unterscheiden, denn eine Hochzeit und somit die Ehe erfolgte nur zur politischen Machtgewinnung oder der Besitzerweiterung.

,,Lessings Drama reflektiert diese Wiedersprüche, Spannungen und Konflikte zwischen Verhaltensweisen, Wertvorstellungen, geschlechtsspezifischen Mustern[...]. Es sind Spannugen, die nicht nur zwischen den Ständen, sondern auch innerhalb der Stände bestehen, [...] Nach diesem Gegensatz sind auch die Figuren in Emilia Galotti modelliert. [...] .''

Diese antithetische Konstellation der Charaktere begründet Lessing damit, die bürgerlichen Zuschauer zum Nachdenken und zu einer kritischen Reflexion, nicht nur im Hinblick auf ihre eigene Lage innerhalb ihres Standes, sondern auch in Anbetracht auf die höfische Welt anzuregen, dies schrieb er Nicolai im November 1756: ,,Der Mitleidigste Mensch ist der beste Mensch [...] Wer uns also mitleidig macht, macht uns besser und tugendhater, und das Trauerspiel, das jenes thut, thut auch dieses, oder – es thut jenes, um dieses thun zu können.''

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Rezeptionsgeschichte von "Emilia Galotti" ein und formuliert die zentrale Fragestellung hinsichtlich der Einstufung der Titelfigur als tragische Heldin.

2. Lessings Mitleidstheorie: Das Kapitel erläutert Lessings theoretisches Verständnis von Mitleid als zentrales Element des bürgerlichen Trauerspiels, welches moralische Besserung beim Zuschauer bewirken soll.

3. Der tragische Konflik des ständekritischen Dramas: Hier wird der Gegensatz zwischen bürgerlicher Moral und höfischem Lebensstil untersucht und aufgezeigt, wie diese Welten in der Figur Emilias kollidieren.

4. Emilias Tod als Rettung ihrer ideologischen Unschuld: Dieses Kapitel analysiert die ausweglose Situation der Protagonistin und deutet ihren Tod als Versuch, ihre moralische Integrität und familiäre Identität zu wahren.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Emilia aufgrund ihrer Erziehung und der daraus resultierenden inneren Konflikte als tragische Heldin im Lessingschen Sinne gelten kann.

Schlüsselwörter

Emilia Galotti, Gotthold Ephraim Lessing, Mitleidsästhetik, bürgerliches Trauerspiel, Tragödie, Ständekritik, Ideologie, Tugend, Moral, Identifikation, Dramentheorie, Hamburgische Dramaturgie, Virginia, Odoardo, tragische Heldin.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Lessings "Emilia Galotti" und prüft, inwiefern die Hauptfigur den Kriterien eines tragischen Helden nach Lessings eigener Mitleidstheorie entspricht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Mitleidsästhetik, der ständische Konflikt zwischen Bürgertum und Adel sowie die moralische Erziehung durch das Trauerspiel.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Emilia Galotti innerhalb des Dramas als tragische Heldin klassifiziert werden kann, wenn man Lessings theoretische Anforderungen an Charaktere zugrunde legt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primäre Dramentexte mit Lessings dramentheoretischen Schriften und Briefwechseln verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Mitleidstheorie, der antithetischen Konstellation der Charaktere im ständekritischen Drama und der Bedeutung von Emilias Tod für ihre moralische Unschuld.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mitleidsästhetik, bürgerliches Trauerspiel, Tugend, Ideologie und die spezifische Charakterkonzeption nach Lessing.

Warum spielt die Figur des Vaters Odoardo für Emilia eine so entscheidende Rolle?

Odoardo verkörpert den familiären Schutzraum und die strenge Moral. Sein Handeln und seine Autorität bilden den Rahmen, an dem Emilia ihre Identität festmacht und durch dessen Verlust sie in die Katastrophe gerät.

Inwiefern beeinflusst die Virginia-Sage die Interpretation von Emilias Tod?

Emilia identifiziert sich mit der historischen Virginia, um ihren Tod nicht als bloßes Opfer, sondern als notwendigen Akt zur Rettung ihrer ideologischen Tugend vor der Verführung durch den Adel umzudeuten.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mitleidsästhetik in Lessings Drama "Emilia Galotti" anhand seines Briefwechsels mit Mendelsohn und Nicolai und seiner "Hamburgischen Dramaturgie"
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Theaterwissenschaft)
Veranstaltung
Die Rezeption der aristotelischen Poetik in Frankreich und Deutschland. Einführung in die Theorie und Ästhetik
Note
2,7
Autor
Antonia Sternberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V510828
ISBN (eBook)
9783346092663
ISBN (Buch)
9783346092670
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Emilia Galotti Lessing Poetik Mitleidsästhetik Drama
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Antonia Sternberg (Autor:in), 2017, Mitleidsästhetik in Lessings Drama "Emilia Galotti" anhand seines Briefwechsels mit Mendelsohn und Nicolai und seiner "Hamburgischen Dramaturgie", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510828
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Leseprobe aus  15  Seiten
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