Einführung in die Kultursoziologie


Hausarbeit, 1998

12 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeines zur Kultursoziologie

3. Kultur: – Begriffsdefinition

4. Kultur als System
4.1 Der Kontrollprozeß
4.2 Die Logik des Kontrollprozesses
4.3 Die sozialen Grenzen
4.4 Zusammenfassung

5. Die Eigendynamik des Kulturellen

6. Bedingungs- und Wirkungsformen von Kultur

7. Soziale Vermittlungsstrukturen

8. Projekte und Verfahren

Bibliographie

1. Einleitung

Im Rahmen dieses Referates soll eine Einführung in die Kultursozio­logie gegeben werden. Auf der Grundlage des Artikels von Friedhelm Neid­hardt sollen zunächst einmal Definitionen des Begriffs der Kultur gegeben werden. Weiterhin sollen ihre Bedeutungsbestandteile und die Eigenschaf­ten von Kultur als komplexem System aus der Sicht der Kultursoziologie erörtert werden. Es soll möglichst klar herausgestellt werden, wie die Ziele der Kultursoziologie definiert sind, wo ihre Ansatzpunkte liegen und welche Methoden und Verfahren sie verwendet.

2. Allgemeines zur Kultursoziologie

Allgemein kann man sagen, daß die Arbeit der Kultursoziologie darin besteht, die Aufmerksamkeit auf Sinnkomplexe zu lenke, auf die jegliches soziales Handeln bezogen bleibt. Ziel der Kultursoziologie ist die Ausmes­sung kollektiver Dimensionen handlungsrelevanter Sinnkonstruktionen und die Erfassung der gesellschaftlichen Dimensionen dieser Sinnkonstruktio­nen sowie das Erkennen ihrer Eigendynamik. Mit dem Begriff der Sinnkon­struktionen sind soziale Tatsachen gemeint, die dem Einzelnen kaum be­wußt sind, da sie als selbstverständlich erscheinen. Vergleichbar ist dies z.B. mit der Grammatik der Muttersprache: Sie wird vom Muttersprachler auto­matisch (= unbewußt) richtig angewendet, ohne daß er sich dessen in der Regel bewußt ist.

Die große Schwäche der Kultursoziologie liegt in der Beliebigkeit und Unverbindlichkeit ihrer empirischen Forschung. Sie zeigt einen Überhang an bloß Anekdotischem und Illustrativem. Außerdem besitzt sie große Vali­ditätsprobleme, die in der Diffusität ihres Untersuchungsgegenstandes be­gründet sind.[1]

3. Kultur: – Begriffsdefinition

Wichtig bei der Definition ist, daß sie nicht von der Gesellschaft buchstabiert werden darf. Der Kulturbegriff der Kultursoziologen ist viel allgemeiner und weit elementarer als der gesellschaftliche Kulturbegriff. Deckungsgleichheiten zwischen den beiden Definitionen dürfen ausschließ­lich empirisch begründet sein und dürfen nicht per definitionem entschieden werden. Dies bedeutet natürlich auch, daß der Kulturbegriff nicht von per­sönlichen Maßstäben des Kultursoziologen bestimmt werden darf. Die kul­tursoziologische Erheblichkeit kultureller Erscheinungen wird nicht nach unseren eigenen Vorlieben bestimmt, sondern danach, ob und in welchem Maße sie zur Sinngestaltung ihrer Gesellschaft beigetragen haben (oder Ausdruck von ihr sind). So können „common sense“ und sogenannte Trivi­alliteratur für diese Sinngestaltung wichtiger sein als Philosophie oder soge­nannte „hohe Kultur“. Unter Berücksichtigung all dieser Punkte definiert die Kultursoziologie den Begriff der Kultur wie folgt:

Kultur ist ein System kollektiver Sinnkonstruktionen, mit de­nen Menschen Wirklichkeit wahrnehmen.

Unter kollektiven Sinnkonstruktionen versteht man den Komplex all­gemeiner Vorstellungen, die zur Unterscheidung von gut / böse, wahr / un­wahr, wichtig / unwichtig, schön / häßlich und wahr / falsch dienen.[2]

Die oben angeführte Begriffsdefinition mag sehr allgemein klingen, so daß man sich wenig darunter vorstellen kann. Deshalb soll diese Definition an dieser Stelle noch mit einigen Aspekten „gefüllt“ werden, die verschie­dene Forscher, deren Forschungsgegenstand die Kultur ist, als Eigenschaf­ten und Bedeutungsbestandteile von Kultur anführen.

T. Luckmann führt den Begriff der Wissenstraditionen an, H.-P. Mül­ler Geschmack, K. Eder Moralprinzipien. F: H. Tenbrink zufolge umfaßt der Begriff der Kultur die Literatur, Philosophie, Kunst und Wissenschaft. Für N. Luhmann fallen Präferenzcodes unter diesen Begriff.[3] Diese Liste ist na­türlich unvollständig, da Kultur ein derart komplexes System ist, daß man es kaum mit einigen Schlagwörtern in seinem Ganzen detailliert ausloten könnte.

[...]


[1] Friedhelm Neidhardt; „‘Kultur und Gesellschaft‘. Einige Anmerkungen zum Sonderheft“ in: F. Neidhardt, M. R. Lepsius,, J. Weber (eds.); Kultur und Gesellschaft, Opladen, 1986. (S. 10f.)

[2] Friedhelm Neidhardt; „‘Kultur und Gesellschaft‘. Einige Anmerkungen zum Sonderheft“ in: F. Neidhardt, M. R. Lepsius,, J. Weber (eds.); Kultur und Gesellschaft, Opladen, 1986. (S. 11)

[3] Friedhelm Neidhardt; „‘Kultur und Gesellschaft‘. Einige Anmerkungen zum Sonderheft“ in: F. Neidhardt, M. R. Lepsius,, J. Weber (eds.); Kultur und Gesellschaft, Opladen, 1986. (S. 11)

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Einführung in die Kultursoziologie
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Seminar für Slavistik)
Veranstaltung
Hauptseminar: Kulturvermittlung
Note
1
Autor
Jahr
1998
Seiten
12
Katalognummer
V5109
ISBN (eBook)
9783638131049
ISBN (Buch)
9783640851454
Dateigröße
487 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einführung, Kultursoziologie, Hauptseminar, Kulturvermittlung
Arbeit zitieren
Maritta Schwartz (Autor), 1998, Einführung in die Kultursoziologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5109

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