Die Personifikation als Stilmittel in Gedichten am Beispiel der "Der Nebel" von Wolfgang Bächler. Ein Unterrichtsentwurf für das Fach Deutsch


Unterrichtsentwurf, 2019

18 Seiten, Note: 2

Anna Baer (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Reihenplanung

2. Didaktisch-methodischer Kommentar

3. Verlaufsplan

4. Materialien und Lernergebnisse

5. Literatur

1. Reihenplanung

Thema des Unterrichtsvorhabens:

Lyrik – Was ist das? Wir lesen, untersuchen und gestalten Gedichte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten1 2

2. Didaktisch-methodischer Kommentar

Das Gedicht „Der Nebel“ reiht sich inhaltlich zu den Naturgedichten der zweiten Sequenz („Dichterdetektive – den Stilmitteln auf der Spur“) der hier vorliegenden Gedichtreihe. Mit dieser Reihe in der sechsten Klasse wird vordergründig intendiert, grundlegendes Wissen über Gedichte zu vermitteln. Der Kernlehrplan sieht am Ende der Jahrgangsstufen 5/6 vor, dass Schülerinnen und Schüler „Gedichte unter Berücksichtigung einfacher formaler, sprachlicher Beobachtungen [untersuchen können]“ (Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, 2007, S. 43). Im schulinternen Curriculum ist die Behandlung von Gedichten in der fünften Klasse nicht vorgesehen, weshalb mit der Reihe nur an Vorwissen aus der Grundschule angeknüpft werden kann und alle Inhalte, die für die Jahrgangsstufe 5/6 vorgesehen sind, in der sechsten Klasse behandelt werden müssen.

Bei der Stunde handelt es sich um die letzte Stunde aus der Sequenz zu den Stilmitteln, welche vor allem die sprachlichen Beobachtungen von Gedichten fokussiert. Die Personifikation ist damit das vierte Stilmittel, das die Lernenden nach der Lautmalerei, dem Vergleich und der Metapher kennenlernen. Der Aufbau der Sequenz folgt dem Deutschbuch (vgl. Wagener & Schurf, 2012, S. 154 ff.). In der Sequenz wird jede Stunde nach der Methode „Think-Pair-Square-Share“ aufgebaut, die den Lernenden einen schülerorientierten Zugriff auf die Erarbeitung der Stilmittel erlaubt. Diese Methode des kooperativen Lernens hat sich in der Klasse 6b bewährt. Die Schülerinnen und Schüler bekommen zu Anfang die Möglichkeit, eigene Lösungen zu erarbeiten (THINK), bevor sie diese vergleichen. Da die Klasse bei der Phase „Lernprodukt diskutieren“ bisweilen unruhig wird, wenn es um das reine Wiedergeben von Erarbeiteten geht, bietet diese Methode sich gut an. Diese Unruhe ist auch auf die Heterogenität der Klasse zurückzuführen, die sich beispielsweise in sehr unterschiedlichen Lerngeschwindigkeiten widerspiegelt. Das Vergleichen des Erarbeiteten wird deshalb in Partnerarbeit vorgenommen (PAIR), damit jeder Lernende über seine Erarbeitung reden kann. Unruhe, wie es in der sechsten Stunde in dieser Klasse keine Seltenheit ist, wird so vermieden. Schwächere Lernende bekommen hier außerdem die Möglichkeit, zuvor in Partnerarbeit ihre Lösungen zu kontrollieren, bevor sie diese in einem weiteren Schritt im Plenum äußern. Die Lehrkraft gibt nach der Phase eine weiterführende Aufgabe in das Plenum, die erkennen lässt, ob die Lerninhalte der vorherigen Aufgabe verstanden wurden. In der dritten Phase (SQUARE) formulieren die Lernenden einen Merksatz zu behandelten Stilmitteln, der im Plenum vorgestellt wird (SHARE) und auf einem Merksatz-Plakat in der Klasse aufgehängt wird.

Die Lernenden haben die zuvor beschriebene Methode in Kombination mit „Rollenkarten“ kennengelernt. Dabei erhält jeder Lernende eines Gruppentisches eine Karte (Zeitwächter, Gruppenchef, Schreiber oder Lautstärkewächter), die eine Rolle abbildet, die er in der Stunde einnimmt. Damit werden Bereiche, die die Lehrkraft sonst übernimmt, an Lernende übertragen und deren Autonomie gestärkt. Die Rollenkarten haben sich in der 6b als motivierend herausgestellt und wirken zudem entlastend für die Lehrkraft, da Lernende die Lehrkraft im Unterrichtsgeschehen unterstützen.

Das Gedicht „Der Nebel“ (vgl. Langbein & Lange, 2015, S. 41) erlaubt einen schnellen Zugriff auf den Inhalt. Es ist nicht gereimt und relativ kurz, weshalb es den Schülerinnen und Schülern leichtfallen sollte, sich auf den Inhalt zu konzentrieren. Dieser ist wichtig, da er, nachdem die Lernenden die Illustration (Hilbig, 2003, online) zu Anfang beschrieben haben, mit der Illustration verglichen werden soll. Mittels der Illustration, die alle Lernenden aktivieren soll und des im Anschluss vorgelesenen Gedichts, tritt bei den Lernenden der kognitive Konflikt auf, dass auf dem Bild ein Mann zu sehen ist, im Gedicht aber der Nebel (ein Naturphänomen) beschrieben wird. In der Erarbeitungsphase setzen sich die Lernenden mit dem Gedicht auseinander, indem sie die Stellen unterstreichen sollen, die den Eindruck vermitteln, dass der Nebel ein Mensch ist (THINK). Darüber hinaus steht auf dem Arbeitsblatt eine zweite Aufgabe, welche die Lernenden dazu anhält, sich weitere Beispiele aus der Natur auszudenken, bei denen Dinge oder Begriffe vermenschlicht werden. Schwächere Lernende bekommen in der Arbeitsphase das Angebot, sich Tippkarten zur Hilfe zu nehmen, um diese Aufgaben ohne Hilfe der Lehrkraft bewältigen zu können. Diese Tippkarten kennen die Lernenden aus vorangegangen Stunden noch nicht. Jedoch stellt der Einsatz der Tippkarten eine Reaktion auf die vorangegangene Stunde dar, in der schwächere Lernende die Lehrkraft bei Fragen oft aufgesucht haben. Dieses soll durch die Tippkarten reduziert und die Autonomie der Lernenden gestärkt werden. Nach der ersten Phase folgt die zweite Phase, in der sich die Lernenden über die gefundenen Personifikationen austauschen (PAIR). Nach dieser schüleraktivierenden Phase, fordert die Lehrkraft die Lernenden dazu auf, ihre Personifikationen auf das Bild zu übertragen, um die beiden Darstellungsebenen (Bild und Gedicht) zu verknüpfen und zu überprüfen, ob die Lernenden in der Pair-Phase die Stilmittel gefunden haben. Diese Verknüpfung schult das Textverständnis, da einzelne Textstellen auf das Bild bezogen werden. Den Lernenden soll klar werden, dass hier der Nebel (etwas Unbelebtes) mit lebendigen Eigenschaften verknüpft und dadurch lebendig wirkt. An dieser Stelle dürfen weitere Personifikationen genannt werden, die die Lernenden notiert haben. Aus diesen Lernprodukten soll im Anschluss ein Merksatz abgeleitet werden, den die Lernenden formulieren (SQUARE) und anschließend, nach einer Diskussion im Plenum, auf ihr Arbeitsblatt übertragen (SHARE). Durch dieses Vorgehen verinnerlichen sie den Begriff der Personifikation, da sie den Merksatz selbst erarbeitet haben und dieser nicht zum Auswendiglernen vorgegeben wurde. Im Anschluss an die Formulierung des Merksatzes zu der Personifizierung erfolgt die Phase der Vernetzung und des Transfers. Für das Stundenziel ist diese Phase nicht zentral und kann bei Zeitmangel auch in der nächsten Stunde stattfinden. Die Lernenden sollen sich Gedanken dazu machen, ob sie das Übertragen von menschlichen Eigenschaften auf andere Bereiche aus anderen Kontexten kennen. Das vorherige Thema der Fabeln bietet einen guten Anknüpfungspunkt, da die Lernenden hier das Übertragen von menschlichen Verhaltensweisen und Eigenschaften auf Tiere kennen. Damit erkennen sie, dass das Vermenschlichen nicht der Lyrik eigen ist, sondern auch in anderen Gattungen wiedergefunden werden kann. Weiterführend bietet sich hier die Frage nach der Funktion vom Vermenschlichen in Gedichten und Fabeln an.

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6b bearbeiten gerne Kreativaufgaben, weshalb unter anderem das Format der Dichterwerkstatt eingeführt wurde. Auch in der Konzeption der Stunden wird immer wieder Wert darauf gelegt, dass sowohl analytische als auch kreative Zugänge zum Thema geschaffen werden, um den Lernenden verschiedene Möglichkeiten zu bieten, sich in den Unterricht einzubringen. Gerade produktions- und handlungsorientierte Methoden sind nach Günter Waldmann prädestiniert für den Umgang mit Lyrik, da Lyrik in der „produktiven Rezeption ihres Lesers“ angelegt sei (vgl. 2008, S. 1). Am Schluss der Stunde (als didaktische Reserve) wird den Lernenden deshalb die Möglichkeit eröffnet, ein anderes Naturphänomen zu wählen, das sie in einem eigenen Gedicht personifizieren und sich produktionsorientiert mit gesteigertem Anforderungsniveau mit ihrem erlangten Wissen zu Personifikationen auseinanderzusetzen. Erfahrungsgemäß wird diese Phase, neben der Phase der Vernetzung und des Transfers, in der nächsten Stunde stattfinden.

3. Verlaufsplan

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Die Seitenangaben der Kompetenzen beziehen sich auf den Kernlehrplan des Gymnasiums im Fach Deutsch der Sekundarstufe I (G8) (vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, 2007).

2 Die Dichterwerkstatt läuft nach dem Halbjahreswechsel parallel zu den anderen Sequenzen, da es durch den bedarfsdeckenden Unterricht der Referendarin zu einer Überschneidung bei einer Unterrichtsstunde kommt. Die Klasse arbeitet in dieser Stunde mit dem Fachlehrer an der Dichterwerkstatt, in der die Lernenden selbst Gedichte nach bestimmten Formmerkmalen gestalten und so besondere Gedichtarten verinnerlichen. In den anderen Unterrichtsstunden werden die anderen Sequenzen, der Reihenplanung folgend, behandelt.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Personifikation als Stilmittel in Gedichten am Beispiel der "Der Nebel" von Wolfgang Bächler. Ein Unterrichtsentwurf für das Fach Deutsch
Note
2
Autor
Jahr
2019
Seiten
18
Katalognummer
V510935
ISBN (eBook)
9783346125767
Sprache
Deutsch
Schlagworte
personifikation, fach, unterrichtsentwurf, bächler, wolfgang, nebel, beispiel, gedichten, stilmittel, deutsch
Arbeit zitieren
Anna Baer (Autor), 2019, Die Personifikation als Stilmittel in Gedichten am Beispiel der "Der Nebel" von Wolfgang Bächler. Ein Unterrichtsentwurf für das Fach Deutsch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510935

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