Thema dieser Unterrichtsstunde ist die Lokalisierung von Geräuschen und die akustische Orientierung des Menschen in seiner Umwelt mithilfe seiner beiden Ohren. Stundenziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler durch einen von ihnen durchgeführten und protokollierten Versuch zum Richtungshören ableiten können, dass beide Ohren für die oben genannten Zwecke nötig sind. Im Folgenden sollen zwei didaktische Entscheidungen begründet werden, die für die Konzeption der Unterrichtsstunde als wichtig angesehen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Thema der Unterrichtsstunde
2. Stundenziel
3. Teillernziele
3.1 Konzept- & prozessbezogene Kompetenzen:
4. Exemplarische Begründung wichtiger didaktischer Entscheidungen
4.1 Motivation der Lernenden und Alltagsbezug
4.2 Naturwissenschaftlicher Erkenntnisweg
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Unterrichtsstunde ist es, den Lernenden durch einen selbst durchgeführten Versuch zum Richtungshören zu verdeutlichen, dass das menschliche Gehör auf beide Ohren angewiesen ist, um Geräusche präzise lokalisieren und sich sicher in der Umwelt orientieren zu können. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Notwendigkeit des beidohrigen Hörens.
- Bedeutung des Richtungshörens für die akustische Orientierung
- Experimentelle Untersuchung der Schalllokalisierung
- Rolle von Zeitunterschieden bei der Schallwahrnehmung
- Förderung naturwissenschaftlicher Arbeitsweisen (Hypothesenbildung und -überprüfung)
- Bedeutung des Gehörs für die Sicherheit im Alltag
Auszug aus dem Buch
4.2 Naturwissenschaftlicher Erkenntnisweg
Neben der Förderung der Motivation der Lernenden sollen mit dieser Unterrichtsreihe fachimmanente Denk- und Arbeitsweisen, in Anknüpfung an die fünfte Jahrgangsstufe, vertieft werden. Das geschieht sowohl in der Unterrichtsreihe als auch in der hier vorliegenden Unterrichtsstunde durch Schülerexperimente, die als Voraussetzung für den biologischen Erkenntnisgewinn gelten (vgl. Killermann, Hiering, Starosta, 2013, S. 132). Diese „Untersuchungen durch die Lernenden selbst“ (Mayer, 2013, S. 60) stehen im Zusammenhang des forschenden Lernens und leisten einen Beitrag zum Kompetenzaufbau des klassischen Weges des naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinns (vgl. Langlet, 2013, S. 83 f.).
Diese Erkenntnisgewinnung ist problemorientiert und beginnt deshalb immer mit einem Problemaufwurf – in der vorliegenden Stunde Bilder, aus denen eine Problemfrage entwickelt wird. Danach werden Vermutungen zur Beantwortung dieser Problemfrage gesammelt. Anschließend wird ein Experiment entwickelt und durchgeführt. Dabei werden Beobachtungen notiert, die später ausgewertet werden und zur Veri- bzw. Falsifizierung der eingangs aufgestellten Vermutungen und zur Beantwortung der Problemfrage dienen. Am Schluss können außerdem mögliche Fehlerquellen diskutiert werden. Nur wenn diese wissenschaftliche Arbeitsweise von Beginn an bei den Lernenden angewandt und gefördert wird, sind Lernende dazu imstande, in höheren Klassen Problemstellungen eigenständig zu bearbeiten.
In der 45-minütigen Besuchsstunde ist nur Zeit für einen Teil des naturwissenschaftlichen Erkenntnisweges (siehe Verlaufsplan). Nachdem die Lernenden den Versuch durchgeführt, die Beobachtungen protokolliert und für die Folgestunde gesichert haben, endet die Stunde wahrscheinlich in der Phase der Diskussion des Lernproduktes. Das Blitzlicht, in dem Lernende über ihre Beobachtungen des Versuches sprechen, bildet damit das Ende der Stunde. Falls nach dem Blitzlicht noch Zeit ist, kann schon ein Meinungsbild erhoben werden: Wie viele Lernende sind nach den Ergebnissen des Versuchs dafür, dass man beide Ohren benötigt, um sich in der Umwelt orientieren zu können und wie viele dagegen?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema der Unterrichtsstunde: Es wird die Lokalisierung von Geräuschen und die akustische Orientierung durch einen Schülerversuch zum Richtungshören thematisiert.
2. Stundenziel: Die Lernenden sollen durch den Versuch selbstständig ableiten, dass zwei Ohren für die Orientierung und Lokalisation notwendig sind.
3. Teillernziele: Die Schülerinnen und Schüler lernen, Problemfragen zu entwickeln, Hypothesen aufzustellen, diese experimentell zu prüfen und durch Fachwissen zu begründen.
3.1 Konzept- & prozessbezogene Kompetenzen:: Darstellung der angestrebten biologischen und prozessualen Kompetenzen der Lernenden, wie das Beobachten, Beschreiben und Interpretieren von Phänomenen.
4. Exemplarische Begründung wichtiger didaktischer Entscheidungen: Erläuterung der Auswahl didaktischer Methoden unter Berücksichtigung von Motivation und naturwissenschaftlichem Erkenntnisgewinn.
4.1 Motivation der Lernenden und Alltagsbezug: Dieser Abschnitt beschreibt, wie durch Alltagsbeispiele (Verkehrssicherheit) und heterogene Gruppen die Motivation gesteigert wird.
4.2 Naturwissenschaftlicher Erkenntnisweg: Hier wird dargelegt, wie durch das forschende Lernen die wissenschaftliche Arbeitsweise der Schülerinnen und Schüler schrittweise aufgebaut wird.
Schlüsselwörter
Richtungshören, Biologieunterricht, Schalllokalisierung, Schülerexperiment, naturwissenschaftlicher Erkenntnisweg, Gehör, Orientierung, Sinnesorgane, Versuchsprotokoll, Fachdidaktik, Hypothesenbildung, akustische Wahrnehmung, Unterrichtsplanung, 6. Jahrgangsstufe, Alltagsbezug
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsplanung grundsätzlich?
Die Planung befasst sich mit einem Biologie-Unterrichtsbesuch für die sechste Jahrgangsstufe zum Thema Richtungshören und der Bedeutung beider Ohren für die räumliche Orientierung des Menschen.
Welches ist das primäre Ziel der Stunde?
Das Hauptziel ist die Erkenntnisgewinnung durch die Lernenden, dass zur präzisen Lokalisierung von Geräuschen beide Ohren zwingend erforderlich sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das forschende Lernen angewandt, bei dem Schülerinnen und Schüler durch Experimente, Protokollführung und Auswertung Erkenntnisse selbstständig erarbeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterrichtsreihe?
Die Reihe behandelt die Sinnesorgane, insbesondere das Ohr, deren Schutz und die Bedeutung für die Sicherheit im Straßenverkehr sowie die wissenschaftliche Arbeitsweise.
Wie wird der Alltagsbezug in der Stunde hergestellt?
Der Einstieg erfolgt über Bildimpulse zu einem Verkehrsunfall, der durch einseitig eingeschränktes Gehör beim Radfahren verdeutlicht wird.
Welche Rolle spielt das Arbeitsblatt in diesem Unterrichtsdesign?
Das Arbeitsblatt dient als strukturierendes Element für das Versuchsprotokoll und leitet die Lernenden durch die Phasen der Beobachtung, Auswertung und Beantwortung der Problemfrage.
Warum wird in der 6. Klasse didaktisch reduziert?
Da der Schwerpunkt auf dem Einüben des naturwissenschaftlichen Erkenntnisweges liegt, wird auf komplexe Kontrollversuche verzichtet, um die Lernenden nicht zu überfordern.
Welche Funktion haben die leeren Tabellen für schnelle Lernende?
Sie dienen zur Binnendifferenzierung, indem sie schnellen Gruppen ermöglichen, ihre Beobachtungen zu erweitern und das Experiment zu vertiefen.
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- Anonym (Autor:in), 2019, Schülerversuch zum Thema Richtungshören, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510939