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Metaphorik im Minnesang Heinrich von Morungens

Titel: Metaphorik im Minnesang Heinrich von Morungens

Hausarbeit , 2015 , 18 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Franziska Michels (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Metaphorik in den Liedern des Minnesängers Heinrich von Morungen. Im Speziellen mit der Lichtmetaphorik und der Metapher des Minnesängers als Vogel. Das Ziel der Hausarbeit ist herauszufinden, welche Auswirkungen der Gebrauch von Metaphern hat, was diese genau ausdrücken wollen und aus welcher Motivation heraus Minnesänger Metaphern verwenden.

Um langsam in das Thema einzuführen, folgen zunächst einige allgemeine Informationen über die Funktion, den Gebrauch und den Effekt von Metaphern in literarischen Werken. Hier gibt es dann noch eine Unterkategorie, in der ich mich speziell mit dem Gebrauch von Metaphern bei Heinrich von Morungen beschäftigen werde. Anschließend setze ich mich mit der Lichtmetaphorik auseinander und werde ausgewählte Beispiele aus Morungens Liedercorpus einbringen und erläutern. Ebenfalls näher eingehen werde ich auf die Metapher des Minnesängers als Vogel. Warum wird der Minnesänger mit einem Vogel verglichen? Worin unterscheiden sich die Nachtigall, der Schwan und die Schwalbe? Was sagt diese Metapher über die Eigenschaften und das Selbstbild des Sängers aus? Auch hier werden Belege aus Morungens Werken zur Unterstützung und Erklärung angebracht.

Abschließend wird die Rolle des Publikums näher zu beleuchtet. Leitfragen werden hier sein, wie das typische Publikum zur damaligen Zeit aussah, wie die Aufführungssituation war und inwieweit die genutzten Metaphern das Verstehen der Lieder für das Publikum vereinfacht haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Metaphorik

2.1. Allgemeines zur Metaphorik

2.2. Metaphorik bei Heinrich von Morungen

3. Lichtmetaphorik

4. Der Minnesänger als Vogel

5. Die Rolle des Publikums

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle der Metaphorik im Werk des Minnesängers Heinrich von Morungen, wobei insbesondere die Lichtmetaphorik sowie die Selbstthematisierung des Sängers als Vogel im Fokus stehen. Ziel ist es, die Wirkungsweise dieser bildhaften Sprache zu ergründen, deren Beitrag zur Vermittlung höfischer Ideale zu analysieren und das Verhältnis zwischen dem Sänger, seinen Werken und dem zeitgenössischen Publikum zu beleuchten.

  • Funktion und Wirkung von Metaphern in der mittelhochdeutschen Lyrik
  • Analyse der Licht- und Glanzmetaphorik bei Heinrich von Morungen
  • Die Symbolik des Minnesängers als Vogel (Nachtigall, Schwalbe, Schwan)
  • Interaktion und Aufführungssituation zwischen Sänger und Publikum
  • Interpretation des höfischen Selbstverständnisses durch metaphorische Sprache

Auszug aus dem Buch

3. Lichtmetaphorik

Besonders prägnant in den Werken von Heinrich von Morungen ist die Metapher des Lichts oder auch des Glanzes. Helmut Tervooren geht sogar soweit und sagt, dass „bei keinem Lyriker der Zeit [...] wir so viele Worte und Vorstellungen aus dem Sinnbezirk des Lichtes und des Glanzes“ finden. Es gibt zahlreiche Nachforschungen für die Vorbilder dieser besonders ausgeprägten Metaphorik. Einzelne Nachweise finden sich bei den französischen Trobadors und in der Mariendichtung.

Der Literaturwissenschaftler Hartmut Bleumer erklärt in einem seiner Aufsätze das Verhältnis zwischen der vrouwe und dem Licht sehr anschaulich. Die Dame beginnt durch die Liebe, die sie für den Mann empfindet, zu leuchten, sie steht in dieser Metapher also für die Sonne. Der Mann, der als Mond dargestellt wird, wird von den Strahlen der Sonne erhellt. Auch der lichtvolle blick und die strahlende Schönheit der Frau bringen das Herz des Sängers zum leuchten. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass Liebe Licht ist und Licht Liebe. Doch all diese Lichtvergleiche sind von der metaphorischen Grundstruktur abhängig.

Das Paradoxe an der ganzen Situation ist aber, dass das Licht ebenso intensiv wie unsichtbar für das menschliche Auge ist. Die Sichtbarkeit ist also eindrücklich aber unkonkret zu fassen. Die Frau wird zwar speziell durch das strahlende Licht beschrieben, doch sie scheint so hell, dass sie für den Geliebten kaum wahrnehmbar ist. Durch die Blendung erscheinen blinde oder auch weiße Stellen vor dem Auge, ganz so, als wenn man zu lange in die Sonne oder eine Lampe guckt. Diese sogenannte Blendwirkung empfindet jedoch nur der Minnesänger, das Publikum sieht den Effekt nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und erläutert die Zielsetzung, die Metaphorik in den Liedern Heinrichs von Morungen zu untersuchen.

2. Metaphorik: Das Kapitel bietet eine theoretische Einführung in den Begriff der Metapher und beleuchtet spezifisch die poetische Emergenz und visuelle Wahrnehmung in Morungens Werk.

3. Lichtmetaphorik: Es wird die zentrale Bedeutung von Licht- und Glanzmetaphern analysiert, die zur Darstellung der Schönheit und Unerreichbarkeit der geliebten Frau dienen.

4. Der Minnesänger als Vogel: Dieses Kapitel untersucht, wie der Sänger sich durch verschiedene Vogelmetaphern wie Nachtigall, Schwalbe oder Schwan als Akteur definiert und sein Selbstverständnis ausdrückt.

5. Die Rolle des Publikums: Die Arbeit schließt mit der Untersuchung der Aufführungssituation und der Bedeutung des Minnesangs als Medium zwischen dem Sänger und dem adeligen Publikum.

Schlüsselwörter

Heinrich von Morungen, Minnesang, Metaphorik, Lichtmetaphorik, Vogelmetapher, Höfische Literatur, Poetik, Mittelalter, Lyrik, Schouwen, Schînens, Aufführungssituation, Frauendienst, Symbolik, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Funktion und Bedeutung der Metaphorik in den Liedern des mittelalterlichen Minnesängers Heinrich von Morungen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Analyse?

Die zentralen Felder sind die Lichtmetaphorik, die Vogelmetaphorik als Selbstbild des Sängers und die soziokulturelle Rolle des Publikums bei Minnesangsauftritten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, wie Metaphern komplexe Emotionen und das Verhältnis zwischen Sänger und Geliebter veranschaulichen und warum Minnesänger diese bildhaften Mittel zur Reflexion ihres eigenen Daseins nutzen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Textkorpus Morungens unter Einbeziehung relevanter Forschungsliteratur interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Analyse der Lichtmetaphorik, die Untersuchung der Vogel-Symbolik sowie die Betrachtung der Rolle des Publikums im höfischen Kontext.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die Lichtmetaphorik, der Begriff des Minnesangs, die Poetologie des schouwens und schînens sowie die Transformation von Leid in Gesang.

Wie deutet der Autor die Verwendung des Mond-Vergleichs für die Geliebte?

Der Autor interpretiert diesen Vergleich als Darstellung der Einzigartigkeit und Transzendenz der Dame, wobei er auch auf mögliche mariologische Deutungsmuster der Forschung verweist.

Warum wird die Schwalbe als Metapher für den Minnesänger vom Autor hervorgehoben?

Die Schwalbe repräsentiert einen Sänger, der nie aufhören kann zu singen, was das ständige, teils schmerzhafte Bedürfnis nach künstlerischem Ausdruck und den unaufhörlichen Dienst an der Dame symbolisiert.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Metaphorik im Minnesang Heinrich von Morungens
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
2,3
Autor
Franziska Michels (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
18
Katalognummer
V510968
ISBN (eBook)
9783346085443
ISBN (Buch)
9783346085450
Sprache
Deutsch
Schlagworte
metaphorik minnesang heinrich morungens
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franziska Michels (Autor:in), 2015, Metaphorik im Minnesang Heinrich von Morungens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510968
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Leseprobe aus  18  Seiten
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