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Das Spiel mit dem Leser bei Calvinos 'Wenn ein Reisender in einer Winternacht' und Schmidts 'Brand's Haide'

Title: Das Spiel mit dem Leser bei Calvinos 'Wenn ein Reisender in einer Winternacht' und Schmidts 'Brand's Haide'

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 20 Pages , Grade: 2

Autor:in: Maria Benz (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Spiele in und mit dem Text haben in der Literaturgeschichte eine lange Tradition. Jedes Spiel mit dem Text ist auch ein Spiel zwischen Autor und Leser, welches schon beim Schriebprozess beginnt. Der Autor schreibt den Text bereits in Hinblick darauf, wie er später aufgenommen werden könnte und versucht damit eine bestimmte Wirkung beim Leser zu erzielen. So ist der Autor auch bei der späteren Lektüre indirekt immer noch anwesend und in der Lage, durch seinen Text zum Leser zu sprechen.
„Wer schreibt, denkt an den Leser. (...) Während der Arbeit laufen zwei Dialoge: einer zwischen dem entstehenden Text und allen zuvor geschriebenen Texten (jedes Buch wird aus anderen und über andere Bücher gemacht) und einer zwischen dem Autor und seinem gedachten Wunsch-, Modell- oder Musterleser.“
Der Leser wird durch seine Lektüre des Textes in dieses Spiel miteinbezogen, denn es liegt an ihm, wie er auf den Text reagiert.
Wenn der Leser erkennt, dass mit ihm gespielt wird und sich darauf einlässt, können sich ihm völlig neue Aspekte eröffnen und der Text wird ihm plötzlich auf eine völlig neue Weise zugänglich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Text als Spiel zwischen Autor und Leser

2. Das Machtspiel zwischen Autor und Leser bei Italo Calvino

2.1 Der Leser als Spielball des Autors

2.2 Der Tod des Autors oder die Entmachtung des Autors durch den Leser?

2.3 Das Spiel mit dem Text und der Leser als Detektiv

3. Das Spiel mit der Form bei „Brand’s Haide“

3.1 Erschwerter Zugang für den Leser durch neue Prosaformen?

3.2 Der Ich-Erzähler als Alter Ego Arno Schmidts?

3.3 Das Rätselhafte der Literatur

4. Zwei Autoren – ein Autorenbild?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Interaktion zwischen Autor und Leser sowie die spielerische Gestaltung des Leseprozesses in Italo Calvinos „Wenn ein Reisender in einer Winternacht“ und Arno Schmidts „Brand’s Haide“. Dabei wird analysiert, inwieweit Autoren durch formale und erzählerische Strategien Macht über den Leser ausüben oder diesen zur aktiven Mitgestaltung des Textsinns einladen.

  • Selbstreflexivität in der Literatur
  • Machtdynamik zwischen Autor und Leser
  • Die Rolle des "erzählten Lesers"
  • Experimentelle Prosaformen und deren Wirkung auf die Lesbarkeit
  • Intertextualität und das Rätselhafte der Literatur

Auszug aus dem Buch

2. Das Machtspiel zwischen Autor und Leser bei Italo Calvino

Der Roman „Wenn ein Reisender in einer Winternacht“ ist in hohem Maße selbstreflexiv. Dabei werden Themen von der Entstehung des Romans bis zu dessen Lektüre aufgegriffen. Der Text reflektiert den Schreibprozess des Autors, die Arbeit im Verlag und die Lektüre des Lesers. Bald schon stellt sich heraus, dass Lesen keineswegs immer eine friedliche und entspannende Angelegenheit ist, denn bereits beim Kauf des Buchs beginnt sich ein regelrechter Krieg zwischen den verschiedenen Instanzen zu entwickeln und bereits die Auswahl im Buchladen gleicht dem Spießrutenlauf über ein Schlachtfeld.

„Immerhin ist es dir nun gelungen, die endlose Zahl der aufgebotenen Streitkräfte auf eine zwar noch recht beachtliche, aber doch schon in endlichen Zahlen kalkulierbare Größe zu reduzieren, (...). Mit raschen Zickzacksprüngen entgehst du ihnen und springst mitten hinein in die Zitadelle der Neuerscheinungen, (...). Auch innerhalb dieser Festung kannst du Breschen in die Front der Verteidiger schlagen...“2

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Text als Spiel zwischen Autor und Leser: Dieses Kapitel führt in die literarische Tradition des Spiels mit dem Leser ein, bei dem der Autor bereits während des Schreibprozesses eine bestimmte Rezeption antizipiert.

2. Das Machtspiel zwischen Autor und Leser bei Italo Calvino: Hier wird untersucht, wie Calvino mittels eines fiktiven Lesers und einer selbstreflexiven Struktur die Kontrolle über den Rezipienten inszeniert und hinterfragt.

3. Das Spiel mit der Form bei „Brand’s Haide“: Das Kapitel analysiert, wie Schmidt durch ungewöhnliche Textoberflächen und formale Experimente den Leseprozess erschwert und den Leser zur aktiven Auseinandersetzung zwingt.

4. Zwei Autoren – ein Autorenbild?: Dieses Kapitel reflektiert abschließend über die Unvermeidbarkeit der Auseinandersetzung des Lesers mit der Intention des Autors im spielerischen Kontext des Textes.

Schlüsselwörter

Italo Calvino, Arno Schmidt, Autor-Leser-Verhältnis, Machtspiel, Selbstreflexivität, Leseprozess, Romanfragmente, fiktiver Leser, experimentelle Prosa, Erzählstruktur, Rezeptionsästhetik, Intertextualität, mise en abyme, Sinnstiftung, Literaturtheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die spielerische und komplexe Interaktion zwischen dem Autor und dem Leser in den Werken von Italo Calvino und Arno Schmidt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Machtverhältnisse im Schreib- und Leseprozess, die Rolle des fiktiven Lesers sowie die Auswirkungen formaler Experimente auf die Textrezeption.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Autoren den Leser durch gezielte Strategien in ein „Spiel“ einbinden, um ihn entweder zu steuern oder zu einer aktiven, kritischen Lektüre zu bewegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten unter Einbeziehung rezeptionstheoretischer Konzepte wie der „mise en abyme“.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse von Calvinos Roman hinsichtlich seiner Meta-Ebenen und eine Untersuchung von Schmidts „Brand’s Haide“ in Bezug auf dessen innovative Prosaformen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind die Selbstreflexivität des Textes, die Autorschaft, der Leser als „Detektiv“ sowie die spezifischen Erzähltechniken der beiden behandelten Autoren.

Wie unterscheidet sich Calvinos Umgang mit dem Leser von dem bei Arno Schmidt?

Während Calvino einen expliziten fiktiven Leser in den Roman einbaut, um diesen direkt anzusprechen, arbeitet Schmidt eher über formale, optische und textstrukturelle Besonderheiten, die den Leser herausfordern.

Warum wird der Begriff des „Detektivs“ auf den Leser angewandt?

Der Leser wird als Detektiv verstanden, da er in Calvinos Roman die Spuren der verschiedenen Romanfragmente kombinieren und in ein bedeutungsvolles Gesamtbild zusammenfügen muss.

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Details

Title
Das Spiel mit dem Leser bei Calvinos 'Wenn ein Reisender in einer Winternacht' und Schmidts 'Brand's Haide'
College
University of Tubingen
Course
Spiele, Spieler, Spielen
Grade
2
Author
Maria Benz (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V51122
ISBN (eBook)
9783638471725
ISBN (Book)
9783638843669
Language
German
Tags
Spiel Leser Calvinos Wenn Reisender Winternacht Schmidts Brand Haide Spiele Spieler Spielen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maria Benz (Author), 2004, Das Spiel mit dem Leser bei Calvinos 'Wenn ein Reisender in einer Winternacht' und Schmidts 'Brand's Haide', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51122
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