Betriebliches Gesundheitsmanagement. Umsetzung eines Stressprogramms am Beispiel eines Beratungsunternehmens mit freien Mitarbeitern


Hausarbeit, 2019
28 Seiten, Note: 1,3
Sophie Bergmann (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Stress und Stressmanagement
2.1 Stress und Stressreaktion
2.2 Stressmanagement und -kompetenz

3. Umsetzung von „Gelassen und sicher im Stress“ in einem Beratungsunternehmen mit freien Mitarbeitern
3.1 Stress bei freien Mitarbeitern
3.2 Ziele von „Gelassen und sicher im Stress“
3.3 Umsetzung von „Gelassen und sicher im Stress“
3.4 Evaluation von „Gelassen und sicher im Stress“

4. Diskussion

5. Fazit

Literaturverzeichnis 26

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Stress und persönliche Bewertung

Abbildung 2: Drei Säulen der Stresskompetenz

Abbildung 3: Prioritäten setzen nach dem „Eisenhower-Prinzip“

Abbildung 4: Die 4-A-Strategie für den Akutfall

1. Einleitung

Die Zeit, die ein Mensch mit Arbeiten verbringt, stellt meist die aktivste und längste des Lebens dar. Die Arbeit – ob sie nun an einem festen Arbeitsplatz oder einem alternativen, räumlich ungebundenen Arbeitsmodell stattfindet, ist entscheidend für Lebensmöglichkeiten, -qualität und Zufriedenheit. (Ladwig & Söllner, 2016, S.15) In der vorliegenden Arbeit werden die unterschiedlichen Ursachen, Auswirkungen und Möglichkeiten der Prävention von Stress am Arbeitsplatz erläutert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei in der Umsetzung eines Stressprogrammes für ein Beratungsunternehmen mit freien Mitarbeitern.

2. Stress und Stressmanagement

Die Popularität des Phänomens Stress ist ungebrochen und der Begriff ist fester Bestandteil der heutigen Alltagssprache. Mit der Aussage: „Ich bin imStress", ist meist gemeint, dass wir angestrengt sind und keine Zeit haben. Doch auch die Bedeutung „Ich bin überfordert“ steckt dahinter – diese ist jedoch weniger angesehen. (Schmidt, 2002, S.182) Unter Stress ist ein als unangenehm erlebter Spannungszustand zu verstehen. Es handelt sich somit um eine Diskrepanz zwischen Anforderungen (von außen oder innen) und den Möglichkeiten, diese Anforderungen zu erfüllen. Weiter gedacht liegt hierbei gleichermaßen eine Diskrepanz zwischen den Ressourcen, die zur Verfügung stehen und den Bedürfnissen vor. (Semmer & Zapf, 2018, S.24) Viele Menschen hingegen empfinden Stress sogar als notwendiger Anreiz zur Leistungserbringung. (Lauterbach, 2018, S.93)

Die Auswirkungen der Arbeitsbelastung auf die psychische Gesundheit von Arbeitnehmern rücken zunehmend in den Fokus des öffentlichen Interesses. Der Zusammenhang zwischen berufstypischen Stressoren und einer Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit ist dabei unbestritten. Doch die Ursachen können sehr vielfältig sein. Faktoren hierbei sind bspw. eine hohe Anzahl an Arbeitsstunden, eine hohe Arbeitsbelastung und ein hoher Zeitdruck. Doch auch ungerechte Bezahlung, ausbleibende Anerkennung und blockierte Aufstiegschancen bei hoher beruflicher Verausgabung können zu einem hohen Maß an Stress führen. (Buddeberg-Fischer et al., 2008, S.2441–2442)

2.1 Stress und Stressreaktion

Das Stressgeschehen lässt sich prinzipiell in drei Bestandteile aufteilen. Am Anfang jeder Stressreaktion steht der Stressor. Damit sind Auslöser gemeint, die in Form von äußeren, belastenden Bedingungen und Anforderungen auf eine Person einwirken. (Kaluza, 2018, S.5) Diese können in Form von physischen oder psychischen Belastungsfaktoren, auftreten und erfordern eine Anpassungsreaktion (= Stressreaktion) des Körpers. Deren Ausprägung und Stärke ist abhängig von den jeweiligen Merkmalen der Stressoren und den individuellen Bewertungsprozessen der Person. (Struhs-Wehr, 2017, S.39)

Die Stressreaktion bildet somit als zweiter Bestandteil die psychische und/oder körperliche Antwort auf die Belastung. Sie zielt auf das ab, was als Symptom zum Tragen kommt. Der dritte Bestandteil der Stressreaktion sind die persönlichen Stressverstärker, d.h. diejenigen persönlichen Motive oder Einstellungen, mit denen wir an die Stressreaktion herangehen und die entscheidend für die Ausprägung der Reaktion sein können. (Kaluza, 2018, S.5–8)

Wenn wir in Stress kommen, d.h. unser körperliches und/oder seelisches Gleichgewicht bedroht ist, kommt eine komplexe Reaktion in Gang. Die körperliche Reaktion umfasst unterschiedliche biologische Vorgänge, die evulotiv bedingt durch "fight or flight" aktiviert werden und wodurch Energie zur Verfügung gestellt wird. Bei der Reaktion an sich handelt es sich um einen ganz "normalen" biologischen Vorgang, bei dem sich der Körper auf eine Gefahrensituation einstellt. Durch Dauerstress und damit ständige Anspannung des Körpers kann es jedoch zur Chronifizierung von bspw. Immunschwäche, Bluthochdruck etc. kommen. (Kaluza, 2018, S.18–38) Letztendlich wird somit ein Dauerstimulus erst durch die kognitiven Bewertungsprozesse des jeweiligen Individuums zum Stressor. Dieser wiederum löst chronisch physiologische Kaskaden aus. (Wippert, 2009, S.24) Die individuelle Bewertung von Anforderungen und eigenen Kompetenzen ist jeweils entscheidend für das Ausmaß der Stressreaktion. Dabei ist es von großer Bedeutung, welche Erwartungen und persönlichen Bedeutung für unser Selbstwertgefühl und inneres Gleichgewicht der jeweiligen Anforderung zugeschrieben wird. Es findet somit immer ein Abgleich vom Einschätzen der Situation im Vergleich mit den eigenen Bewältigungsmöglichkeiten statt. Dazu erfolgt zunächst eine Bewertung der Situation, so kann diese bspw. als neutral-irrelevant, als angenehm-positiv oder als bedrohlich-schädlich eingestuft werden. Nur im letzten Fall findet eine stressbezogene Bewertung statt und somit das Individuum die eigenen Motive und Ziele gefährdet sieht. Die Einschätzung der eigenen Bewältigungskompetenzen lassen sich als ausreichend oder nicht ausreichend für die jeweilige Anforderungsbewältigung einstufen. Auch hier liegt nur im letzten Fall wieder eine stressbezogene Bewertung vor und kann bspw. auf früheren Erfahrungen basieren. (Kaluza, 2018, S.72–74)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Stress und persönliche Bewertung

(Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Kaluza 2018, S. 74)

Zusammenfassend handelt es sich bei einer Stressreaktion um ein komplexes Zusammenspiel von unterschiedlichen endokrinen Systemen (Endorphin-, Dopamin- und Immunsystem) unter Einfluss von weiteren hormonellen Regelkreisen und Entzündungsmediatoren. (Wippert, 2009, S.24)

Dabei bildet Stress die grundlegende Möglichkeit des Körpers, sich durch die Mobilisierung von Energie weiterzuentwickeln, so wie z.B. ein Student über die Zeit hinweg immer bessere Vorträge halten kann. Durch die Erfahrung eines guten Vortrags wird eine positive Verknüpfung erzeugt und die Herausforderung als weniger/nicht mehr bedrohlich gesehen. Bei dieser „positiven“ Form des Stresses handelt es sich um Eustress. Dabei wird die Situation als positive Herausforderung und motivierend gesehen. Diese Art des Stresses kann häufig vorkommen und wenn regelmäßige Pausen der Erholung eingeplant werden, kann die jeweilige Person gesund bleiben. (Struhs-Wehr, 2017, S.32)

Die Urmenschen mussten zahlreiche Gefahren bewältigen und die Stressreaktion sicherte das Überleben. Die auf die Art und Weise mobilisierte Energie wurde für den Kampf oder die Flucht benötigt und entsprechend verbraucht. Heutzutage hingegen ist die Mehrzahl an Stressoren nicht mehr lebensbedrohlich, doch in ihrer Folge potentiell krankmachend. Bedingt durch den Wandel in der Arbeitswelt (befristete Arbeitsverträge, Arbeitsverdichtung, Digitalisierung, ständige Erreichbarkeit, …) können Situationen der chronischen Überforderung entstehen und Erholungsphasen werden zunehmend kürzer. Diese Situation wird als Bedrohung empfunden und als Distress. bezeichnet. (Struhs-Wehr, 2017, S.32–33) Wie „stressend“ eine Situation empfunden wird, ist von der Stärke der jeweiligen Belastung und von den individuellen Ressourcen abhängig. (Struhs-Wehr, 2017, S.45)

Da es heute weniger um den körperlichen Überlebenskampf geht, hilft die Reaktion zumindest dabei, die Herausforderung wach und konzentriert durchzuführen. Anschließend muss jedoch, eine Phase mit aktiver oder passiver Erholung bzw. Entspannung folgen, damit die Stresshormone entsprechend wieder abgebaut werden können. Sonst steht der Körper in einem Zustand dauerhafter Widerstandsbereitschaft und chronifiziert diesen möglicherweise. Hierbei versucht der Organismus, ein neues inneres Gleichgewicht auf einem Level höchster Energie aufrecht zu erhalten und verlernt irgendwann die Fähigkeit zur Entspannung. Dabei wird der innere Zielwert für die Erholung und Ausgeglichenheit pathologisch nach oben verschoben. Der Körper kann dadurch seine Regulationsfähigkeit verlieren bzw. in „stressfreien“ Intervallen zu entspannen, sodass fast keine Regeneration mehr möglich ist. Der gesamte Organismus gelangt hierdurch in einen Zustand der Imbalance und es kann zu schwerwiegenden, gesundheitsbeeinträchtigenden Prozessen kommen. Die durch die Stressreaktionen ausgelösten Energiefreisetzungen können nicht mehr verbraucht werden und bleiben im Blutkreislauf. Hieraus können gesundheitliche Probleme wie Schlafstörungen uns Abgeschlagenheit resultieren. Diese mangelnde Erholung hat zufolge, dass der Kortisolspiegel dauerhaft erhöht ist und sich in komplexer Weise auf unterschiedliche Organsysteme wirken kann. Folgen von dauerhafter Immunsuppression können eine erhöhte Infektanfälligkeit, Bluthochdruck oder psychische Erkrankungen sein. (Struhs-Wehr, 2017, S.35–36)

2.2 Stressmanagement und -kompetenz

Stressmanagement verfolgt das Ziel, einen gesunden Umgang mit den äußerlichen und innerlichen Anforderungen des Lebens zu erlangen. Dabei sollen Gesundheit und Wohlbefinden so gefördert werden, dass die Anforderungen des beruflichen und/oder privaten Alltags mit ausreichender Energie bewältigt werden können. Von zentraler Bedeutung ist es dabei, dass ein Gleichgewicht zwischen Anspannungs- und Entspannungsphasen bzw. Erholung hergestellt werden sollte. Dabei gilt: je länger und intensiver eine Anspannungsphase ist, umso mehr Zeit muss danach auch für die Erholung eingeplant werden. Es lassen sich prinzipiell drei Haupansatzpunkte des Stressmanagements identifizieren, wie sie in Abbildung 2 dargestellt sind. (Kaluza, 2018, S.92–94)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Drei Säulen der Stresskompetenz

(Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Kaluza 2018, S. 93)

Die instrumentelle Stresskompetenz besteht darin, Stress erst gar nicht entstehen zu lassen. Dazu kann man zum einen die äußeren Anforderungen verändern oder ganz abbauen. Außerdem kann man die Entstehung von Stress dadurch verhindern, dass die eigenen Kompetenzen (fachlich und sozial) zur Anforderungsbewältigung entwickelt werden.

Die Ausbildung der mentalen Stresskompetenz hingegen setzt an der eigenen Bewertung von potentiellen Stressoren an. Sie zielt somit auf eine Änderung stresserzeugender persönlicher Motive ab und nimmt somit Einfluss auf die Stressverstärker. Die regenerative Stresskompetenz wiederum bezieht sich auf die Folgen von Stress bzw. deren Linderung. Es werden Strategien behandelt, die die bestehende Anspannung lösen und die Widerstandskraft steigern sollen. Letztendlich sollen alle genannten Ansätze nur Anstöße sein, um seinen individuellen Weg in der Stresskompetenz zu finden. Je nach inneren und äußeren Faktoren, Ressourcen und Voraussetzungen sind die entsprechenden Kompetenzen notwendig und anwendbar. (Kaluza, 2018, S.93–97)

Bei einer Stressreaktion findet immer eine Interkation zwischen dem Individuum und den Umweltfaktoren statt. Im betrieblichen Kontext lassen sich bei der Stressbewältigung verhältnis- und verhaltensorientierte Maßnahmen unterscheiden. Verhältnisorientierte Interventionen beziehen sich dabei auf die Verhältnisse im Unternehmen. Sie beinhalten eine gesundheitsförderliche Unternehmenskultur, die in der gesamten Organisation hierarchieübergreifend umgesetzt und gelebt werden soll. Dies ermöglicht eine Anpassung und Nachhaltigkeit in der „gesunden“ Arbeitsumgebung im Sinne einer Minimierung von Stressoren und einer herausfordernden anstelle einer überfordernden Konzeption von Arbeitsanforderungen. Das Umfeld, die Aufgaben und Organisation der Arbeit sollte somit von dem Unternehmen so organisiert werden, dass ein gesundheitsförderliches Arbeiten möglich ist. Eine wichtige Rolle und Vorbildfunktion nehmen Führungskräfte als Vorbilder im „gesunden Unternehmen“ ein. Verhaltensorientierten Maßnahmen hingegen fokussieren auf das Verhalten des einzelnen Individuums. Dabei müssen Mitarbeiter mit bereits bestehender Gesundheitskompetenz ebenso involviert werden, wie jene ohne Gesundheitskompetenz. Eine wichtige Rolle im Rahmen der Motivation spielen die Unternehmenskultur und die Vorbildkraft der Führungsebene. Beide müssen auf die Bedürfnisse und Ziele der Mitarbeiter ausgerichtet bzw. angepasst werden. Von entscheidender Bedeutung ist der Wissenserwerb bzgl. der eigenen Gesundheit zur Steigerung der Gesundheitskompetenz. Doch zusätzlich braucht es eine eigene Motivation und Werte, um gesundheitsförderliches Verhalten zu beginnen und aufrechtzuerhalten. Um eine Nachhaltigkeit in den Maßnahmen zu erreichen, müssen diese individuelle auf die Mitarbeiter (-gruppen) ausgerichtet und in deren Alltag integriert werden. (Struhs-Wehr, 2017, S.46–47) Es werden zahlreiche Trainingsprogramme angeboten, um die individuelle Stressbewältigung zur fördern. Es handelt sich um sehr unterschiedliche Ansätze für unterschiedliche Zielgruppen bzw. Settings. Es lasen sich auch verschiedene Schwerpunkte ausmachen, die sich bspw. auf die instrumentelle, mentale oder palliativ-regenerative Stressbewältigung fokussieren. (Kaluza & Chevalier, 2018, S.148–149)

3. Umsetzung von „Gelassen und sicher im Stress“ in einem Beratungsunternehmen mit freien Mitarbeitern

Es ist nachgewiesen, dass Maßnahmen der Verhaltensprävention (bspw. in Bezug auf Stressmanagement) besonders gut funktionieren, wenn sie in den Arbeitsalltag reibungslos integriert werden. Sie gehen vom einzelnen Mitarbeiter aus und beziehen sich damit auf die Prävention im Hinblick auf das Verhalten der jeweiligen Person im Zusammenhang mit der Arbeit. Die Verhältnisprävention hingegen beschreibt aus der gesundheitsdidaktischen Perspektive den Ermöglichungsraum, in dem sich gesundheitsförderliches Verhalten ausleben lässt. (Treier & Uhle, 2016, S.28–30) Dabei sind die üblichen Erfolgsfaktoren wie die Implementierung in der Unternehmenskultur und Integration im Arbeitsalltag im speziellen Fall der freien Mitarbeiter schwer zu nutzen, bzw. stellt besonders die Verhältnisprävention eine Herausforderung dar. So lassen sich gruppendynamische Effekte und die Verdrängung alter Verhaltensmuster nur bedingt in einen relativ unregelmäßigen Arbeitsalltag integrieren. Auch die Vorbildfunktion der Geschäftsführung kann nicht im ständigen Kontakt und Aufeinandertreffen ihre Wirkung zeigen. Entsprechend wurde zur Implementierung in einem Unternehmen mit freien Mitarbeitern das Modell „Gelassen und sicher im Stress“ von Kaluza ausgewählt. Dieses bezieht sich auf sämtliche Komponenten der Stressbewältigung und kann in seiner internetbasierten Form auch auf mobilen Endgeräten als App individuell und modular genutzt werden. Damit ist ein flexibles und standortunabhängiges Programm gegeben, das relativ autark durchgeführt werden kann.

Das Programm „Gelassen und sicher im Stress“ beinhaltet u.a. folgende Module: (Kaluza & Chevalier, 2018, S.148–149)

- Zeitmanagement
- Individuelle Stressanalyse
- Problemlösetraining
- Genusstraining
- Psychoedukation
- Soziales Netzwerk
- Bewegung
- Akutfallstrategien

Neu im Rahmen dieses Modells ist das von Kaluza entwickelte, internetbasierte Anti-Stress-Programm „MAURU – meine Insel“. Es wurde auf Basis des etablierten Programmes „Gelassen und sicher im Stress“ aufgebaut und ist auch flexibel über bspw. mobile Endgeräte (Smartphone, Tablet) nutzbar. Es werden unterschiedliche Möglichkeiten der instrumentellen, regenerativen und mentalen Stressbewältigung vorgestellt. Innovativ ist hierbei, dass u.a. Elemente aus Computerspielen genutzt werden, um die Motivation der Konsumenten zu steigern. Zusätzlich werden konkrete Werkzeuge präsentiert, die kurzfristig und langfristig bei der Bewältigung von beruflichen und privaten Stressbelastungen helfen können. (Kaluza, 2018, VI) In den vergangenen Jahren haben sich Gesundheits-Apps in der Bevölkerung rasant verbreitet. Ob sich die geplanten Gesundheitsziele mit den mobilen Lösungen besser erreichen lassen und die Compliance erhöht ist, wird aktuell in zahlreichen Studien evaluiert. (Kramer, 2017, S.193) Prinzipiell lassen sich Apps bei psychischen Störungen, körperlichen Erkrankungen bis zu Maßnahmen zur Veränderung von Gesundheits- und Risikoverhaltensweisen gut einsetzen. Sie zeichnen sich dabei durch eine ressourcenschonende und flexible Anwendung aus. (Lin, Ebert, Lehr, Berking & Baumeister, 2013, S.155)

3.1 Stress bei freien Mitarbeitern

In den vergangenen Jahrzehnten hat es einen Wandel in der Arbeitswelt weg von Industriearbeitsplätzen hin zu Informationsarbeit und Dienstleistung gegeben. Damit haben sich auch die Bedingungen am Arbeitsplatz geändert.Weniger die Einflüsse wie Lärm, Hitze oder Staub bilden Belastungen, sondern vielmehr Arbeitsverdichtung, Zeitdruck und Angst um den Arbeitsplatz gelten als potentielle Stressoren. Bedingt durch die Digitalisierung und damit verbundenen neuen Kommunikationsmöglichkeiten, sowie der Globalisierung kommt es zunehmend zur flexiblen, mobilen Einsatzplanung von Beschäftigten. In Unternehmen mit vielen freien Mitarbeitern herrschen daher andere Strukturen der Arbeitsorganisation, so werden u.a. direkte Steuerungsformen durch ergebnisorientierte Formen ersetzt. D.h. die Arbeitsleistung wird vorrangig nach dem Ergebnis bewertet und honoriert, nicht nach dem zeitlichen und kognitiven Aufwand. Auch eventuelle Verzögerungen oder Probleme während der Aufgabe müssen Beschäftigte allein lösen. (Kaluza, 2018, S.54)

[...]

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Betriebliches Gesundheitsmanagement. Umsetzung eines Stressprogramms am Beispiel eines Beratungsunternehmens mit freien Mitarbeitern
Hochschule
SRH Fernhochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
28
Katalognummer
V511312
ISBN (eBook)
9783346088581
ISBN (Buch)
9783346088598
Sprache
Deutsch
Schlagworte
betriebliches, gesundheitsmanagement
Arbeit zitieren
Sophie Bergmann (Autor), 2019, Betriebliches Gesundheitsmanagement. Umsetzung eines Stressprogramms am Beispiel eines Beratungsunternehmens mit freien Mitarbeitern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511312

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