Die Ausarbeitung soll die Empfehlungen an korrekter Erstellung von Notizen aus der Literatur hervorheben und sie mit den Antworten der Studierenden vergleichen. Dabei soll verdeutlicht werden, inwieweit diese Techniken verwendet werden und warum Mitschriften vorteilhaft für das Gedächtnis sind. Fast alle Studentinnen und Studenten erstellen während Seminaren und Vorlesungen Mitschriften von relevanten Lernthemen. Jeder Einzelne hat im Laufe seiner schulischen beziehungsweise akademischen Bildung individuelle Notizentechniken entwickelt, um die wichtigen neuen Themen mitzuschreiben und/ oder vor- und nachzubereiten.
"Welche Methoden oder Techniken nutzt ihr für das Notieren? Ich neige (leider) stets dazu, die Stichpunkte aus den Vorlesungsfolien abzuschreiben. Mit mäßigem Erfolg. Habt ihr Tipps, die ihr hier nennen könnt?"
Dieser Beitrag eines Lehramtsstudenten der Universität Hildesheim entfachte im Rahmen der Vorlesung "Sprachwissenschaft II – Sprache als Werkzeug" eine Beteiligung von circa 200 Studenten im dazugehörige Diskussionsforum, die alle ihre Empfehlungen, Vorgehensweisen und Erfahrungen beitrugen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Qualitative Inhaltsanalyse des Korpus
3. Explikation
4. Effektivität und Nutzen von Notizen
5. Richtig Notizen erstellen
6. Vorbereitung und Nachbereitung
7. Fazit
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notiztechniken von Studierenden im universitären Kontext, um deren praktisches Vorgehen mit wissenschaftlichen Empfehlungen aus der Fachliteratur abzugleichen und die Bedeutung von Mitschriften für den Lernprozess zu verdeutlichen.
- Analyse realer studentischer Notizpraktiken basierend auf Diskussionsforen
- Vergleich zwischen individuellen Strategien und theoretischen Notizmodellen
- Untersuchung der Wirksamkeit verschiedener Medien (Laptop vs. Stift und Papier)
- Bedeutung der Vor- und Nachbereitung für den Lernerfolg
- Psychologische Aspekte des Notierens (Enkodierungshypothesen)
Auszug aus dem Buch
4. Effektivität und Nutzen von Notizen
Nur die wenigstens Studenten erstellen während den Veranstaltungen keine Mitschriften, jedoch zeigt die Enkodierhypothese ( nach Di Vesta & Gray 1972), dass allein schon die Anfertigung von Notizen die Behaltensleistung verbessert wird, auch wenn im späteren Verlauf keine weitere Berücksichtigung oder Bearbeitung erfolgt (vgl. Mandl 2006: 60). Darüber hinaus wird angenommen, dass beim Anfertigen von Notizen die Informationsverarbeitungsprozesse effektiv verstärkt werden, indem es zu verstärkter Aufmerksamkeit, vermehrter Elaboration sowie zu zusätzlichen Assoziationen oder Schlussfolgerungen bzw. Interpretationen der Inhalte kommt.
Das Anfertigen von Notizen kann somit dazu beitragen, dass für das dargebotene Material ein tieferes Verständnis erreicht wird (vgl. Mandl 2006: 60-61).
Zur Definition der Wirkung von Notizen auf die Behaltensleistung werden hierbei zwei Hypothesen unterschieden. Zum einen nimmt die allgemeine Enkodierungshypothese an, dass das Notieren bei der Informationsaufnahme grundsätzlich das Behalten bzw. Speicherung von neuen Informationen verbessert. Zum anderen erklärt die eingeschränkte Enkodierungshypothese, dass nur bei der Informationsaufnahme notierte Informationen effektiver gespeichert werden können. Allerdings belegen und sprechen überzeugende Befundlagen für die Erklärung der eingeschränkten Enkodierungshypothese (vgl. ebd.). Die Ergebnisse der allgemeinen Hypothese zeigen dagegen keine Einheitlichkeit vor. Einige Untersuchungen deuteten sogar auf Verschlechterung der Behaltensleistung durch das Erstellen von Mitschriften. Würde man nach dieser Hypothese gehen, könnte man behaupten, dass das Notizenmachen im Bezug auf die Behaltensleistung und das Verstehen von in Texten oder mündlich referierter Informationen nicht generell als förderlich angesehen wird. Entscheidend für die förderliche Wirkung des Prozesses der Erstellung von Notizen wäre viel mehr die Qualität der durch das Anfertigen von Notizen zusätzlich zum Lesen oder Zuhören ausgelösten Verarbeitungsprozesse (vgl. Mandl 2006: 61).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Relevanz von Notiztechniken für Studierende und erläutert die methodische Vorgehensweise, die auf dem Diskussionsforum einer Lehrveranstaltung basiert.
2. Qualitative Inhaltsanalyse des Korpus: In diesem Kapitel werden die im Diskussionsforum gesammelten Daten systematisch ausgewertet und nach verschiedenen Kategorien wie Medium, Form und Prozess tabellarisch gegliedert.
3. Explikation: Die Forschungsergebnisse werden hier mit der Fachliteratur verknüpft, um Übereinstimmungen und Differenzen zwischen studentischer Praxis und theoretischen Notizmodellen aufzuzeigen.
4. Effektivität und Nutzen von Notizen: Hier wird die theoretische Grundlage zur Wirkung von Notizen beleuchtet, insbesondere durch die Diskussion der Enkodierungshypothesen.
5. Richtig Notizen erstellen: Dieses Kapitel thematisiert Strategien zur effektiven Notizerstellung und betont die Bedeutung bewusster und flexibler Anwendung.
6. Vorbereitung und Nachbereitung: Die Bedeutung des Vorwissens sowie die Notwendigkeit der aktiven Nachbereitung werden als wesentliche Faktoren für erfolgreiches Lernen herausgestellt.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Studierende meist informelle, selbst entwickelte Techniken bevorzugen und die wissenschaftlich empfohlenen Methoden in der Praxis kaum Anwendung finden.
Schlüsselwörter
Notiztechnik, Mitschriften, Enkodierungshypothese, Lernstrategien, Vorlesung, Informationsverarbeitung, Gedächtnis, Studium, Cornell-Methode, Mind-Map, Handschriftlich, Laptop, Qualitative Inhaltsanalyse, Nachbereitung, Lernerfolg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Studierende während universitärer Lehrveranstaltungen Notizen anfertigen und inwiefern diese Praktiken mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Lernstrategien übereinstimmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themenfelder umfassen die Wahl des Mediums (Laptop vs. Papier), die Strukturierung von Informationen, die psychologische Wirksamkeit der Notizerstellung und die Wichtigkeit der Vor- und Nachbereitung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das studentische Notierverhalten zu schaffen und zu prüfen, ob die in der Fachliteratur empfohlenen Techniken in der akademischen Realität tatsächlich umgesetzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor nutzte eine qualitative Inhaltsanalyse eines Korpus, der aus Beiträgen in einem Diskussionsforum einer universitären Vorlesung stammt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Auswertung der Forenbeiträge, die Diskussion der theoretischen Wirksamkeit von Notizen (Enkodierungshypothese) sowie praktische Empfehlungen zur Vor- und Nachbereitung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Notiztechnik, Enkodierungshypothese, Lernstrategien, Informationsverarbeitung und Studium.
Warum ziehen viele Studierende die handschriftliche Notiz der digitalen vor?
Studierende begründen die handschriftliche Methode oft damit, dass sie Informationen beim Schreiben besser verinnerlichen ("durch die Hand in den Verstand") und sich weniger durch technische Geräte ablenken lassen.
Welche Rolle spielt die "Cornell-Methode" in der Untersuchung?
Die Cornell-Methode wird als wissenschaftlich empfohlenes Beispiel für eine strukturierte Notiztechnik angeführt, findet jedoch in der studentischen Praxis kaum Anwendung.
Welche Bedeutung hat die Nachbereitung für den Lernerfolg?
Die Nachbereitung, wie das Ergänzen von Informationen, das Klären offener Fragen und das Zusammenfassen, wird als essenziell angesehen, um Mitschriften für die spätere Klausurvorbereitung nutzbar zu machen.
- Arbeit zitieren
- Ahmad Amine (Autor:in), 2018, Sprachliche Praktiken. Notizen anfertigen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511323