Die nur 20-monatige Amtszeit Kaiser Julians scheint in vielerlei Hinsicht von einiger Bedeutung für die Entwicklung der spätrömischen Geschichte gewesen zu sein. Hieraus möchte ich in dieser Arbeit einen Aspekt herausgreifen und diesen in seiner Wirkung über die Zeit Julians hinaus untersuchen. Es handelt sich um Julians Versuch einer Restaurierung des Heidentums, nachdem dieses ja seit der Zeit Konstantin des Großen zunehmend ins Abseits gedrängt worden war. Es soll der Versuch unternommen werden, darzustellen, ob es sich bei der Entstehung der katholischen Staatsreligion um einen historischen Determinismus der Spätantike handelt oder ob es vielmehr als Folge des schwächelnden römischen Militärs die dringende Notwendigkeit innerer politischer Stabilität gab, welche die Kaiser bis 390 zu dieser Maßnahme zwang. Eine Dämonisierung des Heidentums gab es jedoch größtenteils nicht. Das kann man kurz und knapp belegen.
Inhaltsverzeichnis
- A. Einführung
- B. Hauptteil
- 1. Die Phase der religiösen Toleranz
- 1.1. Bedingungen für die Heiden direkt nach Julians Tod..
- 1.2. Der Kampf um den römischen Bischofsstuhl 366...
- 1.3. Die Zaubereiprozesse 369-375.....
- 1.4. Conclusio: Die Religionspolitik des Valentinian...
- 2. Die Phase der kaiserlichen Repression
- 2.1. Die Festschreibung des katholischen Glaubens 380.
- 2.2. Der Streit um den Victoria-Altar 382-384..
- 2.3. Conclusio: Die Religionspolitik des Theodosius...
- 1. Die Phase der religiösen Toleranz
- C. Zusammenfassung / Persönliche Bewertungen
- D. Anhang
- 1. Bibliographie...
- 2. Bildnachweise......
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Folgen des Versuchs Kaiser Julians, das Heidentum im Römischen Reich zu restaurieren, und zwar in den Jahren nach seinem Tod. Der Schwerpunkt liegt auf der Frage, ob die Entstehung der katholischen Staatsreligion eine logische Entwicklung der Spätantike war oder ob die Kaiser, motiviert durch militärische Schwäche und dem Bedürfnis nach innerpolitischer Stabilität, die Heiden aktiv unterdrückten.
- Die Entwicklung des Heidentums nach Julians Tod, aufgeteilt in zwei Phasen: relative Toleranz und repressive Maßnahmen.
- Die Rolle der Senatsaristokratie in der anti-christlichen Bewegung.
- Die Rolle des römischen Militärs in der Entwicklung der Religionspolitik.
- Die Rolle des Christentums in der römischen Gesellschaft und seine Säkularisierung.
- Die Frage, ob Julian's "Theosophie" tatsächlich einen nachhaltigen Einfluss hatte oder ob das Heidentum einfach ausgedient hatte.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Bedeutung Julians für die spätrömische Geschichte herausstreicht und die Forschungsfrage definiert. Die Einleitung stellt die beiden Hauptphasen der religiösen Entwicklung nach Julians Tod vor: Die Phase der relativen Toleranz unter Jovian, Valentinian und Valens (363-375) und die Phase der Repression unter Gratian und Theodosius (376-385). Es wird darauf hingewiesen, dass die Arbeit auf historischen Ereignissen basiert und Ammianus Marcellinus als Hauptquelle herangezogen wird.
Der Hauptteil beginnt mit einer Analyse der Phase der Toleranz, wobei die Rolle Jovians und seine Bemühungen um Religionsfreiheit im Vordergrund stehen. Es werden auch die Auswirkungen der innerchristlichen Konflikte auf die Religionspolitik dieser Zeit beleuchtet. Anschließend wird die Zeit des Valentinian und Valens betrachtet, wobei die Bedeutung der Senatsaristokratie für die anti-christliche Bewegung betont wird. Die Rolle des christlichen Kaisertums, des christlichen Glaubens und der Kirchenhistoriker werden diskutiert. Die Arbeit endet mit einer Betrachtung der Phase der Repression, wobei die Gesetze und Maßnahmen von Gratian und Theodosius, die die Christenheit zur Staatsreligion machten, im Zentrum stehen. Die Kontroverse um den Victoria-Altar von 384 wird als Beispiel für die zunehmende Spannungen zwischen Christen und Heiden betrachtet.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Heidentum, Christentum, Kaiser Julian, Religionspolitik, Spätantike, Römisches Reich, Senatsaristokratie, Kirchenhistoriker, Ammianus Marcellinus, Toleranz, Repression, Staatsreligion, Victoria-Altar.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Kaiser Julian und was war sein Ziel?
Kaiser Julian (bekannt als 'Apostata') versuchte während seiner kurzen Regierungszeit (361–363 n. Chr.), das traditionelle Heidentum im Römischen Reich zu restaurieren.
Was geschah mit dem Heidentum nach Julians Tod?
Es folgte zunächst eine Phase relativer religiöser Toleranz unter Jovian und Valentinian, bevor unter Theodosius die Phase der kaiserlichen Repression begann.
Was war der Streit um den Victoria-Altar?
Es war ein symbolträchtiger Konflikt zwischen der heidnischen Senatsaristokratie und dem christlichen Kaiserhaus über die Entfernung des Altars der Siegesgöttin aus der Kurie.
Wann wurde das Christentum zur Staatsreligion?
Ein entscheidender Schritt war das Edikt 'Cunctos populos' von Kaiser Theodosius im Jahr 380, das den katholischen Glauben zur verbindlichen Norm erhob.
Warum scheiterte Julians Restaurationsversuch langfristig?
Die Arbeit diskutiert, ob das Heidentum bereits 'ausgedient' hatte oder ob militärische und politische Stabilitätsgründe die Kaiser zur Förderung des Christentums zwangen.
- Citation du texte
- Ivo Jarowinsky (Auteur), 2005, Das religiöse Erbe Kaiser Julians, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51138