Crowdfunding. Eine alternative Finanzierungsform für Sportclubs aus dem Amateur-Bereich?


Projektarbeit, 2018

10 Seiten, Note: 1,6


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kritische Betrachtung von Crowdfunding im Amateursport
2.1 Chancen von Crowdfunding aus Sicht der Kapitalnehmer
2.2 Risiken von Crowdfunding aus Sicht der Kapitalnehmer

3 Fazit

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Alle abgeschlossenen Projekte der Plattform „fairplaid“ 2016 vs. 2017

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Seit der Gründung im Jahr 2012 fördert die Plattform „fairplaid“ verschiedene Projekte im Sport, indem auf der Plattform mithilfe von Crowdfunding finanzielle Unterstützer für Sportvereine und Einzelsportler gewonnen werden können. Ziel der Plattform war es, die gesellschaftliche Verantwortung der Vereine und Sportler zu fördern, um ihnen die finanziellen Möglichkeiten zu bieten, damit diese ihre individuellen Projekte umsetzen können. „fairplaid“ ist die erste deutsche Crowdfunding-Plattform mit Sportfokus und bringt sowohl Sportler, Vereine, private Unterstützer als auch Unternehmen zusammen1 und konnte bis dato bereits 4,3 Millionen Euro Fördersumme generieren.2

Crowdfunding ist im Gegensatz zu klassischen (meist an Finanzinstitute gebundene) Finanzierungsformen eine sehr öffentlichkeitswirksame Finanzierungsform und bietet daher neben dem reinen Mittelzufluss bei erfolgreicher Gestaltung eines Crowdfunding-Projekts auch verschiedene weitere Ansätze für die Vereinsarbeit.

Darüber hinaus zeigt ein Blick in den Crowdfunding Monitor, eine durch „fairplaid“ jährlich ausgegebene Studie zur Analyse der auf der Plattform präsentierten Projekte, dass sich beim Crowdfunding vielfältige Verwendungsformen bieten und Crowdfunding nicht nur für die öffentlichkeitswirksamsten Sportarten attraktiv sein kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Alle abgeschlossenen Projekte der Plattform „fairplaid“ 2016 vs. 20173

Während sich viele der abgeschlossenen Projekte die Teilnahme an Wettkämpfen, und vor allem die Teilnahme an sportlichen Großevents wie den Olympischen Spielen und Welt- oder Europameisterschaften zum Ziel setzten, so sind auch viele Projekte dem Breiten- beziehungsweise Amateursport zuzuordnen.

Die vorliegende Projektarbeit betrachtet Crowdfunding als alternatives Finanzierungsmodell für den Amateursport und soll als Entscheidungshilfe und Argumentationshilfe für oder gegen den Einsatz von Crowdfunding als Finanzierungsform für Amateursportvereine dienen. Hierzu wird Crowdfunding aus Sicht der Vereine und somit aus Sicht der Kapitalnehmer kritisch untersucht, indem sowohl Chancen, als auch mögliche Risiken betrachtet und mit Beispielen bisheriger Crowdfunding-Kampagnen unterlegt werden. Ziel dieser Projektarbeit ist es, abschließend zu einer Entscheidung zu kommen, ob Crowdfunding einen attraktiven Ansatz für Amateursportvereine darstellt.

2 Kritische Betrachtung von Crowdfunding im Amateursport

Das vorliegende Kapitel betrachtet die Einsatzmöglichkeiten von Crowdfunding im Amateursport kritisch und führt einige Argumente in Form einer Gegenüberstellung verschiedener Chancen und Risiken mithilfe diverser Beispiele aus aktuellen oder erfolgreich abgeschlossenen Crowdfunding-Kampagnen auf.

2.1 Chancen von Crowdfunding aus Sicht der Kapitalnehmer

Crowdfunding ist per Definition des Gabler Wirtschaftslexikons eine „Form der Finanzierung ("funding") durch eine Menge ("crowd") von Internetnutzern“, die meist über eine Plattform beworben wird. Auf diesen Plattformen können die Projektstarter (und somit Kapitalnehmer) ihr Projekt vorstellen und bewerben, ihren Finanzierungsbedarf erklären und die für die Geldgeber zu erwartenden Gegenleistungen und Prämien vorstellen.4

Dementsprechend wichtig ist es für das erfolgreiche Gelingen der Crowdfunding-Kampagne, möglichst attraktive Gegenleistungen und Prämien für die Geldgeber zur Verfügung zu stellen, um diese zur Unterstützung der Kampagne zu bewegen. Hier zeigt sich der erste Ansatzpunkt für eine Argumentation zugunsten des Einsatzes von Crowdfunding im Amateursportbereich: Damit die Prämien möglichst kreativ sind und die gewünschte Zielgruppe (Crowd) ansprechen, bietet es sich an, diese bereits vor dem Start der geplanten Kampagne mit einzubeziehen. Ein Beispiel für diese Art der Interaktion mit der Crowd bietet eine Spielerin der Volleyball-Damen der VSG Altglienicke, welche ihre Facebook-Freunde aufforderte, Ideen für mögliche Prämien über Facebook einzureichen.5 Darüber hinaus dient die Crowd als Multiplikator für die Kampagne, da jeder mit Kenntnis von der Kampagne die relevanten Informationen in sein eigenes Umfeld weitertragen kann und so mehr Menschen erreicht werden. Gleiches gilt selbstverständlich auch für die Spieler einer Mannschaft: Je größer die informierte und interessierte Menschenmasse ist, desto eher gelingt eine Crowdfunding-Kampagne.

Ein weiterer Vorteil bei der Durchführung einer Crowdfunding-Kampagne ist, dass sich mehrere verschiedene Kommunikationsansätze während der Kampagne bieten, welche sogar erfolgsunabhängig sind. Mit einer gut platzierten Crowdfunding-Kampagne lassen sich daher genügend Inhalte finden, um beispielsweise die sportfreie Zeit der Sommerpause zwischen den Saisons kommunikativ zu füllen. Durch die kommunikative Aktivierung der Crowdfunding-Kampagne kann diese daher nicht nur als Finanzierungsinstrument, sondern auch als Marketinginstrument gesehen werden. Ein Beispiel für eine gelungene kommunikative Aktivierung der Kampagne bietet die bereits abgeschlossene Kampagne der Basketballsparte des USC Freiburg6: So posteten die Basketballer vom Start der Kampagne am 02.07.2018 bis zum erfolgreichen Abschluss der Kampagne am 18.07.2018 nahezu täglich unterschiedliche Inhalte, bezugnehmend auf die fortschreitende Crowdfunding-Kampagne und lieferten so regelmäßig individuellen Content für ihre Facebook-Seite. Darüber hinaus generierte die Einbindung lokaler Medienpartner wie Baden TV Süd und der Badischen Zeitung zusätzliche Aufmerksamkeit.7

Ein weiterer Nebeneffekt einer solchen Werbekampagne sind die Erkenntnisse, die man aus der Kampagnenkommunikation für die generelle Vereinskommunikation nutzen kann. Anhand der Posts und Beiträge der Crowdfunding-Kampagne kann man ableiten, ob sich beispielsweise die Verwendung von Hashtags anbietet, wenn diese von der Crowd übernommen werden.

Grundsätzlich ist die angestrebte Finanzierungssumme, die man mithilfe von Crowdfunding erlösen möchte, flexibel wählbar und ermöglicht den Amateurvereinen daher eine sehr individuell anpassbare Kampagnenplanung. Die Entscheidungsmacht über die zu erzielende Summe liegt allein beim Kapitalnehmer und den Kampagnenplanern. So kann der Finanzierungsbedarf direkt individuell auf die Situation des Amateursportvereins angepasst werden. Zudem zeigt ein Blick in den aktuellen Crowdfunding Monitor, dass die angestrebte Fundingsumme aktuell höher angesetzt werden kann als noch im Vorjahr, da sich die durchschnittliche Fundingsumme im Jahresvergleich deutlich gesteigert hat.8 Zudem ist der Zeitfaktor der Kampagne relativ überschaubar, da die Projektlaufzeiten zum Vorjahr deutlich gesunken sind – hierbei wird jedoch die erforderliche Zeit zum Aufbau und Nachbereiten der Kampagne nicht betrachtet.9

2.2 Risiken von Crowdfunding aus Sicht der Kapitalnehmer

Neben den bereits angesprochenen Chancen einer Crowdfunding-Kampagne stellen sich auch einige Risiken dar, die vor dem Kampagnenstart beachtet und abgewogen werden sollten.

Ein Risiko ist die negative Außenwirkung, wenn die angestrebte Fundingsumme nicht erreicht wird. In diesem Fall kommt das Projekt der Crowdfunding-Kampagne nicht zustande und sämtliches Geld der Unterstützer wird an diese zurückgezahlt. Ein solches Scheitern des Projekts erzielt zwangsläufig eine negative Außenwirkung – auch wenn die Ursachen für das Scheitern vielfältig sein können und von einer zu hoch angesetzten Fundingsumme bis hin zur Nicht-Durchdringung der Crowd reichen können.

Wie bereits erwähnt ist die Erreichung der angesetzten Fundingsumme zwingend erforderlich, da im Falle der Nichterreichung die Finanzierung des geplanten Projekts vollständig scheitert. Es besteht daher die Notwendigkeit einer detaillierten Planung mit dem Ziel, eine realistische Fundingsumme festzulegen und klar zu definieren, wie dieses Ziel wann mit welchen Meilensteinen erreicht werden soll.

Die Unterstützer eines Projekts setzen sich aus verschiedenen Personengruppen zusammen: So gibt es Personen, welche das Projekt selbstlos und ohne Gegenleistung unterstützen, allerdings wählen auch viele der Unterstützer materielle oder immaterielle Prämien, welche von vornherein von den Kampagnenplanern präsentiert werden. Um den Unterstützern der Kampagne attraktive Prämien zur Auswahl zu stellen, besteht für die Planer ein erheblicher Aufwand, diese Prämien von Dritten anzuwerben und zur Verfügung gestellt zu bekommen. Dies geschieht einerseits durch überregionale Partner, die ihre Prämien sämtlichen Kampagnenplanern zur Verfügung stellen, andererseits aber auch durch befreundete lokale Unternehmen, die von den Planern individuell angeworben und zur Teilnahme bewegt werden müssen. Der erhebliche Aufwand für die Amateurvereine besteht dabei jedoch nicht nur im Anwerben möglichst kreativer Prämien, sondern auch in der tatsächlichen Zustellung der Prämien an die Unterstützer.

Bei der Auswahl der Prämien stehen die Amateursportvereine vor einer weiteren Herausforderung, denn eine Dopplung der Prämien ist innerhalb der einzelnen Kampagnen quasi unvermeidlich. Gern gewählte Beispiele für Prämien, die direkten Bezug zum Projekt beziehungsweise den Kampagnenstartern haben, sind (teils unterschriebene) Mannschaftsfotos, -trikots sowie ein gemeinsames Essen des Unterstützers mit der Mannschaft. Dies sieht man beispielsweise an den beiden bereits abgeschlossenen Kampagnen des USV Potsdam oder des USV Altglienicke.10 11

Ein weiterer Nachteil von Crowdfunding-Kampagnen aus Sicht der Kampagnenstarter ist die gesetzliche Stornierungsmöglichkeit der bereits geleisteten Unterstützung innerhalb der ersten 14 Tage. Hierzu muss lediglich ein Formular auf der Website von „fairplaid“ ausgefüllt werden und die Unterstützer erhalten ihren geleisteten Beitrag zurück.12

[...]


1 Startup Stuttgart e.V. (2013): 10 Fragen an Marthe-Victoria Lorenz von fairplaid.org, in Startup Stuttgart online, Abruf: 01.08.2018

2 fairplaid GmbH (o.J.): Mission, in fairplaid online, Abruf: 01.08.2018

3 fairplaid GmbH (2018): Sportcrowdfunding Monitor 2017, Seite 9

4 Gabler Wirtschaftslexikon (2018): Crowdfunding, in Gabler Wirtschaftslexikon, Abruf: 01.08.2018

5 VSG Altglienicke Volleyball 1. Damen auf Facebook (o.J.): @vsgagvolleyballdamen, in Facebook online, Abruf: 01.08.2018

6 fairplaid GmbH (o.J.): USC Freiburg U16 JBBL, in fairplaid online, Abruf: 01.08.2018

7 USC Freiburg Basketball auf Facebook (o.J.): @usc.freiburg.basketball, in Facebook online, Abruf: 01.08.2018

8 fairplaid GmbH (2018): Sportcrowdfunding Monitor 2017, Seite 7

9 ebenda, Seite 13

10 fairplaid GmbH (o.J.): Mission Dritte Liga, in fairplaid online, Abruf: 01.08.2018

11 fairplaid GmbH (o.J.): Mission-Regionalliga, in fairplaid online, Abruf: 01.08.2018

12 fairplaid GmbH (o.J.): Wie kann ich meine Unterstützung stornieren, in Crowdfunding Hilfecenter, Abruf: 01.08.2018

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Crowdfunding. Eine alternative Finanzierungsform für Sportclubs aus dem Amateur-Bereich?
Hochschule
Steinbeis-Hochschule Berlin
Note
1,6
Autor
Jahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V511399
ISBN (eBook)
9783346104823
Sprache
Deutsch
Schlagworte
crowdfunding, eine, finanzierungsform, sportclubs, amateur-bereich
Arbeit zitieren
Kevin Messerschmidt (Autor), 2018, Crowdfunding. Eine alternative Finanzierungsform für Sportclubs aus dem Amateur-Bereich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511399

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