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Analyse der motivationalen Effekte schulischer Leistungsbeurteilung auf der Grundlage von zwei Motivationsmodellen

Title: Analyse der motivationalen Effekte schulischer Leistungsbeurteilung auf der Grundlage von zwei Motivationsmodellen

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Janine Wittfeld (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Motivation bildet eine ganz entscheidende Grundlage für das Lernen. Ohne Motivation, welcher Art auch immer, würde dieser Prozess nicht ablaufen. Der Mensch hat von Natur aus den intrinsischen Wunsch, seine Umwelt zu erforschen, zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Diese Anlage ist bereits in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung gegeben und bildet die wesentliche Grundlage für den Erwerb kognitiver Fähigkeiten. Ab einem bestimmten Alter finden gesteuerte Lernprozesse zu sehr großen Teilen in der Schule statt. Dort wird nicht mehr nur aus „Spaß an der Sache selbst“ gelernt, sondern es müssen vielfach langweilige Strecken zum Erwerb von Grundkompetenzen zurückgelegt werden. Zudem steht das Lernen in der Schule unter dem Druck einer ständigen Beurteilung, wobei Beurteilung den Vergleich eines Ergebnisses mit einem gewissen Standard meint. (RHEINBERG 2001, S. 59) Die Leistungsbeurteilung vollzieht sich in Deutschland in der Regel in Form einer Zensurengebung. Neben einer Informations- und Rückmeldefunktion, der Selektions- und Sozialisationsfunktion sowie einigen weiteren Funktionen wird auch eine motivierende Funktion von Noten erhofft. Besonders mit Blick auf PISA, die Lern-standserhebungen und das Zentralabitur, die alle eine überregionale Vergleichbarkeit von Leistungen anstreben, ist das Thema Leistungsbeurteilung aktueller denn je. Leider werden dabei meist die Auswirkungen der traditionellen Notengebung vernachlässigt. Daher wird in der vorliegenden Arbeit untersucht, welche motivationalen Effekte die Leistungsbeurteilung auf Schüler hat. Zuerst werden zwei Motivationsmodelle als theoretische Grundlage für die Analyse schulischer Leistungsbeurteilung ausführlich dargestellt. Anschließend wird an-hand von zwei Untersuchungen zu motivationalen Effekten von Noten und der Theorie der Bezugsnorm-Orientierung der Zusammenhang zwischen Lernmotivation und Leistungsbeurteilung erläutert und die Auswirkungen der Leistungsbeurteilung auf die intrinsische Motivation werden dargestellt. Es geht in dieser Arbeit nicht darum, ein Plädoyer gegen Zensuren zu halten. Vielmehr soll untersucht werden, inwieweit Noten in den Lernprozess von Schülern eingreifen, sie die Motivation und Lernleistung hemmen oder vielleicht auch fördern.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Einführung in das Themengebiet der Motivation

2.1 Entwicklung der Motivationspsychologie

2.2 Was ist Motivation?

2.3 Lern- und Leistungsmotivation

3. Theoretische Erklärungsansätze

3.1 Theorie der Kausalattribuierung

3.1.1 Intraindividuelle Asymmetrien

3.1.2 Individuelle Unterschiede bei der Kausalattribution im Leistungskontext

3.1.3 Arten von Attributionsmustern

3.1.4 Konsequenzen der Attributionsstile

3.2 Erweitertes kognitives Motivationsmodell nach Heckhausen und Rheinberg

3.2.1 Verschiedene Erwartungen in einer Handlungsepisode

3.2.2 Intrinsische Lernmotivation

3.2.3 Extrinsische Motivation

3.3 Verbindungspunkte zwischen beiden Modellen

4. Auswirkungen der Leistungsbeurteilung auf die Motivation

4.1 „Untersuchung zu kognitiv-motivationalen Effekten von Zeugnisnoten bei Schülern der 6. und 8. Klasse“ (KRAMPEN & HERRIG 1979)

4.2 „Zur prognostischen Bedeutung kognitiv-motivationaler Effekte von Zensuren in einer Deutscharbeit bei Hauptschülern“ (KRAMPEN 1979)

4.3 Bezugsnormenorientierung in der schulischen Leistungsbeurteilung und ihre Auswirkungen auf die Motivation

4.4 Auswirkungen der Leistungsbeurteilung auf die intrinsische Motivation

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die motivationalen Auswirkungen schulischer Leistungsbeurteilung auf Schüler, wobei als theoretische Basis zwei wesentliche Motivationsmodelle dienen, um zu verstehen, wie Noten und Feedback in Lernprozesse eingreifen und Lernleistung beeinflussen.

  • Entwicklung und Grundlagen der Motivationspsychologie
  • Theorie der Kausalattribuierung nach Weiner
  • Erweitertes kognitives Motivationsmodell nach Heckhausen und Rheinberg
  • Analyse motivationaler Effekte von Zeugnisnoten und Klassenarbeiten
  • Bedeutung der Bezugsnormorientierung für die Schülermotivation

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Individuelle Unterschiede bei der Kausalattribution im Leistungskontext

Neben den intraindividuellen Unterschieden der Kausalattribution gibt es auch interindividuelle Unterschiede. Die bereits angesprochenen Kausalfaktoren von Leistungsergebnissen lassen sich in einer Vierfeldertafel zusammenfassen:

Ausschlaggebend für die Ursachenzuschreibung ist das Leistungsmotiv eines Menschen. Motive werden von Heckhausen definiert als „überdauernde Dispositionen“, eine bestimmte Klasse von Handlungszielen zu bevorzugen. (HECKHAUSEN 1989, S. 9) Das Leistungsmotiv bestimmt die aktuelle Ausprägung der Leistungsmotivation.

Erfolgsmotivierte erklären ihren Erfolg durch die internalen Faktoren Fähigkeit oder Anstrengung. Misserfolg schreiben sie den variablen Faktoren zu, so dass dieser durch höhere eigene Anstrengung oder bei weniger Pech vermeidbar erscheint. Misserfolgsmotivierte weichen von diesem selbstwertdienlichen Muster ab und führen ihren Erfolg auf die externalen Ursachen Aufgabenschwierigkeit oder Zufall zurück, wogegen Misserfolg eher durch die stabilen Faktoren und hier besonders durch den eigenen Fähigkeitsmangel erklärt wird. (GRAUMANN 1976, S. 108)

Ein Beispiel für das Abweichen von einem selbstwertdienlichen Attributionsmuster ist die gelernte Hilflosigkeit bei Schülern. Bei einer Untersuchung haben DWECK und REPUCCI (1973) festgestellt, dass bei gelernt hilflosen Schülern schon wenige Misserfolge zu einem Leistungsabfall und verminderter Ausdauer führten. Der Leistungsabfall wird durch die exzessive Attribuierung des Misserfolgs verstärkt, da die Kinder sich dadurch weniger auf die Aufgabe und ihre Lösung konzentrieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Schule neben Lernzielen auch unter dem Druck ständiger Leistungsbeurteilung steht und Noten oft fälschlicherweise eine alleinige motivierende Funktion zugeschrieben wird.

2. Allgemeine Einführung in das Themengebiet der Motivation: Hier werden die historischen Entwicklungen der Motivationspsychologie skizziert, der Begriff der Motivation definiert und die für die Schule relevanten Bereiche der Lern- und Leistungsmotivation abgegrenzt.

3. Theoretische Erklärungsansätze: Dieses Kapitel erläutert die Theorie der Kausalattribuierung sowie das erweiterte kognitive Motivationsmodell nach Heckhausen und Rheinberg als theoretisches Fundament für das Verständnis von Lernmotivation.

4. Auswirkungen der Leistungsbeurteilung auf die Motivation: Dieser Hauptteil analysiert konkret den Einfluss von Notengebung, Studien zu kognitiv-motivationalen Effekten von Noten sowie die Bedeutung der Bezugsnormorientierung für die Motivation der Schüler.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Leistungsbeurteilung komplex ist und die Bezugsnormorientierung der Lehrkraft eine zentrale Rolle für die motivationale Wirkung auf Schüler spielt, wobei eine individuelle Bezugsnorm oft förderlicher ist als eine soziale.

Schlüsselwörter

Motivation, Leistungsmotivation, Lernmotivation, Kausalattribuierung, Heckhausen, Rheinberg, Leistungsbeurteilung, Zensurengebung, Bezugsnormorientierung, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, Attribution, Handlungs-Ergebnis-Erwartung, gelernte Hilflosigkeit, Selbstwert

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die motivationalen Effekte, die durch schulische Leistungsbeurteilung in Form von Noten bei Schülern ausgelöst werden.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?

Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Motivationspsychologie, insbesondere Kausalattributionen und Motivationsmodelle, sowie deren praktische Anwendung auf schulische Notengebung und Lehrer-Bezugsnormen ab.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit Noten in den Lernprozess eingreifen und wie sie die Motivation und Lernleistung von Schülern beeinflussen können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse basiert und Ergebnisse aus einschlägigen empirischen Studien zur kognitiv-motivationalen Wirkung von Noten zusammenführt und interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Motivationsmodelle (Attributionstheorie, Heckhausen & Rheinberg) und die anschließende Anwendung dieser Theorien auf spezifische Studien zu Zeugnisnoten sowie die Diskussion der Bezugsnormorientierung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Motivation, Kausalattribution, Leistungsbeurteilung, Bezugsnormorientierung, intrinsische/extrinsische Motivation und das erweiterte kognitive Motivationsmodell.

Welche Bedeutung hat die "Bezugsnormorientierung" nach dieser Arbeit?

Sie ist eine entscheidende Einflussgröße, wobei die individuelle Bezugsnorm im Vergleich zur sozialen meist motivational förderlicher ist, da sie Entwicklungsänderungen offen hält.

Kann Notengebung jemals positiv auf die Motivation wirken?

Ja, laut der Arbeit kann sie als extrinsische Ergänzung dienen, wenn sie nicht den einzigen Anreiz darstellt und nicht als Mittel der Machtausübung wahrgenommen wird.

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Details

Title
Analyse der motivationalen Effekte schulischer Leistungsbeurteilung auf der Grundlage von zwei Motivationsmodellen
College
University of Cologne
Grade
1,0
Author
Janine Wittfeld (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V51139
ISBN (eBook)
9783638471862
ISBN (Book)
9783656813835
Language
German
Tags
Analyse Effekte Leistungsbeurteilung Grundlage Motivationsmodellen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janine Wittfeld (Author), 2005, Analyse der motivationalen Effekte schulischer Leistungsbeurteilung auf der Grundlage von zwei Motivationsmodellen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51139
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