Lernen durch technologische Innovationen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

24 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Innovation und Interaktion
2.1 Definition des Begriffs Innovation
2.2 Merkmale des Innovationsprozesses
2.3 Raumwirksamkeit von Innovationen
2.4 Die Bedeutung wissensbasierter Wettbewerbsvorteile

3. Lernprozesse als Chance einer wissensbasierten Weiterentwicklung von Standorten in Entwicklungsländern?
3.1 Optionen für einen möglichen technologischen Anschluss von Entwicklungsländern
3.1.1 Outsourcing und Verlagerung von Fertigungsstätten
3.1.2 Graduelle Übergänge zwischen faktorkostenbasierten und wissensbasierten Wettbewerbsvorteilen
3.1.3 Verschiedene Pfade technologischer Aufwertung
3.1.4 Know-how Transfer durch Investitionen
3.2 Ausländische Direktinvestitionen und ihre Bedeutung für technologische Lernprozesse

4. Anforderungen an die Wirtschaftspolitik für eine technologische Aufwertung
4.1 Fokussierung technologiepolitischer Ziele
4.2 Ausbau spezieller Standortvorteile
4.3 Anwerbung international tätiger Großunternehmen
4.4 Förderung des Wissens- und Technologietransfers

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Lineares Modell des technologischen Wandels

Abbildung 2: Interaktives Innovationsmodell

Abbildung 3: Standortwahl in Wertschöpfungsketten

Abbildung 4: Lohnveredelung in der Bekleidungsindustrie: von Faktorkostenvorteilen zu wissensbasierten Vorteilen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Durch sinkende Transport- und Kommunikationskosten und den Abbau wirtschaftspolitischer Handelshemmnisse schreitet die Globalisierung der internationalen Produktion rasch voran. Das Wirtschaftswachstum der Industrieländer und eine raumwirtschaftliche Spezialisierung ist dabei nicht mehr alleine durch die Verfügbarkeit, die Akkumulation und die unterschiedlichen Preise der traditionellen Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital zu erklären. Im Welthandel ist ein kontinuierlich wachsender Anteil von Gütern mit hoher Forschungs- und Entwicklungsintensität und hoher technologischer Komplexität zu erkennen. Der Produktionsfaktor Wissen bzw. die Fähigkeit, Innovationen hervorzubringen, sind daher entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit eines Standortes.

Entwicklungsländer verfügen in Regel nicht hinreichend über die relevanten Systemkomponenten wie hochrangige Forschungseinrichtungen, ein international wettbewerbsfähiges Hochschul- und Berufsbildungswesen, innovative Unternehmen, führende kommerzielle Nutzer und ähnliches, was die Frage aufwirft, ob sie im globalen Innovationswettbewerb Chancen haben sich zu behaupten und ob technologische Aufholprozesse heute noch möglich sind. (vgl. Altenburg 2000, S. 334) Aus innovationstheoretischer Sicht gibt es nur geringe Chancen für Entwicklungsländer, am globalen Innovationswettbewerb teilzunehmen oder gar eigene regionale Innovationszentren aufzubauen. (vgl. z.B. OECD 1992, S. 257 ff.) Trotzdem sind die Entwicklungsländer von den Prozessen der Globalisierung nicht ausgeschlossen. Sie sind beispielsweise vielfach Zielstandorte bei Outsourcing und Standortverlagerung aufgrund ihrer Faktorkostenvorteile.

In diesem Zusammenhang gelten Lernprozesse als Chance für Entwicklungs- und Schwellenländer, ihre wirtschaftliche Position zu verbessern, da sie upgrading-Prozesse hin zu einer innovativen Produktion anregen können. (vgl. Humphrey/ Schmitz 2000) Im Verlauf der Arbeit wird der Frage nachgegangen, ob sich faktorkostenbasierte Standorte in Entwicklungsländern unter den heutigen Bedingungen im Sinne einer wissensbasierten Spezialisierung durch Lernprozesse weiterentwickeln lassen und ob es somit Chancen für einen technologischen Anschluss von Entwicklungsländern gibt.

Um dies zu untersuchen scheint es hilfreich, zunächst den Begriff der Innovation sowie die Merkmale des Innovationsprozesses zu klären, um im nächsten Schritt die daraus resultierenden raumwirksamen Konsequenzen darstellen zu können. Anschließend wird erläutert, warum wissensbasierte Wettbewerbsvorteile für Entwicklungsländer überhaupt von Bedeutung sind. Im dritten Kapitel werden Optionen für einen technologischen Anschluss von Entwicklungsländern ausführlich erläutert. Abschließend werden die Anforderungen an eine wirtschaftspolitische Steuerung aufgezeigt.

2. Innovation und Interaktion

2.1 Definition des Begriffs Innovation

Allgemein versteht man unter Innovationen jene Prozesse, bei deren Verlauf neues Wissen und neue Wissenschaften auftreten.

Im Bereich der Wirtschaftswissenschaften versteht man unter dem Begriff der Innovation die „planvolle, zielgerichtete Erneuerung und auch die Neugestaltung von Teilbereichen, Funktionselementen oder Verhaltensweisen“. (Gutowski 2000, S. 227) Das Ziel liegt sowohl in der Optimierung bereits bestehender Verfahrensweisen als auch darin, neu auftretenden oder veränderten Anforderungen besser zu entsprechen.

Die Anfänge der Innovationsforschung sind auf Schumpeter zurückzuführen. In seinem Werk „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“ (1911) wird der Themenbereich „Neue Kombinationen“ behandelt. Neben technischen Innovationen wie der Herstellung neuer Produkte oder Produktqualitäten zählt er auch die Erschließung neuer Absatz- und Bezugsmärkte sowie betriebliche Neuorganisationen zu den „Neuen Kombinationen“. (vgl. Schumpeter 1987, S. 100 f.)

2.2 Merkmale des Innovationsprozesses

Bis in die 1980er Jahre dominierte das lineare Modell des technologischen Wandels (Abb.1). Dieses Modell beschreibt den Innovationsprozess als einen klar definierten Ablauf von Phasen. Auf der Grundlage der Basisforschung werden danach über den Schritt der Produkt- und Prozessentwicklung Neuheiten bis zur Marktreife entwickelt und im nächsten Schritt produziert. Daran schließt sich die Diffusion der Produkt- und Prozessinnovationen zu den Abnehmern und Anwendern an. (vgl. Bathelt/ Glückler 2003, S. 228 f.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Lineares Modell des technologischen Wandels (Bathelt 2003, S. 229)

Ein wesentlicher Kritikpunkt am linearen Modell des technologischen Wandels ist die Vernachlässigung von Lernprozessen, welche den linearen Ablauf durch Rückkopplungsprozesse (Feedbacks) durchbrechen und eine schrittweise Produkt- und Prozessverbesserung bewirken.

Die Entstehung technologischer Neuerungen unter den heutigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen kann mit dem linearen Modell nicht mehr angemessen abgebildet werden. Aus dieser Kritik heraus entwickelte sich das interaktive Innovationsmodell. (OECD 1992, S. 26) (Abb. 2) Ein wesentlicher Unterschied zum linearen Modell ist die Betrachtung der Forschung. Nach dem interaktiven Modell gibt nicht ausschließlich die Forschung den Anstoß für den Innovationsprozess. (Kline/Rosenberg 1986, S. 291) Stattdessen können beispielsweise Wünsche von Kunden diese Rolle übernehmen. Wissenschaft und Forschung sind nicht nur am Anfang des Prozesses zu finden, wie im linearen Modell, sondern können in allen Phasen des Ablaufs ihren Beitrag leisten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Interaktives Innovationsmodell (Bathelt 2003, S. 242)

Dieses Modell beschreibt den Innovationsprozess wie folgt: Zur Befriedigung der Kundenbedürfnisse in einem neuen Marktsegment wird z.B. ein neues Produktdesign entworfen. Aus einer Invention wird ein Prototyp entwickelt, der in ständiger Rückkopplung mit den potenziellen Kundenbedürfnissen getestet, verbessert und weiterentwickelt wird. Aus den Tests resultiert zusätzliches Wissen, es wird aber auch Wissen aus systematischen Entwicklungsaktivitäten einbezogen. Der Prozess ist mit der Entwicklung bis zur Marktreife und Verbreitung auf dem Markt jedoch nicht beendet. Erfahrungen der Kunden mit der neuen Technologie gehen in den FuE-Prozess (Forschung und Entwicklung) ein und bewirken eine weitere Überprüfung, Verbesserung und Weiterentwicklung des Produkts. (Malecki 1991, S. 116 ff.)

Die neuere Innovationsforschung (z.B. Lundvall 1992, Nelson 1993) nennt zusammenfassend die im Folgenden vorgestellten Merkmale von Innovationsprozessen.

Innovationen stellen heute keine außerordentlichen Ereignisse mehr dar, die hin und wieder den Wirtschaftsalltag durchbrechen. Lundvall bezeichnet Innovationen vielmehr als grundlegendes und inhärentes Phänomen des modernen Kapitalismus und als einen kontinuierlichen, graduellen Prozess. Als Ergebnis des Innovationsprozesses entstehen ständig neue Produkte, Techniken, Formen der Organisation und Märkte. (vgl. Lundvall 1992, S. 8 f.)

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Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Lernen durch technologische Innovationen
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
24
Katalognummer
V51140
ISBN (eBook)
9783638471879
Dateigröße
1129 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lernen, Innovationen
Arbeit zitieren
Janine Wittfeld (Autor), 2006, Lernen durch technologische Innovationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51140

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