Die vorliegende Transferarbeit soll einen Überblick über die verschiedenen Anspruchsgruppen geben, diese Gruppen einordnen und ihre Relevanz auf das tägliche Geschäft der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH einschätzen. Hieraus sollen mögliche Zielkonflikte abgeleitet werden und wie diese lösungsorientiert und zur Zufriedenheit aller Beteiligten beigelegt werden können. Vor der Ausgliederung der Profifußball-Abteilungen im Jahr 2001 noch als gewöhnlicher Sportverein geführt, ist die VfL Wolfsburg-Fußball GmbH mittlerweile als Wirtschaftsunternehmen mit Sportbezug zu klassifizieren. In den vergangenen Jahren vollzog sich nicht nur durch den Wechsel der Rechtsform vom eingetragenen Verein (e.V.) zu einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) der Wandel hin zu einer stetig wachsenden Professionalität in der Vereinsführung.
Als im Sport tätiges Wirtschaftsunternehmen befindet sich die VfL Wolfsburg-Fußball GmbH in einer ständigen Konkurrenzsituation zu weiteren Unternehmen und Vereinen. Diese angesprochene Konkurrenzsituation lässt sich hauptsächlich in der Kontextbetrachtung des Ligasystems der Bundesliga erkennen, da hier die 18 Vereine der Bundesliga in einen sportlichen Wettkampf treten. Dennoch lässt sich die Konkurrenzsituation auch auf die Verhältnisse neben der sportlichen Situation übertragen, denn auch neben dem Platz agieren die Beteiligten als Konkurrenten. Um in der Bundesliga, der höchsten deutschen Spielklasse im Männerfußball, sportlich mithalten zu können und konkurrenzfähig zu bleiben, ist es unerlässlich, auch neben dem Platz Spitzenleistungen zu erbringen.
Dieser Konkurrenzkampf beläuft sich seit geraumer Zeit somit sowohl auf sportlicher als auch auf wirtschaftlicher Ebene und wird zunehmend internationaler und globaler. Waren es in den Anfängen der Bundesliga meist nur regionale Partner, die sich bei Fußballvereinen engagierten, sind die Sponsoren der Fußball-Bundesligisten längst international geworden - so wirbt aktuell Emirates als Trikotsponsor beim Hamburger SV, während der FC Schalke 04 auf Gazprom als Trikotsponsor zurückgreifen kann. Als Wirtschaftsunternehmen mit Sportbezug ist die VfL Wolfsburg-Fußball GmbH in der täglichen Arbeit zahlreichen Herausforderungen ausgesetzt. Diese Herausforderungen werden von nahezu unzähligen Anspruchsgruppen gestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen
2.1 VfL Wolfsburg-Fußball GmbH
2.2 Stakeholder
2.3 Shareholder und Abgrenzung Stakeholder/Shareholder
3 Stakeholder der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH und deren Einfluss
3.1 interne Stakeholder
3.2 externe Stakeholder
4 Zielkonflikte
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Transferarbeit analysiert die vielfältigen Anspruchsgruppen der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH, um deren Relevanz für das operative Geschäft einzuordnen und potenzielle Zielkonflikte sowie deren Lösungsansätze aufzuzeigen.
- Strukturwandel des VfL Wolfsburg zum Wirtschaftsunternehmen
- Fundierte Definition und Abgrenzung von Stakeholdern und Shareholdern
- Detaillierte Identifikation und Analyse interner und externer Stakeholder
- Untersuchung typischer Zielkonflikte im professionellen Fußball
- Ableitung von Empfehlungen für ein effektives Stakeholdermanagement
Auszug aus dem Buch
3.1 interne Stakeholder
Den internen Stakeholdern definitiv zuzuordnen sind die Spieler und Mitarbeiter der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH. Von dieser Betrachtung betroffen sind dementsprechend sämtliche Arbeitnehmer, die einen aktuell gültigen Arbeitsvertrag mit der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH haben. Hierzu zählen neben den Mitarbeitern der Geschäftsstelle und dem Management, auch die Betreuer, Trainerstäbe, Physiotherapeuten und Ärzte der Lizenzmannschaften sowie die Spieler der jeweiligen Lizenzmannschaften.
Eine gemischte Position nehmen die Eigentümer oder Eigenkapitalgeber ein, da diese zwar meist nicht direkt im Unternehmen tätig sind, dem Unternehmen allerdings sehr nah stehen und über alle internen Prozesse bestens informiert sind und daher der Einfachheit halber auch als interne Stakeholder zu betrachten sind. Die Nähe zur Volkswagen AG als Eigentümerin der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH wird auch durch die Besetzung des Aufsichtsrates deutlich: So weisen die Herren Garcia Sanz, Pötsch, Osterloh, Bode, Haase und Wesner allesamt einen klaren Bezug zum Volkswagen-Konzern in der Vita auf; lediglich die Herren Schnellecke, Termath und Mohrs sind nur indirekt mit dem Volkswagen-Konzern verbunden.
Der Einfluss der angesprochenen Personengruppen als interne Stakeholder kann nur als groß eingeschätzt werden, da ohne die Arbeit der genannten Gruppen die VfL Wolfsburg-Fußball GmbH nicht in der aktuellen Form zu führen wäre. Den größtmöglichen Einfluss auf die Geschäfte der VfL Fußball-GmbH haben zweifelsohne die Geschäftsführer, die sämtliche Tätigkeiten die VfL Wolfsburg-Fußball GmbH betreffend selber ausführen oder an die zahlreichen Mitarbeiter delegieren und dabei vom Volkswagen-geprägten Aufsichtsrat kontrolliert werden. Dennoch sind auch die Spieler und die verschiedenen Betreuerteams unerlässlich, denn ohne Spieler oder ohne passende Betreuer, die sich bestmöglich um die Spieler kümmern, wäre die VfL Wolfsburg-Fußball GmbH in der Bundesliga nicht konkurrenzfähig.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den Wandel des VfL Wolfsburg vom klassischen Sportverein zum professionellen Wirtschaftsunternehmen und definiert den Rahmen der Stakeholderanalyse.
2 Definitionen: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen durch die Definition von Stakeholdern und Shareholders sowie einen historischen Abriss zur VfL Wolfsburg-Fußball GmbH.
2.1 VfL Wolfsburg-Fußball GmbH: Hier wird die Entwicklung der GmbH seit der Vereinsgründung, einschließlich der Ausgliederung und Einbindung der Volkswagen AG, detailliert beschrieben.
2.2 Stakeholder: Das Kapitel führt die Definition von Stakeholdern nach Vahs/Schäfer-Kunz ein und unterscheidet zwischen internen und externen Anspruchsgruppen.
2.3 Shareholder und Abgrenzung Stakeholder/Shareholder: Es wird die begriffliche Abgrenzung vorgenommen, bei der Shareholder als spezielle Unterkategorie der Stakeholder klassifiziert werden.
3 Stakeholder der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH und deren Einfluss: Dieses Kapitel überträgt die theoretischen Konzepte auf die Praxis des Fußballunternehmens und unterstreicht die Bedeutung eines aktiven Stakeholdermanagements.
3.1 interne Stakeholder: Es werden die unmittelbar am operativen Geschäft beteiligten Personen wie Mitarbeiter, Management und Spieler sowie deren Einfluss auf den Verein analysiert.
3.2 externe Stakeholder: Das Kapitel betrachtet die Vielzahl der außerhalb des direkten Arbeitsverhältnisses stehenden Partner wie Fans, Sponsoren, Medien und Verbände.
4 Zielkonflikte: Hier werden Spannungsfelder zwischen den verschiedenen Anspruchsgruppen, etwa bei Ticketpreisen oder Anstoßzeiten, anhand von Praxisbeispielen beleuchtet.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit betont die Notwendigkeit von Koordination und Kommunikation, um die Interessen der diversen Stakeholder nachhaltig in Einklang zu bringen.
Schlüsselwörter
Stakeholderanalyse, VfL Wolfsburg, Fußball-GmbH, Wirtschaftsunternehmen, Stakeholder, Shareholder, Zielkonflikte, Anspruchsgruppen, Bundesliga, Unternehmensführung, Sponsoring, Fans, Stakeholdermanagement, Corporate Social Responsibility, Professionalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Transferarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der verschiedenen Interessengruppen (Stakeholder) des Profifußballunternehmens VfL Wolfsburg-Fußball GmbH.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die betriebswirtschaftliche Strukturierung eines modernen Fußballvereins, die Einordnung von internen und externen Anspruchsgruppen sowie der Umgang mit typischen Zielkonflikten in diesem speziellen Marktumfeld.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die Anspruchsgruppen des VfL Wolfsburg zu geben, ihre Relevanz zu bewerten und Lösungswege für auftretende Zielkonflikte aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und analytische Vorgehensweise gewählt, die auf Fachliteratur (z.B. Vahs/Schäfer-Kunz) und unternehmenseigenen Dokumenten (z.B. Nachhaltigkeitsberichten) basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die spezifische Identifikation der internen und externen Stakeholder des VfL Wolfsburg sowie die Analyse von Konfliktpotenzialen wie Ticketpreisdiskussionen oder Anstoßzeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stakeholderanalyse, Fußball-GmbH, Zielkonflikte, Professionalisierung und Stakeholdermanagement charakterisiert.
Warum nimmt die Volkswagen AG eine Sonderrolle unter den Stakeholdern ein?
Als alleinige Gesellschafterin und durch die personelle Besetzung des Aufsichtsrats stellt die Volkswagen AG den einflussreichsten Stakeholder dar, dessen Interessen das gesamte operative Handeln des Vereins prägen.
Wie geht der VfL Wolfsburg laut Arbeit mit seinen Stakeholdern um?
Der Verein setzt auf offene und transparente Dialoge, um die verschiedenen Anforderungen der Anspruchsgruppen frühzeitig zu erkennen und in die strategische Ausrichtung zu integrieren.
- Quote paper
- Kevin Messerschmidt (Author), 2017, Stakeholderanalyse der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511414