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Stellt der "eiserne Gustav" eine zum Nationalsozialismus bekennende Auftragsarbeit dar?

Hans Fallada. Zwischen Konzession und Innerer Emigration

Titel: Stellt der "eiserne Gustav" eine zum Nationalsozialismus bekennende Auftragsarbeit dar?

Hausarbeit , 2017 , 24 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Annika Haas (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Moderne Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Ausarbeitung nimmt sich vor, den "eisernen Gustav" zuerst auf entstehungsgeschichtlicher Ebene auf nationalsozialistische Spuren hin zu untersuchen, um sie auf inhaltlicher Ebene mit Handlungszusammenhängen, Mustern und Motiven zu unterfüttern und deren Relevanz zu beurteilen, damit sie letztlich in den Gesamtzusammenhang und die übergeordnete Fragestellung eingeordnet werden können, ob sich Fallada mit diesem Roman etwas zu Schulden kommen lässt. Kann man den eisernen Gustav sowohl entstehungsgeschichtlich als auch inhaltlich abschließend als NS-Auftragsarbeit bezeichnen? Inwieweit unterwirft sich der moderne Schriftsteller Hans Fallada in diesem Werk der NS-Zensur, oder kann er sich, und wenn ja mit welchen Mitteln, seiner Autonomie bewahren?

"Es mag Aberglaube sein, aber in meinen Augen sind Bücher, die von 1933 bis 1945 in Deutschland überhaupt gedruckt werden konnten, weniger als wertlos und nicht gut, in die Hand zu nehmen. Ein Geruch von Blut und Schande haftet ihnen an. Sie sollten alle eingestampft werden". Dieses viel zitierte Zitat Thomas Manns befeuert Diskussionen, in denen es um die kontroverse These geht, inwieweit Schriftsteller im Deutschland des Nationalsozialismus Regimetreue an den Tag legen (müssen), um überhaupt publizieren zu können. Diskussionsstoff liefert in diesem Rahmen der Schriftsteller Hans Fallada alias Rudolf Ditzen, der 1893 in Greifswald geboren wird, 1947 in Berlin stirbt und somit zwei Weltkriege in seiner Biografie verzeichnen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Kritischer Rückblick

2 Entstehungsgeschichte eines deutschen Schicksals

2.1 Komplikationen

2.2 Konzessionen

3 Komposition

3.1 Gemachtheit des Textes (Erzählanalyse)

3.2 intertextuelle Spielräume

4 Der eiserne Gustav als Entwicklungsroman?

4.1 Der eiserne Vater und die Schuld

4.2 Nachträgliche „Um-Entwicklung“

5 Fahrlässige Auftragsarbeit?

5.1 Merkmalsabgleich mit nationalsozialistischer Dichtung

5.2 Abschluss: Ein Finder jenseits der Zuweisung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Hans Falladas Roman "Der eiserne Gustav" auf seine Entstehungsgeschichte und inhaltliche Struktur hin, um zu klären, inwieweit das Werk als NS-Auftragsarbeit zu klassifizieren ist oder ob der Autor sich eine künstlerische Autonomie bewahren konnte.

  • Analyse der Entstehungsbedingungen unter nationalsozialistischem Druck
  • Erzähltheoretische Untersuchung der Romanstruktur und Charakterzeichnung
  • Prüfung des Romans als Entwicklungsroman und der Vater-Sohn-Problematik
  • Vergleichende Untersuchung mit Kriterien nationalsozialistischer Dichtung
  • Diskussion der Konzessionen Falladas im Kontext der "Inneren Emigration"

Auszug aus dem Buch

3.1 Gemachtheit des Textes (Erzählanalyse)

Wie ist der Roman auf Textebene „gemacht“? Betrachtet man den eisernen Gustav mittels der Erzählanalyse, steht als erstes die Frage nach faktualem oder fiktionalem Erzählen im Raum. Hinter Gustav Hackendahl verbirgt sich die historische Figur Gustav Hartmann, die mit ihrer Berlin-Paris-Berlin Reise im Jahre 1928 eine eindeutige Orientierung – auch in puncto erzählte Zeit – für Fallada darstellt. Caspar nennt in seiner Rekonstruktion eines Romans sogar einen eisernen Gustav, der zeitgleich mit Fallada sein Unwesen als KZ-Rapportführer getrieben haben soll, auch wenn es keinen Nachweis dafür gebe, dass Fallada diese Person gekannt hätte. Betrachtet man das „wie“ der Darstellung unter dem Aspekt Zeit, dann ist zuerst einmal die präzise Zeitangabe „drei Uhr zwanzig, am 29. Juni 1914“ auffallend, mit der die Handlung in medias res beginnt.

Ebenso findet sich die präzise Zeitspannenangabe der Parisreise, die vom zweiten April 1928 ebenfalls um drei Uhr beginnt und beinahe exakt zwei Monate später – nämlich am vierten Juni – in Paris zu ihrem Höhepunkt kommt. Auf Ordnungsebene verlaufen die Handlungen hauptsächlich chronologisch, was wohl durch die Schildung historischer Gegebenheiten bedingt wird. Teilweise werden zeitlich parallele Handlungen an verschiedenen Orten unter Wechsel der Figurenkonstellation nacheinander erzählt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Kritischer Rückblick: Die Einleitung beleuchtet die kontroverse Position Hans Falladas im Nationalsozialismus und stellt die Frage nach der "Inneren Emigration" sowie der Regimetreue anhand des Romans "Der eiserne Gustav".

2 Entstehungsgeschichte eines deutschen Schicksals: Dieses Kapitel untersucht die schwierigen Entstehungsbedingungen des Romans unter dem Druck der NS-Diktatur und analysiert Falladas Konzessionen an das Regime.

3 Komposition: Hier wird der artifizielle Aufbau des Romans analysiert, wobei insbesondere erzähltheoretische Aspekte und die Einbettung historischer Ereignisse in das narrative Panorama betrachtet werden.

4 Der eiserne Gustav als Entwicklungsroman?: Die Untersuchung widmet sich der Frage, ob das Werk als Entwicklungsroman fungieren kann, und analysiert die Vaterfigur sowie die Problematik der schuldhaften Entwicklung der Nachkommen.

5 Fahrlässige Auftragsarbeit?: Das abschließende Hauptkapitel prüft durch einen Merkmalsabgleich, ob der Roman als bewusste nationalsozialistische Auftragsarbeit zu werten ist oder ob Fallada seine Autonomie bewahrte.

Schlüsselwörter

Hans Fallada, Der eiserne Gustav, Nationalsozialismus, Innere Emigration, Literaturgeschichte, Erzählanalyse, NS-Auftragsarbeit, Literatur und Diktatur, Entwicklungsroman, Gustav Hackendahl, Weimarer Republik, literarische Moderne, politische Konzessionen, Autonomie, Schilderungstechnik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Hans Falladas Roman "Der eiserne Gustav" vor dem Hintergrund der politischen Situation im nationalsozialistischen Deutschland und untersucht die Kontroverse um Falladas Anpassung an das Regime.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Entstehungsgeschichte des Romans, die narratologische Struktur, die Charakterzeichnung, der Generationenkonflikt innerhalb der Familie Hackendahl und die Frage nach politischer Indoktrination.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet, ob man "Der eiserne Gustav" abschließend als nationalsozialistische Auftragsarbeit bezeichnen kann oder inwieweit Fallada als Autor trotz politischer Zensur seine künstlerische Autonomie bewahrte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die erzähltheoretische Ansätze, historische Kontextualisierung und einen Merkmalsabgleich mit den Kriterien nationalsozialistischer Literatur nutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehungsgeschichte, eine detaillierte Erzählanalyse, die Gattungseinordnung des Romans und eine kritische Auseinandersetzung mit Falladas möglicher Rolle als "Pseudorealist".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind u. a. Hans Fallada, Innere Emigration, Nationalsozialismus, Der eiserne Gustav, Erzähltheorie und die literarische Moderne.

Welche Rolle spielt der sogenannte "Nazischwanz" im Roman?

Das angefügte letzte Kapitel, von Fallada selbst kritisch als "Nazischwanz" bezeichnet, soll die Machtergreifung der Nazis demonstrieren und wird in der Arbeit als Indiz für Falladas Konzessionen an das Regime diskutiert.

Wie wird Falladas Haltung zum Nationalsozialismus eingeschätzt?

Die Arbeit zeichnet ein ambivalentes Bild: Einerseits gab es Anpassungsdruck und Konzessionen zur Existenzsicherung, andererseits wird Fallada als "Finder" einer authentischen literarischen Darstellung verstanden, der sich einer einfachen politischen Zuweisung entzieht.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Stellt der "eiserne Gustav" eine zum Nationalsozialismus bekennende Auftragsarbeit dar?
Untertitel
Hans Fallada. Zwischen Konzession und Innerer Emigration
Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)  (Institut für Germanistik: Literatur, Sprache, Medien)
Veranstaltung
Hauptseminar Populäre Romane in der literarischen Moderne: Hans Fallada
Note
1,3
Autor
Annika Haas (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
24
Katalognummer
V511469
ISBN (eBook)
9783346089342
ISBN (Buch)
9783346089359
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stellt innerer konzession zwischen fallada hans auftragsarbeit nationalsozialismus gustav emigration
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Annika Haas (Autor:in), 2017, Stellt der "eiserne Gustav" eine zum Nationalsozialismus bekennende Auftragsarbeit dar?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511469
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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