Leseförderung in der Familie


Seminararbeit, 2001
16 Seiten, Note: 2+

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Der Lesebegriff

3. Lesen als zentrale Kompetenz
3.1 Förderung der Lesekompetenz
3.2. Gründe für Leseförderung
3.3. Arten der Leseförderung

4. Familiäre Leseförderung
4.1. Lernen am Vorbild
4.2. Frühkindliche Leseförderung
4.2.2. Sinn des gemeinsamen Bilderbuchgebrauchs
4.2.3. Das Vorlesen
4.3. Familiäre Leseförderung ab dem Schulalter

5. Resümee

6. Anmerkungen

7. Literatur

1. Einleitung

Üblicherweise macht ein Kind seine ersten Erfahrungen innerhalb der Familie. Diese wichtige Sozialisationsinstanz prägt ein Kind nachhaltig. Auch die Beziehung eines Kindes zum Lesen und zu Büchern wird von der Familie beeinflußt. In der vorliegenden Hausarbeit beschäftige ich mich mit daher mit den Faktoren, die bei der Leseerziehung im Elternhaus eine wichtige Rolle spielen. Es soll verdeutlicht werden, daß Lesen eine zentrale Kompetenz für jeden Menschen ist, die gefördert werden sollte. Eltern können schon frühzeitig eine Menge tun, um bei ihren Kindern den Spaß am Lesen zu wecken.

Nach der Einleitung im ersten Kapitel werde ich mich im zweiten Kapitel mit dem Begriff des Lesens allgemein befassen. Im dritten Kapitel möchte ich darstellen, warum Lesekompetenz für Menschen in unserem Kulturkreis wichtig ist und was Leseförderung bedeutet. Das Thema des vierten Kapitels ist die Leseförderung in der Familie. Ich möchte aufzeigen, wie ein Kind durch die Unterstützung seiner Familie zum Leser werden kann. An die Schlußbetrachtung schließen sich einige Anmerkungen und das Literaturverzeichnis an.

2. Der Lesebegriff

Vereinfacht gesagt versteht man unter Lesen die Fähigkeit, schriftsprachlich fixierte Inhalte entziffern und verstehen zu können.

Der Leser nimmt also Informationen auf der Text-, Satz-, Wort- und Buchstabenebene auf, die er miteinander verknüpfen muß, um sinnerfassend zu lesen. Diese verschiedenen Zugriffsweisen auf Informationen müssen gezielt erlernt und ausgebildet werden. Idealerweise erfolgt das Lernen und Trainieren dieser Fähigkeit in der Kindheit. (Wedel-Wolff 1998, S.23f) Leider erwirbt nicht jeder die Kompetenz zum Lesen. Es gibt viele Menschen, die mit Leseschwierigkeiten zu kämpfen haben.

Der Mensch muß zum Lesen Informationen encodieren. Dieses Merkmal des Lesens ist immer gegeben. Trotzdem kann jeder individuell etwas anderes unter dem Begriff Lesen verstehen. Meistens ist die persönliche Definition auch situationsgebunden. Mit Lesen kann das Lesen eines Buches gemeint sein, aber auch z.B. das Entziffern und Befolgen von Hinweisschildern. Außerdem kann man nicht nur danach differenzieren, was gelesen wird, sondern auch wie gelesen wird. Man kann Texte auf verschiedene Art und Weise lesen: beispielsweise intensiv, d.h. man läßt sich für den Text Zeit und versucht auch Details zu erfassen. Sie können aber auch nur überflogen werden, d.h. der Leser interessiert sich nicht für die Details, sondern nur für die Kernaussagen. Jeder Leser entwickelt seine eigenen, der Situation angemessenen Lesestrategien. (Biglmaier 1965)

3. Lesen als zentrale Kompetenz

Lesen gehört in der BRD (und vergleichbaren Gesellschaftsformationen) zu den Kulturtechniken, die bei jedem vorausgesetzt werden. Mit der Lesekompetenz ist also auch ein positives Image verbunden: Wer nicht lesen kann, gilt schnell als dumm und ungebildet. Um wichtige Informationen über das allgemeine Weltgeschehen zu bekommen, spielt Geschriebenes in Form von Zeitungen u.ä. neben dem Fernsehen eine wichtige Rolle. Um einen qualifizierten Schulabschluß oder einen Hochschulabschluß zu erlangen, muß man lesen können. Es ist aber nicht nur wichtig, daß man überhaupt lesen kann, sondern daß man es auch gut kann. Denn je besser ein Mensch diese Kulturtechnik beherrscht, desto bessere Chancen wird er im Berufsleben sowie im gesellschaftlichen Leben haben. (Gerlach u.a. 1976, S.13)

Aber auch für die Alltagsbewältigung ist das Lesen sehr wichtig. Jeder Mensch kommt in Situationen, in denen es von Bedeutung ist, die Kompetenz zum Lesen zu besitzen. Z.B. begegnen uns im Supermarkt Preisschilder, auf Ämtern müssen Fomulare ausgefüllt werden und um mit der Eisenbahn zu fahren, ist es sinnvoll, die Fahrpläne lesen zu können. Menschen, die nicht lesen können, sind in diesen Bereichen immer auf die Hilfe anderer angewiesen.

Gerade für die heutige Zeit ist noch ein wichtiger Punkt hinzuzufügen, der eine ausreichende Lesekompetenz erforderlich macht. Es ist selbstverständlich geworden, daß man verschiedene Medien nutzt. Neben den traditionellen Printmedien sind Fernseher, Video und Computermedien in vielen Haushalten vorhanden. Um diese Medien kompetent und sinnvoll nutzen zu können, muß man als entscheidende funktionale Voraussetzung das Lesen beherrschen. Bettina Hurrelmann beispielsweise bezeichnet aus diesem Grund die Lesekompetenz als „einen Schlüssel zur Medienkultur“. (Eggert 1995, S 113)

3.1. Förderung der Lesekompetenz

Durch verschiedene Methoden soll das Leseverhalten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen positiv beeinflußt werden. Um wachsenden Leseschwächen bei Kindern und Erwachsenen bis hin zum „funktionalen Analphabetismus“ entgegenzuwirken, versucht man von verschiedenen Seiten die Attraktivität des Lesens von Printmedien zu steigern. Die Lesekompetenz soll durch gezielte Maßnahmen gesteigert und erhalten werden.

Heute umfaßt Leseförderung grundsätzlich alle pädagogischen und didaktischen Möglichkeiten, einschließlich ihrer organisatorischen Umsetzung, die darauf abzielen, die Bereitschaft zur Beschäftigung mit Printmedien (Buch, Zeitung, Zeitschrift) bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu heben. Dabei zielt Leseförderung auf die positive Beeinflussung des Leseverhaltens, der Lesemotivation und der Lesegewohnheiten („zum Lesen verlocken“). (Zizlsperger 1995, S. 479)

3.2. Gründe für Leseförderung

Zum einen soll die Leseförderung dazu beitragen, die Buchkultur zu bewahren und zu fördern. Vor allem Werke aus vergangener Zeit spielen bei diesem Bestreben eine besondere Rolle. Alte Texte mit ethischem und/oder ästhetischem Wert im Sinn verschwinden nämlich zunehmend aus dem Bewußtsein der Leser. (Eicher 1997, S. 8)

Zum anderen soll die Lesefähigkeit der Menschen gefördert werden. Welche Bedeutung das Lesen für den Einzelnen hat bzw. haben kann, habe ich bereits erläutert.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Leseförderung in der Familie
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Veranstaltung
Lesesozialisation
Note
2+
Autor
Jahr
2001
Seiten
16
Katalognummer
V51160
ISBN (eBook)
9783638472029
ISBN (Buch)
9783638598286
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leseförderung, Familie, Lesesozialisation
Arbeit zitieren
Simone Kaletsch (Autor), 2001, Leseförderung in der Familie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51160

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