Die Schule hat im Anfangsunterricht u.a. die Aufgabe, den Schülern die beiden Kulturtechniken Lesen und Schreiben zu vermitteln. In der vorliegenden Hausarbeit hat die Autorin sich daher mit den verschiedenen Leselehrmethoden beschäftigt, mit denen bei uns im deutschsprachigen Raum gearbeitet wird. In Punkt 1 wird sie sie näher erläutern. Dabei wird deutlich, dass der überwiegende Teil des Erstlese- bzw. Schreibunterrichtes mit Fibeln arbeitet. Gegen die Arbeit mit Fibeln findet sich allerdings überzeugende Kritik, die die Autorin in der Arbeit aufgreifen wird. Aufgrund der Vielzahl der Kritikpunkte wird sie sich auf die ihres Erachtens nach wichtigsten Argumenten beschränken. Im Anschluss daran folgen das Resümee und die Literaturangaben.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Leselehrmethoden im Anfangsunterricht
1.1. Die klassischen Leselehrmethoden
1.1.1. Die ganzheitlich-analytische Leselehrmethode (Lesen von Anfang an)
1.1.2. Die synthetische Leselehrmethode
1.2. Die analytisch-synthetische Methode
1.2.1. Die analytisch-synthetische Methode mit Volldurchgliederung von Wörtern zur Buchstabengewinnung
1.2.2. Die analytisch-synthetische Methode mit Teildurchgliederung von Wörtern zur Buchstabengewinnung
1.2.3. Die analytisch-synthetische Methode mit Teildurchgliederung von Wörtern zur Buchstaben- und zur Buchstabengruppengewinnung
1.3. Die Umkehrmethode: Erst lesen, dann schreiben
2. Spracherfahrungsansatz oder Fibelunterricht?
2.1. Mit oder ohne Fibel?
2.2. Kritik am fibelorientierten Lesen- und Schreibenlernen
2.2.1. Fünf Thesen
2.2.2. Erläuterungen zu den Thesen
2.3. Fibelkritik auf den Punkt gebracht
3. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die im deutschsprachigen Raum verbreiteten Methoden des Anfangsunterrichts zur Vermittlung der Kulturtechniken Lesen und Schreiben. Dabei wird insbesondere der dominierende Einsatz von Fibeln kritisch hinterfragt und dem Spracherfahrungsansatz gegenübergestellt, um zu klären, wie individuelle Lernprozesse der Kinder am effektivsten unterstützt werden können.
- Analyse klassischer Leselehrmethoden (ganzheitlich vs. synthetisch)
- Varianten analytisch-synthetischer Verfahren im Erstleseunterricht
- Konzept der Umkehrmethode "Lesen durch Schreiben"
- Kritische Auseinandersetzung mit fibelorientiertem Unterricht
- Bedeutung der Individualisierung und Differenzierung im Schriftspracherwerb
Auszug aus dem Buch
1.2.2. Die analytisch-synthetische Methode mit Teildurchgliederung von Wörtern zur Buchstabengewinnung
Im Unterschied zu Variante 1.2.1. werden die Wörter nicht komplett, sondern nur teilweise analysiert. Die Buchstabengewinnung wird damit über eine längere Zeit verteilt. Das hat den Vorteil, dass inhaltlich vielseitigere Texte gestaltet werden. Schon in der ersten Lerneinheit wird mit der Analyse begonnen. Die bearbeiteten Buchstaben werden fortlaufend in den neu eingeführten Wörtern beachtet. Einmal erarbeitete Fibelwörter gehören zum Fibelwortschatz und werden immer wieder gebraucht. Ein anschauliches Beispiel findet sich im ILZ-Leselehrgang: Im ersten Lesesatz „Tomi und Tina“ sollen die Buchstaben o und i erarbeitet werden. „Tomi“ bzw. „Tina“ sind Analysewörter, d.h. aus ihnen werden die Buchstaben o und i gewonnen, die restlichen Buchstaben werden nicht erarbeitet. Je weiter der Leseprozess vorangeschritten ist, umso mehr Elemente der Analysewörter sind bekannt. Das Wort „und“ soll bei den Kindern als Ganzwort gespeichert werden, d.h. es wird nicht analysiert, sondern in den folgenden Texten immer wieder verwendet.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung umreißt die schulische Aufgabe der Vermittlung von Lesen und Schreiben und stellt die kritische Auseinandersetzung mit der gängigen Fibelpraxis dar.
1. Leselehrmethoden im Anfangsunterricht: Dieses Kapitel erläutert die sechs gängigen Leselehrmethoden im deutschsprachigen Raum, von klassischen Ansätzen bis zur Umkehrmethode.
2. Spracherfahrungsansatz oder Fibelunterricht?: Hier findet ein Vergleich zwischen klassischem Fibelunterricht und dem Spracherfahrungsansatz statt, gestützt auf die kritischen Thesen von Gudrun Spitta.
3. Resümee: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer individuelleren Förderung zusammen und plädiert für eine stärkere Orientierung an den konkreten Lernprozessen der Kinder, unabhängig vom Lehrmittel.
Schlüsselwörter
Leselehrmethoden, Anfangsunterricht, Fibelunterricht, Schriftspracherwerb, Analytisch-synthetische Methode, Ganzheitsmethode, Spracherfahrungsansatz, Lesen durch Schreiben, Lesefertigkeit, Buchstabenkenntnis, Didaktik, Individualisierung, Lernprozesse, Schulanfänger, Schreibkonferenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die didaktischen Methoden des Erstlese- und Schreibunterrichts im deutschsprachigen Raum und hinterfragt die Dominanz der Fibel im Schulalltag.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Analyse verschiedener Lesemethoden (ganzheitlich, synthetisch, analytisch-synthetisch), das Konzept des Schriftspracherwerbs sowie die Kritik am traditionellen Fibelunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Vor- und Nachteile aktueller Lehrmethoden aufzuzeigen und zu untersuchen, wie schülergerechte Lernumgebungen aussehen können, die das individuelle Entdecken von Schrift fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse didaktischer Fachliteratur und der Auseinandersetzung mit pädagogischen Thesen und Studien zum Thema Schriftspracherwerb.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der sechs Leselehrmethoden sowie eine ausführliche kritische Auseinandersetzung mit fibelorientierten Lehrgängen basierend auf Thesen von Gudrun Spitta.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Leselehrmethoden, Fibelkritik, Spracherfahrungsansatz, Schriftspracherwerb, Individualisierung und didaktische Differenzierung.
Wie unterscheidet sich die "Umkehrmethode" von anderen Ansätzen?
Im Gegensatz zum Lesen-Lernen durch vorgegebene Fibeln lernen Kinder bei "Lesen durch Schreiben", zunächst aktiv und selbstgesteuert zu schreiben, wobei Lesen als automatisches Begleitprodukt entsteht.
Warum ist die Kritik am Wortschatz der Fibeln so relevant?
Kritiker führen an, dass Fibeln oft an einem Buchstabensystem orientiert sind und nicht am natürlichen Wortschatz der Kinder, was zu Unterforderung oder zur Verwendung unkindlicher Sprache führen kann.
- Quote paper
- Simone Kaletsch (Author), 2003, Leselehrmethoden im Anfangsunterricht. Fibelkritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51161