Welche Rolle spielt die Musikrichtung Deutschrap bei der Identitätsentwicklung von Jugendlichen und inwieweit hat dies Folgen für die Soziale Arbeit?


Hausarbeit, 2019
23 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung - Übersicht

2 Begriffsbestimmungen
2.1 Identität
2.1.1 Kulturelle Identität
2.2 Kultur
2.2.1 Jugendkultur

3 HipHop - Eine kulturelle Bewegung
3.1 Historisches
3.2 Die Entwicklung von Gangstarap in Deutschland
3.2.1 Das Image und seine Zielgruppe
3.2.2 Das Frauenbild
3.2.3 Das Männerbild

4 Bushido
4.1 Wer ist Bushido?
4.2 Bushido und seine Musik
4.3 Bushido als Vorbild für junge Heranwachsende

5 Der Einfluß von HipHop bei der Identitätsbildung von jungen
Menschen
5.1 Die Entwicklung der eigenen Rolle im Jugendalter
5.2 Wirkung von Gangstarap auf heranwachsende Menschen
5.3 Mögliche Interventionen für die Soziale Arbeit

6 Reflexion
6.1 Reflexion Themenfindung
6.2 Reflexion Material und Literaturfindung

7 Schlussbetrachtung

8 Quellenverzeichnis

1 Einleitung - Übersicht

Die Identitätsfindung spielt für Jugendliche eine bedeutende Rolle in ihrer gesam­ten Entwicklung und auch für ihr späteres Leben. Es ist eine besondere Lebens­phase, in der sich junge Heranwachsende stark an ihrem Umfeld orientieren .Sie sind extrem aufnahmefähig für diverse Trends im Bereich Mode, Musik und kul­turelle Bewegungen .Die jugendliche Identitätsentwicklung wird heutzutage vor allem stark beeinflusst von den sozialen Netzwerken wie Facebook und Insta- gram etc. Dort wird den Heranwachsenden unmittelbar suggeriert was gerade In oder Out ist. In der Folge tauschen sie sich in ihren Peer-Groups aus und befin­den sich somit in einem fortlaufenden Prozess der Selbstfindung und Bewertung des eigenen Ich-Gefühls.

In dieser Portfolioarbeit soll der Fragestellung nachgegangen werden, welche Rolle die Musikrichtung Deutschrap bei der Identitätsentwicklung von Jugendli­chen spielt und inwieweit dies Folgen für sie Soziale Arbeit hat.

Im Kapitel 2 werden die wichtigsten Definitionen erklärt. Die Begrifflichkeiten Identität und Kultur in Verbindung mit Jugendlichen werden erörtert und genau dargestellt da diese die Arbeit kontinuierlich begleiten werden.

Das Kapitel 3 beschreibt die Ursprünge von HipHop in Deutschland und betrach­tet dann die Hintergründe von Rap, gleich Sprechgesang, derjenigen Kulturform, die wohl am meisten Aufmerksamkeit auf sich zieht. Weiterhin wird das Musik­genre „Gangstarap" dargestellt und inhaltlich analysiert. Außerdem werden die Texte unter genderspezifischen Aspekten betrachtet.

Im Kapitel 4 wird der Blick auf den Inhalt der Sprechgesangstexte am Beispiel von Bushido intensiviert. Dieser Berliner Rapper beeinflusst die Musikkultur für Jugendliche sehr. Trotzdem seine Texte aus pädagogischer Sicht viel Gefähr­dungspotential beinhalten, polarisieren diese und so wird Bushido für viele Her­anwachsende als Idol und Vorbild gesehen. Aber was macht Bushidos Musik nun mit den Heranwachsenden? Verschiedene Aspekte werden aufgeführt.

Nachdem in dem vorausgegangenen Kapiteln ein umfassendes Bild von deut­scher Rapkultur dargestellt wurde, wird in Kapitel 5 ein entwicklungspsycho­logischer Aspekt hinsichtlich der Identitätsbildung von jungen Menschen ausge­führt. Sozialpädagogische Überlegungen in Bezug auf die ganzheitlichen Auswir­kungen von Gangstarap auf Jugendliche runden diesen Abschnitt ab.

Im Kapitel 6 wird der Zugang zum Thema und dessen Material- und Literaturfin­dung ausgeführt und reflektiert.

Ein abschließendes Meinungsbild im Hinblick auf die Forschungsfrage rundet die Arbeit ab.

2 Begriffsbestimmungen

2.1 Identität

Sucht man nach einer Erklärung für den Begriff Identität (v. lat.: identitas = We­senseinheit), trifft man auf vielfältige Ansätze und Theorien von Wissenschaft­lern, Philosophen und Psychologen. Es ist ein sehr vielschichtiger Begriff, der nicht klar zu umschreiben ist. Laut Duden geht es um die „Echtheit" einer Person oder Sache und um die völlige Übereinstimmung mit dem was sie ist und wie sie ist. („Duden | Identität | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft", o. J.)

Oerter beschreibt Identität folgendermaßen:

„Der Begriff Identität bezieht sich zunächst in einem allgemeinen Sinn auf die einzigartige Kombination von persönlichen, unverwechselbaren Daten des Individuums wie Name ,Alter, Geschlecht und Beruf, durch die das Individuum gekennzeichnet ist und von allen anderen Personen unterschieden werden kann. In diesem generellen Sinn lässt sich Identität allerdings auch auf Gruppen oder Kategorien von Personen anwenden. In einem engeren psychologischen Sinn ist Identität die einzigartige Persönlichkeitsstruktur, ver­bunden mit dem Bild, das andere von dieser Persönlichkeitsstruktur haben" (Oerter, 2006, S. 175).

Identität wird aber auch als Paradoxon beschrieben, denn denkt man doch immer die gleiche Person zu sein ist, so ist Körper und Seele in Wahrheit im ständigen Wandel mit sich selbst (Danzer, 2016, S. 14).

Um eine Antwort auf die Frage „Wer bin ich?" und „ Was bin ich?" zu bekommen, findet Danzer in seiner Studie heraus, dass der französische Philosoph Paul Ricoeur von zwei Varianten spricht, nämlich der „Idem-Identität" (Gleichheit) und der „ Ipse-Identität"( Selbstheit) (ebd. Zitiert nach Ricoeur 1992, S. 165 ff).

Analysiert man die Begrifflichkeit Identität weiterhin erfährt man, dass es noch weitere Bezeichnungen wie „kulturelle Identität", „ethnische Identität", „nationale Identität" oder „Gruppenidentität gibt („Identität Definition soziale, nationale, kul­turelle & ethnische Identität | IKUD", 2019).

2.1.1 Kulturelle Identität

Für den Autor Danzer bedeutet Kulturelle Identität, dass jedes Individuum für sich selbst entscheidet welchem kulturellen Trend er nachgehen möchte oder eben nicht. Es heißt aber auch, dass eine bewusste oder unbewusste Beeinflussung auf die Persönlichkeit des Menschen passiert und dies auch eine entsprechende Veränderung auslösen kann (Danzer, 2016, S.67).

Eine weitere Definition erklärt, dass der Mensch zunächst mal geprägt ist von seiner kulturellen Herkunft. Diese ist bestimmt durch die Sprache, eigene ge­machte Erfahrungen im kulturellen Bereich, sowie auch Normen und Werte, die man für sich selbst für wichtig hält (Bausinger, 2011, S. 85).

2.2 Kultur

Die Erklärung für den Begriff Kultur ist ebenso weitläufig wie die der im ersten Abschnitt genannten Schlagwörter. In der wissenschaftlichen Literatur findet man keine allgemein akzeptierte Definition. Deshalb ist es auch hier sinngebend zu­nächst im Duden nach einer grundlegenden Beschreibung zu suchen. Dort wird Kultur als „Die Gesamtheit der geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistun­gen einer Gemeinschaft als Ausdruck menschlicher Höherentwicklung" erklärt („Duden | Kultur | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft", o. J.).

Die Unmöglichkeit eine einheitliche Definition zu finden bestätigt der Autor H. Bu­sche und gibt an, dass man sich bei der Begriffsbeschreibung von Kultur meist nur auf einen bestimmten Gesichtspunkt bezieht. Er nennt in seiner Studie ins­gesamt vier Grundbegriffe der Kultur, die auf historischer Basis aufgezeigt wer­den (Busche, 2018, S. 5).

„Die Kultur, die man betreibt" erklärt, dass mit Hilfe des Menschen die Urform der Natur aufgebessert und zu einer höheren Ebene befördert werden soll (ebd., S.6).

„Die Kultur, die man hat" soll kurz zusammengefasst heißen, je mehr man seine geistlichen Fähigkeiten angedeihen lässt, desto bessere Ergebnisse entwickeln sich und fördern die Kultiviertheit des Menschen (ebd., S.9).

„Die Kultur, in der man lebt" beschreibt, dass die Kultur des Menschen auch ein Kompositum aus den zahlreichen Erfahrungen in sowohl lebenspraktischen Be­reichen aber auch aus Erlerntem bezüglich Normen und Denkmustern ist (ebd.S.16).

„Die Kultur, die man schafft und fördert" erzählt von der wohl jüngsten Bedeutung, entstanden in Deutschland. Es geht hier um die Werke und Ergebnisse von gro­ßen Künstlern im Bereich Literatur und Musik und nicht mehr um das Entstehen von kulturellen Errungenschaften des Individuums (ebd., S.22).

2.2.1 Jugendkultur

Mit dem Ausdruck „Jugendkultur" bezeichnet man bestimmte Lebensgestaltun­gen obendrein Lebensarten seitens junger Leute, die das Bedürfnis aufweisen, ihrer eigenen Route fündig zu werden.

Den Jugendlichen ist es wichtig selbstbestimmt ihre eigenen Ziele und Träume zu verwirklichen, auch wenn diese nicht immer im Einklang mit den Vorstellungen der Eltern stehen. Musik, Mode, Medien und diverse Freizeitunternehmungen bieten viel Platz für ihre eigenen Kreationen und Fantasien (Gerd Schneider & Toyka-Seid, 2013).

Jugendkultur heisst auch, dass die Jugendlichen sich bewusst von der „norma­len" Welt der Erwachsenen distanzieren und unterscheiden wollen. Sie nehmen sich eine Auszeit von Schule und anderen lehrenden Einrichtungen. Dafür schaf­fen sich die Heranwachsenden eigene Freiräume, Treffen mit Gleichaltrigen zum Austausch über die neuesten Trends sind für sie von großer Bedeutung (Hügel, 2003, S. 40).

3 HipHop - Eine kulturelle Bewegung

3.1 Historisches

Um verstehen zu können was es mit Deutschrap auf sich hat, muss man zu­nächst den historischen Hintergrund der Subkultur HipHop genauer betrachten und beleuchten. HipHop, eine Musikrichtung, die inzwischen weltweite Populari­tät erreicht hat, entstand in den 70 er Jahren in dem Bronx von New York.

Aufgrund von einer Verschlechterung der Infrastruktur wanderte die Mittel und Oberschicht in bessere Stadtviertel ab und der arme Teil der Bevölkerung blieb zurück. Die Folgen der Ghettoisierung waren Bandenkriminalität, Verarmung und Verwahrlosung. Aufgrund des „Außenseiterlebens“ entwickelten die jugendlichen Bewohner der Bronx ihre eigenen Formen der kulturellen Szene (Klein & Fried­rich, 2003, S.14ff).

Es entstanden die sogenannten „Blockpartys“. Diese Art von sozialen Zusammenkünften, die meist auf der Straße oder in leerstehenden Gebäuden stattfanden, diente den jugendlichen Banden dazu über Sprechgesang, also Rap und Tanz, ihre Überlegenheit darzustellen ohne gewalttätige Auseinandersetzun­gen hervorzurufen (Gallina, 2012, S.33).

Davon angespornt sich ihre eigene Musikkultur zu schaffen, erfanden die Heran­wachsenden vier eigene Untergenres von HipHop, das DJ-ing, Breakdance, MC- ing und Graffiti. Bis heute bedingen sich diese vier Grundelemente gegenseitig (Bente, 2014, S. 9-12).

Um den thematischen Rahmen nicht zu sprengen, wird hier auf eine genaue Er­klärung zu den genannten HipHop Disziplinen verzichtet.

3.2 Die Entwicklung von Gangstarap in Deutschland

Es dauerte bis 1980 als man in Deutschland über diverse US-amerikanische Filme einen Geschmack von der New Yorker Lebensweise und deren Subkultur bekam(Dietrich & Seeliger, 2012, S. 42).Langsam beeinflussten so auch die ers­ten englisch sprachigen Rap Songs die deutsche Popmusik.

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Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Welche Rolle spielt die Musikrichtung Deutschrap bei der Identitätsentwicklung von Jugendlichen und inwieweit hat dies Folgen für die Soziale Arbeit?
Autor
Jahr
2019
Seiten
23
Katalognummer
V511753
ISBN (eBook)
9783346093554
Sprache
Deutsch
Schlagworte
welche, rolle, musikrichtung, deutschrap, identitätsentwicklung, jugendlichen, folgen, soziale, arbeit
Arbeit zitieren
Ulrike Blank (Autor), 2019, Welche Rolle spielt die Musikrichtung Deutschrap bei der Identitätsentwicklung von Jugendlichen und inwieweit hat dies Folgen für die Soziale Arbeit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511753

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