Im Mittelpunkt der vorliegenden Seminararbeit steht die Frage, wie die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), gerade im turbulentesten Abschnitt ihrer noch jungen Amtszeit, Auswirkungen auf die Finanzmärkte und in der Folge auf das Ersparte jedes einzelnen Bürgers, genommen hat. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Bürgern des Eurosystems.
Die Europäische Union verfolgt unterschiedliche Wirtschaftliche Absichten. Darunter ein kontinuierlicher Fortschritt Europas auf dem Fundament eines konstanten Wirtschaftswachstums sowie von Preisstabilität und einer konkurrenzfähigen sozialen Marktwirtschaft, welche Vollbeschäftigung und sozialen Fortschritt beabsichtigt. Preisstabilität ist daher nicht nur das zentrale Augenmerk der EZB, sondern auch ein Vorhaben der Europäischen Union als Gesamtheit. Das Abkommen über die Vorgehensweise, sowie der Vertrag über die Europäischen Union, bilden somit eine eindeutige Rangfolge der Ziele des Eurosystem, wobei aus ihnen deutlich absehbar ist, dass Preisstabilität der oberste Beitrag ist, welche die Geldpolitik zu einem guten wirtschaftlichen Umfeld und einer hohen Beschäftigungsquote beisteuern kann.
Die grundlegenden Aufgaben des Eurosystems bestehen gemäß Artikel 127 Absatz 2 des AEU-Vertrags darin, die Geldpolitik des Euro-Währungsgebiets zu bestimmen und um-zusetzen, Devisengeschäfte abzuwickeln, die offiziellen Währungsreserven der Mitglieds-staaten zu bewahren als auch zu beaufsichtigen sowie das ungehinderte Praktizieren der Zahlungssysteme zu unterstützen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Traditionelle Geldpolitik
2.1 Ziele und Aufgaben der Geldpolitik
2.2 Instrumente traditioneller Geldpolitik
2.3 Grenzen traditioneller Geldpolitik in der Krise
3. Unkonventionelle Geldpolitik der EZB während der Finanzkrise
3.1 Ziele und Aufgaben unkonventioneller Geldpolitik
3.2 Instrumente unkonventioneller Geldpolitik
3.3 Kommunikationspolitik der EZB
3.4 Bewertungen der unkonventionellen Geldpolitik
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht, wie die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) während der Finanzkrise die Finanzmärkte beeinflusste und welche Auswirkungen dies auf die Ersparnisse der Bürger im Eurosystem hatte. Dabei wird analysiert, wie die EZB durch den Übergang von traditionellen Instrumenten zu unkonventionellen Sondermaßnahmen auf die wirtschaftlichen Herausforderungen reagierte.
- Traditionelle geldpolitische Instrumente der EZB
- Grenzen der konventionellen Geldpolitik in Krisenzeiten
- Unkonventionelle Sondermaßnahmen und Instrumente der EZB
- Die Rolle der Kommunikationspolitik als geldpolitisches Instrument
- Kritische Bewertung der Wirksamkeit und Risiken unkonventioneller Maßnahmen
Auszug aus dem Buch
3.2 Instrumente unkonventioneller Geldpolitik
Im Global Financial Stability Report von 2009 unterscheidet der International Monetary Fund (IMF) bezüglich der unkonventionellen Maßnahmen der Geldpolitik zwischen Quantitative Easing, Credit Easing und Liquidity Easing. (Vgl. Joebges und Grabau, 2013, S. 21) Auf diese Punkte wird im folgenden Unterkapitel ausführlich eingegangen.
Unter Quantitative Easing ist eine geldpolitische Handlungsweise zu verstehen, die darauf hinsteuert, die langfristigen Zinsen in ihrer Höhe zu reduzieren und weitere Liquidität ins Bankensystem zu importieren. Dabei erwirbt die Zentralbank in großem Ausmaß Anleihen, bei denen es sich in erster Linie um langfristige Staatsanleihen handelt. Hierbei wird Zentralbankgeld geschaffen, welches die Menge, also Quantität, des Zentralbankgeldes erhöht. Dies bewirkt in der Tendenz eine Steigerung der Anleihen-Kurse sowie eine Reduzierung der betreffenden Renditen, wodurch gleichwohl das allgemeine Zinsniveau am Anleihemarkt beeinflusst wird. Zentralbanken bedienen sich vor allem dann des Quantitativen Easing, wenn die vorübergehenden Zinsen bereits nahe null sind. (Vgl. Deutsche Bundesbank, o.J.f) Als Beispiel hierfür kann das Securities Markets Programme (SMP) der EZB zum Ankauf von Staatsanleihen genannt werden. (Vgl. Joebges und Grabau, 2013, S. 21)
Jedoch zeigte sich, dass in Zinsen für Staatsanleihen nicht nur ein Bonitäts- und Liquidationsrisiko des Schuldners steckten, sondern vielmehr eine weitere Preiskomponente hinzukam, welche es in einer Währungsunion gar nicht geben dürfte: ein Wechselkursrisiko.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen der EZB-Geldpolitik auf Finanzmärkte und Bürger während der Finanzkrise vor und skizziert den weiteren Aufbau der Arbeit.
2. Traditionelle Geldpolitik: Dieses Kapitel erläutert die regulären Ziele und Instrumente der EZB sowie deren Wirksamkeitsgrenzen, die während der Finanzkrise eine Neuausrichtung erforderlich machten.
3. Unkonventionelle Geldpolitik der EZB während der Finanzkrise: Hier werden die Sondermaßnahmen analysiert, die von der EZB ergriffen wurden, um die Märkte zu stabilisieren, inklusive der spezifischen Kommunikationsstrategie und einer kritischen Bewertung dieser Instrumente.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Stabilisierungserfolge der EZB-Politik zusammen, weist aber kritisch auf die Risiken der langfristigen Akzeptanz minderer Sicherheiten und der Niedrigzinspolitik für Sparer hin.
Schlüsselwörter
Geldpolitik, Europäische Zentralbank, EZB, Finanzkrise, Preisstabilität, Leitzinsen, Unkonventionelle Geldpolitik, Quantitative Easing, Transmissionsmechanismus, Staatsanleihen, Liquidität, Kommunikationspolitik, Finanzmärkte, Eurosystem, Eurokrise
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die geldpolitischen Reaktionen der EZB während der Finanzkrise und untersucht deren Einfluss auf die Stabilität der Finanzmärkte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Übergang von traditionellen zu unkonventionellen Geldpolitikinstrumenten, der Bedeutung der Kommunikation für die Märkte sowie den Auswirkungen der Maßnahmen auf die Eurozone.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, wie die EZB-Geldpolitik in der turbulenten Finanzkrisenzeit die Finanzmärkte beeinflusst hat und welche Konsequenzen dies für die Bürger des Eurosystems hatte.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, bei der Fachpublikationen, Verträge der EU und Berichte der Bundesbank ausgewertet wurden, um die geldpolitischen Instrumente zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet zunächst die traditionelle Geldpolitik, geht dann detailliert auf unkonventionelle Instrumente (Quantitative/Credit/Liquidity Easing) ein und analysiert abschließend die Kommunikationspolitik und die kritische Bewertung der EZB-Maßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen EZB, Finanzkrise, Geldpolitik, Unkonventionelle Maßnahmen, Preisstabilität, Quantitative Easing und Finanzmarktstabilisierung.
Wie unterscheidet sich die unkonventionelle von der traditionellen Geldpolitik laut der Arbeit?
Während die traditionelle Politik primär über die Steuerung von Leitzinsen erfolgt, greift die unkonventionelle Politik in krisenhaften Zeiten durch den Ankauf von Anleihen und Liquiditätssicherungen ein, wenn die Standardinstrumente ihre Wirkung verlieren.
Warum spielt die Kommunikation der EZB eine so wichtige Rolle?
Die Arbeit verdeutlicht, dass allein die Ankündigungen von Zentralbankern (wie Mario Draghi) als Instrument wirken können, da sie Erwartungen der Marktteilnehmer steuern und so Beruhigungseffekte erzielen, noch bevor Maßnahmen faktisch umgesetzt werden.
Welche Kritik äußert der Autor an der unkonventionellen Geldpolitik?
Der Autor kritisiert insbesondere die zunehmende Abhängigkeit der Staaten von Liquiditätshilfen, das Risiko der Staatsfinanzierung und die Belastung der Sparer durch die lang anhaltende Niedrigzinsphase.
- Citar trabajo
- Stefan Schmillen (Autor), 2018, Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank während der Finanzkrise, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511782