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Interkulturalität in Joseph Conrads 'Herz der Finsternis'

Titre: Interkulturalität in Joseph Conrads 'Herz der Finsternis'

Dossier / Travail de Séminaire , 2005 , 24 Pages , Note: 1,0

Autor:in: B.A. Yvonne Hoock (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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In dieser Hausarbeit zu Joseph Conrads Herz der Finsternis möchte ich mich in erster Linie mit den kulturellen Aspekten des Textes befassen. Dabei möchte ich zeigen, dass Herz der Finsternis zwei literarischen Traditionen angehört: einer überzeitlichen und einer zeitlich fixierten. Die überzeitliche umfasst alle Texte, die sich mit dem Thema Alterität bei Kongoreisen beschäftigen, die zeitlich fixierte ist den Texten zuzuordnen, die auf das konkrete Kolonialgeschehen im Kongofreistaat (EIC) eingehen. Der Kongo in Herz der Finsternis ist also – paradoxer Weise - „ein literarischer Ort, der […] rassistisch und kolonialkritisch zugleich ist“1. Ich möchte in dieser Hausarbeit auf beide Sichtweisen eingehen, das Thema Alterität und Interkulturalität aber stärker gewichten. Dazu werde ich mich eingehend mit dem Rassismus im Text beschäftigen. Zuvor möchte ich allerdings auf den Autor und seine persönlichen Erfahrungen im Kongo eingehen, die Erzählstruktur und den Handlungsverlauf des Textes verdeutlichen, sowie die Funktion von Sprache im Text analysieren.

Einen zentralen Punkt innerhalb der interkulturellen Analyse von Herz der Finsternis bildet die Interpretation von Albert J. Guerard, die ich für das bessere Verständnis des Textes heranziehe. Guerards Sichtweise von Herz der Finsternis ist eine feste Größe in der Conrad-Forschung und bildet die Basis für viele weiterführende Interpretationen – auch zum Thema Interkulturalität. Durch sie lässt sich das zuvor erläuterte Verhältnis von Eigen- und Fremdwahrnehmung direkt im Text erkennen und verdeutlichen. Ich möchte Herz der Finsternis sehr textnah analysieren, trotzdem aber die theoretischen Überlegungen mit einflechten, um die Erzählung in einen umfassenderen Zusammenhang stellen zu können. Den Zugang zu Herz der Finsternis hat mir Nicolas Tredell ermöglicht. In seinem Buch Joseph Conrad. Heart of Darkness legt er die wichtigsten Erkenntnisse der Forschung dar. Dort habe ich mir einen Überblick verschafft, um dann mit anderen Texten, zum Beispiel von Erzgräber, Cox, Miller und Gehrmann mein Wissen zu vertiefen. Die theoretische Seite des Themas habe ich mir durch Beiträge von Wierlacher und Thum zu Alterität, Interkulturalität und Fremdwahrnehmung erschlossen.

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1 Gehrmann, Susanne: Kongo-Greuel. Zur literarischen Konfiguration eines kolonialkritischen Diskurses (1890- 1910). In: Corbineau-Hoffmann, et alii (Hrsg.): ECHO. Literaturwissenschaft im interdisziplinären Dialog/3. Hildesheim 2003. S. 119.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Joseph Conrad

2.1 Realität und Fiktion

3. Herz der Finsternis

3.1 Erzähler

3.2 Handlung

3.3 Sprache

3.4 Imperialismus

4. Interkulturalität

4.1 Selbsterfahrung durch Fremderfahrung

4.2 Rassismus

4.2.1 Vorwurf an Autor

4.2.2 Analyse des Textes

4.3 Kurtz

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht interkulturelle Aspekte in Joseph Conrads Erzählung Herz der Finsternis, wobei sie das komplexe Spannungsfeld zwischen der Darstellung kolonialer Realität, der Erzählstruktur und der literarischen Sprachverwendung analysiert.

  • Analyse der Erzählstruktur und der Rolle der verschiedenen Erzählerinstanzen.
  • Untersuchung der Sprache als Metapher für Zivilisation sowie deren kommunikative Grenzen.
  • Auseinandersetzung mit der Rassismus-Kritik (u.a. Chinua Achebe) und der imperialistischen Dimension des Werks.
  • Betrachtung von Identitätsbildung und Selbstfindung Marlows durch die Konfrontation mit dem Fremden.
  • Interpretation der Figur des Kurtz als Projektionsfläche und Fallbeispiel für moralische Auflösung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Erzähler

Joseph Conrads Erzählung Herz der Finsternis weist eine besondere Erzählstruktur auf. Es gibt nicht einen Erzähler, der den Leser durch den gesamten Text begleitet, sondern es existieren zwei Erzähler: ein namentlich unbekannter Seemann auf dem Schiff Nellie und einer seiner Kollegen, Marlow. Der Seemann beginnt die Situation, seine drei Kollegen und ihren Direktor vorzustellen, wobei er Marlow am Ausführlichsten beschreibt. Er führt ihn in die Handlung ein (S. 6, 8) und lässt ihn dann seinen Reisebericht erzählen (ab S. 8) – nicht ohne sich zwischendurch immer wieder in die Geschichte einzuklinken (z. B. S. 44, S. 125). Dabei ist auffällig, dass der Seemann den Leser durch seinen freundschaftlichen, fast familiären, Erzählstil in die Gemeinschaft der Seemänner integriert (S. 5) und auch Marlow wird während seiner Ausführungen immer wieder die Seeleute – und somit auch den Leser – direkt ansprechen (z. B. S. 43, 62).

Dadurch entsteht also eine Rahmenerzählung auf der Nelli und eine Binnenerzählung durch Marlows Bericht über seine Reise – ein Gestaltungsmuster, das in großem Umfang bei Abenteuererzählungen vorkommt und auch bei den Erzählungen des 19. Jahrhunderts, z. B der Novelle Der Schimmelreiter von Theodor Storm (1888), sehr verbreitet ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Forschungsinteresse an den kulturellen Aspekten des Textes und begründet den methodischen Ansatz, der sich auf literaturwissenschaftliche Standardwerke stützt.

2. Joseph Conrad: Dieses Kapitel gibt einen biografischen Abriss über den Autor, wobei insbesondere die Zusammenhänge zwischen seinen realen Erfahrungen im Kongo und der fiktiven Gestaltung seines Werkes beleuchtet werden.

3. Herz der Finsternis: Das Kapitel analysiert die erzählerischen Ebenen, den Handlungsverlauf, die Funktion der Sprache als Mittel der Zivilisation und die kritische Auseinandersetzung mit den Motiven des Imperialismus.

4. Interkulturalität: Hier wird der theoretische Rahmen der Interkulturalität auf den Text angewendet, wobei die Themen Selbstfindung, Rassismus-Vorwürfe und die Analyse der Figur Kurtz im Zentrum stehen.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die das Paradoxon von Imperialismuskritik und rassistischer Darstellung hervorhebt und den Übergang von spätem Realismus zu früher Moderne konstatiert.

Schlüsselwörter

Joseph Conrad, Herz der Finsternis, Interkulturalität, Imperialismus, Rassismus, Marlow, Kurtz, Erzählstruktur, Kolonialismus, Fremderfahrung, Identität, Sprachkrise, Moderne, Alterität, Kongo.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die kulturellen und erzählerischen Dimensionen von Joseph Conrads Werk Herz der Finsternis, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit dem Fremden und die kritische Reflexion des Imperialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Erzählstruktur, die Funktion und Krise der Sprache, der koloniale Kontext sowie die interkulturelle Dynamik zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie Interkulturalität und das Spannungsfeld zwischen rassismuskritischen und imperialistischen Tendenzen im Text literarisch verarbeitet werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine textnahe Analyse unter Einbeziehung literaturwissenschaftlicher Interpretationen (u.a. von Guerard, Achebe und Fincham) sowie interkultureller Theorien zur Alterität angewandt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Autors, die Untersuchung der Erzählweise, die Analyse des Imperialismus-Motivs sowie die detaillierte interkulturelle Betrachtung der Rassismus-Debatte und der Figur des Kurtz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den zentralen Begriffen zählen Interkulturalität, Imperialismuskritik, Erzählstruktur, Identitätsbildung und die literarische Sprachkrise.

Wie wird das Verhältnis von Realität und Fiktion im Text bewertet?

Die Autorin stellt fest, dass Conrad biografische Parallelen nutzt, den Text jedoch nicht rein autobiografisch deutet, sondern die Fiktionalität zur Schaffung einer allgemeinen, nebligen Atmosphäre und zur Distanzierung einsetzt.

Welche Rolle spielt die Figur des Kurtz bei der Rassismus-Kritik?

Kurtz dient als exemplarisches Fallbeispiel für den Zerfall bürgerlicher Moral in der Wildnis, wobei die Arbeit kritisch beleuchtet, ob Conrads Darstellung selbst rassistische Strukturen reproduziert oder diese entlarvt.

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Résumé des informations

Titre
Interkulturalität in Joseph Conrads 'Herz der Finsternis'
Université
University Karlsruhe (TH)
Note
1,0
Auteur
B.A. Yvonne Hoock (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
24
N° de catalogue
V51195
ISBN (ebook)
9783638472265
ISBN (Livre)
9783656803249
Langue
allemand
mots-clé
Interkulturalität Joseph Conrads Herz Finsternis
Sécurité des produits
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Citation du texte
B.A. Yvonne Hoock (Auteur), 2005, Interkulturalität in Joseph Conrads 'Herz der Finsternis', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51195
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Extrait de  24  pages
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