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Die Differenzierung der Andersartigkeit. Wie durch Othering kulturelle Unterschiede entstehen

Titel: Die Differenzierung der Andersartigkeit. Wie durch Othering kulturelle Unterschiede entstehen

Essay , 2015 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Cristian Claus (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieses Portfolio besteht aus drei thematisch zusammenhängenden Essays. Die übergeordnete Fragestellung lautet: Inwiefern führen einige der Kulturkonzepte, die in der Ethnologie Anwendung finden, zu Othering? Der Autor untersucht, wie Fremdenfeindlichkeit oder die Ablehnung der Anderen entsteht und warum es so viele Anfeindungen gegenüber "anderen" Menschen gibt.

Für folgende Themen hat sich der Autor entschieden: Aus der ersten Übung wird der Diskurs über den Kampf um die Begrifflichkeit "Kultur" erörtert, welche Probleme bei der Konnotation des Kulturbegriffs entstehen und was die verschiedenen Kulturkonzepte der Ethnologie für Auswirkungen in Hinsicht auf "das Andere" beziehungsweise "das Fremde" haben. Dabei werden der Evolutionismus und der Kulturrelativismus näher betrachtet, da diese Kulturkonzepte als Beispiele gut geeignet sind. Das gewählte Thema aus der Vorlesung besteht in der ethnologischen Forschungsmethode der Feldforschung und teilnehmenden Beobachtung. Hierbei wird das Augenmerk auf Bronislaw Malinowski gelegt, der einen wichtigen Akteur der teilnehmenden Beobachtung in der Ethnologie darstellt und hier kritisch bezüglich seines Umgangs mit "den Anderen" analysiert wird. Aus der Übung "Ethnologische Perspektive auf Elternschaft und Kindheit", wird der Inhalt des Dokumentarfilms "Babys" und die methodische Herangehensweise des Regisseurs Thomas Balmes vorgestellt und im Bezug zur Fragestellung kritisch analysiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Auseinandersetzung und Analyse der ausgewählten Themen und Einlagen. Inwiefern führen einige der Kulturkonzepte, die in der Ethnologie Anwendung finden, zu Othering?

2.1 Einlage A: Kultur und interkulturelle Praxis

2.1.1 Hinführung zum Thema

2.1.2 Essay zum Aufsatz „Der Kampf um die Kulturen“

2.1.3 Analyse der erarbeiteten Thematik unter Berücksichtigung der Fragestellung

2.2 Einlage B: Ethnologische Forschungsmethoden

2.2.1 Hinführung zum Thema

2.2.2 Essay zum Einführungskapitel von den „Argonauten des westlichen Pazifik“

2.2.3 Analyse der erarbeiteten Thematik unter Berücksichtigung der Fragestellung

2.3 Einlage C: Ethnologische Perspektive auf Elternschaft und Kindheit

2.3.1 Hinführung zum Thema

2.3.2 Essay zum Dokumentarfilm „Babys“

2.3.3 Analyse der erarbeiteten Thematik unter Berücksichtigung der Fragestellung

3. Schluss

4. Literaturhinweise

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern ethnologische Kulturkonzepte dazu beitragen, den Prozess des „Othering“ – die Ausgrenzung oder Abwertung des „Anderen“ – zu begünstigen oder zu fördern, und reflektiert dabei die ethische Verantwortung wissenschaftlicher Forschung.

  • Kritische Auseinandersetzung mit dem modernen Kulturbegriff und dessen historischer Entwicklung.
  • Analyse der ethnologischen Feldforschung und deren Potenzial zur Stigmatisierung.
  • Diskussion über Eurozentrismus und die Auswirkungen auf die Wahrnehmung fremder Kulturen.
  • Reflexion über die Darstellung von Elternschaft und Kindheit in Dokumentationen und deren medialer Wirkung.
  • Verbindung zwischen theoretischen Ansätzen und alltäglichen Phänomenen von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Essay zum Einführungskapitel von den „Argonauten des westlichen Pazifik“

Malinowski berichtet von verschiedenen Aspekten, welche besonders sinnvoll für die Ethnologie erscheinen. Um eine Ethnie vollständig zu untersuchen, soll der Ethnologe das gesamte Bild der Ethnie erfassen. Dabei dient das Skelett als Erfassung der Organisation und der Anatomie der Ethnie, sprich: „alle Regeln und Regelmäßigkeiten des Stammeslebens“, „den Aufbau ihrer Gesellschaft“ (Malinowski 1979: 33) sowie „umfassende Karten, Pläne und Diagramme, die die Besitzverhältnisse an Gartenland, Jagd- und Fischprivilegien etc. erläutern“ (Malinowski 1979: 36). Erst wenn der grobe Umriss der Ethnie erfasst wurde, können die „Imponderabilien des wirklichen Lebens“ (Malinowski 1979: 42f) erforscht bzw. beobachtet werden, hier als Fleisch und Blut beschrieben. Dazu zählen: Freundschaften, Sympathien oder Abneigungen sowie das Verhalten der Menschen und der emotionale Umgang miteinander. In anderen Worten: das wesentlich Menschliche. Der letzte Punkt, welcher die Beschreibung und Erforschung einer Ethnie abrundet, ist der Geist. Dieser entspricht den „Anschauungen, Meinungen und Äußerungen des Eingeborenen“ (Malinowski 1979: 46), sozusagen die Gedanken, Gefühle und Empfindungen, welche auf die zuvor beschriebenen Punkte folgen oder ihnen einhergehen.

Doch selbst Malinowski ist sich der Schwierigkeit, den Geist einer Ethnie zu erfassen, bewusst, weil es sehr schwer ist, sich in eine fremde Kultur hineinzudenken oder gar die Gedanken von anderen Menschen zu verstehen oder deren Gefühle nachzuempfinden. Selbst für Menschen derselben Ethnie oder von ähnlicher Sozialisation ist das eine Herausforderung, wenn nicht sogar unmöglich. Dies ist einer der großen Kritikpunkte an Malinowskis Konzept. Empirische Daten zu sammeln und Gewohnheiten zu beobachten, kann jeder aufmerksame Forscher. Doch normative Forschung halte ich für gewagt, da der Hang zu Fehlinterpretationen schnell gegeben ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation für das Portfolio, die durch aktuelle gesellschaftliche Diskurse um Rassismus und Xenophobie sowie sein Studium der Ethnologie geprägt ist.

2. Auseinandersetzung und Analyse der ausgewählten Themen und Einlagen. Inwiefern führen einige der Kulturkonzepte, die in der Ethnologie Anwendung finden, zu Othering?: Das Kernkapitel untersucht anhand dreier Themenkomplexe kritisch, wie ethnologische Ansätze und deren Anwendung das Phänomen Othering verstärken können.

3. Schluss: Der Autor resümiert, dass wissenschaftliche Kulturkonzepte zwar zur Erforschung beitragen, aber oft missbraucht werden, um Abgrenzungen zu schaffen, und plädiert für ein menschlicheres Miteinander.

4. Literaturhinweise: Auflistung aller im Text verwendeten Quellen und Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Othering, Ethnologie, Kulturkonzepte, Rassismus, Xenophobie, Feldforschung, Bronisław Malinowski, Thomas Balmes, Identität, Eurozentrismus, Kulturrelativismus, Evolutionismus, Elternschaft, Interkulturelle Praxis, Menschlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser ethnologischen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie wissenschaftliche Konzepte der Ethnologie unbeabsichtigt dazu führen können, kulturelle Unterschiede so darzustellen, dass sie Ausgrenzung oder Abwertung gegenüber fremden Gruppen (Othering) fördern.

Welche zentralen Themenfelder werden in den drei Einlagen behandelt?

Die Themen umfassen den allgemeinen Kulturbegriff im gesellschaftlichen Diskurs, die ethischen Implikationen ethnologischer Forschungsmethoden am Beispiel von Malinowski und die Darstellung von Elternschaft und Kindheit in populärwissenschaftlichen Dokumentarfilmen.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, inwiefern die Verwendung bestimmter Kulturkonzepte in der Ethnologie aktiv zu Othering-Prozessen beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Der Autor nutzt eine Kombination aus der Auseinandersetzung mit Fachliteratur (z.B. von Carola Lentz, Bronisław Malinowski) und der Analyse von Medieninhalten, um theoretische Konzepte mit praktischen Beispielen zu verknüpfen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Einlagen, in denen jeweils theoretische Grundlagen (z. B. Kulturrelativismus, Evolutionismus) auf konkrete Fälle wie wissenschaftliche Aufsätze oder den Film „Babys“ angewendet werden.

Was charakterisiert die Arbeit inhaltlich?

Sie ist durch eine reflexive Haltung des Autors geprägt, der sein eigenes Ethnologie-Studium, persönliche Erfahrungen in der Flüchtlingshilfe und die kritische Distanz zu eurozentristischen Sichtweisen in die Argumentation einfließen lässt.

Warum ist der Dokumentarfilm „Babys“ für die Argumentation des Autors wichtig?

Der Autor nutzt den Film, um aufzuzeigen, wie durch gezielte Schnittführung und Tonwahl bei westlichen Zuschauern Ekel oder Überlegenheitsgefühle erzeugt werden, was ein klassisches Beispiel für die aktive Produktion von Othering darstellt.

Wie bewertet der Autor die Person und Arbeit von Bronisław Malinowski?

Er würdigt Malinowski als Pionier der Feldforschung, übt aber scharfe Kritik an dessen eurozentristischer Weltsicht und den diskriminierenden Äußerungen in seinen Tagebüchern, die das "Andere" als unterlegen kennzeichnen.

Welches Fazit zieht der Autor hinsichtlich des Begriffs „Kultur“?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Kulturbegriff zwar als Orientierungshilfe dient, aber nicht zur Abgrenzung oder Unterdrückung genutzt werden darf, und fordert ein Bewusstsein für die gemeinsame menschliche Identität.

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Details

Titel
Die Differenzierung der Andersartigkeit. Wie durch Othering kulturelle Unterschiede entstehen
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Veranstaltung
Kultur und interkulturelle Praxis, Ethnologische Forschungsmethoden, Ethnologische Perspektive auf Elternschaft und Kindheit
Note
1,3
Autor
Cristian Claus (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
18
Katalognummer
V511994
ISBN (eBook)
9783346087430
ISBN (Buch)
9783346087447
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Othering kulturelle Unterschiede Rassismus Malinowski ethnologische Forschungsmethoden Kulturkonzepte interkulturelle Praxis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Cristian Claus (Autor:in), 2015, Die Differenzierung der Andersartigkeit. Wie durch Othering kulturelle Unterschiede entstehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511994
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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