1669 schrieb Madame de Sévigné: „Das Kaffeetrinken ist eine Mode, die ebenso wie der moderne Schriftsteller Racine der Vergangenheit anheimfallen wird.“.
Diese Hausarbeit wird untersuchen, ob Madame de Sévigné Recht behielt, oder ob sich der Kaffee-Kult doch noch erhalten hat.
Die Geschichte des Kaffees ist eine lange, interessante, zuweilen auch lustige Geschichte, welche allerdings viele Vermutungen über die Anfänge beinhaltet. Denn gesicherte Quellen darüber, wer den Kaffee entdeckte und wo dies geschah, gibt es nicht.
Sicher ist, dass es schon ein langer Weg war, bis der Kaffee seinen heutigen Namen hatte. Chaube, caova, coffee, kavak, qahwah, kahveh waren alles Namen für den fertig zubereiteten Kaffee. Und auch die Bohne und der Strauch besaßen im 16. Jahrhundert viele unterschiedliche Bezeichnungen wie z. B. Bun, Buna, Bunc. Erst ca. 200 Jahre später setzten sich die heutigen europäischen Begriffe durch.
Eigenschaften wie Wachheit, schnelles Reaktions- und Kombinationsvermögen sind Ursache und Anlass dafür, dass der Kaffee Einzug in die bürgerliche Gesellschaft hielt und Bier und Wein von der täglichen Getränkekarte verdrängte.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Kaffeelegenden
III. Die Verbreitung des Kaffees vom Orient bis nach Europa
a) Die Wurzeln des Kaffees
b) Die Verbreitung in Europa und Deutschland
c) Der Ersatzkaffee
IV. Die Geschichte der Berliner Kaffeehäuser – vom „Café Royal“ zu „Starbucks“
V. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Kaffees vom Orient bis nach Europa und beleuchtet dabei kritisch die Rolle des Kaffee-Kults als gesellschaftliches Phänomen. Den Schwerpunkt bildet die Geschichte der Berliner Kaffeehauskultur, wobei der Wandel von den ersten Etablissements im 18. Jahrhundert bis hin zu modernen Kettenkonzepten wie Starbucks analysiert wird.
- Historische Entstehungsmythen und Legenden des Kaffees
- Die globale Verbreitung und ökonomische Bedeutung des Kaffeegeschäfts
- Der Wandel der Berliner Kaffeehauskultur durch verschiedene Epochen
- Soziologische Aspekte der Kaffeehauskultur (Treffpunkt vs. Arbeitsplatz)
- Entwicklung und Bedeutung von Kaffeesurrogaten
Auszug aus dem Buch
IV. Die Geschichte der Berliner Kaffeehäuser – vom „Café Royal“ zu „Starbucks“
Im 18. Jahrhundert verbreiteten sich in den kulturell einflussreichen Schichten sehr rasch Empfänge zum Morgenkaffee. Schnell wurden dann auch am Nachmittag Kaffee- und Teerituale eingeführt; in Deutschland z. B. das Kaffeekränzchen.
Die Bezeichnung „Kränzchen“ entstand schon im 16. Jahrhundert. Der Gastgeber des Empfangs trug einen Kranz (z. B. den Siegespreis vom Schützenfest) auf dem Kopf, den er dann an einen Gast weiterreichte, welcher das nächste Essen auszurichten hatte usw. Kaffeekränzchen selbst lassen sich ab dem 18. Jahrhundert nachweisen und wurden vorrangig von Damen veranstaltet und besucht. Dies hatte den Hintergrund, dass Besuche von Frauen ohne Männerbegleitung bis ca. 1880 als sittlich bedenklich galten und Damen in seriöse Kaffeehäuser nicht eingelassen wurden.
1645 wurde am Markusplatz in Venedig das erste Café in Europa eröffnet. Zwischen 1652 und 1690 eröffneten in London über 200 Coffee Houses. In Deutschland gab es ab ca. 1680 Kaffeehäuser, Kaffeeschenken und ähnliches.
Die Geschichte der Berliner Kaffeehäuser begann weitaus später, als im übrigen Europa bzw. Deutschland. Der älteste schriftliche Nachweis einer Berliner Kaffeeschenke stammt von 1698; möglicherweise war der französische Schankwirt Frantz Bernison jedoch auch nur ein Angestellter bei Hofe oder in höfischen Kreisen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Rezeption des Kaffeetrinkens und formuliert die grundlegende Forschungsfrage, ob der Kaffee-Kult Bestand haben würde.
II. Kaffeelegenden: Dieses Kapitel präsentiert verschiedene Mythen und Legenden, die sich um die Entdeckung des Kaffees und dessen ursprüngliche Zubereitung ranken.
III. Die Verbreitung des Kaffees vom Orient bis nach Europa: Hier wird der Weg der Kaffeepflanze von Äthiopien in die arabische Welt und schließlich nach Europa sowie die Entstehung des weltweiten Kaffeehandels und der Kaffeesurrogate dargestellt.
IV. Die Geschichte der Berliner Kaffeehäuser – vom „Café Royal“ zu „Starbucks“: Dieses Hauptkapitel zeichnet die Entwicklung der Berliner Kaffeehauskultur von den ersten aristokratischen Treffpunkten bis hin zur globalen Franchise-Kultur nach.
V. Fazit und Ausblick: Das Fazit bestätigt die anhaltende Bedeutung des Kaffees als Kultgetränk und wagt einen Ausblick auf zukünftige Formen des Kaffeekonsums und der Etablissements.
Schlüsselwörter
Kaffee, Kaffeehaus, Berliner Kaffeegeschichte, Kaffeekultur, Kaffeesurrogat, Café Royal, Starbucks, Kaffeetrinken, Geschichte, Genussmittel, Kaffeeanbau, Schmuggel, Soziologie, Kaffeekränzchen, Konsum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung des Kaffees vom Ursprung im Orient bis zur Etablierung als globales Kultur- und Wirtschaftsgut mit einem speziellen Fokus auf die Berliner Kaffeehausgeschichte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Legendenbildung, die ökonomische Verbreitung des Kaffeehandels, die soziokulturelle Bedeutung des Kaffeekonsums sowie die architektonische und betriebliche Evolution der Kaffeehäuser.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu zeigen, dass der Kaffee seine Stellung als Kultgetränk über Jahrhunderte hinweg gefestigt hat und die Kaffeehauskultur sich stetig an die gesellschaftlichen Bedürfnisse anpasst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historisch-deskriptive Arbeit, die auf Literaturanalyse und der Auswertung zeitgenössischer sowie historischer Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die globale Ausbreitung des Anbaus, die Verbreitung des Konsums in Europa und Deutschland sowie die spezifische Historie Berliner Kaffeehäuser von 1722 bis heute.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kaffeehaus, Berliner Kaffeegeschichte, Kaffeekultur, Genussmittel, Starbucks, Kaffeekonsum und Tradition.
Was untersuchte das „Hessische Kaffee-Edikt“ in der Arbeit?
Es dient als Beispiel für staatliche Eingriffe und Repressionen, wie Verbote und Luxussteuern, die den Kaffeekonsum einschränken sollten, um das lokale Braugewerbe zu schützen.
Wie veränderte sich die Rolle der Frau im Berliner Kaffeehaus?
Frauen waren anfangs in seriösen Kaffeehäusern nicht ohne männliche Begleitung zugelassen, was zur Entstehung von Kaffeekränzchen führte, bis sich diese gesellschaftlichen Normen im Laufe der Zeit auflösten.
Welche Bedeutung hat das „Café Kranzler“ für Berlin?
Das Café Kranzler wird als eine Berliner Institution bezeichnet, die als Symbol für den Aufschwung der West-Berliner City nach dem Zweiten Weltkrieg diente.
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- Nicole Singler (Author), 2005, Die Geschichte des Kaffees mit dem Schwerpunkt Berliner Kaffeehauskultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51199