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Die Bedeutung der Moral in der ethnologischen Feldforschung

Titel: Die Bedeutung der Moral in der ethnologischen Feldforschung

Hausarbeit , 2016 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Cristian Claus (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Fragestellung dieser Hausarbeit lautet: Inwiefern spielt die Moral eine zentrale Rolle in der ethnologischen Feldforschung? Die Frage nach der Moral in der ethnologischen Feldforschung ist angesichts der historischen Verantwortung der Ethnologen von zentraler Bedeutung für die Disziplin. Allerdings wurde erst ab den 1960er Jahren die Thematik der Moral von der Ethnologie aufgegriffen und Ungerechtigkeiten wie der Vietnam-Krieg, Rassismus, Ungleichbehandlung der Geschlechter oder ökonomische Ungerechtigkeiten kritisiert. So ist die Relevanz, in der Ethnologie und gerade in der ethnologischen Feldforschung nach dem Sinn und Zweck der Moral zu fragen, vollkommen verständlich, da sich die Verantwortung nach dieser Frage aus der Geschichte des Faches selbst ergibt.

Um zu befriedigenden Antworten zu gelangen, muss als erstes die Frage nach der Moral gestellt werden. Was ist die Moral eigentlich und woraus setzt sie sich zusammen? Gibt es eine Universalmoral oder womöglich mehrere Moralen? Da sich die Fragestellung um Feldforschung als ethnologische Forschungsmethode dreht und darin enthalten ist, dass der Ethnologe sich als teilnehmender Beobachter definiert, muss, nachdem die Moral verständlich gemacht wurde, der Fokus auf moralisches Handeln gelegt werden, was durch die Vorstellung des kategorischen Imperativs erfolgt. Hier werden auch Grundtermini der Moral wie die praktische Vernunft und vernünftiges Handeln erläutert. Darauf folgend werden die ethnologischen Moralaspekte in den Fokus dieser Hausarbeit gerückt, um danach die Moral in der Disziplin der Ethnologie vorzustellen, welche in Form der „Frankfurter Erklärung“ zur Ethik und dem „Code of the American Anthropological Association“ dargestellt werden. Um das Kapitel zu vollenden, wird hier noch eine Abschlussbemerkung folgen, welche die wichtigsten Punkte abschließend zusammenfasst. Hiernach wird die Moral in der ethnologischen Feldforschung vorgestellt, wobei die Feldforschung als moralischer Gegenstand untersucht wird, um anschließend auf das moralische Spannungsverhältnis zwischen Forscher und Individuum einzugehen, welches verschiedene Rollenbilder beinhaltet und anhand eines ausgesuchten Fallbeispiels dargestellt wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Frage nach Moral

2.1 Moral im Singular oder Moralen im Plural?

2.2 Der kategorische Imperativ und/oder moralisches Handeln

3. Ethnologische Moralaspekte

3.1 Moral in der Disziplin Ethnologie

3.1.1 „Frankfurter Erklärung“ zur Ethik in der Ethnologie

3.1.2 Code of Ethics of the American Anthropological Association (AAA)

3.1.3 Bemerkung zur „Frankfurter Erklärung“ zur Ethik in der Ethnologie und dem „Code of Ethics of the American Anthropological Association“

3.2 Moral in der ethnologischen Feldforschung

3.2.1 Feldforschung als moralischer Gegenstand

3.2.2 Das moralische Spannungsverhältnis zwischen Forscher und Individuum

4. Mögliche Beantwortung der Fragestellung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle der Moral im Kontext der ethnologischen Feldforschung. Dabei wird die Forschungsfrage beantwortet, inwiefern ethische Überlegungen das Handeln von Ethnologen im Feld prägen und welche Rolle moralische Spannungsverhältnisse dabei einnehmen.

  • Grundlagen der Moraltheorie und des kategorischen Imperativs.
  • Analyse ethischer Richtlinien wie der „Frankfurter Erklärung“ und dem „Code of Ethics“ der AAA.
  • Feldforschung als moralischer Gegenstand und als Feld ethischer Konflikte.
  • Das Spannungsverhältnis zwischen wissenschaftlicher Distanz und persönlicher moralischer Verantwortung.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Feldforschung als moralischer Gegenstand

Bei der Feldforschung als moralischer Gegenstand spielt die Methode der teilnehmenden Beobachtung eine sehr wichtige Rolle, da durch sie unvorhersehbare Situationen entstehen. So zeigt sich, „dass im Laufe eines Forschungsprozesses Ereignisse auftreten können, die eine Trennung zwischen persönlichen Moralvorstellungen und wissenschaftlich-distanzierter Ethik schwierig gestalten“ (Blindt 2009: 97). Durch diese unerwarteten Momente, welche den Ethnologen zum Handeln zwingen und ihm seine eigenen, durch Sozialisation vorgeschriebenen Moralwerte und Traditionen im Vergleich mit der "fremden" Kultur widerspiegeln, entstehen immer wieder Momente, in dem sich der Ethnologe moralischen Fragen stellen muss. Diese Grenzsituationen können physischer Natur sein oder den Ethnologen auf einer emotionalen Ebene berühren. Dabei können Emotionen wie Angst, Wut, Aggression oder Liebe, Freundschaft und Vertrauen eine wichtige Rolle einnehmen. Wenn der Ethnologe bei der teilnehmenden Beobachtung die Welt seines Forschungsstands und „ihre konkreten Lebensumstände“ in den Augen derer sieht, welcher er untersucht (Malinowski 2001: 49), kann er unter Umständen, nachdem er darüber reflektiert und die Positionen abgewägt hat, zu der Entscheidung gelangen, dass er sich einmischen muss, da dies ihm als einzig mögliche Handlung erscheint. Denn teilnehmende Beobachtung heißt auch, dass man an den Erinnerungen und erlebtem Leid zu assimilieren versucht (Münzel 2002: 54). Allerdings ist hierbei zu beachten, dass sich die Beziehung zwischen Forscher und Erforschtem durch aktives Eingreifen in einer bestimmten Situation verändert und somit die Forschungsergebnisse beeinflussen kann (Blindt 2009: 102). Anbetracht der Ethik-Erklärungen der AAA und der DGV muss sich der Ethnologe allerdings bewusst sein, was er tut, dass Wertevorstellungen unterschiedlich sind und dass er eine Verantwortung als Wissenschaftler gegenüber seinem Fach, aber auch den Menschen, den Tieren und seiner Umwelt gegenüber besitzt und deshalb der Feldforschung eine besondere Rolle zukommt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Moral in der Ethnologie sowie Formulierung der zentralen Forschungsfrage.

2. Die Frage nach Moral: Definition von Moral und Ethik sowie Erläuterung des kategorischen Imperativs nach Kant.

3. Ethnologische Moralaspekte: Untersuchung ethischer Standards in der Fachdisziplin und deren Anwendung in der Forschung.

4. Mögliche Beantwortung der Fragestellung: Synthese der Ergebnisse und Fazit zur moralischen Verankerung der ethnologischen Feldforschung.

Schlüsselwörter

Moral, Ethnologie, Feldforschung, Ethik, Kategorischer Imperativ, Frankfurter Erklärung, Code of Ethics, AAA, teilnehmende Beobachtung, moralische Verantwortung, Grenzsituationen, wissenschaftliches Handeln, Autonomie des Willens, Spannungsverhältnis, interkulturelle Probleme.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der grundlegenden Bedeutung und der Rolle von Moral innerhalb der ethnologischen Feldforschung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Moral, ethische Richtlinien der Ethnologie (AAA, DGV) sowie die Praxis der teilnehmenden Beobachtung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern moralische Überlegungen das Handeln von Ethnologen im Feld leiten und beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Auswertung ethischer Kodizes und der Analyse von Fallbeispielen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Einführung zur Moral, die Vorstellung ethnologischer Ethik-Standards und die Analyse der Feldforschung als moralisches Spannungsfeld.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Moral, Ethik, Feldforschung, kategorischer Imperativ sowie moralische Verantwortung.

Wie unterscheidet sich die „Frankfurter Erklärung“ vom „Code of Ethics“ der AAA?

Die Arbeit erläutert, dass beide als Leitfäden für ethische Reflexion dienen, jedoch in ihrer Struktur und ihren spezifischen Schwerpunkten (z.B. der Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit) variieren.

Warum wird das Fallbeispiel von Philippe Bourgeois angeführt?

Das Beispiel dient zur Veranschaulichung, wie Ethnologen in Grenzsituationen moralische Entscheidungen treffen müssen, die teils gegen formelle Richtlinien verstoßen können, um menschliches Leid zu verhindern.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Bedeutung der Moral in der ethnologischen Feldforschung
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Ethnologie und Afrikastudien)
Note
1,0
Autor
Cristian Claus (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
22
Katalognummer
V512004
ISBN (eBook)
9783346087386
ISBN (Buch)
9783346087393
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Moral Feldforschung Ethnologie Frankfurter Erklärung Ethnologische Moral
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Cristian Claus (Autor:in), 2016, Die Bedeutung der Moral in der ethnologischen Feldforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512004
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Leseprobe aus  22  Seiten
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