Einleitung
Der Titel dieser Arbeit kündigt die Behandlung einer einzigen Szene eines umfangreichen musikalischen Gesamtwerkes an. Da es jedoch nahezu unmöglich ist, eine einzelne Szene aus einem Kontext herauszulösen und gesondert, nur an sich selbst gemessen, zu betrachten und zu verstehen, ist es selbstverständlich, dass sowohl andere Szenen als auch symbolische Hintergründe genannt, beziehungsweise erörtert, werden. Ich habe mich dazu entschlossen, in diesem Rahmen zunächst den Text als solchen in weitgehend chronologischer Reihenfolge, zu analysieren und dieser genauen Betrachtung einige Erläuterungen zur Musik ergänzend hinzuzufügen. Dieses Verfahren erschien mir angemessen, da Maeterlincks Libretto in einer symbolischen und komplexen Sprache gehalten ist, die es erst zu entziffern gilt, um zu verstehen, wie und wo Debussy mit seiner Musik angesetzt hat.
Über den Text hinaus werden als Symbole die Krone und die Blindheit behandelt, wobei letztere anhand eines Vergleichs mit dem Volksmärchen „Rapunzel“ entschlüsselt wird. Anschließend werden die musikalischen Motive vorgestellt, die das Vorspiel und die erste Szene nachhaltig gestalten. Was die Harmonik betrifft, habe ich mich auf wenige, aber auffällige Beispiele beschränkt, die mir, auch im Zusammenhang mit dem zuvor untersuchten, besonders wichtig erscheinen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Golauds Monolog
- Mélisandes Entdeckung
- Die Krone
- Äußerlichkeiten
- Die Beziehung zwischen Mélisande und Golaud
- Rapunzel
- Motivik
- Das erste Motiv
- Das zweite Motiv
- Mélisandes Melodie
- Harmonik
- Mediantik
- Ganztonreihen
- Chromatik
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit analysiert die erste Szene des ersten Aktes von Debussys Oper "Pelléas et Mélisande". Ziel ist es, die Besonderheiten dieser Szene, insbesondere die Rolle des Monologs, die Symbolik und die musikalischen Elemente, herauszuarbeiten.
- Analyse der ersten Szene von "Pelléas et Mélisande"
- Untersuchung des Monologs und seiner Funktion in der Oper
- Entschlüsselung von Symbolen wie der Krone und der Blindheit
- Präsentation der musikalischen Motive
- Analyse harmonischer Besonderheiten
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den Rahmen der Arbeit dar und erklärt die Notwendigkeit, die Szene im Kontext des Gesamtwerks zu betrachten. Golauds Monolog wird analysiert, wobei die Funktion und Bedeutung des Selbstgesprächs im Kontext des dramatischen Geschehens und der Entwicklung des Monologs in der Geschichte des Theaters betrachtet werden. Die Entdeckung Mélisandes wird beleuchtet und die Funktion des weinenden Mädchens im weiteren Verlauf des Dramas angedeutet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen Oper, "Pelléas et Mélisande", erste Szene, Monolog, Symbolik, Krone, Blindheit, Rapunzel, musikalische Motive, Harmonik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der ersten Szene von „Pelléas et Mélisande“?
Die Szene zeigt die Begegnung von Golaud, der sich im Wald verirrt hat, mit dem geheimnisvollen, weinenden Mädchen Mélisande an einem Brunnen.
Welche Symbole sind in dieser Szene zentral?
Wichtige Symbole sind die verlorene Krone im Wasser (Verlust von Status/Vergangenheit) und das Motiv der Blindheit bzw. des Nicht-Sehens.
Wie setzt Debussy die Sprache Maeterlincks musikalisch um?
Debussy nutzt eine symbolistische Tonsprache, die den Text nicht übertönt, sondern durch subtile Motive und neuartige Harmonik (Ganztonreihen) untermalt.
Was hat das Märchen „Rapunzel“ mit der Oper zu tun?
Die Arbeit zieht Vergleiche zur Symbolik von Haaren und Isolation, um Mélisandes Charakter und ihre geheimnisvolle Herkunft zu deuten.
Welche harmonischen Besonderheiten zeichnen das Vorspiel aus?
Debussy verwendet Mediantik, Chromatik und Ganztonreihen, um eine traumartige, zeitlose Atmosphäre zu schaffen, die typisch für den Impressionismus ist.
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- Gislinde Nauy (Author), 2005, Debussy: Pelléas et Mélisande 1. Akt, 1. Szene, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51208