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Alternativwelten, Parasitismus und Amerikanismus in Philip K. Dicks "The Man in the High Castle"

Title: Alternativwelten, Parasitismus und Amerikanismus in Philip K. Dicks "The Man in the High Castle"

Term Paper (Advanced seminar) , 2018 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Marcel Brand (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Diese Arbeit ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Abschnitt wird zunächst das Genre der alternate histories vorgestellt, bevor eine genauere Zuordnung des Romans in eine der jeweiligen Untergruppen des Genres erfolgt. Danach werden die beiden in "The Man in the High Castle" vorkommenden Alternativwelten genauer dargestellt. Es wird der Frage nachgegangen, wie es in den einzelnen Welten überhaupt zu den geschilderten Geschehnissen kommen konnte. An dieser Stelle muss natürlich auch geprüft werden, ob es sich bei den Alternativwelten um realistische Parallelen handelt oder sie eine reine Utopie der Phantasie Dicks darstellen.

Im zweiten Teil liegt der Fokus vor allem auf dem Verhältnis zwischen den Besetzern und den Besetzten der PSA, dem japanischen Territorium an der Westküste Amerikas. Wie treten die jeweiligen Akteure beider Fraktionen zum Vorschein und wie groß ist der Einfluss, den die Japaner auf die Amerikaner ausüben? Wie sieht das Leben an der Westküste Amerikas aus? Wie finden sich die USA, die Kolonisatoren der Welt, in einem Zustand der Unterwürfigkeit zurecht?

Jeder von uns hat sich schon einmal mit dem Gedanken beschäftigt, wie sein Leben wohl verlaufen wäre, wenn er sich zu einem bestimmten Zeitpunkt anders verhalten hätte oder ein gewisses Ereignis nicht eingetreten wäre. Auch Philip K. Dick beschäftigt sich in seinem Roman "The Man in the High Castle" unter anderem mit dieser Thematik. Er beschreibt eine Welt, die von den Nazis und Japanern regiert wird. Die vorliegende Ausarbeitung untersucht daher unter anderem, wie unsere Welt hätte aussehen können, wenn sie dem Alternativverlauf der Geschichte Dicks gefolgt wäre.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Genre der Alternativweltgeschichte

3. Historischer Verlauf der Alternativwelt

3.1 Deutsch-japanische Herrschaft – Die Welt in The Man in the High Castle

3.2 Amerikanisch-britischer Kampf – Die Plage der Heuschrecken

3.3 Fiktion oder realistische Alternative?

4. Die Parasiten der PSA und das echte Amerika

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Philip K. Dicks Roman „The Man in the High Castle“ im Hinblick auf seine Alternativweltdarstellung sowie die sozio-politische Dynamik zwischen Besatzern und Besetzten. Das primäre Ziel ist es, die Plausibilität der fiktiven Geschichtsverläufe kritisch zu hinterfragen und die im Roman enthaltene tiefgreifende Kritik am amerikanischen Selbstverständnis und Imperialismus aufzudecken.

  • Analyse des Genres der Alternativweltgeschichte
  • Gegenüberstellung des fiktiven historischen Verlaufs mit der Realhistorie
  • Untersuchung der Parasitismus-Metaphorik innerhalb der Pacific States of America (PSA)
  • Kritische Reflexion des amerikanischen Exzeptionalismus und Imperialismus

Auszug aus dem Buch

Die Parasiten der PSA und das echte Amerika

In Dicks The Man in the High Castle wird uns ein dreigeteiltes Amerika präsentiert, wobei auffällt, dass der größte Teil der Handlung in der PSA stattfindet. In einem Gebiet, das die Japaner kolonisiert haben. Daher wirkt es ein wenig ironisch, dass gerade diese Besatzer, die durch den Leiter der Handelskommission Tagomi und die Kasouras repräsentiert werden, eher den Anschein erwecken, als wären sie es, die kolonisiert wurden. Sie haben sich der Sprache der Besetzten angepasst, interessieren sich in großem Maße für Objekte der amerikanischen Historie und besitzen christliche Namen wie Betty und Paul, die in ihrer eigenen Kultur unüblich sind. Sie sind somit perfekte Kopien der Amerikaner selbst, indem sie sich der Kultur der Besetzten unterworfen haben. In Hinblick auf den kolonisierten Status Amerikas bedeutet dies, dass das Land vom Spiegelbild seiner selbst okkupiert ist.

Das Problem Japans liegt einerseits darin, dass die meisten der Charaktere in The Man in the High Castle alt genug sind, um sich an die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und damit auch an die koloniale Vergangenheit Japans zu erinnern. Andererseits befindet sich das Land trotz seiner Stellung noch in einem unterentwickelten Zustand, was auch in der Unterhaltung zwischen Childan und Paul Kasoura deutlich wird, in welcher Paul die Massenproduktion des EdFrank-Schmucks empfiehlt: „Glücksbringer. […] Anhänger. Die von ärmeren Leuten getragen werden. Eine Serie von Amuletten, die […] im Orient angeboten werden. Wie Sie wissen, glauben die meisten Leute noch an Magie. An Beschwörungen und Zaubertränke.“ Paul drückt dadurch indirekt aus, dass Japan immer noch zu den unterentwickelten Ländern gehört, in denen billige und ungebildete Arbeitskräfte zu finden sind, wodurch es immer noch einem Land der Dritten Welt gleicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Alternativwelten ein und umreißt die Struktur der Arbeit, die sowohl die Genre-Einordnung als auch die Analyse des Machtverhältnisses in der PSA umfasst.

2. Das Genre der Alternativweltgeschichte: Dieses Kapitel definiert das Genre der „alternate histories“ und unterscheidet zwischen affirmativen und revisionistischen Ansätzen innerhalb der Science-Fiction-Literatur.

3. Historischer Verlauf der Alternativwelt: Hier werden die zwei im Roman vorkommenden Alternativweltgeschichten analysiert und ihre historische Plausibilität im Vergleich zur Realität geprüft.

3.1 Deutsch-japanische Herrschaft – Die Welt in The Man in the High Castle: Das Kapitel beschreibt die Machtverhältnisse der Achsenmächte in Nordamerika und die politischen Ereignisse, die zu ihrem Sieg geführt haben.

3.2 Amerikanisch-britischer Kampf – Die Plage der Heuschrecken: Diese Analyse widmet sich dem fiktiven Binnentext des Romans, in dem eine Welt dargestellt wird, in der die Alliierten den Krieg gewannen.

3.3 Fiktion oder realistische Alternative?: Hier erfolgt eine kritische Einordnung von Dicks Entwürfen und deren Abweichung von realhistorischen Fakten des Zweiten Weltkriegs.

4. Die Parasiten der PSA und das echte Amerika: Das Kapitel untersucht die kulturelle Mimikry der japanischen Besatzer und die ironische Identitätskrise der amerikanischen Ureinwohner.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht Dicks Intention, durch die Darstellung der Schattenseiten Amerikas eine kritische Auseinandersetzung mit dem modernen Imperialismus anzuregen.

Schlüsselwörter

Alternativweltgeschichte, Philip K. Dick, The Man in the High Castle, PSA, Imperialismus, Parasitismus, Amerikanischer Exzeptionalismus, Revisionismus, Science-Fiction, Geschichtsbilder, Identität, Zweiter Weltkrieg, Kulturkritik, Mimikry, historische Fiktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert Philip K. Dicks Roman „The Man in the High Castle“ und untersucht, wie der Autor durch die Konstruktion alternativer historischer Verläufe eine Gesellschaft und ihren Imperialismus kritisch hinterfragt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die Genreeinordnung der Alternativweltgeschichte, die Analyse der fiktiven Kriegsverläufe sowie die Untersuchung kultureller Identität und parasitischer Strukturen in besetzten Gebieten.

Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Dicks Roman als Spiegel der Realität fungiert und den Leser dazu auffordert, imperiale Tendenzen im eigenen Kulturkreis kritisch zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman durch historische Vergleiche und die Anwendung kulturwissenschaftlicher Theorieansätze (wie Mimikry und Kolonisation) deutet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem historischen Hintergrund der zwei im Roman präsenten Welten sowie eine Untersuchung der Identitätsverluste und Machtverhältnisse in der PSA.

Was charakterisiert die Arbeit inhaltlich?

Die Arbeit zeichnet sich durch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff des Amerikanismus aus und verknüpft literarische Fiktion konsequent mit realhistorischen Machtstrukturen.

Warum spielt die Figur des Robert Childan eine so große Rolle?

Childan fungiert als Vermittler und Paradebeispiel für die kulturelle Entfremdung und Kommerzialisierung amerikanischer Identität, was ihn zu einem zentralen Untersuchungsobjekt für den Parasitismus-Begriff macht.

Inwiefern beeinflusst die „utopia within the dystopia“ die Kernaussage?

Dieses erzählerische Element innerhalb des Romans dient als radikale Kritik am Verhalten der USA nach dem Zweiten Weltkrieg und entlarvt den amerikanischen Exzeptionalismus als ideologische Verzerrung.

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Details

Title
Alternativwelten, Parasitismus und Amerikanismus in Philip K. Dicks "The Man in the High Castle"
College
University of Mannheim
Grade
2,0
Author
Marcel Brand (Author)
Publication Year
2018
Pages
24
Catalog Number
V512119
ISBN (eBook)
9783346089045
ISBN (Book)
9783346089052
Language
German
Tags
alternativwelten parasitismus amerikanismus philip dicks high castle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcel Brand (Author), 2018, Alternativwelten, Parasitismus und Amerikanismus in Philip K. Dicks "The Man in the High Castle", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512119
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