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Tod, Angst und die Unterwelt im Eneasroman von Heinrich von Veldeke

Titel: Tod, Angst und die Unterwelt im Eneasroman von Heinrich von Veldeke

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 15 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Marcel Brand (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept der Wiedergeburt und den Begriffen Angst und Tod. Hierfür bezieht sich der Autor auf den Eneasroman von Heinrich von Veldeke. Es erfolgt eine Fixierung auf Eneas Gang durch die Unterwelt. Zunächst wird der Unterweltsgang in verkürzter Form dargestellt, woraufhin Unterschiede zwischen dem Eneasroman und seinen beiden Vorlagen, der "Aeneis" von Vergil und dem "Roman d’Eneas" eines unbekannten französischen Mittelalterautors, aufgezeigt und analysiert werden. Zum Abschluss des ersten Bereiches erfolgt eine sachliche Auseinandersetzung mit den Seelenvorstellungen zu Zeiten Vergils und Veldekes, wobei die unterschiedlichen Konzepte durchleuchtet werden. Der zweite Themenbereich beschäftigt sich mit der Materie der Angst. Bevor eine gezielte Untersuchung des besagten Romanabschnittes in Bezug auf diese Thematik erfolgt, wird der im Mittelalter vorherrschende Umgang nahegelegt. Dabei wird auch auf Erzählstrukturen Rücksicht genommen.

Das Konzept der Wiedergeburt wird schon seit jeher in religiösen Kreisen diskutiert und kritisiert. Hiermit eng verbunden sind auch die Begriffe Angst und Tod, denn wer dem Tod nahe steht, spürt zumeist auch eine omnipotente Gegenwart von Angst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Veldekes Unterwelt

2.1 Der Gang durch die Unterwelt

2.2 Die Unterschiede der Unterwelt im Eneasroman zur Unterwelt der Aeneis und des Roman d’Eneas

2.3 Die Seelenvorstellungen

3. Darstellung von Angst

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung des Unterweltsgangs im Eneasroman von Heinrich von Veldeke unter besonderer Berücksichtigung der Adaption antiker Stoffe in den mittelalterlichen Kontext sowie der spezifischen Inszenierung von Angst des Helden.

  • Analyse der Transformation antiker Unterweltmotive für ein mittelalterliches Publikum
  • Vergleich der Unterweltskonzepte bei Vergil, im Roman d’Eneas und bei Veldeke
  • Untersuchung mittelalterlicher Seelen- und Jenseitsvorstellungen
  • Erforschung der narrativen Funktionen von Angst in der höfischen Epik

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Gang durch die Unterwelt

Tod - ein kurzes, aber doch so vielsagendes Wort, das zumeist mit großer Ehrfurcht verbunden ist. Es beschreibt das Ende des irdischen Lebens eines jeden Menschen, unabhängig davon, was dieser über die Zeit nach dem Tod denkt.

Auch Eneas, der Protagonist in Heinrich von Veldekes Eneasroman, sieht auf seiner Reise öfteren mit dem Tod konfrontiert. Am deutlichsten geschieht dies wohl während seines Gangs durch die Unterwelt, bei welchem er durch die Seherin Sybille geleitet wird (vgl. ER 2881 – 3739). Bevor er jedoch die Unterwelt betritt, muss er den Göttern ein Opfer bringen und mit einigen Besonderheiten ausgestattet werden. Zunächst isst er ein Kraut und verwendet eine Salbe, so dass er gegen den beißenden Gestank, den Rauch und das Höllenfeuer geschützt ist (vgl. ER 2884ff.). Weiterhin führt er ein leuchtendes Schwert mit sich, das sie in der Finsternis sicher leiten soll (vgl. ER 2872ff.). Auffällig hierbei sind die explizit genannten und wiederkehrenden Kennzeichen der Unterwelt, wie Gestank, Feuer und Finsternis, die erste Attributionen zur christlichen Höllenvorstellung aufweisen.

Um die Unterwelt zu betreten, steigen die beiden einen breiten, langen und düsteren Krater herab, an dessen Boden ein glühender Strom fließt. Dort finden sie auch eine große, nackte Menschenmenge vor, die weinend und im Eis umherirrend von Drachen, Löwen, Schlangen und Leoparden unter großem Leid zerfleischt wird. Es handelt sich hierbei um die Menschen, die ihr irdisches Leben durch einen Selbstmord beendet haben und daher in der Unterwelt zunächst so lange dafür büßen müssen, bis ihre Sünden getilgt sind und sie somit übers Wasser gesetzt werden können (vgl. ER 2984 ff.). Hierbei ist vom angrenzenden Fluss Phlegethon die Rede, der nur mithilfe des grauenerregenden Fährmanns Charon und dessen Schiff überquert werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die thematische Fokussierung auf den Eneasroman und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Angst- und Todeskonzeption im Mittelalter.

2. Veldekes Unterwelt: Dieses Kapitel analysiert den physischen Gang durch die Unterwelt und arbeitet die Unterschiede zwischen Veldekes Fassung und den antiken sowie altfranzösischen Vorlagen heraus.

2.1 Der Gang durch die Unterwelt: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert die Stationen des Eneas in der Unterwelt und identifiziert christlich geprägte Motive wie Feuer, Finsternis und Fegefeuer-ähnliche Zustände.

2.2 Die Unterschiede der Unterwelt im Eneasroman zur Unterwelt der Aeneis und des Roman d’Eneas: Hier werden die Gründe für narrative Abweichungen, wie der Mangel an antikem Hintergrundwissen und die notwendige Anpassung an christliche Dogmen, erörtert.

2.3 Die Seelenvorstellungen: Dieser Teil beleuchtet die theologische Transformation der antiken Seelenlehre (Stoa) in eine christlich akzeptable Form im Eneasroman.

3. Darstellung von Angst: Hier wird untersucht, wie der Autor das Gefühl der Angst als menschliche Reaktion auf das Unbekannte nutzt, ohne den Helden als feige darzustellen.

4. Fazit: Die Zusammenfassung unterstreicht den Erfolg Veldekes, antike Stoffe erfolgreich in den gesellschaftlich-kulturellen Rahmen des Mittelalters zu integrieren.

Schlüsselwörter

Eneasroman, Heinrich von Veldeke, Unterwelt, Aeneis, Mittelalter, Todeskonzept, Seelenvorstellung, Angst, Literaturanalyse, Adaption, Christianisierung, Höllenvorstellung, Vergils Aeneis, Heldenepik, Selbstmord.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Heinrich von Veldeke den antiken Unterweltsstoff in seinem Eneasroman verarbeitet und dabei sowohl die geistesgeschichtlichen Rahmenbedingungen als auch die literarische Darstellung von Angst reflektiert.

Welche Themenfelder stehen dabei im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Transformation antiker Jenseitsvorstellungen in christliche Konzepte, die literarische Charakterisierung des Helden Eneas und die Funktion von Angst in der mittelalterlichen Epik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Veldeke durch gezielte Umdeutungen und Anpassungen an zeitgenössische Normen ein antikes Epos für ein mittelalterliches Publikum anschlussfähig und verständlich machte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die durch einen komparatistischen Ansatz die Fassungen von Veldeke mit denen von Vergil und dem Roman d’Eneas vergleicht.

Was ist der Inhalt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung des Unterwelt-Motivs, eine Analyse der Differenzen zwischen den Textfassungen, die Untersuchung der Seelentheorie und die Analyse der Darstellung von Angst beim Helden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Schlagworten zählen Eneasroman, Christianisierung, Unterwelt-Motiv, Rezeptionssteuerung und die höfische Heldenkonzeption.

Warum wird die Angst des Helden Eneas im Text so betont?

Die Angst wird nicht als Schwäche interpretiert, sondern als menschliche Reaktion auf das Unheimliche und als Instrument, um die Größe des Unbekannten für den Leser greifbar zu machen.

Wie unterscheidet sich Veldekes Konzept der Unterwelt von dem Vergils?

Veldeke tilgt antike Vorstellungen, die mit dem christlichen Glauben inkompatibel sind, und ersetzt diese durch eigene, zeitgenössische Konstruktionen, wie beispielsweise Anleihen an ein Fegefeuer-Konzept.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Tod, Angst und die Unterwelt im Eneasroman von Heinrich von Veldeke
Hochschule
Universität Mannheim
Note
2,3
Autor
Marcel Brand (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V512136
ISBN (eBook)
9783346088109
ISBN (Buch)
9783346088116
Sprache
Deutsch
Schlagworte
angst unterwelt eneasroman heinrich veldeke
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Brand (Autor:in), 2016, Tod, Angst und die Unterwelt im Eneasroman von Heinrich von Veldeke, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512136
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Leseprobe aus  15  Seiten
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