In der folgenden Hausarbeit sollen zwei Romane des 20. Jahrhunderts, "Berlin Alexanderplatz" (abgekürzt durch BA) von Alfred Döblin und "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" (abgekürzt durch KB) von Heinrich Böll, unter dem Aspekt der "Rolle der Zeitungen" analysierend miteinander verglichen werden. In der Arbeit werde ich zunächst einmal einen einleitenden Überblick über die Geschichte der Presse geben, anschließend die Begriffe "Zeitung" und Zeitschrift definieren und darauf in einer vergleichenden werkimmanenten Untersuchung die beiden Romane unter frei ausgewählten Fragestellungen analysieren: a) In welchem Umfang kommen Zeitungen und Zeitschiften in den Romanen vor? b)Wie das Thema "Zeitung" grafisch-typologisch umgesetzt? c)Welche Funktionen üben die Zeitungen und Zeitschriften inhaltlich und in der Erzählstruktur aus?
Hiernach soll eine Hypothese aufgestellt werden, zur Rolle der Zeitungen und Zeitschriften in beiden Werken. Erst im Nachgang sollen die dabei gewonnenen Ergebnisse in den jeweiligen literaturgeschichtlichen und biografischen Hintergrund gestellt bwz. mit den zuvor dargestellten Informationen über die Pressegeschichte und Zeitung allgemein in Beziehung gebracht werden.Abschließend werde ich dann diese Hypothese in einer werkübergreifenden Einbettung in die literarischen, geschichtlichen und autobiografischen Hintergründe überprüfen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Überblick über das Thema „Zeitung“
1.1. Kurze Geschichte der Presse
1.2. Definition der Begriffe „Zeitung“ und „Zeitschrift“
2. Werkimmanente vergleichende Untersuchung von Berlin Alexanderplatz und Die verlorene Ehre der Katharina Blum:
2.1. Zur Quantität von Zeitungen und Zeitschriften (Vorkommen und Umfang)
2.2. Zur typografisch-stilistischen Umsetzung
2.3. Zur Funktion der Zeitungen und Zeitschriften ^
2.3.1. Zur inhaltlichen Funktion der Zeitungen und Zeitschriften
2.3.2. Zur Funtktion der Zeitungen und Zeitschriften in der Erzählstruktur
2.4. Hypothese zur Rolle der Zeitungen und Zeitschriften in beiden Werken
3. Werkübergreifende Untersuchung
4. Fazit
5. Anhang
5.1. Chronologie deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften
5.2. Chronologische Übersicht über die genannten Zeitungen in Berlin Alexanderplatz
5.3. Chronologische Übersicht über die genannten Zeitschriften in Berlin Alexanderplatz
5.4. Übersicht über weitere genannte Schriften in Berlin Alexanderplatz
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vergleicht Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz und Heinrich Bölls Die verlorene Ehre der Katharina Blum unter dem Aspekt der Rolle von Zeitungen. Ziel ist es, die gegensätzlichen medialen Ausgangslagen – eine mediale Pluralität in der Weimarer Republik gegenüber einer dominanten Boulevardzeitung in den 1970er Jahren – zu analysieren und deren Einfluss auf die Erzählstruktur und die Darstellung der Gesellschaft zu untersuchen.
- Historische Entwicklung der Presse und Differenzierung zwischen Zeitung und Zeitschrift.
- Vergleichende Untersuchung zur Frequenz und Funktion von Presseerzeugnissen in beiden Romanen.
- Analyse der typografisch-stilistischen Einbindung fiktiver Zeitungstexte als Montagestil oder Stilmittel.
- Kritische Auseinandersetzung mit der Macht der Presse und dem journalistischen Sensationalismus.
- Die Rolle der Presse als Systemkontrollorgan und deren politisches Missbrauchspotenzial.
Auszug aus dem Buch
2.3.2. Zur Funktion der Zeitungen und Zeitschriften in der Erzählstruktur
Döblin setzt Techniken und Sprachstil der Zeitungen und Zeitschriften geschickt ein, um das moderne Chaos in der Großstadt darzustellen. Die eingesetzten Artikel, Schlagzeilen und Phrasen aus der Presse sind also Teil des Montagestils, welche - wie bereits in 2.2. festgestellt - nicht typografisch hervorgehoben sind, sondern optisch fließend mit den anderen umgangs-sprachlichen, Lied- und Versatzstücken verbunden sind. Hierdurch erreicht der Autor eine futuristische, avantgardistische und surrealistische Wirkung. Die Nachrichten sind dabei das einzige dokumentaristische Mittel und haben mit ihrer expressionistischen Tendenz eine sehr wichtige Funktion. Die verschiedenen Texte, die eingesetzt wurden bewirken zudem eine hohe Intertextualität.
In KB sind Inhalt und Erzählstruktur so eng miteinander verwoben, dass eine gesonderte Betrachtung hier nicht sinnvoll ist und ich darum beides zusammen betrachten werde.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung stellt die beiden Romane vor und definiert das Forschungsziel, die Rolle der Presse in einem diachronen Vergleich zwischen Döblins Weimarer Republik und Bölls 70er-Jahre-Gesellschaft zu beleuchten.
1. Überblick über das Thema „Zeitung“: Dieses Kapitel liefert eine historische Einordnung der Presseentwicklung und definiert die fachlichen Unterschiede zwischen Zeitungen und Zeitschriften.
2. Werkimmanente vergleichende Untersuchung von Berlin Alexanderplatz und Die verlorene Ehre der Katharina Blum:: Hier werden die Romane detailliert hinsichtlich der Quantität, Typografie und Funktion von Presseerzeugnissen sowie deren Auswirkung auf die erzählte Welt untersucht.
3. Werkübergreifende Untersuchung: Dieses Kapitel bettet die literarischen Befunde in den historischen und gesellschaftlichen Kontext der jeweiligen Epochen ein, insbesondere in die Presselandschaft Berlins der 20er Jahre und die 70er-Jahre-Debatte um Gewalt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und warnt vor der fortschreitenden Verarmung der Presselandschaft durch Monopolbildungen und politische Einflussnahme.
5. Anhang: Der Anhang bietet ergänzende chronologische Übersichten zur Pressegeschichte sowie Auflistungen der im Roman Berlin Alexanderplatz zitierten Printmedien.
Schlüsselwörter
Zeitung, Zeitschrift, Berlin Alexanderplatz, Die verlorene Ehre der Katharina Blum, Pressegeschichte, Boulevardpresse, Medienanalyse, Montagestil, Sensationalismus, Meinungsfreiheit, Weimarer Republik, Neue Subjektivität, Journalismus, Massenmedien, Pressepluralität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die mediale Darstellung von Zeitungen und Zeitschriften in den Romanen von Alfred Döblin und Heinrich Böll, um den Wandel der Medienrolle im 20. Jahrhundert aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Pressegeschichte, die Funktion von Printmedien als stilistisches Mittel in der Literatur sowie die gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit Journalismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die mediale Pluralität in Döblins Roman der 20er Jahre der dominanten, manipulativen Presse in Bölls Erzählung aus den 70er Jahren gegenüberzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende, werkimmanente Untersuchung durchgeführt, die durch eine Analyse des historischen Hintergrunds und der Biografie der Autoren ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Häufigkeit, die typografische Gestaltung sowie die inhaltliche und erzähltechnische Funktion von Zeitungstexten in beiden Werken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Medienpluralität, Sensationalismus, Montagestil, Boulevardpresse und der Wandel der Pressefreiheit.
Wie unterscheidet sich die mediale Ausgangslage in beiden Romanen?
In Berlin Alexanderplatz findet sich eine Vielzahl verschiedener Zeitungen als Spiegel einer pluralistischen Großstadtkultur, während in Katharina Blum eine einzelne, übermächtige „ZEITUNG“ als manipulativen Auslöser der Handlung fungiert.
Welche Rolle spielen die fiktiven Zeitungstexte in Bölls Werk?
Die Zeitungsartikel in Bölls Roman dienen als Instrument, um Machtmissbrauch durch Boulevardpresse zu entlarven und das Spannungsverhältnis zwischen Sprache und Wirklichkeit im Rechtsstaat zu problematisieren.
- Quote paper
- Stefanie Müller (Author), 2006, Die Rolle der Zeitung in Alfred Döblins 'Berlin Alexanderplatz' und Heinrich Bölls 'Die verlorene Ehre der Katharina Blum', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51218