Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Lehrerhandeln und Lehrerprofessionalität und untersucht den Expertiseansatz zu diesem Forschungsgebiet sowie den Kompetenzansatz. Dazu wird auch die COACTIV-Studie vorgestellt. Jeder hat in seiner Schulzeit eine Vielzahl an Lehrkräften im Unterricht erlebt. Einige sind als gute Lehrer in Erinnerung geblieben, zum Beispiel aufgrund ihrer Eigenschaften oder ihres Umgangs mit den Schülern. Doch im Hinblick auf die unterschiedlichsten Lehrer und die vielen verschiedenen Charaktere und Vorgehensweisen stellt sich für uns als Studenten und später als angehende Lehrkräfte die große Frage: Was macht eine Lehrkraft erfolgreich? Wie schafft sie es, ihren Beruf zu meistern und welche Fähigkeiten und Eigenschaften braucht sie dafür? Im Folgenden wird deshalb genauer beleuchtet, was man unter Lehrerprofessionalität versteht und auf verschiedene Ansätze aus der Forschung eingegangen.
Kunter und Pohlmann definieren professionelle Kompetenz oder Lehrerprofessionalität als "die persönlichen Voraussetzungen für die erfolgreiche Bewältigung spezifischer beruflicher Aufgaben. Dabei sind speziell Merkmale gemeint, die veränderbar sind und sich im Verlauf der beruflichen Ausbildung und Karriere weiterentwickeln können." Im Hinblick auf den Lehrerberuf betreffen dies die Kompetenzaspekte Wissen, Überzeugungen, Motivation und selbstregulative Fähigkeiten. In der Forschung unterscheidet man drei Ansätze mit teils verschiedenen Annahmen zur Lehrerprofessionalität: den Persönlichkeitsansatz, den Expertiseansatz und den Kompetenzansatz. Der Persönlichkeitsansatz geht vor allem davon aus, dass Lehrkräfte dann erfolgreich sind, wenn sie bestimmte Eigenschaften oder Talente haben. Dazu zählen zum Beispiel Humor oder hohes Engagement. Aufgrund dessen ist dieser Ansatz kritisiert worden, denn die Lehrerbildung will kompetente und erfolgreiche Lehrkräfte ausbilden. Da aber persönliche Eigenschaften schwer veränderbar sind, wäre die Ausbildung mehr oder weniger nicht möglich und man müsste für den Beruf sozusagen gemacht sein. Im Folgenden werden deshalb der Expertiseansatz und der Kompetenzansatz genauer dargelegt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Allgemeines
3 Der Expertiseansatz
3.1 Expertise von Lehrkräften
3.2 Entwicklung von Lehrerexpertise
4 Der Kompetenzansatz
4.1 Empirische Studien der Kompetenzforschung
4.1.1 Die COACTIV-Studie
4.2 Wissen
4.3 Überzeugungen
4.3.1 Überzeugungen über das Selbst
4.3.2 Überzeugungen über Schüler
4.3.3 Überzeugungen über Lehren und Lernen
5 Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentralen Merkmale von Lehrerprofessionalität und geht der Forschungsfrage nach, welche Fähigkeiten, Eigenschaften und kognitiven Voraussetzungen eine Lehrkraft erfolgreich machen, um ihren Berufsalltag professionell zu meistern.
- Unterscheidung der Ansätze zur Lehrerprofessionalität (Persönlichkeits-, Expertise- und Kompetenzansatz)
- Analyse der Entwicklung von Lehrerexpertise im Verlauf der beruflichen Laufbahn
- Untersuchung von Professionswissen (fachlich, fachdidaktisch, curricular und allgemein-pädagogisch)
- Evaluierung der Bedeutung von Lehrüberzeugungen (Selbstwirksamkeit, Erwartungen an Schüler, lerntheoretische Überzeugungen)
- Diskussion empirischer Erkenntnisse, insbesondere der COACTIV-Studie
Auszug aus dem Buch
3.1 Expertise von Lehrkräften
König (2016, S.128) definiert Experten als Personen, die „nachweislich […] herausragende Leistungen in typischen Aufgabenfeldern einer Domäne […] wiederholt über längere Zeit erbringen.“ Diese Domänen können zum Beispiel in der Musik oder der Medizin liegen oder eben auch auf die Lehrperson bezogen werden. Beim Expertiseansatz geht man davon aus, dass das Wissen die Grundlage des Handelns bildet (ebd.). Somit sind vor allem die kognitiven Voraussetzungen der Lehrpersonen im Fokus (Zlatkin-Troitschanskaia, Kuhn & Brückner, 2013, S.7). In der Lehrer- und Unterrichtsforschung spricht man auch vom sogenannten Experten-Paradigma. Dieses betrachtet die Lehrperson im Ganzen und spezialisiert sich nicht nur auf Teilfähigkeiten.
Neben dem Wissen als Grundlage dieses Ansatzes spielt auch das Können der Lehrkraft eine besondere Rolle. Diese beiden Aspekte sind besonders für die Bewältigung zentraler Aufgaben von Nöten. Das ist ein entscheidender Unterschied zum Persönlichkeitsansatz, denn Wissen und Können sind keine stabilen und angeborenen Merkmale, sondern können über viele Jahre hinweg erworben werden (König, 2016, S.128). Um jedoch überhaupt feststellen zu können, ob eine Lehrperson ein Experte ist oder nicht, muss man sie mit sogenannten Novizen vergleichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Untersuchung und stellt die zentrale Frage nach dem erfolgreichen Lehrerhandeln sowie den benötigten Fähigkeiten.
2 Allgemeines: Dieses Kapitel definiert professionelle Kompetenz und führt in die drei Hauptansätze der Forschung (Persönlichkeits-, Expertise- und Kompetenzansatz) ein.
3 Der Expertiseansatz: Hier wird der Fokus auf kognitive Voraussetzungen und die Entwicklung von Lehrerexpertise im Vergleich zwischen Novizen und Experten gelegt.
4 Der Kompetenzansatz: Dieser Abschnitt erläutert die Komponenten Wissen und Überzeugungen im Detail, ergänzt durch empirische Erkenntnisse aus der COACTIV-Studie.
5 Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Lehrerprofessionalität von vielfältigen Faktoren abhängt und die identifizierten Merkmale eng miteinander verknüpft sind.
Schlüsselwörter
Lehrerprofessionalität, Lehrerhandeln, Expertiseansatz, Kompetenzansatz, Professionelles Wissen, Fachwissen, Fachdidaktisches Wissen, Selbstwirksamkeit, Lehrererwartungen, COACTIV-Studie, Novizen, Experte, Unterrichsqualität, Lernerfolg, Lerntheorien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Lehrerprofessionalität und analysiert, welche Merkmale und Kompetenzen erfolgreiches Lehrerhandeln auszeichnen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind der Expertiseansatz, der Kompetenzansatz, die Struktur von Professionswissen sowie die Bedeutung von persönlichen Überzeugungen und Einstellungen von Lehrkräften.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die Forschungsansätze zu verstehen, die erklären, was eine Lehrkraft erfolgreich macht und wie sich professionelle Kompetenzen im Laufe der Karriere entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich aktueller bildungswissenschaftlicher Theorien und empirischer Studien wie der COACTIV-Studie.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Unterschiede zwischen Expertise- und Kompetenzansatz, die Klassifikation von Lehrerwissen sowie verschiedene Bereiche von Überzeugungen über das Selbst, Schüler und Lernprozesse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Wesentliche Begriffe sind Lehrerprofessionalität, Professionswissen, Lehrerexpertise, Selbstwirksamkeit und der konstruktivistische Lehransatz.
Was unterscheidet einen Experten von einem Novizen im Lehrerberuf?
Experten zeichnen sich durch automatisierte Routinen, eine verbesserte kategoriale Wahrnehmung von Unterrichtssituationen und die Fähigkeit aus, flexibel auf die Multidimensionalität des Unterrichts zu reagieren.
Welche Rolle spielt die COACTIV-Studie für die vorliegenden Ergebnisse?
Die COACTIV-Studie liefert empirische Belege für die Bedeutung von fachlichem und fachdidaktischem Wissen für den Unterrichtserfolg und die kognitive Aktivierung von Schülern.
Warum ist die Untersuchung von Überzeugungen so wichtig?
Überzeugungen beeinflussen maßgeblich das tatsächliche Handeln der Lehrkraft im Unterricht; daher ist ihre Reflexion für die Lehrerprofessionalität von entscheidender Bedeutung.
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- Anonym (Author), 2018, Lehrerhandeln und Lehrerprofessionalität. Was macht eine Lehrkraft erfolgreich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512184