Sprechakttheorie nach John Langshaw Austin und John Rogers Searle


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019

27 Seiten, Note: 1.7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Hintergrund
1.2 Vergleichsmaterial

2. Forschungsgegenstand der Sprechakttheorie
2.1 Pragmatik: eine kontext- und benutzerabhängige Teildisziplin der Linguistik
2.2 Sprechakt als die Einheit der sprachlichen Kommunikation
2.3 Diagramm des Forschungsgegenstandes

3. Konstative und Performative
3.1 Zwei Kriterien von Austin: Wahrheitsbedingung und Unglücksfälle..
3.2 Misserfolg des Dualismus
3.3 Indirekter Beweis von Searle

4. Wie kann man einen Sprechakt richtig vollziehen?
4.1 Austins Kriterium für Unglücksfälle
4.2 Fünf Kriterien von Searle
4.3 Der Kontrast zwischen Searles Kriterien und dem Bewertungsprogramm

5. Aufbau für Sprechakt bei Austin
5.1 Aufbau für Sprechakt bei Searle
5.2 Perlokutionärer Akt

6. Die Taxonomien illokutionärer Akte von Austin
6.1 Die Taxonomien illokutionärer Akte von Searle

7. Zus ammenfas sung

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Hintergrund

Wahrheit ist ein immer wiederkehrendes Thema in der Philosophie: Gegenstände, die man als „wahr” oder „nicht wahr” einstufen kann, sind für Philosophen besonders interessant. Einer davon ist die Aussage. Man kann durch den Vergleich zwischen einer Aussage und der Welt die Wahrheit eines Satzes überprüfen. Deshalb haben Philosophen lange nach einer Bedingung gesucht, auf deren Basis man feststellen kann, ob eine Aussage wahr oder nicht wahr ist. Diese Bedingung wurde als „Wahrheitsbedingung” bezeichnet. Nach Meinung von damaligen Philosophen haben Aussagen nur eine Beschreibungsfunktion. Das heißt, dass eine Aussage oder eine Äußerung unbedingt etwas beschreibt. Und diese Beschreibung muss entweder echt oder unecht sein. Diese Ansicht ist aber einseitig. John L. Austin hat in seiner Vorlesung daher aufgezeigt, dass die Definition für Aussagen oder Aussagesätze nicht zufriedenstellend ist. Die Philosophen haben oft ,,Äußerung” oder direkt ,,Satz” statt ,,Aussage” benutzt, obwohl diese Begriffe nicht gleichbedeutend sind. Außerdem hat Austin auch angemerkt, dass nicht alle Aussagen unbedingt etwas beschreiben oder behaupten. Ihre Funktion besteht eher darin, etwas zu tun - zu denken ist an den Vollzug einer Handlung. Austin hat in seiner Vorlesung Trauung, Taufe, Testament und Wette als Beispiele verwendet. Mal angenommen, dass bei einer Trauung die Neuvermählten zueinander ,,Ja, ich will” sagen: Diese Aussage beschreibt oder verkündet die Hochzeit nicht. Stattdessen wird dadurch eine Handlung (heiraten) vollzogen. Diese Idee entstammt der sogenannten Sprechakttheorie. Die Grundidee ist dabei: Etwas zu sagen = etwas zu tun.

Austin hat die Gedanken seiner zeitgenössischen Philosophen stark kritisiert. Dadurch hat er auch die Entwicklung der Sprachwissenschaft gefördert. Diesbezüglich folgte ihm sein Student John R. Searle. Er hat die Sprechakttheorie auf eine wissenschaftlichere Weise verbessert. Dies gilt insbesondere für die Klassifikation von Sprechakten.

1.2 Vergleichsmaterial

In dieser Hausarbeit werde ich zuerst anhand des Buches Zur Theorie der Sprechakte (How to do things with Words) (Austin 1986) einige wichtige Gedanken von Austin erklären. Dieses Buch enthält Austins 12 Vorlesungen im Rahmen der William James Lectures an der Harvard Universität im Jahre 1995 (nach Urmson 1986: 21). Obwohl dieses Buch nur eine Sammlung von Austins Vorträgen ist, deren Inhalte noch nicht gut bearbeiten konnte, sind viele Gedanken darin beispiellos. Aber der Nachteil besteht darin, dass Austin seine Theorie während der Vorlesungen mehrmals korrigiert und verbessert hat. Das heißt, dass manche Ideen noch unreif und sogar inkonsequent sind. Trotzdem ist die Denkweise von Austin sehr lehrreich. Aus diesem Grunde werde ich Austins Vorlesungen der Reihe nach mit Searles Theorie vergleichen. Und zwar fange ich in Kapitel 3 mit dem Vergleich zwischen Konstative und Performative an. Anschließend erkläre ich in Kapitel 4, wie man einen Sprechakt vollziehen kann - welche Voraussetzungen muss die Aussage dabei erfüllen? Danach vergleiche ich in Kapitel 5 Austins drei Teilakte der Sprechakts (Aufbau für Sprechakt) mit Searles vier Teilakten des Sprechakts. Schließlich erkläre ich in Kapitel 6 die Unterschiede zwischen Austins und Searles Taxonomie der illokutionären Akte.

Das Vergleichsmaterial von Searle sind Sprechakte, ein sprachphilosophischer Essay (Kapitel 1-3) und Ausdruck und Bedeutung, Untersuchungen zur Sprechakttheorie (Kapitel 1).

2. Forschungsgegenstand der Sprechakttheorie

Bevor ich die Sprechakttheorie von Austin und von Searle vergleiche, muss ich kurz den Forschungsgegenstand erklären. Obwohl Searle seine Forschungen der Sprachphilosophie zugeordnet hat, wurden sie häufig als Teildisziplin der Pragmatik verwendet. Deshalb werde ich hier aus synchroner sprachwissenschaftlicher Perspektive analysieren. Zuerst habe ich die Teildisziplinen der Sprachwissenschaft - wie in der unteren Abbildung dargestellt - sortiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie im oberen linken Schema gezeigt, sind Disziplinen wie Phonologie, Morphologie, Semantik usw. weniger abhängig von den Benutzern. Manche Untersuchung darüber kann sich sogar von den Benutzern trennen. Im Gegensatz dazu ist die Pragmatik mehr von den Nutzern abhängig.

2.1 Pragmatik: eine kontext- und benutzerabhängige Teildisziplin der Linguistik

Pragmatik und Semantik beziehen sich beide auf die Bedeutung des Zeichens. Was unterscheidet dann diese beiden Bereiche? Die Antwort ist im Gebrauch von Zeichen zu suchen.

„Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache” (Wittgenstein 2004: 216). Das Wort „einst” kann z.B. ganz unterschiedlich benutzt werden.

(1) Auf diesem Schloss lebte einst ein König. (Synonym von früher)
(2) Einst wird der Tag kommen, an dem wir uns wieder sehen. (Synonym von künftig)1

Diese Beispiele zeigen die dynamische Eigenschaft des Gebrauchs des Zeichens auf. Im Gegensatz dazu untersucht man in der Semantik die abstrakten, stabilen, textunabhängigen Eigenschaften der Zeichen. Es geht dabei um den Bereich von Saussures langue. In der Pragmatik erforscht man eher die konkreten, dynamischen, kontextabhängigen Merkmale - hier steht der Bereich parole im Mittelpunkt. Dieser Punkt ist auch für die Sprechakttheorie relevant: „Letzten Endes gibt es nur ein wirkliches Ding, um dessen Klärung wir uns bemühen, und das ist der gesamte Sprechakt in der gesamten Redesituation” (Austin 1986: 166). Das heißt, dass man sich bei der Untersuchung der Sprechakte nicht nur auf die Handlung allein konzentriert. Die bestimmte Szene (Kontext), in welcher der Sprechakt vollzogen wird, wird auch beobachtet.

Anschließend erkläre ich die rechte Hälfte des Schemas. Mithilfe des semiotischen Dreiecks von Morris kann man den Gegenstand der Pragmatik besser verstehen. Eine Forschungsrichtung, die letzterer zuzuordnen ist, widmet sich der Untersuchung des Verhältnisses zwischen Symbol und Zeichenträger. Für die Sprechakttheorie sind offensichtlich der Sprecher und die akustischen Zeichen interessanter. Aber welche Rolle spielen der Zeichenträger und das Zeichen in einem Sprechakt? Aus meiner Sicht ist die Definition von Karl Bühler am nachvollziehbarsten: ,,Die Sprache sei ein Organum (Werkzeug), um einer dem anderen etwas mitzuteilen über die Dinge” (Bühler 2000: 51). Da die Sprache ein Werkzeug wie ein Hammer, Essstäbchen oder eine Maschine sei, muss man auch bestimmte Regeln einhalten, um sie richtig zu benutzen. Diese Regeln hat Austin zuerst aufgelistet - später wurden sie von Searle verbessert (siehe 4. Kapitel).

2.2 Sprechakt als die Einheit der sprachlichen Kommunikation.

In der Phonologie ist das Phonem die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit. In der Morphologie ist dies das Morphem (nach Bünting 1996: 97). Die oben genannte Einheit ist einfach wahrzunehmen. Aber für den Sprechakt ist dies viel schwieriger:

Die Grundeinheit der sprachlichen Kommunikation ist nicht, wie allgemein angenommen wurde, das Symbol, das Wort oder der Satz, oder auch das Symbol-, Wort- oder Satzzeichen, sondern die Produktion oder Hervorbringung des Symbols oder Wortes oder Satzes im Vollzug des Sprechaktes. Das Zeichen als Mitteilung aufzufassen bedeutet, es als Produziertes oder hervorgebrachtes Zeichen aufzufassen. Genauer: die Produktion oder Hervorbringung eines Satzzeichens unter bestimmten Bedingungen stellt einen Sprechakt dar, und Sprechakte (bestimmter, später zu erklärender Art) sind die grundlegenden oder kleinsten Einheiten der sprachlichen Kommunikation. (Searle 1983: 30)

2.3 Diagramm des Forschungsgegenstandes

Die Erklärung von Searle ist abstrakt. Gibt es vielleicht eine strukturalistische intuitive Methode, um die Beziehung zwischen der Redesituation (Kontext), dem Sprecher, dem Werkzeug (Zeichen), der Nutzregel und dem Sprechakt aufzuzeigen? An dieser Stelle werde ich unser schwer verständliches Forschungsobjekt durch ein Schema näher erläutern:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bevor ich mein Schema erkläre, vergleichen wir zuerst den Sprechakt mit der konkreten Handlung „schlagen”. Mal angenommen, dass Sie mithilfe eines Hammers gegen die Wand schlagen. Zuerst sind Sie in einem Ort (Szene) bzw. in einem Zimmer. Sie, der Täter, können das Werkzeug „Hammer“ wegen der Beachtung einiger Regeln verwenden. Die Hauptregeln sind: 1. Sie müssen den Hammer richtig anfassen und 2. kraftvoll in Richtung Wand schwingen. Bis hierhin haben sie schon Weg 1 vollzogen. Danach wird Ihre Kraftanwendung - in Einheit von Newton, Kraft durch Hammer - Auswirkungen auf die Wand haben. Beim Sprechakt ist auch so: Nachdem wir in unserem Gehirn die Sprachzeichen kombiniert haben, werden sich die Zeichen bewaffnen und auch eine eigene Kraft ausüben. Dies ist Weg 2. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Einheit hier nicht Newton, sondern der Sprechakt ist. Ein kräftiger Sprechakt kann auch auf den Hörer Einfluss ausüben. Dieser Effekt wird perlokutionärer Akt genannt (im Kapitel 5).

Die Wege 1 und 2 wurden mit durchgezogenen Linien gezeichnet, weil die beiden Wege unvermeidbar sind. Nachdem der Sprecher durch die Anwendung der Sprache etwas mit dem Hörer gemacht hat, werden die Emotion, die Gefühle oder die Erkenntnis des Hörers beeinflusst (Weg 3). Dieser Einfluss kann auch zu einer Reaktion des Hörers führen. Die möglichen Reaktionen sind die Wege 4 bis 7. Der Hörer kann entweder durch die punktierte Linie 4 bis 7 ohne Sprache oder durch Weg 6 mit einer sprachlichen Handlung reagieren. Ausführliche Erläuterungen über die perlokutionären Akte 4, 5, 7 findet man in Kapitel 5.2.

3. Konstative und Performative

In der Einleitung habe ich schon kurz die Entstehung der Sprechakttheorie erwähnt. Austin hat auf einige spezielle Sätze (Trauung, Taufe, Testament und Wette ) hingewiesen. In grammatikalischer Hinsicht gehören sie auf jeden Fall zur Aussage. Im Vergleich mit anderen Aussage haben sie die gleiche Wortstellung, Interpunktion, Intonation usw. Ein anderes Merkmal besteht darin, dass sie zufällig in der gleichen Form sind, nämlich in der ersten Person Singular des Indikativ Präsens aktiv. Obwohl sie so viele Gemeinsamkeiten haben, sind die folgenden zwei Unterschiede auffällig:

A. Sie beschreiben, berichten, behaupten überhaupt nichts; sie sind nicht wahr oder falsch;
B. das Äußern des Satzes ist, jedenfalls teilweise, das Vollziehen einer Handlung, die man ihrerseits gewöhnlich nicht als „etwas sagen” kennzeichnen würde. (Austin 1986: 28)

Genauso sieht es beim oben erwähnten Beispiel einer Trauung aus. Wenn man (Sprecher) bei seiner eigenen Hochzeit (Kontext) vor den Trauzeugen zum Partner/zur Partnerin (Hörer) auf Deutsch (Werkzeug) „ja, ich will” sagt, vollzieht man die Handlung (heiraten). Die Aussage „Ich will” verfügt hier über keine Beschreibungsfunktion.

Aus der Sicht Austins kann das Wort „Operative” solche speziellen Sätze wie wetten, taufen oder versprechen am besten beschreiben. Leider wurde Operative zuerst von Juristen als Fachwort benutzt. Deshalb hat Austin letztendlich den Ausdruck „Performative” verwendet. Austin hat durch die Entdeckung der Performative die Fehler von anderen Philosophen korrigiert. Um das alte Problem der Philosophen zu vermeiden - nämlich die Unklarheit einer Äußerung - hat er die andere Aussage, die über eine Beschreibungsfunktion verfügt, als „Konstative” bezeichnet.

3.1 Zwei Kriterien von Austin: Wahrheitsbedingung und Unglücksfälle

Da Performative keine Beschreibungsfunktion haben, ist für sie die Wahrheitsbedingung auch nicht mehr gültig. Wenn die Performative nicht die Äußerungswelt beschreiben, kann man auch nicht überprüfen, ob sie wahr oder nicht wahr sind. Dann gibt es eine passende Parameter, womit man Performative prüfen kann? Im nächsten Schritt steht ein viertes Beispiel (typische Performative) im Mittelpunkt: Es geht um eine Auseinandersetzung mit dem Verb „wetten“. Wir haben erwähnt, dass der Kontext (Redesituation) nicht ignoriert werden soll. Ein Beispiel: Jemand platziert in zwei unterschiedlichen Situationen Wetten auf Bundesliga-Spiele: ,,Ich wette, dass Bayern München morgen gewinnt”. Situation 1 ist ein Tag vor dem Wettkampf. Situation 2 ist ein Tag nach dem Wettkampf. Offensichtlich ist die Wette in Situation 2 ungültig. Aber wir können auch nicht behaupten, dass die Aussage unwahr ist. Sie ist eher verunglückt (nach Austin 1986: 31). Und die Situationen, in denen die Performative verunglücken, nennt man Unglücksfalle (Infelicities).

Bisher wurden Performative und Konstative von Austin durch die Parameter Wahrheitsbedingung und Unglücksfälle unterschieden. Während Konstative entweder wahr oder falsch sein können, sind Performative verunglückt oder geglückt.

3.2 Misserfolg des Dualismus

Während der Vorlesungen hat Austin angemerkt, dass Performative und Konstative nicht einfach durch eine dualistische Methode unterschieden werden können. Er hat diesbezüglich auf vielen Ebenen selbst Kritik geübt. Die drei wichtigsten Punkte sind in diesem Zusammenhang:

1. „man kann sehr häufig denselben Satz in zwei verschiedenen Äußerungen einmal performativ, einmal konstativ benutzen”. (Austin 1986: 88)
2. Selbst Konstative können einen Akt produzieren: z.B. einen phonetischen Akt.
3. Konstative können auch verunglückt sein. Wenn ein Konstative wie „alle Lebewesen auf der Sonne sind unfreundlich” geäußert wird, ist es nicht nur unwahr, sondern auch verunglückt. Und dieser Konstativ ist auch bedeutungslos, da auf der Sonne auch keinen Lebewesen existieren.
4. Der Begriff der Wahrheit dringt auch in Performative ein. Wenn Performative „Entschuldigen Sie” geglückt ist, enthält er auch eine Information, nämlich dass der Konstativ „ich habe mich entschuldigt” wahr ist.

Von Kritik 3 und 4 können wir ableiten, dass die Wahrheitsbedingung und die Unglücksfalle miteinander verbunden sind. Es ist unmöglich, die beiden Formen auf der Basis eines deutlichen grammatikalischen Kriteriums oder auf der Basis einer Kriterienliste zu unterscheiden. Austin hat sich diesbezüglich in seiner vorletzten und letzten Vorlesung ein Urteil gebildet:

Feststellen, Beschreiben und so weiter sind bloß zwei Namen unter vielen anderen für illokutionäre Akte; sie haben keine einzigartige Stellung. (Austin, Seite 166)

D.h. Konstative sind nur ein Typ von Performative.

3.3 Indirekter Beweis von Searle

Verglichen mit Austin hat Searle keine Zweifel über Konstative und Performative. Er vertritt nämlich die Schlussfolgerung des „späten“ Austin: Konstative sind auch Performative. Obwohl er keine direkte Begründung liefert, können wir manche indirekte Beweise finden.

Propositionale Akte können nicht selbstständig vorkommen, d. h., man kann nicht nur hinweisen und prädizieren, ohne eine Behauptung aufzustellen, eine Frage zu stellen oder irgendeinen anderen illokutionären Akt zu vollziehen. (Searle 1983: 42-43)

Wenn man ein Konstative wie „Searle ist ein Student von Austin” äußert, hat man nicht nur die Außenwelt beschrieben. Dieses Phänomen ist besonders deutlich zu erkennen, wenn man etwas weiter ausholt:

A zu B: Searle ist ein Student von Austin.

B zu C: A behauptet, dass Searle ein Student von Austin ist.

Ein reiner Konstative existiert nicht. Wenn man ein Konstative äußert, behauptet man etwas oder man stellt gleichzeitig auch etwas fest. Deshalb sind Konstative ein Typ von Performative, dessen Handlung eine Behauptung oder Feststellung ist.

4. Wie kann man durch Sprache eine Handlung richtig ausführen?

Nach der Definition von Performative und Konstative hat Austin angefangen, die Unglücksfälle der Performative zu untersuchen. Sein Ziel ist es, das mögliche Kriterium zu ermitteln, mit dem man überprüfen kann, ob eine Performative geglückt oder verunglückt ist. Es geht darum, zu überprüfen, ob Performative richtig ausgeführt wird. Diese Untersuchung fokussiert sich auf die Vorlesungen 2 bis 4. Dasselbe Thema findet man auch in Searles Werk Sprechakte. Ein sprachphilosophischer Essay in Kapitel 3. Am Ende des genannten Kapitels (ab Seite 100) hat Searle 8 typische Performative als Beispiele auf der Basis seiner 4 Haupttestbedingungen sowie 9 sekundären Bedingungen überprüft. Die Prüfungsobjekte von Searle sind Auffordern, Behaupten, Fragen, Danken, Raten, Warnen, Grüßen und Beglückwünschen. Meiner Meinung nach bieten die 6 Bedingungen von Austin die Möglichkeit, alle Performative zu überprüfen. Im Gegensatz dazu sind Searles 9 Bedingungen eher eine Ergänzung zu Austins Prüfmethode. Deshalb werde ich mit Austins Methode anfangen.

[...]


1 https://www.godic.net/dicts/de/einst

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Sprechakttheorie nach John Langshaw Austin und John Rogers Searle
Hochschule
Universität Rostock  (Germanistik)
Note
1.7
Autor
Jahr
2019
Seiten
27
Katalognummer
V512226
ISBN (eBook)
9783346088000
ISBN (Buch)
9783346088017
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprechakttheorie, Austin, Searle
Arbeit zitieren
Yuelin Yang (Autor), 2019, Sprechakttheorie nach John Langshaw Austin und John Rogers Searle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512226

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