Interpretation von Cicero in Catilinam 2,25


Seminararbeit, 2005

8 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Inhalt

I. Aufgabenstellung

II. Übersetzung Cic. Cat. 2,25:

III. Interpretation zu Cic. Cat. 2,25:
III.1 Exkurs: Hintergrundinformationen zu den Reden gegen Catilina
III.2 Cicero in Catilinam 2,25

I. Aufgabenstellung

Interpretieren Sie Cic. Cat. 2,25:

Sed si omissis his rebus, quibus nos suppeditamur, eget ille, senatu, equitibus, populo Romano, urbe, aerario, vectigalibus, cuncta Italia, provinciis omnibus, exteris nationibus, si his rebus omissis causas ipsas, quae inter se confligunt, contendere velimus, ex eo ipso, quam valde illi iaceant, intellegere possumus. ex hac enim parte pudor pugnat, illinc petulantia; hinc pudicitia, illinc stuprum; hinc fides, illinc fraudatio; hinc pietas, illinc scelus; hinc constantia, illinc furor; hinc honestas, illinc turpitudo; hinc continentia, illinc lubido; hinc denique aequitas, temperantia, fortitudo, prudentia, virtutes omnes certant cum iniquitate, luxuria, ignavia, temeritate, cum vitiis omnibus; postremo copia cum egestate, bona ratio cum perdita, mens sana cum amentia, bona denique spes cum omnium rerum desperatione confligit. In eius modi certamine ac proelio nonne, si hominum studia deficiant, di ipsi immortales cogant ab his praeclarissimis virtutibus tot et tanta vitia superari?

II. Übersetzung Cic. Cat. 2,25:

1 Doch wenn man nun diesen Dingen keine Beachtung schenkt, mit denen
2 wir reichlich versehen sind, an denen jener (aber) Mangel hat, (nämlich)
3 den Senat, die Ritter, das römische Volk, die Staatskasse, die
4 Steuereinkünfte, ganz Italien, alle Provinzen, die auswärtigen Völker.
5 Wenn man nun diese Dinge vernachlässigt hat und wir die Parteien selbst,
6 die untereinander im Widerstreit stehen, vergleichen wollen, können wir
7 dadurch bemerken, dass jene ohne starke Bedeutung sind. Auf dieser
8 (unserer) Seite kämpft das Schamgefühl, dort die Frechheit; hier die
9 Sittsamkeit, dort Unzucht; hier Treue, dort Betrügerei; hier Pflichtgefühl,
10 dort Verbrechen; hier Charakterfestigkeit, dort Verblendung; hier
11 Ehrlichkeit, dort Ehrlosigkeit; hier Selbstbeherrschung, dort
12 Ausschweifung; hier schließlich kämpfen Gerechtigkeit, Mäßigung,
13 Tapferkeit, Klugheit, (also) alle Tugenden mit Ungerechtigkeit,
14 Genusssucht, Feigheit, Leichtfertigkeit, (also) mit allen Lastern; zum
15 Letzten Reichtum mit Elend, gutes Finanzverhalten mit Zerrüttetem,
16 gesunder Geist mit Wahnsinn, zu guter Letzt kämpft Hoffnung mit völliger
17 Verzweifelung. Müssen in solcher Art Wettstreit und Kampf nicht die
18 Götter selbst, falls die menschlichen Bemühungen versagen, sich dazu
19 vereinigen, dass diese vielen großartigsten Tugenden über so viele Laster
20 siegen?

III. Interpretation zu Cic. Cat. 2,25:

III.1 Exkurs: Hintergrundinformationen zu den Reden gegen Catilina

Einen seiner größten, wenn auch nicht unproblematischsten, Erfolge seiner politischen Laufbahn erzielte Cicero mit der Aufdeckung der der Verschwörung des Catilina. Catilina gelang es, nach vorrausgegangenen gescheiterten Versuchen auch im Jahre 63 nicht das Amt des Konsuls zu erlangen und nun konnte ihn nichts mehr von seinen Umsturzplänen abhalten. Aus Ciceros vier Reden gegen Catilina und aus Sallusts Werk Schrift De coniuratione Catilinae läßt sich ein Bild der Verschwörung nachzeichnen. Als Erfolg seiner ersten Rede gegen Catilina konnte Cicero verzeichnen, dass Catilina Rom verließ. In seiner zweiten Rede gegen Catilina am 8. November 63 teilte die Geschehnisse um Catilina dem Volk mit. Briefe von Anhängern Catilinas an eine damals in Rom weilende Gesandtschaft der Allobroger waren Anlass für die Aufdeckung der Verschwörungspläne und lieferten nun wirkliche Beweise. In der Nacht zum 3. Dezember wurden die Catilinas Mitverschwörer verhaftet. Die dritte Rede berichtet darüber dem Volke. Die entscheidende Senatssitzung war am 5. Dezember. Cicero sprach in seiner vierten Rede für den Antrag, dass die Gefangenen hingerichtet werden sollten und dieser Antrag ging letztendlich durch. Noch in derselben Nacht wurden die Gefangenen erdrosselt. Cicero stand nun auf der Höhe seines Ruhmes, man feierte ihn als “pater patriae”. Zu Beginn des Jahres 62 wurde Catilina, der in Etrurien ein Heer gesammelt hatte, von dem Senatsheer bei Pistoria geschlagen und starb nun selbst in der Schlacht.

[...]

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Details

Titel
Interpretation von Cicero in Catilinam 2,25
Hochschule
Universität Stuttgart  (Alte Geschichte)
Veranstaltung
Lektürekurs Die Catilinarische Verschwörung
Note
2,5
Autor
Jahr
2005
Seiten
8
Katalognummer
V51235
ISBN (eBook)
9783638472586
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Interpretation, Cicero, Catilinam, Lektürekurs, Catilinarische, Verschwörung
Arbeit zitieren
Marie-Christin Pollak (Autor), 2005, Interpretation von Cicero in Catilinam 2,25, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51235

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