Enterprise Application Integration - Was ist darunter zu verstehen?


Seminararbeit, 2002

22 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Vorbemerkungen zu dieser Seminararbeit
1.1 Problem und Ziel
1.2 Aufbau und Vorgehen

2 Grundlagen EAI
2.1 Begriffsbestimmung von EAI
2.2 Entstehung von EAI
2.3 Anforderungskriterien an EAI Implementierung

3 Differenzierung der EAI-Software
3.1 Klassifizierung nach Kommunikationsform
3.2 Klassifikation nach Lokation
3.3 Klassifikation nach Funktionalität

4 Überblick über den EAI-Softwareanbietermarkt
4.1 Marktüberblick
4.2 Hauptakteure im EAI-Markt
4.3 Funktionen von EAI Software- Lösungen
4.4 Fragestellungen in EAI-Projekten

5 Betriebswirtschaftliche Relevanz von EAI
5.1 Nutzen einer EAI Integration
5.2 Kosten einer EAI Integration

6 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Das Problem: Integrations-Chaos

Abb. 2: EAI Drehscheibe

Abb. 3: EAI Marktportfolio

Abb. 4: ROI von EAI-Lösungen

Abb. 5: EAI Ausgaben in Deutschland 2000 - 2004 in Mrd Euro

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Vorbemerkungen zu dieser Seminararbeit

1.1 Problem und Ziel

Die Integration von Anwendungen ist eine zentrale Aufgabe der Informationstechnik. Es gibt bereits seit einiger Zeit Anstrengungen eine gemeinsame Ebene für unterschiedliche Programme und eine gemeinsame Basis für verteilte Anwendungen zu finden. Diese Basis soll mittels Enterprise Application Integration (EAI) geschaffen werden. Gründe für eine Integration gibt es genug, angefangen vom Unternehmen selbst bis über die Märkte, den Technologien und natürlich dem Kunden.

Um das Thema EAI zu erfassen, ist es zunächst notwendig zu verstehen, wie sich EAI entwickelt hat, welche verschiedenen Formen bestehen, welchen Einfluss EAI auf ein Unternehmen hat und in welche Richtung sich die Unternehmen mit ihren Geschäftsmodellen bewegen werden. Da zur Zeit viele Anbietern auf dem Markt miteinander konkurrieren, die unterschiedlicher Unternehmensherkünfte entstammen, existieren sehr unterschiedliche EAI-Definitionen.1

1.2 Aufbau und Vorgehen

In dieser Arbeit wird beschrieben, warum EAI eine der Schlüsseltechnologien zur Lösung bestehender und zukünftiger Anforderungen ist. Im Kapitel zwei werden die Grundlagen dargestellt und geklärt, was unter dem Begriff EAI verstanden wird und wie es zu der Entwicklung von diesen Plattformen gekommen ist.

Die verschiedenen EAI-Softwarelösungen werden im dritten Kapitel nach Kommunikationsform, Lokation und Funktion differenziert. Formen, Architekturen und Anforderungskriterien an das EAI werden dargestellt. Das vierte Kapitel gibt eine Übersicht über den EAI-Anbietermarkt. Hier werden einige Anbieter herausgegriffen und zugrundeliegende Technologien, Standards und Methoden vorgestellt. Im fünften Kapitel wird die betriebswirtschaftliche Relevanz von EAI untersucht. Hier betrachtet man die Unternehmensrelevanten Aspekte die diese Integration mit sich bringt. Abschließend wird eine Zusammenfassung und ein Ausblick über dieses Thema dem Leser gegeben.

2 Grundlagen EAI

2.1 Begriffsbestimmung von EAI

Unter dem Begriff EAI versteht man die „prozessorientierte Integration von

Unternehmensanwendungen mit dem Ziel einer Optimierung von Geschäftsprozessen inklusive der ereignisbasierten Integration von Applikationsdaten“.2 Somit gehören die EAI-Softwarelösungen zur Familie der Middleware-Produkte, unterscheiden sich aber grundsätzlich von den existierenden Middleware-Produkte, da hier betriebswirtschaftliche Funktionen mitgeliefert werden. Die betriebswirtschaftlchen Funktionen beziehen sich auf die Fähigkeit Daten nach den Regeln eines Ablaufplanes zu transportieren und beim Transport eine Datentransformation anhand vordefinierter Regeln durchzuführen. Damit wird ein Objekt sowohl von der Anwendung A als auch von der Anwendung B verstanden.3 EAI stellt dabei die Kommunikationsschnittstelle zwischen verschiedenen Technologien, Standards, Datenformaten und Protokollen dar. Ovum definierte bereits 1999 wie folgt: „Enterprise application integration combines the technologies and processes that enable custom-built and/or packaged business applications to exchange business-level information in formats and contexts that each understands“.4

2.2 Entstehung von EAI

Durch neue, sich immer schneller ändernde Einflussfaktoren gewinnt das Thema EAI immer mehr an Gewicht, da drei grundlegende Probleme in den Unternehmen entstanden sind. Das erste Problem ist die Integration unterschiedlicher Applikationen aus unterschiedlichen Quellen. Oft sind eigenentwickelte Inhouse-Applikationen nicht zur Kommunikation mit anderen Anwendungen geeignet. Daraus entseht das nächste Problem des Zugriffs auf diese Applikationen aus der Unternehmung selbst und von außen, wie z. B. von Partnern oder Kunden oder extern arbeitenden Mitarbeitern. Das letzte Problem ist der immer kürzer werdender Zyklus der Entwicklung von Applikationsanwendungen.5 Die daraus resultierenden Schwächen einer nicht integrierten Organisation sind:6

- Doppelarbeit
- Arbeitsunterbrechungen
- Mehraufwand
- Fehlentscheidungen aufgrund unterschiedlicher Informationsstände, die auf die fehlende Echtzeit zurückzuführen sind
- Medienbrücken, die eine Übertragung auf unterschiedliche Datenträger darstellt.

Weitere Probleme entstehen gerade durch die Übernahmen oder Fusionen zwischen Unternehmen, da dort zusätzlich die Heterogenitäten der Systeme wachsen.7 Betrachtet man den Austausch von Daten außerhalb der Unternehmensgrenzen, stellt man oft ineffizient arbeitende Bestell-, Zahlungs- und Produktionsprozesse fest.8

Die traditionelle Middlewaretechnologie verbindet Anwendungen miteinander und lieferte eine Point-to-Point basierte Systemlandschaft.9 Dieser Integrationsansatz, auch Spaghetti-System genannt, siehe Abbildung 1, ist schwer zu warten, nicht skalierbar und kaum zu überwachen, da jede zusätzlich eingebundene Applikation eine zusätzliche Integrationsmaßnahmen mit sich führt. In der nachfolgenden Abbildung 1 ist ein typisches System, wie sie in vielen Unternehmen existiert, dargestellt. Die Verknüpfungen der einzelnen Anwendungen sind kaum durchschaubar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das Problem: Integrations-Chaos Quelle: Frauenhofer Institut

Mit Hilfe der Anwendungsintegration durch EAI (Enterprise Application Integration) lassen sich Anwendungen unternehmensweit verknüpfen, um so die gesamte Kommunikation weitestgehend zu automatisieren, von Medienbrüchen zu befreien und sicher zu steuern. Daraus resultieren neben kürzeren Durchlaufzeiten der Geschäftsprozesse auch die Möglichkeit, schneller als bisher auf geänderte Rahmenbedingungen reagieren zu können. Jede Anwendung wird nur noch mit dem EAI-Produkt verbunden, welches dann die Aufbereitung und Weiterleitung der Daten an die angesprochene Anwendung vornimmt. Wie in der Abbildung 2 zu sehen, fungieren die EAI-Produkte als Drehscheibe, auch Hub-and-Spoke genannt, in der Mitte der Anwendungen. Somit reduziert sich die Anzahl der benötigten Schnittstellen um ein Vielfaches.10

Der Lösungsansatz baut darauf auf, die Kommunikation zwischen verschiedenen Systemen und Anwendungen durch Standardisierung der Schnittstellen zu vereinfachen und zu beschleunigen. Unter Verwendung dieser EAI-Produkte können Integrationsmaßnahmen durchgeführt werden, ohne die zu integrierenden Systeme selbst verändern zu müssen. Diese Lösungen beinhalten einen Prozesssteuerungsmechanismus, der die zentrale Koordination der entsprechenden Transaktionen übernimmt.11

[...]


1 Vgl. Buhl Lothar; Christ, Jörg; Pape, Ulrich: Marktstudie: Softwaresysteme für Enterprise Applikation Integration, ALB-HNI-Verlagsschriftreihe, Band 7, Dangelmaier, W.; Bohner, M., Paderborn: Frauenhofer-Anwendungszentrum für Logistikorientierte Betriebswirtschaft, 2001, S. 7.

2 o. V.: EAI-Studie 2001, META Group Deutschland GmbH, 2001, S.8.

3 Vgl. o. V.:Das Middleware Glossar, AKROS AG, Online im Internet: www.akros.ch/downloads/e3_AKROS_MiddlewareGlossary.pdf; 18.01.2002.

4 Vgl. Ring Katy; Neil; Ward-Dutton (Ring/Neil 1999): Enterprise Application Integration, Making the Right Connections, Ovum Report 1999, S.11.

5 Vgl. Serain Daniel: Middleware, Springer Verlag, London, 1999, S. 23.

6 Vgl. Dr. Ralf Oetinger: Benutzergerechte Software-Entwicklung, Springer Verlag, Berlin, 2001, S.88.

7 Vgl. Buhl Lothar; Christ, Jörg; Pape, Ulrich: Marktstudie: Softwaresysteme für Enterprise Applikation Integration, ALB-HNI-Verlagsschriftreihe, Band 7, Dangelmaier, Wilhelm; Bohner, Markus, Paderborn: Frauenhofer-Anwendungszentrum für Logistikorientierte Betriebswirtschaft, 2001, S. 14.

8 Vgl. Dipl. Inf. Mario Sailer: Anforderungen, Entwicklung und Trends im Bereich Enterprise Application Integration (EAI); Online im Internet: http://www.competence- site.de/eaisysteme.nsf/D544A36C8611C335C1256A5A00472B5C/$File/text_sailer_sercon.pdf; 18.01.2001, S.213.

9 Vgl. Linthicum, D.:Enterprise Applikation Intehration, Verlag: Addison Wesley Longman, 2000, S.13.

10 Vgl. Linthicum, D.:Enterprise Applikation Intehration, Verlag: Addison Wesley Longman, 2000,S.9,10.

11 Vgl. Schwarz; Prof. Spruth: Info@ Enterprise Application Integration (EAI), Online im Internet: www.SPS-Partner.de; 18.01.2002, S.3.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Enterprise Application Integration - Was ist darunter zu verstehen?
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Professur für BWL und Wirtschaftsinformatik)
Note
2
Autor
Jahr
2002
Seiten
22
Katalognummer
V5124
ISBN (eBook)
9783638131179
Dateigröße
719 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Grundlagen des EAI, Business Modelle im EAI, Einsatzgebiete und Tools, Betriebswirtschaftliche Relevanz von EAI. 446 KB
Schlagworte
EAI, Integrationslösung
Arbeit zitieren
Erika Schuh (Autor), 2002, Enterprise Application Integration - Was ist darunter zu verstehen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5124

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