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Traumapädagogik. Was ist ein Trauma?

Title: Traumapädagogik. Was ist ein Trauma?

Research Paper (undergraduate) , 2019 , 9 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Erika Wimmer (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Spricht man von einem Trauma, so denken Viele an das Verbliebene nach einem schwerwiegenden Erlebnis. Doch was genau ein Trauma ist, soll in der dieser Ausarbeitung näher beleuchtet werden. Mit den Einschränkungen hieraus, die sich für eine betroffene Person ergeben, soll die Brücke zur Praxis geschlagen werden. Hier wird der Blick auf ein Mutter-Kind-Haus geworfen, in dem traumatisierte/psychisch kranke Mütter mit ihrem/n Kind/ern auf gewisse Zeit wohnen. Inwiefern hier die Kinder durch die pädagogische Fachkraft gestärkt und begleitet den Alltag bewältigen können, zeigen die Umsetzungsmöglichkeiten auf. Aufgrund der Umfangsvorgaben kann die Ausführung hierzu jedoch nur begrenzt erfolgen.

Unterhält man sich im Freundeskreis oder unter Kollegen/innen über schwerwiegende Geschehnisse, so ist nicht selten von einer traumatischen Erfahrung die Rede. Auch ergeben sich aus manchen Redewendungen wie „seit diesem Erlebnis habe ich ein Trauma“, Hinweise auf Spätfolgen entsprechender Erfahrungen. Doch was genau ist ein Trauma und wie kann sich ein
traumatisches Ereignis beim Menschen unmittelbar oder später zeigen? Der Blick soll noch weiter reichen. Traumatisierte Menschen haben auch Kinder, wodurch sich die Frage stellt, inwiefern sich die Erfahrungen der Elternteile auf deren Nachkommen auswirken können.

Als Erzieherin bin ich in einem Mutter-Kind-Haus tätig. Bei dieser Einrichtung handelt es sich um eine heilpädagogisch-therapeutische Institution, die eine gemeinsame Wohnform für traumatisierte/ psychisch kranke Mütter und deren Kind/er bietet. Aus diesem Grund möchte ich die Thematik einen Schritt weiter vertiefen und den Bogen dahingehend spannen, inwiefern diese Kinder im Rahmen der Einrichtung begleitet und unterstützt werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Körper- und Gehirnfunktionen als Basis für bewusstes Erleben

3. Was ist ein Trauma?

4. Sicherung des Überlebens

5. Auswirkung auf Betroffene

6. Mögliche Auswirkung auf Kinder traumatisierter/psychisch kranker Eltern

7. Praxisbezug am Beispiel eines Mutter-Kind-Hauses

8. Unterstützungsmöglichkeiten für Kinder in der Praxis

9. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Wesen von Traumata und deren Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern traumatisierter oder psychisch kranker Mütter. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte in einem Mutter-Kind-Haus diese Kinder stützen und in ihrem Alltag begleiten können.

  • Neurobiologische Grundlagen von Trauma und Stressreaktionen
  • Definition und Auswirkungen traumatischer Erlebnisse auf die Psyche
  • Psychosoziale Folgen für Kinder belasteter Eltern
  • Rolle der pädagogischen Fachkraft in stationären Einrichtungen
  • Förderung kindlicher Resilienz und Bewältigungsstrategien

Auszug aus dem Buch

Sicherung des Überlebens

Die Großhirnrinde ist im Falle eines traumatischen Ereignisses für die Erstellung eines Notfallplans zu schwerfällig. (vgl. Hantke/Görges 2012, S. 57 ff.) Somit erfolgt im menschlichen Organismus das Abspulen von Überlebensmechanismen, welche die oberen Hirnbereiche beinahe stilllegen und im unteren Bereich des Gehirns notwendige Funktionen wie Flucht, Kampf oder auch Holen von Hilfe aktivieren. Zudem orientiert sich der Mensch in Notsituationen an seinem Umfeld: Wie reagieren die Mitmenschen? Wer hilft mir? Ist jedoch keine Orientierungsmöglichkeit gegeben, so kommt es zu einer Notfallreaktion. Dabei wird das Alarmsystem, die Amygdala, aktiviert, die Großhirnrinde in der Versorgung weiter heruntergefahren, Energie in Armen und Beinen gebündelt, um Fliehen oder Kämpfen zu können und womöglich der Verdauungstrakt entleert, um unnötiges Gewicht zu vermeiden. Durch die Vielzahl an Informationen ist die Arbeit des Verstandes außer Kraft gesetzt, ein Ordnen der Fakten bleibt aus.

Ist jedoch Kampf oder Flucht nicht möglich, keine Unterstützung vorhanden und steigt die Anspannung weiter, kann es zu einem Lähmungssymptom, dem sogenannten Freeze-Zustand (Hochspannung) kommen, wobei der Körper erstarrt. (vgl. Hantke/Görges 2012, S. 57 ff.) Aber auch der Totstellreflex als Ohnmacht in der Unterspannung ist möglich. Die Großhirnrinde erlebt diese Situation abgespalten, eine bewusste Wahrnehmung oder Denken ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. (ebd.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Themas ein und verknüpft die persönliche professionelle Tätigkeit der Autorin in einem Mutter-Kind-Haus mit der theoretischen Fragestellung.

2. Körper- und Gehirnfunktionen als Basis für bewusstes Erleben: Dieses Kapitel erläutert die neurobiologischen Grundlagen des menschlichen Erlebens und wie das Gehirn Informationen verarbeitet.

3. Was ist ein Trauma?: Es erfolgt eine wissenschaftliche Begriffsbestimmung von Trauma und die Abgrenzung zu allgemeinem Stress.

4. Sicherung des Überlebens: Der Fokus liegt hier auf den neurobiologischen Notfallreaktionen des Körpers wie Kampf, Flucht oder Erstarrung.

5. Auswirkung auf Betroffene: Hier werden die langfristigen Folgen von traumatischen Erlebnissen, wie Dissoziationen und komplexe Belastungsstörungen, thematisiert.

6. Mögliche Auswirkung auf Kinder traumatisierter/psychisch kranker Eltern: Das Kapitel beschreibt die Belastungen für Kinder, die durch Stimmungen und Erziehungsdefizite psychisch erkrankter Eltern entstehen.

7. Praxisbezug am Beispiel eines Mutter-Kind-Hauses: Die theoretischen Erkenntnisse werden in den Kontext der pädagogischen Arbeit in einem Mutter-Kind-Haus übertragen.

8. Unterstützungsmöglichkeiten für Kinder in der Praxis: Dieses Kapitel zeigt konkrete pädagogische Ansätze zur Stärkung der kindlichen Resilienz und zur Förderung der Eltern-Kind-Beziehung auf.

9. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion der Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.

Schlüsselwörter

Trauma, Kindheit, Mutter-Kind-Haus, Psychische Erkrankung, Neurobiologie, Stressreaktion, Resilienz, Pädagogik, Dissoziation, Eltern-Kind-Beziehung, Bewältigungsstrategien, Notfallreaktion, Traumapädagogik, Belastung, Unterstützung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Definition von Trauma und der spezifischen Situation von Kindern, deren Mütter psychisch krank oder traumatisiert sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen neurobiologische Stressmechanismen, die Auswirkungen von Traumata auf Betroffene sowie pädagogische Handlungsoptionen im stationären Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte Kinder im Alltag eines Mutter-Kind-Hauses bei der Bewältigung ihrer belastenden Lebensumstände unterstützen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um den aktuellen Forschungsstand zu neurobiologischen und pädagogischen Aspekten der Traumapädagogik darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den biologischen Grundlagen des Gehirns bei Stress die Auswirkungen von Traumata auf die betroffenen Mütter und die daraus resultierenden Belastungen für deren Kinder analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Trauma, Resilienz, Psychische Erkrankung, Mutter-Kind-Haus und Traumapädagogik.

Was bedeutet der "Freeze-Zustand" im Kontext dieser Arbeit?

Der Freeze-Zustand beschreibt eine biologische Lähmungsreaktion bei extremer Überforderung, bei der das Gehirn und der Körper erstarren, wenn Flucht oder Kampf nicht möglich sind.

Warum ist die Stärkung der Resilienz bei den Kindern so wichtig?

Da Kinder belasteter Eltern oft in ihrer Entwicklung gefährdet sind, hilft Resilienzförderung dabei, Schutzfaktoren zu aktivieren, um trotz schwieriger Umstände eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen.

Welche Rolle spielt die Differenzierungsarbeit im Mutter-Kind-Haus?

Sie ist essenziell, um dem Kind zu vermitteln, dass die Krankheit der Mutter nur einen Teil der Person ausmacht und die Mutter ihr Kind dennoch liebt, was Entlastung für das Kind schafft.

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Details

Title
Traumapädagogik. Was ist ein Trauma?
College
University of Applied Sciences Rosenheim
Grade
1,0
Author
Erika Wimmer (Author)
Publication Year
2019
Pages
9
Catalog Number
V512412
ISBN (eBook)
9783346099105
Language
German
Tags
Trauma Traumapädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Erika Wimmer (Author), 2019, Traumapädagogik. Was ist ein Trauma?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512412
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