Digitale Primärprävention. Screening und Diskussion über aktuell verfügbare Präventions- und Gesundheitsförderungs-Apps der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland


Hausarbeit, 2019

43 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis. 2

Abkürzungsverzeichnis. 3

1 Einleitung. 1

1.1 Problemstellung. 1

1.2 Zielsetzung und Fragestellung. 2

2 Theoretischer Hintergrund. 2

2.1 Digitales Mediennutzungsverhalten. 2

2.2 Apps und gesetzliche Krankenkassen. 3

2.3 eHealth. 5

3 Methodik. 5

4 Ergebnisse. 7

4.1 Kategorisierung Präventions- und Gesundheitsförderungs-Apps. 7

4.2 Anwendung und Bewertung nach dem „MARS-Instrument“ 14

4.2.1 kaia Rücken-App. 14

4.2.2 Relax-App der AOK Bayern. 15

4.2.3 NichtraucherHelden.de. 16

4.2.4 Pelvina Beckenbodenkurs. 17

4.3 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse. 18

5 Diskussion. 20

5.1 Vorteile, Risiken und Qualitätssicherung von PGFA.. 20

5.2 Implementation und Wirksamkeit in der Praxis. 22

6 Fazit 23

Literaturverzeichnis. 24

Anhang. 30

 

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Verfügbare PGFA der deutschen GKV.. 8

Tabelle 2: MARS-Bewertung der kaia-Rücken-APP.. 15

Tabelle 3: MARS-Bewertung der Relax-APP der AOK Bayern. 16

Tabelle 4: MARS-Bewertung der App NichtraucherHelden.de. 17

Tabelle 5: MARS-Bewertung der App pelvina Beckenbodenkurs. 18

Tabelle 6: Beispiele für Qualitätsdimensionen von PGFA.. 21

Abkürzungsverzeichnis

App Applikation

DIN Deutsches Institut für Normung

EK Europäische Kommission

EN Europäische Norm

GfK Gesellschaft für Konsumforschung

MARS Mobile App Rating Scale

PGFA Präventions- und Gesundheitsförderungs-Apps

GKV gesetzliche Krankenversicherung

ISO Internationale Organisation für Normung

WHO World Health Organisation

1. Einleitung

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) stehen im zunehmenden Wettbewerb zueinander. Die Digitalisierung in der Krankenkassenlandschaft nimmt immer mehr zu (vgl. Krüger-Brand, 2018, S. 1574). Hinzu kommt das veränderte Mediennutzungsverhalten mit vermehrter Nutzung von digitalen Angeboten bei steigender Internetaffinität von jungen Menschen (vgl. vgl. Frees; Koch, 2018, S. 399, 404; Strauss; Howe, 1991). Die gesetzliche Verpflichtung der GKV zur primären Prävention und Gesundheitsförderung ist in den §§ 20, 20a, 20b und 20c SGB V niedergelegt. Die Leistungen zur individuellen verhaltensbezogenen Prävention (§ 20 Abs. 4 Nr. 1 SGB V) gliedern sich in die vier Handlungsfelder Bewegung, Ernährung, Stressmanagement und Suchtmittelkonsum. Diese Bereiche sollen wichtige Risikofaktoren für zahlreiche Erkrankungen (z. B. Herzkreislauferkrankungen, psychische Erkrankungen, maligne Erkrankungen) ausschalten oder eindämmen und gleichzeitig zur Stärkung gesundheitsfördernder Faktoren dienen (vgl. GKV-Spitzenverband, 2018, S. 49f). Gesundheits-Apps (Applikationen) spielen bereits im zweiten Gesundheitsmarkt eine große Rolle, gewinnen aber auch für den ersten Gesundheitsmarkt an Bedeutung, da zunehmend eine Vergütung der Leistungen für Kunden durch die GKV stattfindet (vgl. Albrecht, 2016, S. 2). Einen Ansatzpunkt stellen Apps in der Primärprävention dar, die einen kosteneffizienten Beitrag zur Förderung der Selbsthilfe und Patientenautonomie liefern können (vgl. Landry, 2015; Rutz et al, 2016, S. 116). /p>

1.1 Problemstellung

Für die GKV sind junge, und damit meist gesunde Menschen interessante Kunden. Sie bezahlen vergleichsweise hohe Beiträge und nehmen im Verhältnis wenig Leistungen in Anspruch. In der Regel haben sie im Vergleich zu älteren Menschen seltener chronische Erkrankungen oder müssen sich Operationen unterziehen, die mit einem Krankenhausaufenthalt und hohen Kosten in Verbindung stehen (vgl. Dressler, 2006, S. 2 zit. n. Dressler, 2007, S. 6, 15, 83). Krankenversicherungen müssen also mit digitalen Angeboten den (digitalen) Bedürfnissen der jungen Kunden gerecht werden, um diese zu gewinnen und zu binden (vgl. Albrecht, 2016, S. 31; Aumann et al, 2016, S. 244). Zur Optimierung der Kundenkommunikation ist die Betrachtung der Zielgruppe der jungen, gesunden Menschen mit technologisch geprägtem Lebensstil interessant (vgl. Strauss; Howe, 1991; Haenecke, 2001, S. 106, 108). Der Nutzertyp, der sich hauptsächlich im Internet über Gesundheitsthemen informiert, ist in der Regel jung, hat eine gute Bildung genossen und verfügt über ein gutes Einkommen (vgl. Andreassen et al., 2007; Kontos et al., 2014; Baumann und Czerwinski, 2015 zit. n. Rossmann; Stehr, 2018, S. 8). Dies macht deutlich, dass sich die Krankenkassenlandschaft an die Digitalisierung anpassen sollte, um gerade für diese attraktive Zielgruppe Online-Angebote zur Verfügung stellen zu können. So wird die Nutzerreichweite erhöht und eine Kostenreduktion in der Versorgung und Verwaltung erreicht (vgl. Albrecht, 2016, S. 31). Neben dem Mediennutzungsverhalten hat sich die Erwartungshaltung der jungen Versicherten geändert. So ist es nicht verwunderlich, wenn diese entsprechende digitale Anwendungen, Plattformen oder Kommunikationswege bei ihren Krankenversicherungen erwarten, die sie selbst auch im privaten Bereich nutzen (vgl. Waldschmitt, 2016, S. 165). Aus diesem Grund haben einige Krankenversicherer bereits in die Digitalisierung investiert und bieten neben Service-Apps auch Apps zur Prävention und Gesundheitsförderung an, um insbesondere junge, gesunde Menschen anzusprechen (vgl. Albrecht, 2016, S. 30).

1.2 Zielsetzung und Fragestellung

Zielsetzung dieser Arbeit ist es, die folgende Forschungsfrage zu beantworten:

Welche Präventions- und Gesundheitsförderungs-Apps mit gesundheitsbezogenen Inhalten aus den Bereichen Ernährung, Bewegung, Sucht und Stress bieten die gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland aktuell im Rahmen der Primärprävention an?

Diese Arbeit soll aufgrund der beschriebenen Entwicklungen einen systematischen Überblick über die derzeit am Markt verfügbaren Präventions- und Gesundheitsförderungs-Apps (PGFA) aus den Bereichen Ernährung, Bewegung, Sucht und Stress geben, die von den GKV in Deutschland angeboten werden. Die vier genannten Handlungsfelder sind im Präventionsleitfaden verankert. Das bringt für die GKV eine Verpflichtung mit, in diesen Bereichen für ihre Versicherten tätig zu sein (vgl. GKV-Spitzenverband, 2018, S. 8, 49f). Die Suche nach den aktuell auf dem Markt verfügbaren PGFA erfolgt über die Webseiten sämtlicher in Deutschland geöffneter Krankenkassen sowie über den Apple App Store (iOS) und den Google Play Store (Android).

2. Theoretischer Hintergrund

Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das digitale Mediennutzungsverhalten, die Verbindung zwischen Apps und der GKV und geht anschließend auf den Begriff eHealth ein.

2.1 Digitales Mediennutzungsverhalten

Die zunehmende Digitalisierung sorgt dafür, dass immer mehr Kinder und Jugendliche heute selbstverständlich mit digitalen Medien aufwachsen (vgl. Rutz et al, 2016, S. 116), was nachhaltig das Mediennutzungsverhalten verändert. Gerade im Bereich der jungen Menschen verwenden über 96% täglich das Internet. Die tägliche Nutzungsdauer beschreibt, wie wichtig das Internet heute ist. Im Altersbereich der 25 bis 30- Jährigen wird das Internet zwischen vier und fünf Stunden täglich genutzt. Besonders die Zahl der Unterwegsnutzer ist deutlich gestiegen. Diese Personen nutzen häufiger das Internet, als Personen, die überwiegend zu Hause oder am Arbeitsplatz online gehen. Besonders das Smartphone fand als Internetzugangsquelle mit 87% am häufigsten Verwendung (vgl. Frees und Koch, 2018, S. 398ff). Laut der Web3-Studie hat rund jeder dritte (32,9%) Smartphone-Besitzer mindestens eine Gesundheits-App aus dem Bereich Bewegung oder Ernährung installiert (vgl. Fittkau & Maaß Consulting, 2015). Die Nutzung dieser Apps wird insbesondere von gesundheitsaffinen Menschen in Anspruch genommen. So sind es 43% Sportler und nur 26% Übergewichtige, die solche Funktionen nutzen (vgl. Bitkom, 2016). Digitale Aufklärung, Bildung und Beratung haben durchaus Potential. 70% der Nutzer können sich vorstellen, sich mit Hilfe von PGFA über Gesundheitsthemen zu informieren und gesundheitsbezogene Motivations- und Verhaltensratschläge zu erhalten (vgl. Bitkom, 2017). Laut einer überregionalen Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) möchten Nutzer ihre Fitness und Gesundheit verbessern (35%), Motivation zum Training erhalten (50%), ihre Leistungsfähigkeit verbessern (35%) sowie Motivation zur gesünderen Ernährung bekommen (34%) (vgl. GfK, 2016, S. 11). Digitale Gesundheitsprodukte in Form von Smartphone-Apps liegen derzeit stark in Trend, um die individuelle Gesundheit zu erhalten oder zu fördern. (vgl. Bregenzer; Jimènez, 2019, S. 1f).

Peters und Klenke nehmen eine Einteilung von Gesundheits-Apps in drei Bereiche vor. Neben der existierenden professionellen Ebene (Vermittlung zwischen Nutzer und Gesundheitsversorger) und der administrativen Ebene (Management von Gesundheitsinformationen) spielt in dieser Arbeit die Konsumentenebene die Hauptrolle. Hier sind alle Anwendungen für den privaten Gebrauch zur Aufrechterhaltung oder Steigerung der eigenen Gesundheit zusammenzufassen (vgl. Peters; Klenke, 2016, S. 111f).

PGFA erleichtern eine umfassende Beobachtung der eigenen Gesundheit und sollen es dem Individuum leicht machen, sein Wissen über die eigene Gesundheit zu erweitern und eine Verbesserung im Gesundheitsverhalten umzusetzen (vgl. Lupton, 2015, S. 5). Sie haben dabei mehrheitlich gesunde Personen im Fokus, die ihr Gesundheitsverhalten aufrechterhalten und verbessern möchten (vgl. Bregenzer; Jimènez, 2019, S. 4).

[...]

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten

Details

Titel
Digitale Primärprävention. Screening und Diskussion über aktuell verfügbare Präventions- und Gesundheitsförderungs-Apps der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland
Hochschule
APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft in Bremen
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
43
Katalognummer
V512426
ISBN (eBook)
9783346123961
ISBN (Buch)
9783346123978
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prävention, digital, App, GKV, Screening, MARS-Instrument, eHealth, mHealth, Primärprävention
Arbeit zitieren
Sandra Bönicke (Autor), 2019, Digitale Primärprävention. Screening und Diskussion über aktuell verfügbare Präventions- und Gesundheitsförderungs-Apps der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512426

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