Um als Unternehmen auf dem umkämpften Markt zu bestehen, ist ein adäquater Umgang mit Wissen unerlässlich. Doch obwohl der Begriff Wissen im Unternehmensumfeld oftmals verwendet wird, gehört die Kenntnis über die verschiedenen Wissensarten, Umwandlungsmethoden und den Entstehungsweg von Wissen nicht zum gängigen Grundwissen.
Wissen wird in einen impliziten und expliziten Anteil unterteilt. Insbesondere das implizite Wissen spielt hierbei eine besondere Rolle, da es in seinem Umfang beträchtlich größer ist als der Anteil des expliziten Wissens. Hinzu kommt, dass explizites Wissen in der Regel nicht ausreicht, um die Herausforderungen der Praxis zu lösen. Um auf dem Markt zu bestehen ist daher ein adäquater Umgang mit implizitem Wissen von hoher Bedeutung. Daher ist es sinnvoll, sich insbesondere in der heutigen Zeit, in der z. B. die Mitarbeiterfluktuation immer weiter steigt und dadurch regelmäßig wertvolles Wissen verloren geht, mit dem Umgang mit implizitem Wissen auseinanderzusetzen.
Bei der Zielsetzung wird zwischen vier Zielarten unterschieden: Haupt- Teil-, Neben- und Nicht-Ziele. Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, dem Leser aufzuzeigen, wie ein erfolgreicher Umgang mit implizitem Wissen innerhalb von Unternehmen erfolgen kann. Die Teilziele des Assignments umfassen: eine Abgrenzung der Begriffe explizites und implizites Wissen durchzuführen, den Prozess der Wissensentstehung zu betrachten und Beispiele zum Umgang mit implizitem Wissen aufzuzeigen.
Im Rahmen der Nebenziele soll aufgezeigt werden, welche Arten der Wissensumwandlung es gibt und welchen Stellenwert implizites Wissen in Unternehmen besitzt. Die Nicht-Ziele dienen der Abgrenzung des betrachteten Themengebietes. Darunter fällt, dass keine Lösung für den wissenschaftlichen Diskurs über den Wissensbegriff erarbeitet werden soll. Zudem wird auch nicht darauf eingegangen, in welcher Form ein systematisches Wissensmanagement in Unternehmen etabliert und verankert werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Vorgehen
2 Grundlagen
2.1 Wissen
2.2 Wissensmanagement
2.3 Implizites und explizites Wissen
3 Zusammenspiel von implizitem und explizitem Wissen
4 Umgang mit implizitem Wissen in Unternehmen
4.1 Stellenwert im Unternehmen
4.2 Austauschmethoden und -formate
5 Zusammenfassung
6 Fazit und kritische Reflexion
7 Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie ein erfolgreicher Umgang mit implizitem Wissen innerhalb von Unternehmen gestaltet werden kann, um dessen Potenzial als wichtige Ressource trotz Herausforderungen wie Mitarbeiterfluktuation zu sichern.
- Grundlegende Definition und Abgrenzung von implizitem und explizitem Wissen.
- Analyse des Prozesses der Wissensentstehung und -umwandlung (SECI-Modell).
- Bedeutung von implizitem Wissen für Unternehmenserfolg und Innovationskraft.
- Vorstellung praktischer Austauschmethoden (Sozialisation und Externalisierung).
- Unterstützung des Wissenstransfers durch Methoden wie das Transfergespräch und Prozess Mining.
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Methoden im Rahmen der Sozialisation
Hierbei wird das implizite Wissen einer Person in den impliziten Wissensschatz einer oder mehrerer anderen Personen transferiert. Zwar erfolgt hierbei nur eine „begrenzte Wissenserzeugung, da das Wissen nicht expliziert wird […] andererseits bietet diese Übertragung auch einen Schutz vor Nachahmung.“ Die Sozialisation kann nach Seidel „mithilfe der Methoden Beobachten, Selbstlernen, Praktizieren und Kommunizieren“ erfolgen.
Ein Beispiel hierfür ist das Transfergespräch, welches sich insbesondere für Übergabesituationen z. B. im Rahmen einer Neubesetzung vor dem Ausscheiden eines Wissensträgers eignet. Das Ziel dieses Formats besteht meist darin, implizites Wissen zu einem bestimmten Fachgebiet weiterzugeben, um den Wissensempfänger auf die anstehenden und künftigen (Management-)Aufgaben vorzubereiten. Transfergespräche sind jedoch auch dann sinnvoll, wenn z. B. eine Aufgabe bereits durch eine Person A der Abteilung A bearbeitet wurde und in ähnlicher Form nun von Person B in Abteilung B bearbeitet werden muss.
Es empfiehlt sich, im Vorfeld des Gesprächs ausreichend Zeit in die Gesprächsvorbereitung zu investieren. Von Seiten des Wissensgebers sollten im Rahmen einer Reflexion relevante Inhalte identifiziert werden. Zur Eingrenzung sollte sowohl berücksichtigt werden, welche vergangenen Themen einen potentiellen Wiederholungscharakter aufweisen, als auch welche Themen kurz- und ggf. auch mittelfristig aufkommen könnten. Der bis dato aufgebaute, implizite und explizite Wissensschatz der Person stellt bei der subjektiven Auswahl der Themen eine gute Unterstützung dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die Notwendigkeit des Umgangs mit implizitem Wissen in Unternehmen und definiert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2 Grundlagen: Es werden die zentralen Begrifflichkeiten Wissen, Wissensmanagement sowie die Differenzierung zwischen implizitem und explizitem Wissen auf theoretischer Basis erarbeitet.
3 Zusammenspiel von implizitem und explizitem Wissen: Dieses Kapitel beleuchtet den Entstehungsprozess und die Wissensumwandlung anhand des SECI-Modells, das die Dynamik zwischen den Wissensformen beschreibt.
4 Umgang mit implizitem Wissen in Unternehmen: Hier wird der hohe Stellenwert impliziten Wissens als Ressource analysiert und Methoden wie Sozialisation und Externalisierung für den Wissenstransfer in der Praxis vorgestellt.
5 Zusammenfassung: Die Kernaussagen der vorangegangenen Kapitel werden kurz rekapituliert und die zentralen Ergebnisse nochmals in den Gesamtzusammenhang gestellt.
6 Fazit und kritische Reflexion: Der Autor reflektiert die Ergebnisse, weist auf die Grenzen der Untersuchung hin und zeigt weiteren Forschungsbedarf auf.
7 Quellenverzeichnis: Auflistung der im Rahmen der Arbeit verwendeten Literatur- und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Implizites Wissen, Explizites Wissen, Wissensmanagement, Wissenstransfer, Sozialisation, Externalisierung, SECI-Modell, Wissensumwandlung, Unternehmen, Wettbewerbsvorteil, Prozess Mining, Transfergespräch, Wissensressource, Wissensorganisation, Wissensspirale
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von implizitem Wissen für Unternehmen und untersucht, wie dieses gezielt gemanagt und transferiert werden kann, um Wettbewerbsvorteile zu sichern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Wissen, die Unterscheidung zwischen implizitem und explizitem Wissen sowie Methoden zur Wissensumwandlung und zum Wissenstransfer.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, dem Leser aufzuzeigen, wie ein erfolgreicher Umgang mit implizitem Wissen innerhalb einer Organisation in der Praxis gelingen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Wissensmanagement-Theorien, insbesondere unter Nutzung des informationstheoretischen Ansatzes und des SECI-Modells von Nonaka und Takeuchi.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden das Zusammenspiel der verschiedenen Wissensformen, deren Relevanz für Unternehmen sowie konkrete Austauschformate wie das Transfergespräch und die Digitalisierung von Prozessen detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Implizites Wissen, Wissenstransfer, Sozialisation, Externalisierung, Wissensmanagement und Wissensumwandlung.
Welche Rolle spielt die Mitarbeiterfluktuation für die Problemstellung?
Die steigende Mitarbeiterfluktuation wird als kritischer Faktor identifiziert, da durch das Ausscheiden von Mitarbeitern wertvolles implizites Wissen verloren gehen kann, weshalb ein proaktiver Umgang damit essenziell ist.
Warum ist laut Autor die Digitalisierung eines Geschäftsprozesses eine Form der Externalisierung?
Durch die Digitalisierung wird das bisher „in den Köpfen“ der Mitarbeiter verborgene implizite Wissen in eine explizite, dokumentierte und systembasierte Form überführt, womit es für das Unternehmen verwertbar gemacht wird.
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- Dejan Veselinovic (Author), 2019, Möglichkeiten zum Umgang mit implizitem Wissen in Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512503