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Silvia und Clorinda: zwei Frauen auf der Sucht

Title: Silvia und Clorinda: zwei Frauen auf der Sucht

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 18 Pages , Grade: 1

Autor:in: M.A. Margherita Zelante (Author)

Romance Studies - Italian and Sardinian Studies
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Einleitung

Die Faszination der Leser für Tassos Werke basiert u.a. auf die Sensibilität seiner Beschreibungen, auf die Leidenschaft und die Komplexität seiner Figuren und auf die tiefe und für seine Zeit ungewöhnlich modern psychologische Analyse der Charaktere. Unter diesen unterscheiden sich besonders die weibliche Figuren, die von der Kritik oft in Verbindung zu Tasso selbst gesetzt worden sind.1

In dieser Arbeit, möchte ich mich mit der Analyse von zwei dieser berühmten Frauen beschäftigen, Silvia und Clorinda, die in den zwei bekanntesten Werke Tassos erscheinen, Aminta und Gerusalemme liberata. Obwohl sie fast gleichzeitig aus Tassos Phantasie geboren wurden und bestimmte Merkmale teilen (sie sind beide prüde und kämpferisch und distanzieren sich von Liebe und Leidenschaften), scheinen sie sehr unterschiedlich zu sein. Außerdem erleben sie in ihren Geschichten verschiedene Entwicklungen. Trotzdem kann man Ähnlichkeiten in ihren Geschehnisse entdecken.

Insbesondere ist das Motiv der Flucht sehr auffallend in beiden Werke und nicht zufälligerweise betrifft es diese zwei Frauen. Interessant ist vor allem, dass die Gründe der beiden Fluchten in vielen Hinsichten durchaus vergleichbar und ähnlich sind, wobei das Ende und die Folgen davon in zwei unterschiedlichen Richtungen gehen. Der erste Teil der Arbeit ist der Beschreibung Silvias, der Bedeutung ihrer Flucht und ihrer Auswirkung auf Aminta gewidmet. Parallel werden in dem zweiten Teil Clorindas Rolle in der Gerusalemme liberata und ihre Gemeinsamkeiten mit Silvia erläutert. Zum Schluss möchte ich dieses Motiv in Verbindung mit der Atmosphäre der Gegenreformation setzen, die als Rahm für Tassos Leben und Werk dient.
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1 Ich beziehe mich u.a. auf die sehr detaillierte Arbeit von: Giampiero Giampieri. Torquato Tasso. Una Psicobiografia. Firenze: Le Lettere 1995, in der Tassos Werk ausschließlich durch seine Biographie interpretiert wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Aminta: die Figur Silvias und die Vielfältigkeit der Liebe

Die Figur des Satyrs und die Bedrohung Silvias

Clorinda: eine Frau und der Krieg

Das Duell: Tod und Wiedergeburt Clorindas

Die Einflüsse der Gegenreformation und des Hofs auf Tassos Werke

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Charaktere Silvia und Clorinda in Torquato Tassos Werken "Aminta" und "Gerusalemme liberata" mit einem besonderen Fokus auf dem Motiv der Flucht und der Entwicklung ihrer weiblichen Identität im Spannungsfeld zwischen Leidenschaft, Krieg und religiösen Einflüssen.

  • Vergleichende Analyse weiblicher Protagonisten bei Tasso.
  • Die Funktion des Fluchtmotivs in "Aminta" und "Gerusalemme liberata".
  • Interaktion zwischen individuellen Leidenschaften und gesellschaftlichen Normen.
  • Einordnung der Werke in den historischen Kontext der Gegenreformation.

Auszug aus dem Buch

Die Figur des Satyrs und die Bedrohung Silvias

Der Satyr ist der Auslöser der Tragödie in dem Stück und das Symbol der gewalttätigen Liebe. Er lebt für die Befriedigung seines Körpers und die Liebe verliert all ihre petrarchistischen Merkmale in seinen Wörtern. Sein Monolog fängt z.B. mit dem gleichen Motiv der Bienen und des Stechens an, das der Leser schon von Aminta kennt (erster Akt, zweiter Szene).

Nun, hier ist der Schmerz viel tiefer und überwältigend, so dass „tutte piaga e tutte sangue sono le viscere mie“ (V.734-35). Die Wunden wurden von Silvias Augen verursacht, die „mille spiedi“ (V.735) in sich haben. Sein Leiden hat also im Gegenteil zu dem Amintas keine positive Auswirkung und versetzt der Satyr in einem verzweifelten Zustand, aus dem nur Hass und Rache entstehen können. Er sieht den Reiz, den Silvia verkörpert, als die Möglichkeit, seine Männlichkeit zu beweisen, die sich durch Gewalt und nicht durch erwartungsvolle Hoffnung und bemitleidenswertes Seufzen zeigt. Die Figur Silvias, die sich dem Leser vorstellt, ist hier sehr unterschiedlich von der, die man bis jetzt kannte.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Faszination für Tassos Frauenfiguren und Vorstellung der zentralen These über das Motiv der Flucht.

Aminta: die Figur Silvias und die Vielfältigkeit der Liebe: Analyse von Silvias Rolle als Nymphe und ihrer anfänglichen Ablehnung der Liebe durch Keuschheit und Ironie.

Die Figur des Satyrs und die Bedrohung Silvias: Untersuchung der gewaltsamen Komponente der Liebe durch den Satyr und deren Auswirkung auf Silvias Selbstbild.

Clorinda: eine Frau und der Krieg: Charakterisierung Clorindas als kriegerische Amazone, die ihre Weiblichkeit hinter ritterlichen Werten verbirgt.

Das Duell: Tod und Wiedergeburt Clorindas: Deutung des tragischen Zweikampfs zwischen Tancredi und Clorinda als Moment der Identitätsfindung und religiösen Erlösung.

Die Einflüsse der Gegenreformation und des Hofs auf Tassos Werke: Betrachtung der historischen Rahmenbedingungen und der Rolle des Hofes bei der Gestaltung von Tassos Werken.

Schlüsselwörter

Torquato Tasso, Aminta, Gerusalemme liberata, Silvia, Clorinda, Flucht, Liebe, Gegenreformation, Tancredi, Satyr, Weiblichkeit, Identität, Literaturwissenschaft, Leidenschaft, Krieg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser literaturwissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die weiblichen Figuren Silvia und Clorinda aus den Werken Tassos, um Gemeinsamkeiten in ihrer psychologischen Entwicklung und ihrem Verhalten gegenüber Liebe und gesellschaftlichem Zwang aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Dialektik zwischen Liebe und Gewalt, die Rolle der Flucht als identitätsstiftendes oder -veränderndes Element sowie der Einfluss der Gegenreformation auf die narrative Struktur.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die weiblichen Protagonisten trotz unterschiedlicher Kontexte (Pastoralspiel vs. Epos) ähnliche Entwicklungsprozesse durchlaufen, die letztlich zur notwendigen Aufgabe ihrer alten Identität führen.

Welche methodische Herangehensweise wird verwendet?

Die Analyse stützt sich auf eine detaillierte Textarbeit (Close Reading) der Originalverse sowie die Einbeziehung fachwissenschaftlicher Kritik zur Interpretation von Tassos Werk.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Figur Silvia in "Aminta", gefolgt von einer Analyse der Kriegerin Clorinda in "Gerusalemme liberata", und gipfelt in der Kontextualisierung durch den historischen Hintergrund.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Identitätsspaltung, petrarchistische Motive, höfische Werte und die transformative Kraft der Liebe geprägt.

Warum spielt das Motiv der Flucht eine so zentrale Rolle für die Protagonistinnen?

Die Flucht markiert für beide Frauen einen Wendepunkt, an dem sie gezwungen werden, sich mit ihrer unterdrückten Weiblichkeit auseinanderzusetzen, was schließlich in ihre jeweilige Transformation mündet.

Inwiefern ist das Ende der beiden Episoden als eine Reaktion auf die Inquisition zu verstehen?

Die Autorin argumentiert, dass das Ende der Geschichten (Ehe bzw. Taufe) kein bloßer Anpassungsversuch an kirchliche Zensur war, sondern die logische Konsequenz der leidenschaftlichen Entwicklung der Figuren innerhalb des zeitgenössischen Rahmens.

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Details

Title
Silvia und Clorinda: zwei Frauen auf der Sucht
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Torquato Tasso
Grade
1
Author
M.A. Margherita Zelante (Author)
Publication Year
2004
Pages
18
Catalog Number
V51254
ISBN (eBook)
9783638472746
ISBN (Book)
9783656783091
Language
German
Tags
Silvia Clorinda Frauen Sucht Torquato Tasso
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Margherita Zelante (Author), 2004, Silvia und Clorinda: zwei Frauen auf der Sucht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51254
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