In dieser wissenschaftlichen Arbeit wird die Vernichtung des Regenwaldes Indonesiens genauer betrachtet. Zuerst werden die Ursachen und deren Auswirkungen analysiert. Danach werden mögliche Gegenmaßnahmen zum Schutze des Regenwaldes erläutert.
Die Begriffe Nachhaltigkeit und Naturschutz tauchen in der heutigen Gesellschaft sehr häufig und in vielen verschiedenen Bereichen auf. Neben Verschmutzung der Ozeane und Luft spielt die Abholzung von (Regen-) Wäldern im internationalen Naturschutz eine große Rolle. Sobald diese abgeholzt werden, gerät Kohlenstoff umgehend in die Atmosphäre. Der Ausstoß des Treibhausgases CO2 fördert den Klimawandel. Die Ausrodung der Wälder hat drastische Folgen für die Natur. Unter anderem führt sie zu Waldbränden, welche große Flächen des Waldes in kurzer Zeit vernichten können.
Im weiteren Verlauf der Arbeit wird die Problematik im Detail wiedergegeben. Die größte Waldfläche bietet Russland mit 8.149.305 km2 gefolgt von Brasilien mit 4.935.380 km2 und Kanada mit 3.100.950 km2. Das asiatische Land Indonesien weist eine Landesfläche von 1 811 570 km2 auf, wovon 49,9% einer Waldfläche entsprechen. Der Anteil der Waldfläche entspricht 2,3% der ganzen Welt. Während China seine Waldflächen aufforstet, wurde in Indonesien zwischen 1990 und 2015 ein Waldverlust von 27,5 Millionen Hektar festgestellt. In Indonesien hat die Insel Sumatra 85 % ihrer Wälder verloren - vor allem durch die Umstellung auf Ölpalmen- und Zellstoffplantagen - und auf der Insel Borneo findet eine ähnliche Zerstörung statt. Der indonesische Regenwald zeichnet sich durch seine hohe Artenvielfalt aus und bietet vielen Spezies den letzten Lebensraum. Konsumgütergiganten wie Nestlé und Unilever werden beim Thema „Vernichtung des Regenwaldes“ oft zur Verantwortung gezogen, denn diese gewinnen durch die Abholzung einen für die Produktion ihrer Ware wesentlichen Rohstoff: Palmöl.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begrifflichkeiten
2.1.1 Klimawandel
2.1.2 Klimaschutz
2.1.3 Artenschutz
2.1.4 Palmöl
2.2 Status: Rodung des indonesischen Regenwaldes
3 Problemanalyse der Vernichtung des indonesischen Regenwaldes
3.1 Gründe für die Vernichtung des indonesischen Regenwaldes
3.1.1 Ansiedlung
3.1.2 Landwirtschaft
3.1.3 Illegale Abholzung
3.1.4 Waldbrände
3.1.5 Weitere Ursachen für die Entwaldung
3.2 Auswirkungen auf die Umwelt
3.2.1 Der Klimawandel als Folge von Abholzung
3.2.2 Artenverlust
3.2.3 Wasserkreislauf
3.2.4 Zerstörung des menschlichen Lebensraums
3.3 Mögliche Maßnahmen zur Erhaltung des Regenwaldes in Indonesien
3.3.1 Rechtsdurchsetzung
3.3.2 Zertifiziertes nachhaltiges Palmöl: RSPO-Zertifikat
3.3.3 REDD+ Aktivitäten
3.3.4 Große Marken zur Verantwortung ziehen
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Studienarbeit untersucht die Ursachen und ökologischen Folgen der großflächigen Regenwaldvernichtung in Indonesien, insbesondere durch die Palmölindustrie, und analysiert kritisch bestehende sowie mögliche Gegenmaßnahmen zum Schutz dieses bedrohten Ökosystems.
- Analyse der primären Treiber der Entwaldung (Landwirtschaft, Siedlungsbau, Brandrodung).
- Untersuchung der Auswirkungen auf Klimawandel, Artenvielfalt und lokale Gemeinschaften.
- Bewertung von Zertifizierungssystemen wie dem RSPO.
- Rolle globaler Unternehmen und internationaler Initiativen wie REDD+.
- Kritische Reflexion über Wirksamkeit der Rechtsdurchsetzung und politischer Instrumente.
Auszug aus dem Buch
3.1.4 Waldbrände
Wie im bisherigen Verlauf der Arbeit angedeutet, gibt es verschiedene Ursachen, die einen Waldbrand verursachen können. Der Unterschied zwischen den indonesischen und in den anderen Ländern entstehende Wald- und Landschaftsbrände besteht darin, dass in Indonesien sich über eine große Fläche erstreckende Torfmoorgebiete betroffen sind (vgl. Höing 2017: S.32). Im Jahr 2015 sind 21.000km² Torfmoorgebiete und Waldflächen zwischen den Monaten Juni und Oktober verbrannt, welche im groben Maße Sachsen-Anhalts Größe entsprechen. Dabei wurde ein CO2-Ausstoß von über 1,6 Milliarden Tonnen festgestellt (ebd.). Oft werden Waldbrände bewusst von Menschenhand gelegt, somit werden auch in Indonesien verschiedene Personengruppen beschuldigt. Zu diesen zählen Kleinbauern, welche durch Brandrodung fruchtbaren Boden gewinnen wollen, Plantagebetreiber, die sich preiswerte Landflächen erwirtschaften wollen und eine Art „Mafia“, die sich einen Ertragsvorteil durch den Verkauf von verbrannten Landflächen anstatt bewachsenen Landflächen sichert. Offensichtlich geht es um die Wichtigkeit, welche Flächen als Wald- oder Nichtwaldgebiet gekennzeichnet sind. Bei einer Konzessionsvergabe für Palmölplantagen ist die Klassifikation der Fläche als „Nichtwaldgebiet“ wesentlich. Die verbrannten Waldbereiche können häufig als „Nichtwaldgebiet“ kategorisiert werden und somit als Konzessionen verkauft bzw. vermietet werden. 2014 unterschrieb Indonesien die ASEAN5 Vereinbarung, die besagt, dass Feuer als Vorgehensweise zur Landumwandlung, illegal ist. Aus diesem Grund gilt eine „Zero Burning Policy“, die durch Militär und Polizei in Dörfern umgesetzt wird. Geld- und Haftstrafen werden an Bauern angesetzt, die ihr Land gesetzeswidrig mittels Brandrodung nutzbar machen. Demgegenüber werden Firmen, die erwiesenermaßen Brandrodung betrieben haben, nicht oder kaum zur Rechenschaft gezogen (ebd.). Darüber hinaus ist der Klimawandel häufig verantwortlich für Waldbrände. Denn durch die Klimaerwärmung entstehen in einigen Gebieten Hitzewellen, Dürre und Trockenheit, die Waldbrände verursachen können (vgl. WWF 2016: S.16).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Regenwäldern für den Klimaschutz ein und stellt die Problematik der Entwaldung in Indonesien durch wirtschaftliche Interessen dar.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Klimawandel, Klimaschutz, Artenschutz und erläutert die Bedeutung von Palmöl als Wirtschaftsgut.
3 Problemanalyse der Vernichtung des indonesischen Regenwaldes: Das Hauptkapitel analysiert detailliert die Ursachen der Abholzung, deren Auswirkungen auf die Umwelt sowie mögliche Schutzmaßnahmen.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch über die Diskrepanz zwischen geplanten Schutzmaßnahmen und der gelebten Realität der Unternehmen.
Schlüsselwörter
Regenwaldvernichtung, Indonesien, Palmöl, Entwaldung, Klimawandel, Brandrodung, Umweltschutz, Artenverlust, RSPO, Nachhaltigkeit, REDD+, illegale Abholzung, Landwirtschaft, Waldbrände, Treibhausgasemissionen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Gründen für das Verschwinden des indonesischen Regenwaldes und den damit verbundenen ökologischen und sozialen Konsequenzen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft (insbesondere Palmöl), die Praxis der Brandrodung, der Klimawandel sowie mögliche Lösungsansätze wie Zertifizierungen und politische Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie wirtschaftlicher Eigennutz zur Zerstörung wichtiger Ökosysteme führt und welche Maßnahmen zur Erhaltung dieser Flächen notwendig und sinnvoll wären.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es handelt sich um eine deskriptive Studienarbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung von Berichten internationaler Organisationen wie dem WWF und WRI basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert erörtert?
Im Hauptteil werden neben den Ursachen für die Abholzung (Ansiedlung, Landwirtschaft, illegale Rodung) auch die direkten Umweltfolgen sowie verschiedene Schutzansätze, wie der RSPO-Standard oder REDD+-Aktivitäten, analysiert.
Welche Keywords beschreiben die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Regenwaldvernichtung, Palmöl, Brandrodung, Klimawandel und Nachhaltigkeit.
Warum ist die Klassifizierung von Flächen als „Nichtwaldgebiet“ so problematisch?
Sie ermöglicht es Akteuren, nach Brandrodungen Flächen als wirtschaftlich nutzbar zu deklarieren, was den Verkauf oder die Vergabe als Konzession für Plantagen rechtlich erst ermöglicht.
Welche Rolle spielen große Marken beim Thema Regenwaldschutz?
Globale Konsumgüterkonzerne stehen aufgrund ihrer Lieferketten und der Verwendung von Palmöl in der Verantwortung, ihre Palmölbeschaffung nachhaltig zu gestalten und Waldzerstörung auszuschließen.
Warum gestaltet sich die Rechtsdurchsetzung in Indonesien so schwierig?
Obwohl Maßnahmen und Pläne existieren, mangelt es oft an der praktischen Umsetzung und Durchsetzung, da wirtschaftliche Interessen teilweise mit regionalen Regierungsvertretern kollidieren.
- Arbeit zitieren
- Stefan Groß (Autor:in), 2019, Die Vernichtung des Regenwaldes in Indonesien. Ursachen und mögliche Maßnahmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512542