1. Einleitung
Wir leben in einer Zeit, in der zwischenmenschliche Kontakte und Kommunikation immer weniger werden. Die Technikermöglicht es uns immer mehr, auf die Hilfe und Nähe anderer Personen zu verzichten.
Wie existenznotwendig es jedoch ist, von anderen Personen um- und versorgt zu werden, möchten wir am Thema Hospitalismus deutlich machen.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Hospitalismus
3. Ursachen des Hospitalismus
4. Folgen von Hospitalismus
5. Die frühe Mutter-Kind-Beziehung
6. Das Frühgeborene und seine Eltern
7. Untersuchung von Rene A. Spitz
8. Die Bedeutung des Krankseins für das Kind
9. Untersuchung mit Rhesusaffen zum Thema Hospitalismus
10. Wie vermeide ich Hospitalismus bei Säuglingen und Kleinkindern?
11. Psychohygiene im Krankenhaus
12. Literaturangabe
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen des Hospitalismus, das als durch Anstaltsaufenthalte hervorgerufene körperliche und psychische Schädigung bei Kindern und Erwachsenen definiert ist. Das primäre Ziel ist es, die Ursachen und Folgen dieser Gefühlsmangelerkrankung aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie durch eine stärkere Einbindung der Eltern und eine kindgerechte Gestaltung des Krankenhausalltags traumatische Entwicklungsstörungen vermieden werden können.
- Physische und seelische Ursachen des Hospitalismus
- Die zentrale Bedeutung der frühen Mutter-Kind-Bindung
- Einfluss von Angst und Trennungserlebnissen auf das kranke Kind
- Präventionsmöglichkeiten in Klinik und Heim
- Konzepte zur Psychohygiene im Krankenhausumfeld
Auszug aus dem Buch
9. Untersuchung mit Rhesusaffen zum Thema Hospitalismus
Die Bedeutung enger körperlicher Berührung mit der Pflegeperson für die soziale Entwicklung wies H. Harlow (1959) an Affenkindern nach:
„Rhesusaffen wurden ohne mütterliche Pflege in Anwesenheit von Muttersurrogaten aufgezogen. Eine Ersatzmutter bestand aus einem Drahtgestell, sie spendete aus einer entsprechenden Vorrichtung Milch, die andere Mutterfigur war mit einem pelzartigen Stoff bezogen, der eine angenehme körperliche Berührung gestattete.
Die Affenkinder hielten sich überwiegend bei der zweiten, der pelzigen Mutterfigur auf, obwohl diese keine Nahrung spendete.
Besonders in angstauslösenden Situationen flüchteten sie zu der zweiten Mutterfigur, an die sie sich eng anschmiegten. Da sie allerdings auch keine Zuwendung erfuhren und keine Modelle sozialen Verhaltens als Vorbild hatten, verhielten sie sich im übrigen wie alle isoliert aufgezogenen Tiere.
Sie waren untereinander ungesellig und zeigten später vor allem Schwierigkeiten bei der Aufnahme sozialer Beziehungen zu andersgeschlechtlichen Partnern.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Technisierung und den damit einhergehenden Mangel an menschlicher Nähe, was die Bedeutung der gegenseitigen Fürsorge unterstreicht.
2. Definition Hospitalismus: Hier wird der Begriff als schädigende Folge von Anstaltsaufenthalten definiert, die als Gefühlsmangelerkrankung verstanden wird.
3. Ursachen des Hospitalismus: Es wird zwischen infektiösem, bakteriellem und seelischem Hospitalismus unterschieden.
4. Folgen von Hospitalismus: Das Kapitel erläutert, wie Liebesentzug und Vereinsamung zu schweren Entwicklungs- und Verhaltensstörungen führen können.
5. Die frühe Mutter-Kind-Beziehung: Die zentrale Rolle der "primären Mütterlichkeit" und die Auswirkungen von Trennung werden hier hervorgehoben.
6. Das Frühgeborene und seine Eltern: Es wird die Notwendigkeit von Kontakt und Berührung bei Frühgeborenen gegen die früher übliche Isolation gestellt.
7. Untersuchung von Rene A. Spitz: Die Studie belegt den Entwicklungsrückstand bei Kindern, denen die notwendige mütterliche Zuwendung fehlt.
8. Die Bedeutung des Krankseins für das Kind: Dieser Abschnitt thematisiert den Verlust der Selbstbestimmung und die Ängste, die Kinder im Krankenhaus erleben.
9. Untersuchung mit Rhesusaffen zum Thema Hospitalismus: Die Versuche von H. Harlow verdeutlichen die essenzielle Bedeutung körperlicher Nähe für die soziale Entwicklung.
10. Wie vermeide ich Hospitalismus bei Säuglingen und Kleinkindern?: Das Kapitel gibt praktische Hinweise zur Gestaltung einer anregenden Umgebung und zur Einbeziehung der Eltern in den Pflegealltag.
11. Psychohygiene im Krankenhaus: Hier werden Konzepte zur Optimierung der Eltern-Kind-Verbindung im Klinikbetrieb diskutiert.
12. Literaturangabe: Eine Auflistung der verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Hospitalismus, Mutter-Kind-Bindung, Krankenhausaufenthalt, Entwicklungsstörung, Gefühlsmangel, Kinderheilkunde, Psychohygiene, Trennungsangst, soziale Bindung, Frühgeborene, Verhaltensauffälligkeiten, Nestwärme, Hospitalisierung, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Phänomen des Hospitalismus, also die negativen Auswirkungen von Heim- oder Krankenhausaufenthalten auf die psychische und physische Entwicklung von Kindern und Erwachsenen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Bedeutung der frühen Mutter-Kind-Bindung, den psychischen Folgen von Krankenhausaufenthalten und den Möglichkeiten zur Prävention durch eine liebevolle, anregende Betreuung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedürfnisse kranker Kinder zu schärfen und aufzuzeigen, wie durch eine stärkere Einbindung der Eltern und eine optimierte Klinikumgebung Folgeschäden vermieden werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse einschlägiger Fachliteratur sowie auf klassische wissenschaftliche Studien, wie die Untersuchungen von Rene A. Spitz und H. Harlow, um die Auswirkungen von Zuwendungsmangel zu belegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den Ursachen und Folgen des Hospitalismus auch spezifische Themen wie der Umgang mit Frühgeborenen, die Ängste kranker Kinder und praktische Maßnahmen zur psychischen Entlastung (Psychohygiene) im Klinikalltag detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Hospitalismus, Bindungsstörung, Mutter-Kind-Einheit, Krankenhausangst und psychische Entwicklung geprägt.
Was genau versteht man unter den drei Phasen des Hospitalismus laut Text?
Die Autorin beschreibt die Phasen Protest, Verzweiflung und Verleugnung als Reaktion des Kindes auf die Trennung von der Bezugsperson im Krankenhaus.
Welchen Stellenwert nimmt die "primäre Mütterlichkeit" ein?
Sie gilt als fundamental für die gesunde Entwicklung des Kindes; die Trennung von der Mutter belastet diese Einheit und kann maßgeblich zur Entstehung von Hospitalismus beitragen.
- Quote paper
- Saskia Schumann (Author), 2002, Hospitalismus. Zwischenmenschliche Kontakte als Existenznotwendigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5126