Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit der Hauptfigur des Werkes auseinander. Dabei stehen besonders ihre Funktionen und Entwicklungen bzw. Veränderungen im Verlauf des Theaterstückes im Vordergrund. Das Ziel beinhaltet, herauszufinden, ob und in welchem Umfang Carmela sich durch ihren Tod verändert hat. Dieses Ziel wird erfüllt, indem die Protagonistin vor und nach ihrem Tod analysiert wird.
Zunächst wird anhand einer knappen Figurenkonstellation das Verhältnis zwischen den vorkommenden Darstellern konkretisiert. Im Anschluss erfolgt die Analyse der weiblichen Zentralfigur, die in zwei Hauptteile gegliedert ist. Im ersten Teil wird Carmela vor ihrem Tod charakterisiert, wofür sich die Szenen der Rückblenden eignen. Anschließend wird sie anhand der Szenen beschrieben, in denen sie bereits tot ist und Paulino erscheint. Im darauffolgenden Kapitel werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der zuvor herausgearbeiteten Charakteranalysen zusammengeführt und veranschaulicht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Figurenkonstellation
3. Analyse der Protagonistin
3.1. Carmela als Person aus Fleisch und Blut: Charakterisierung der Protagonistin vor ihrer Hinrichtung
3.2. Carmela zwischen Jenseits und Realität: Charakterisierung der Protagonistin nach ihrer Hinrichtung
4. Entwicklung und Funktion der Hauptfigur: Der Tod als bestimmender Faktor der Veränderung
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Entwicklung und die Funktionen der Protagonistin Carmela in José Sanchis Sinisterras Theaterstück "¡Ay, Carmela!" zu analysieren, wobei insbesondere untersucht wird, ob und in welchem Umfang sich die Figur durch ihren Tod verändert. Dazu wird ein strukturierter Vergleich zwischen der lebenden Carmela vor ihrer Hinrichtung und der als Gespenst erscheinenden Protagonistin nach ihrem Tod durchgeführt.
- Charakterisierung der weiblichen Hauptfigur
- Analyse der Figurenkonstellation
- Veränderungsprozesse nach dem Tod
- Die Funktion des Todes als zentrales Gestaltungsmittel
- Interpretation des Werkes vor dem Hintergrund des spanischen Bürgerkriegs
Auszug aus dem Buch
3.1. Carmela als Person aus Fleisch und Blut: Charakterisierung der Protagonistin vor ihrer Hinrichtung
Dramatische Figuren lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien einteilen. Um die weibliche Hauptfigur des Werkes analysieren zu können, ist es zunächst sinnvoll, ihre Figurenkonzeption und ihren Figurentyp einzuordnen. In Bezug auf die Figurenkonzeption eröffnet das Gegensatzpaar eindimensionale versus mehrdimensionale Figur eine gute Einteilungsmöglichkeit. Bei Carmela handelt es sich um eine mehrdimensionale Figur, da sie sich durch die Komplexität ihrer Merkmale auszeichnet.6
Zudem kann die Hauptdarstellerin dem Figurentyp des Individuums zugeordnet werden. „Beim Individuum erhält der Zuschauer eine Fülle von charakterisierenden Details und auf diese Weise eine sehr genaue beschriebene dramatische Figur.“7 Auf diese charakterisierenden Eigenschaften der lebenden Carmela soll im Folgenden eingegangen werden. Zuvor ist zu erwähnen, dass es dem Autor mit dem Charakter der Protagonistin gelungen ist, zwei metaphysische Rahmenbedingungen, Leben und Tod, harmonisch miteinander zu verbinden.
Betrachtet man zunächst die äußeren Umstände, das heißt Merkmale und Situation, in der sich die Heldin des Dramas befindet, lassen sich folgende Aussagen treffen: Ihr Auftreten als lebendige Carmela erfolgt im Drama, in Form von Rückblenden. Angekündigt wird ihr Erscheinen durch ein „traje andaluz“ (S.199, 225). Gemeinsam mit ihrem Partner verdient sie ihren Lebensunterhalt als Künstlerin (vgl. S. 64). Es sind Aussagen von Paulino über Carmela, wie beispielsweise „siempre ha sentido la magía“ (S. 240) oder „nunca le falta la chispa […] cuando se trata de agradecer el público.“ (S. 234), die dem Leser die Leidenschaft und das Temperament vermitteln, mit dem sie ihre Fähigkeiten auf der Bühne präsentiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Theaterstück ein, stellt die Protagonisten vor und erläutert die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Figurenkonstellation: Hier wird das soziale Umfeld der Hauptfiguren Carmela und Paulino sowie die Rolle der Nebenfiguren wie Gustavete und Rippamonte beleuchtet.
3. Analyse der Protagonistin: In diesem Hauptteil wird die Entwicklung der Figur Carmela zunächst in ihrem Leben und anschließend in ihrer Existenz als Gespenst detailliert untersucht.
4. Entwicklung und Funktion der Hauptfigur: Der Tod als bestimmender Faktor der Veränderung: Dieses Kapitel führt die Ergebnisse zusammen und diskutiert die verschiedenen Funktionen, die Carmela im Drama einnimmt, sowie die Rolle des Todes für ihre Entwicklung.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einem Resümee über die gewonnenen Erkenntnisse und einem Ausblick auf potenzielle weitere Forschungsaspekte.
Schlüsselwörter
José Sanchis Sinisterra, ¡Ay, Carmela!, spanischer Bürgerkrieg, Theaterwissenschaft, Protagonistin, Charakterisierung, Figurenkonstellation, Tod, Jenseits, Republikaner, Widerstand, Erinnerung, Identitätswandel, Dramaturgie, Literaturanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die weibliche Hauptfigur aus José Sanchis Sinisterras Drama "¡Ay, Carmela!" und untersucht deren Entwicklung vom Leben bis zum Tod.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Charakterisierung der Figur, ihre Funktion innerhalb des Stückes sowie die Darstellung des Todes als einschneidendes Ereignis.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und in welchem Umfang Carmela durch ihren Tod als dramatische Figur eine Veränderung durchlaufen hat.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Autorin nutzt eine detaillierte Figurenkonstellationsanalyse sowie einen komparativen Vorher-Nachher-Vergleich der Protagonistin.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Carmelas Eigenschaften als lebendige Person und ihre veränderte Darstellung als Gespenst im Jenseits.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Identitätswandel, Spanischer Bürgerkrieg, dramatische Figur, Erinnerungskultur und die Funktion des Todes im Theater.
Wie unterscheidet sich die lebende Carmela von ihrer Erscheinung als Gespenst?
Während die lebende Carmela als leidenschaftlich und impulsiv beschrieben wird, erscheint sie als Gespenst dezent, nachdenklich und in sich gekehrt.
Welche Bedeutung hat das "Gespenst" für das Stück?
Die Erscheinung als Gespenst ermöglicht es dem Autor, die Zeit zu verschmelzen und ein Mahnmal gegen das Vergessen und Wegschauen der spanischen Bevölkerung zu setzen.
- Quote paper
- Alicia Cavallo (Author), 2019, Charakterisierung der Protagonistin des Werkes "iAy, Carmela! Eligía de una guerra civil en dos actos y un epílogo" von José Sanchis Sinisterra, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512789