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Sigmar Polkes motivische Wiederholung spezifischer Werke Albrecht Dürers. Eine Tradition der Nachahmung

Title: Sigmar Polkes motivische Wiederholung spezifischer Werke Albrecht Dürers. Eine Tradition der Nachahmung

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 25 Pages , Grade: /

Autor:in: Luisa-Viktoria Schäfer (Author)

Art - History of Art
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Hausarbeit widmet sich dem Gegenwartskünstler Sigmar Polke sowie seinen Werken, die in Anlehnung an die kunstgeschichtliche Malereitradition entstanden sind. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Werken Polkes, die sich ausdrücklich auf Motive des wohl bekanntesten deutschen Renaissancemalers Albrecht Dürer beziehen.

Die Kunst von Ostdeutschland orientierte sich ab Mitte der 50er Jahre an dem vorherrschenden sozialistischen Realismus, der sich um eine starke wirklichkeitsnahe Darstellung des sozialistischen Alltagslebens bemühte. Während der Westen sich nach der Kunst aus Frankreich und den USA ausrichtete. Der abstrakte Expressionismus ging um 1945 von amerikanischen Künstlern, wie Jackson Pollock, aus. Im gleichen Jahr entstand in Paris das Informel, die Malerei der Ungegenständlichkeit, zu dessen Vertretern auch Hans Hartung gezählt wird. Die neue avantgardistische Künstlergeneration in Deutschland folgte diesem Beispiel. Der sogenannte „Vatermord“, der schon 1870 in Frankreich seinen Anfang nahm, überwiegte und die Künstler verpflichteten sich entgegen ihrer Künstlerväter einer ungegenständlichen Kunst.

Als Gegenprogramm zur Abstraktion entstand in Amerika die Pop-Art, die vor allem bei der Kunst Andy Warhols ersichtlich wird. Deutschland reagierte auf den amerikanischen Pop mit einer neuen deutschen Nachkriegskünstlerwelle, zu denen unter anderem auch Gerhard Richter, Konrad Lueg und Sigmar Polke gehörten. Sie nahmen diese neue Kunstrichtung zum Anlass ihre eigene deutsche Gesellschaft und dessen Alltagsleben zu beleuchten. In diesem Zuge entstand die Idee des kapitalistischen Realismus, der in Opposition zum sozialistischen Realismus betrachtet werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Sigmar Polke und die Bildtradition

III. Dürers Feldhasen- Motiv als Vorbild

1. Der Feldhase von Albrecht Dürer und seine Anziehungskraft

2. Der Dürer-Hase von Sigmar Polke. Vermengung von Kunst und Trivialem

3. Der Gummiband-Hase von Sigmar Polke. Ein mathematisches System?

4. Handtücher von Sigmar Polke. Das System wird erneut umgekehrt

IV. Dürer und Polke vereint im deutschen Pavillon

1. Die Dürerschleifen von Sigmar Polke

2. Der große Triumphwagen von Albrecht Dürer

3. Die Schnauke von Sigmar Polke

4. Der Deutsche Pavillon der 42. Biennale in Venedig

V. Fazit

VI. Literaturnachweise

VII. Abbildungsnachweise

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit analysiert die künstlerische Auseinandersetzung von Sigmar Polke mit dem Werk Albrecht Dürers, insbesondere unter dem Aspekt der Aneignung, ironischen Nachahmung und der Transformation von Hochkunst in triviale Kontexte. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie Polke durch das Zitieren kunstgeschichtlicher Motive die Grenzen zwischen Original und Reproduktion sowie zwischen Hoch- und Alltagskultur hinterfragt.

  • Die kritische Rezeption des "Feldhasen" als deutsches Kulturgut.
  • Polkes methodischer Umgang mit Kopie, Fälschung und industrieller Massenware.
  • Die Funktion von Materialität und Zufallsprozessen in Polkes Werk.
  • Die künstlerische Transformation historischer Vorlagen (z.B. Dürerschleifen) im Kontext des deutschen Pavillons.

Auszug aus dem Buch

Der Feldhase von Albrecht Dürer und seine Anziehungskraft

„In der gekonnt inszenierten Ambivalenz zwischen statischer, schaubarer Präsenz und Bewegungs- und Fluchtlatenz liegt der überzeitliche Reiz dieses Blattes. [...] Nach jedem Blick ist verwunderlich, dass der Feldhase noch harrt.“

Das Aquarell von 1502 befindet sich in der Albertina in Wien und wird zurzeit von Klaus Albrecht Schröder verwahrt. Es zeigt einen Feldhasen, der auf einem weißen Untergrund für den Künstler posiert. Das Tier ruht vermeintlich gelassen auf allen Vieren. Seine Ohren sind jedoch in Habachtstellung und lauschen aufmerksam seiner Umgebung. Jeder Zeit könnte der Hase aus unserem Blickfeld springen. Sein gesenkter Blick führt in den Raum außerhalb der Bildfläche. In seinem linken, halb geöffneten Auge spiegelt sich ein Fensterkreuz. Das dunkelbraun-gescheckte Fell wurde von Dürer detailreich und mit viel Geduld ausgeführt. Die erhöhten Lichtreflexe, durch weiße Deckfarbe am Rücken und Bauch des Tieres sowie an seinen Hinterläufen markiert, suggerieren eine scheinbare Bewegung der einzelnen Haare durch den Wind. Dies verleiht dem Bild eine ausgeprägte, haptische Dimension. Fast werden das weiche Fell und der zarte Knochenbau des Tieres fassbar.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Arbeit führt in Sigmar Polkes künstlerische Auseinandersetzung mit der kunstgeschichtlichen Tradition und seinem Bezug zu Albrecht Dürer ein, eingebettet in den Kontext der deutschen Nachkriegskunst.

II. Sigmar Polke und die Bildtradition: Dieses Kapitel erläutert, wie Polke versuchte, sich von der strengen Avantgarde-Bewegung zu lösen, indem er ironische Bezüge zur Malereitradition aufbaute.

III. Dürers Feldhasen- Motiv als Vorbild: Es wird analysiert, wie Polke das berühmte Hasenmotiv durch verschiedene Materialisierungen und Transformationen als Kommentar auf industrielle Vermarktung und Massenproduktion einsetzt.

IV. Dürer und Polke vereint im deutschen Pavillon: Die Untersuchung befasst sich mit den Arbeiten Polkes für die Biennale 1986, bei denen er Motive wie die Dürerschleifen und Grotesken in einen neuen, alchemistischen und inhaltlichen Kontext stellt.

V. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Polkes Kunst weniger auf Neuschöpfung als vielmehr auf einer ästhetischen Transformation beruht, die gesellschaftliche Strukturen kritisch hinterfragt.

VI. Literaturnachweise: Verzeichnis der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen.

VII. Abbildungsnachweise: Dokumentation der Bildquellen und Werkinformationen.

Schlüsselwörter

Sigmar Polke, Albrecht Dürer, Feldhase, Aneignung, Reproduktion, Kunstgeschichte, Kapitalistischer Realismus, Ironie, Dürerschleifen, Biennale Venedig, Massenproduktion, Bildtradition, Transformation, Ästhetik, Hochkunst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie der Gegenwartskünstler Sigmar Polke Motive des Renaissancemalers Albrecht Dürer aufgreift, um diese ironisch zu kommentieren und in einen modernen kunsthistorischen Kontext zu überführen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Konzepte der Aneignung und Wiederholung, die Gegenüberstellung von Hochkunst und trivialem Alltagsprodukt sowie die Rolle des Künstlers als ironischer Nachahmer.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie Polke durch das Zitieren von Dürer-Motiven die Grenze zwischen Kunst und Konsumware verwischt und die Mechanismen der Massenreproduktion thematisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine kunsthistorische Analyse der Werke Polkes angewandt, ergänzt durch den Vergleich mit kunstgeschichtlicher Sekundärliteratur und der Einordnung in den Zeitgeist der 1960er bis 1980er Jahre.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Dürer-Hasen-Variationen (auf Wolldecken, als Gummiband-Konstruktion und auf Handtüchern) sowie eine Untersuchung der im deutschen Pavillon der Biennale 1986 ausgestellten Dürerschleifen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Sigmar Polke, Albrecht Dürer, Aneignung, Reproduktion, Kapitalistischer Realismus und Transformation definieren.

Wie unterscheidet sich Polkes "Dürer-Hase" von dem Original aus dem Jahr 1502?

Während Dürers Original ein naturalistisches Meisterwerk ist, nutzt Polke die charakteristischen Formen des Hasen lediglich als leere Hülle auf trivialen Alltagsmaterialien, um die industrielle Massenvermarktung dieses Motivs zu kritisieren.

Welche Bedeutung hat das Motiv der "Dürerschleifen" im Kontext des deutschen Pavillons?

Polke nutzte die aus Dürers Triumphwagen isolierten ornamentalen Linien, um sie mit alchemistischen Prozessen auf Leinwand zu bringen und so einen abstrakten, aber tugendbezogenen Bezug zur Geschichte des Pavillons herzustellen.

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Details

Title
Sigmar Polkes motivische Wiederholung spezifischer Werke Albrecht Dürers. Eine Tradition der Nachahmung
College
University of Frankfurt (Main)  (Kunstgeschichtliches Institut)
Grade
/
Author
Luisa-Viktoria Schäfer (Author)
Publication Year
2015
Pages
25
Catalog Number
V512819
ISBN (eBook)
9783346109330
ISBN (Book)
9783346109347
Language
German
Tags
Sigmar Polke Albrecht Dürer Kunstgeschichte Nachahmung motivische Wiederholung Feldhase Dürer Hase Gummibandhase Handtücher Dürerschleifen Der große Triumphwagen Schnauke Deutscher Pavillon Biennale Venedig Nachkriegskünstler Popart kapitalistischer Realismus 60er Jahre 1960er Kunst
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Quote paper
Luisa-Viktoria Schäfer (Author), 2015, Sigmar Polkes motivische Wiederholung spezifischer Werke Albrecht Dürers. Eine Tradition der Nachahmung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512819
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