In diesem Essay wird der Fragestellung, inwieweit sich die sogenannte identitäre Bewegung mit Ansätzen der Forschung zu sozialen Bewegungen untersuchen lässt, auf den Grund gegangen. Dies wird anhand einiger Funktionen von Bewegungen (wie etwa dem kulturellen Kontext, den Aktionsrepertoires) sowie der Frames (Deutungsrahmen) versucht, darzustellen. Es wird dabei Bezug auf die aktuelle Medienberichterstattung zu den Identitären wie in der Österreichischen Tageszeitung Der Standard genommen.
Soziale Bewegungen zeichnen sich durch ihre Heterogenität sowie Kontinuität aus. Einheit ist demnach das Ergebnis kollektiven Handelns und die Zugehörigkeit nicht formal geregelt. Diese Zugehörigkeit drückt sich durch die Identifizierung und Teilhabe an einer gemeinsamen Idee aus.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Fragestellung
2. Soziale Bewegungen und rechtsextreme Szenen
3. Lifestyle und Mobilisierung
4. Aktionsrepertoires und interne Zugehörigkeit
5. Framing und politische Deutungsrahmen
6. Zusammenfassendes Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Identitäre Bewegung mittels etablierter Konzepte der sozialen Bewegungsforschung analysiert werden kann, wobei insbesondere kulturelle Faktoren, Aktionsrepertoires und Framing-Prozesse im Fokus stehen.
- Analyse der Identitären Bewegung als soziale Bewegung
- Untersuchung von "social movement scenes" und Lifestyle-Elementen
- Bedeutung von Aktionsrepertoires und Proteststrategien
- Anwendung der Framing-Theorie auf rechtsextreme Narrative
- Wechselwirkung zwischen Freizeitaktivitäten und Politisierung
Auszug aus dem Buch
Die Identitäre Bewegung und soziale Bewegungsforschung
In diesem Essay wird der folgenden Fragestellung auf den Grund gegangen: Inwieweit lässt sich die sogenannte Identitäre Bewegung mit Ansätzen der Forschung zu sozialen Bewegungen untersuchen? Dies wird anhand einiger Funktionen von Bewegungen (wie etwa dem kulturellen Kontext, den Aktionsrepertoires) sowie der Frames (Deutungsrahmen) versucht, darzustellen. Es wird dabei Bezug auf die aktuelle Medienberichterstattung zu den Identitären wie im Standard genommen.
„Eine Analyse der extremen Rechten der Gegenwart zeigt, dass es sich hier analog um eine Vielzahl unterschiedlicher Akteure handelt, die in einer netzwerkartigen, horizontalen Struktur relativ autonom voneinander agieren […]“ (Schendler 2016: 293) und ideologische Kernüberzeugungen teilen (vgl. Schendler 2016: 293). Eine einheitliche vorgegebene Ideologie oder ein Programm gibt es nicht, jedoch verbindet sie eine gemeinsame Zuschreibung von außen (vgl. ebd.).
Soziale Bewegungen zeichnen sich durch ihre Heterogenität sowie Kontinuität aus. Einheit ist demnach das Ergebnis kollektiven Handelns und die Zugehörigkeit nicht formal geregelt (vgl. ebd). Diese Zugehörigkeit drückt sich durch die Identifizierung und Teilhabe an einer gemeinsamen Idee aus (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in das Thema ein und definiert die zentrale Forschungsfrage zur Anwendbarkeit bewegungstheoretischer Ansätze auf die Identitäre Bewegung.
2. Soziale Bewegungen und rechtsextreme Szenen: Hier werden theoretische Grundlagen zu Heterogenität und kollektivem Handeln innerhalb rechtsextremer Netzwerke dargelegt.
3. Lifestyle und Mobilisierung: Dieses Kapitel thematisiert die Verknüpfung von Freizeitaktivitäten, Musik und Symbolik als Instrumente zur erfolgreichen Mobilisierung Jugendlicher.
4. Aktionsrepertoires und interne Zugehörigkeit: Es wird analysiert, wie öffentliche Proteste und interne Vereinsaktivitäten zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls eingesetzt werden.
5. Framing und politische Deutungsrahmen: Der Abschnitt erläutert die strategische Nutzung von Diagnostic Framing, um gesellschaftliche Probleme zu besetzen und Feindbilder zu konstruieren.
6. Zusammenfassendes Fazit: Das Fazit bestätigt, dass die Identitäre Bewegung durch bewegungstheoretische Konzepte wie Lifestyle-Bildung, Framing und Aktionsrepertoires analysierbar ist.
Schlüsselwörter
Identitäre Bewegung, Soziale Bewegungen, Framing, Rechtsextremismus, Politische Partizipation, Aktionsrepertoires, Lifestyle, Radikalisierung, Mobilisierung, Politische Kommunikation, Netzwerkanalyse, Gruppenidentität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, ob und wie die Identitäre Bewegung mit Hilfe theoretischer Ansätze der allgemeinen sozialen Bewegungsforschung analysiert werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf kulturellen Mustern, der Rolle von Lifestyle in politischen Bewegungen, Proteststrategien (Aktionsrepertoires) und der Framing-Theorie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die theoretische Einordnung der Identitären Bewegung, um zu verstehen, durch welche Mechanismen sie Mobilisierung und Gruppenbindung erreicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der bewegungstheoretische Konzepte (z. B. nach Jan Schendler) auf die Identitäre Bewegung angewendet werden.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil befasst sich mit der Verknüpfung von Politik und Freizeit, der Bedeutung von Stammtischen und Sport als nach innen gerichtete Aktionen sowie dem Framing-Prozess.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Identitäre Bewegung, Framing, soziale Bewegungsforschung und rechtsextreme Subkulturen.
Wie unterscheidet sich die Bewegung laut Text von klassischen Parteien?
Die Arbeit stellt heraus, dass die Bewegung primär über einen spezifischen Lifestyle und subkulturelle Codes (Musik, Kleidung) und erst sekundär über ideologische Programme integriert.
Was bedeutet der Begriff "Frame Amplification" im Kontext der Identitären?
Damit ist die Strategie gemeint, auf aktuelle Ereignisse (z. B. Terroranschläge) gezielt zu reagieren, um bestehende Frames zu verstärken und die Aufmerksamkeit auf die eigenen Anliegen zu lenken.
- Quote paper
- Alexander Friedl (Author), 2019, Inwieweit lässt sich die sogenannte Identitäre Bewegung mit Ansätzen der Forschung zu sozialen Bewegungen untersuchen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512852