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Unterrichtsstunde: Die Symbolik in Max Frischs Homo Faber

Title: Unterrichtsstunde: Die Symbolik in Max Frischs Homo Faber

Lesson Plan , 2005 , 14 Pages , Grade: 1

Autor:in: Thomas Oliver Schindler (Author)

Didactics - German Studies
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Summary Excerpt Details

Max Frischs „Homo Faber“ ist ideal geeignet um die literarische Verwendung von Symbolen zum Verweis auf die Kernstruktur des Romans im Unterricht zu behandeln. Der Titel „Homo Faber“ ist zugleich ein lexikalisierter Fachausdruck, der dem Lateinischen entspringt und „der schaffende Mensch“ bzw. „der technische Mensch“ bedeutet – dessen Gegensatz in der Literatur und Philosophie der „Homo Ludens“ , der Spielende bzw. der mystische Künstler, ist. Allein der Titel ist also schon symbolhaft bezeichnend für die Thematik des Romans: „Der Techniker Walter Faber scheitert mit der Auffassung, er selbst und die Welt seien so kontrollierbar wie seine Maschinen, und findet über das Erleben von inzestuöser Liebe, Tod und Krankheit zu reifer Menschlichkeit“ . Die Symbol-Fülle des Romans mag den meisten Lesern zunächst nicht auffallen, da vieles bewusst als Alltagshandlung oder Alltagsgegenstand „getarnt“ ist, so z.B. das ständige zwanghafte Rasieren von Walter Faber oder die explizite Firmen- und Modellnamenserwähnung seiner Schreibmaschine „Hermes Baby“. Mit einem geschärften Blick für Symbole fallen diese aber auf, denn man ist ständig am Hinterfragen und jeder Satz wird auf eine mögliche übergeordnete Bedeutung untersucht: Warum erwähnt der Autor den alltäglichen Vorgang des Rasierens mehrmals? Hat das Rasieren eine Beziehung zur Gesamtaussage des Romans? Wenn ja, welche? Der Roman enthält überdies aber noch einige Symbole die auffällig sind, da sie mit dem alltäglichen Leben im 20.Jahrhundert nicht unmittelbar in Verbindung stehen. Die Rede ist von mythologischen Symbolen und Symbolik der Antike, im speziellen: die Ödipusanspielungen, die Geburt der Venus und die schlafende Erinnye, die griechische Mittagsstille , die Omega-Uhr , die Aspisviper , die Hermes-Baby-Schreibmaschine, rückwärts mit der Axt erschlagen werden und der Symbolcharakter des Schauplatzwechsels von der neuen Welt (USA) in die Alte Welt (Griechenland). Auf dieser griechisch-mythologischen Symbolhaftigkeit liegt der Fokus der meisten Rezensionen und Interpretation zu den Symbolen im Werk Homo Faber.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Didaktischer Analyseteil

1.1. Sachanalyse

1.2. Didaktische Analyse

1.2.1. Unterrichtszusammenhang

1.2.2. Lernstand

1.2.3. Lernziele

1.3. Methodische Analyse

2. Geplanter Unterrichtsverlauf in Tabellenform

3. Reflexion

3.1. Inhaltliche Reflexion

3.2. Methodische Reflexion

3.3. Reflexion zum Schülerverhalten

3.4. Reflexion zum Lehrerverhalten

4. Verwendete Literatur zur Vorbereitung

5. Anlagen

5.1. Arbeitsblatt

5.2. Überblicks-Folie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit dient als Unterrichtsentwurf für den Deutschunterricht in der Jahrgangsstufe 13 mit dem Ziel, die komplexe Symbolik in Max Frischs Roman „Homo Faber“ zu erschließen und als Schlüssel zur Tiefenstruktur des Werkes begreifbar zu machen.

  • Literarische Analyse der griechisch-mythologischen Symbole in „Homo Faber“.
  • Gegenüberstellung der Pole „Technik“ und „Mythos“ als Konstruktionsbasis des Romans.
  • Vergleich der Romanhandlung mit der antiken Tragödie, insbesondere dem Ödipusmythos.
  • Didaktische Umsetzung komplexer literarischer Analysen im schulischen Kontext.

Auszug aus dem Buch

1.1. Sachanalyse

Der Begriff Symbolik entstammt dem Griechischen, wurde vom Lateinischen übernommen und bedeutet im Kern ‚Kennzeichen’ oder einfach ‚Zeichen’. In der Antike war ein Symbol „ein durch Boten überbrachtes Erkennungs- od. Beglaubigungszeichen zwischen Freunden, Vertragspartnern o.Ä.“ So hatte z.B. das Überbringen einer Tonscherbe, welche an einer Bruchseite genau zu einer anderen Scherbe passte, für den Empfänger nicht nur die primär visuelle Bedeutung eines kaputten Vasenteils, sondern auch eine sekundäre bzw. symbolische Bedeutung: er erkennt das Gegenstück seiner eigenen Scherbe und die dahinter stehende Vereinbarung. So haben viele Gegenstände, Sachverhalte, Verhaltensweisen und Gesten bestimmte übergeordnete symbolische Bedeutungen, die jeweils einen mehr oder weniger großen Bekanntheitsgrad haben. Im Grunde kann also jeder Gegenstand oder jede Handlung symbolischen Charakter bekommen, wenn ein bestimmter Personenkreis dies vereinbart. In der Literatur ist die Verwendung von Symbolen ein oft benutztes Stilmittel, mit dem auf übergeordnete Tiefenstrukturen von Werken verwiesen werden kann.

Max Frischs „Homo Faber“ ist ideal geeignet um die literarische Verwendung von Symbolen zum Verweis auf die Kernstruktur des Romans im Unterricht zu behandeln. Der Titel „Homo Faber“ ist zugleich ein lexikalisierter Fachausdruck, der dem Lateinischen entspringt und „der schaffende Mensch“ bzw. „der technische Mensch“ bedeutet – dessen Gegensatz in der Literatur und Philosophie der „Homo Ludens“, der Spielende bzw. der mystische Künstler, ist. Allein der Titel ist also schon symbolhaft bezeichnend für die Thematik des Romans: „Der Techniker Walter Faber scheitert mit der Auffassung, er selbst und die Welt seien so kontrollierbar wie seine Maschinen, und findet über das Erleben von inzestuöser Liebe, Tod und Krankheit zu reifer Menschlichkeit“. Die Symbol-Fülle (Vgl. 5.2.) des Romans mag den meisten Lesern zunächst nicht auffallen, da vieles bewusst als Alltagshandlung oder Alltagsgegenstand „getarnt“ ist, so z.B. das ständige zwanghafte Rasieren von Walter Faber oder die explizite Firmen- und Modellnamenserwähnung seiner Schreibmaschine „Hermes Baby“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Didaktischer Analyseteil: Dieser Abschnitt liefert die theoretische Grundlage durch eine Sachanalyse der Symbolik im Roman sowie die didaktische Begründung, Lernstandserhebung und Lernzieldefinition für die Unterrichtseinheit.

2. Geplanter Unterrichtsverlauf in Tabellenform: Eine übersichtliche Darstellung des geplanten zeitlichen Ablaufs der 45-minütigen Unterrichtsstunde inklusive der gewählten Methoden, Sozialformen und Medieneinsätze.

3. Reflexion: Der Autor bewertet kritisch den inhaltlichen und methodischen Verlauf der Stunde, reflektiert das Schüler- sowie das eigene Lehrerverhalten und zieht ein Fazit für die weitere berufliche Entwicklung.

4. Verwendete Literatur zur Vorbereitung: Auflistung der Primärquellen sowie der genutzten wissenschaftlichen Sekundärliteratur zur inhaltlichen Vorbereitung.

5. Anlagen: Beinhaltet die praktischen Unterrichtsmaterialien, bestehend aus einem Arbeitsblatt mit Aufgabenstellung zum Vergleich mit der antiken Tragödie sowie einer Überblicks-Folie zur Symbolik.

Schlüsselwörter

Max Frisch, Homo Faber, Symbolik, Didaktik, Griechische Mythologie, Technik, Mythos, Ödipus, Literaturunterricht, Tragödie, Deutschunterricht, Romananalyse, Unterrichtsentwurf, Schullehrplan.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit dokumentiert einen Unterrichtsentwurf für die gymnasiale Oberstufe, der sich mit der Deutung von Symbolen in Max Frischs Roman „Homo Faber“ befasst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die literaturwissenschaftliche Analyse von Symbolen im Roman sowie deren didaktische Vermittlung als Schlüssel zur Tiefenstruktur des Textes.

Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?

Das Ziel ist es, bei den Schülern das Verständnis für die symbolische Tiefenstruktur des Romans zu schärfen und die Gegensätzlichkeit der Pole „Technik“ und „Mythos“ herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird im Unterricht verwendet?

Es kommen verschiedene Methoden zum Einsatz, darunter das Unterrichtsgespräch, Brainstorming, tabellarische Erarbeitung der gegensätzlichen Pole sowie Einzel- und Gruppenarbeit zum Vergleich mit der antiken Tragödie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse der Roman-Symbolik, eine didaktische Planung, den detaillierten tabellarischen Verlaufsplan sowie eine anschließende reflexive Auswertung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Max Frisch, Homo Faber, Symbolik, Literaturdidaktik, Ödipus-Mythos und die Gegenüberstellung von Technik und Mythos.

Warum wird der Roman „Homo Faber“ mit dem Ödipusmythos verglichen?

Der Vergleich dient dazu, die tragische Dimension des Romans hervorzuheben, da Faber unbewusst in eine Schicksalskonstellation gerät, die an antike Tragödienmodelle erinnert.

Welche Rolle spielt die „Hermes-Baby-Schreibmaschine“ im Kontext der Analyse?

Sie dient als Beispiel für griechisch-mythologische Symbole, da sie nicht nur ein Arbeitsgerät ist, sondern durch den Namen „Hermes“ (Gott der Reisenden und der Schrift) den mythologischen Kontext des Romans unterstreicht.

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Details

Title
Unterrichtsstunde: Die Symbolik in Max Frischs Homo Faber
College
LMU Munich  (Institut für Deutsche Didaktik)
Course
Praktikumsbegleitendes Seminar LA Deutsch Gymnasium
Grade
1
Author
Thomas Oliver Schindler (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V51290
ISBN (eBook)
9783638473026
ISBN (Book)
9783656059912
Language
German
Tags
Unterrichtsstunde Symbolik Frischs Homo Faber Praktikumsbegleitendes Seminar Deutsch Gymnasium
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Oliver Schindler (Author), 2005, Unterrichtsstunde: Die Symbolik in Max Frischs Homo Faber, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51290
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