Natur und Gesellschaft. Ist Alfred North Whiteheads Verständnis von der Ordnung der Natur auf die Gesellschaft übertragbar?


Hausarbeit, 2019

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil
Die hierarchische Ordnung der Natur
Die vier Grundlagen der Ordnung
Der Begriff der Ordnung im Zusammenhang mit den Einzelwesen
Der Zusammenhang zwischen Ordnung und Erfüllung
Die drei Eigenschaften des wirklichen Einzelwesens
Whiteheads Definition der Gesellschaft
Die Gesellschaft am Beispiel des menschlichen Lebens
Indifferenz oder Verwandlung
Die Gesellschaft – zwischen der Naturwissenschaft und dem menschlichen Sein
Whiteheads naturwissenschaftliche Bezüge
Whiteheads Bezüge zur menschlichen und politischen Gesellschaft

Fazit – abschließende Gedanken

Bibliographie

Einleitung

Im Folgenden werden verschiedene Aspekte zur Ordnung der Natur und der Gesellschaft aus Alfred North Whiteheads metaphysischem Hauptwerk „Prozess und Realität“1 in dreiteiliger Aufbaustruktur erläutert und kritisch diskutiert.

Hierbei wird zunächst der Begriff der Ordnung der Natur im Allgemeinen einführt und verdeutlicht. Dieser bildet die Grundlage für das whiteheadsche Verständnis des Begriffs der Gesellschaft und gewinnt für die organistische Lehre, welche durch die Naturwissenschaften geprägt ist, vorrangige Bedeutung. Außerdem wird genauer auf die vier Grundlagen der Ordnung der Natur eingegangen und diese werden erläutern. Des Weiteren folgt eine Äußerung dazu, worin der Bezug zwischen der Ordnung, den Einzelwesen und dem Begriff der „Erfüllung“ besteht. Hierbei werden die drei Eigenschaften der wirklichen Einzelwesen, nämlich die innerliche Determiniertheit, die äußere Freiheit und die Kreativität, genauer ausgeführt. Dieses genaue Verständnis der Ordnung der Natur wird benötigt, um dem nächsten Abschnitt folgen zu können. Hierin geht es um die Definition der Gesellschaft nach Whitehead und wie dies mit der Ordnung der Natur zusammenhängt. Dabei wird verdeutlicht, was Whitehead unter einer Gesellschaft versteht und welche Formen von Gesellschaften es seiner Meinung nach gibt. Außerdem folgt eine Erläuterung dazu, wie sich diese Formen aufeinander auswirken und wie sie in hierarchischen Beziehungen in der gegenwärtigen kosmischen Epoche zueinander stehen. Des Weiteren wird die Unterscheidung zwischen physischen und lebenden Gesellschaften ausgeführt. Zum Schluss der Hausarbeit steht die Frage inwiefern Whitehead dem Phänomen „Gesellschaft“ gerecht wird, indem er den Begriff in „Prozess und Realität“ primär auf die Natur anwendet, gleichzeitig aber beansprucht, dass dieser Begriff auch für menschliche und politische Gesellschaften Gültigkeit besitzt und ob diese Ausweitung des Begriffs überhaupt gerechtfertigt ist.

Hauptteil

Die hierarchische Ordnung der Natur

Im Folgenden wird das im Buch „Prozeß und Realität – Entwurf einer Kosmologie“ umfassende Modell der Natur als philosophische Kosmologie von Alfred North Whitehead, welcher sowohl in den Geisteswissenschaften als auch in den Naturwissenschaften zu Hause ist, dargestellt und erklärt. Schon der Untertitel des Werkes zeigt die Richtung, die Whitehead in seiner letzten denkerischen Phase eingeschlagen hat: Die Philosophie der Natur als philosophische Kosmologie. Die „Ordnung“ hat für die organistische Philosophie besondere Relevanz und nach Whitehead gewinnt das Problem der Ordnung für die organistische Lehre sogar vorrangige Bedeutung. In den Kapiteln Whiteheads über die Ordnung der Natur wird die Natur als „die Welt, so wie sie im Vertrauen auf klare und distinktive Sinneserfahrungen visueller, auditiver und taktiler Natur interpretiert“2 verstanden.

Das Korrelat der Ordnung ist die Unordnung und es „kann keine spezielle Bedeutung des Begriffs >Ordnung< geben, solange dieser Begriff besteht“.3 Jedoch kann der Begriff der Ordnung mit dem Gegebensein gleichgesetzt werden, denn das ist dasjenige was immer schon da ist. Der Raum in dem wir uns befinden ist immer schon geordnet, weil man immer eine Auswahl aus reinen Potentialitäten getroffen hat. Folgerichtig wäre die Welt ohne Ordnung unstrukturiert und widersprüchlich. Somit gibt es nur durch Struktur ein physikalisches Universum und damit auch Leben. Durch die Ordnung werden also aus dem bloßen Gegebensein von Einzelwesen zielgerichtete Konkretisierungsprozesse. Sie findet auf die objektorientierten Daten für besondere wirkliche Einzelwesen Anwendung und bezieht sich auf den Bereich des wirklichen Universums, der dem Menschen durch Beobachtung zugänglich ist. Deshalb kann kein wirkliches Einzelwesen über das hinausgehen, was ihm die wirkliche Welt als ein Datum von seinem Standpunkt aus – seine wirkliche Welt – zu sein erlaubt.4

Dies ist das ontologische Prinzip, das die Ordnung der Natur bestimmt. Whitehead hat zu diesem Prinzip die These aufgestellt, dass es in der Wirklichkeit nichts gibt, was nicht aus ihren Basisereignissen aufgebaut ist.

Die vier Grundlagen der Ordnung

Im Folgenden werden die vier Eigenschaften der Ordnung der Natur, unter welchen Whitehead unterscheidet, aufgelistet und ausgeführt.

(i) Die erste Eigenschaft der Ordnung besagt, dass diese in der wirklichen Welt durch die Einführung der Anpassung an das Erreichen eines Ziels vom bloßen Gegebensein unterschieden werden kann. Die Ordnung unterscheidet sich vom Gegebensein also allein deshalb, weil sie einem Ziel zugerichtet ist. Durch das Streben zu einem Ziel wird ein Bewegungsmoment mit hineingebracht. Whitehead bezeichnet solch eine Zielvorstellung als „Zweck“ oder auch „Superjekt“. Dieses ist die Zielrichtung, also das woraufhin sich das Einzelwesen entwickelt und somit den höchsten Entwicklungspunkt eines Einzelwesens darstellt.

Der Endzweck des Werdens der Konstituierung der wirklichen Einzelwesen kann also teleologisch aufgefasst werden. Die Ordnung der wirklichen Welt wird differenziert durch die natürlich gegebene Ordnung, indem Anpassungen und Veränderungen in die wirkliche Welt eingeführt werden um ein neues Telos anzusteuern. Dieses Werden von der zuvor gesetzten natürlich-gegebenen Welt zu einer neu konstruierten Welt demonstriert einen Übergang von einer alten zu einer neuen Konstitution der Ordnung der Natur.5 Dieses Ziel wird dem Ganzen als Zweck übergestülpt, weshalb eine Ordnungsstruktur hinzukommen muss, die nicht aus den Gegenständen selbst entstehen kann. Aber die vollständige Ordnung, also das Ziel, ist schwer zu erreichen und für die wirklichen Einzelwesen ist immer nur eine Annäherung an diese möglich.

(ii) Die zweite Eigenschaft der Ordnung besagt,

„dass dieses Ziel mit den Abstufungen der Intensität in der Erfüllung wirklicher Einzelwesen zu tun hat (Element des Nexus), in deren formaler Beschaffenheit (d.h. frühere Elemente des Nexus) der jeweilige Nexus objektiviert wird“.6

Der erwähnte Nexus integriert die aufgehobene Ordnung in wirkliche Einzelwesen und objektiviert sie als Moment. Daraufhin konstituiert diese sich auf einer komplexeren Ebene als neukonstruierte Ordnung. Das Ziel wird in der Erfüllung wirklicher Einzelwesen mit unterschiedlicher Intensität erreicht. Man kann also sagen, dass die neukonstruierte wirkliche Welt, die durch das Telos der potentialen Einzelwesen und auf übergeordneter Ebene in der formalen Konstitution, dem Nexus, von strukturierten wirklichen Einzelwesen lebt. Durch die Abstufung der Intensität in der Wirklichkeit trägt man bestimmte Strukturen hinein. Je nach Vorbildung ist die Intensität dieser variabel. Diese unterschiedliche Struktur ist an einem Beispiel aus dem menschlichen Alltag zu erklären. Wenn ein Laie und ein Künstler zum Beispiel eine Collage aus Zeitungsartikeln betrachten, so sehen beide Personen dabei Strukturen, doch der Künstler hat dabei eine andere Intensitätserfahrung als der Laie. Das temporäre Ziel bestimmt also die Intensität, den Entwicklungsprozess der Erfüllung der wirklichen Einzelwesen und die formale Konstitution des Nexus.

(iii) Die Intensität, welche durch die jeweilige Ordnung hervorgebracht wird, kann gerade durch die Reaktionsintensität oder durch die „Gefühlsgrade“ der mannigfachen Elemente, die den Nexus konstituieren, durch Gegensätze verringert oder vergrößert werden. Die Intensität besagt hierbei die Ordnung impliziere, dass die Gegenstände nicht nur da sind und ein subjektives Ziel bzw. Zweck haben, sondern dass dieses subjektive Ziel auch verwirklicht werden muss, denn die Ordnungsstruktur lebt von Kontrasten. Diesen Prozess des Werdens versteht Whitehead als kreativen Prozess oder auch als rhythmische Erscheinung. Das Ganze ist in Bewegung und zielbewusst, doch ist gleichzeitig strukturiert in einer gegebenen Ordnung der Natur. Die fundamentale Logik dieser kosmologischen Prozesse beinhaltet die Vielheit in der Einheit und den Teil im Ganzen, d. h. die Gegensätze komplementieren sich gegenseitig.
(iv) Die vierte Eigenschaft der Ordnung der Natur beinhaltet, „dass >Intensität< in der formalen Beschaffenheit eines >Subjekt-Superjekts< in seinem objektiven Wirken als Superjekt >Streben< mit einschließt“.7

Um diese These zu erläutern, muss man zunächst klarstellen, was Whitehead mit dem Ausdruck des >Subjekt-Superjekts< bezeichnet. Er äußert sich zu diesem Neologismus mit den Worten:

„Es ist Subjekt-Superjekt, und keine Hälfte dieser Beschreibung kann auch nur für einen Augenblick außer Acht gelassen werden. Der Terminus >Subjekt< wird meistens dann verwendet, wenn das wirkliche Einzelwesen im Hinblick auf seine eigene reale innere Beschaffenheit untersucht wird. Aber >Subjekt< muss immer als eine Abkürzung von >Subjekt-Superjekt< ausgelegt werden.“8

Für ihn ist wie oben erwähnt schon im Ausgangspunkt die Zielsetzung angelegt und man kann das Subjekt nicht ohne das Superjekt annehmen. Obwohl das Subjekt im Werden eines wirklichen Einzelwesens entsteht ist das Superjekt bestimmt.

Um zur vierten Eigenschaft der Ordnung der Natur zurückzukehren, kann man zusammenfassend festhalten, dass die Intensität superjektiv wird und so zu einem Streben führt. Auch dasjenige, was im Streben, weil es außerhalb ist, realisiert wird bildet Ordnungsstrukturen aus. Jedes Lebewesen ist darum bemüht solche Ordnungsstrukturen auszubilden. Jedoch ist dieses Streben und das Ausbilden von Ordnungsstrukturen immer nur eine Annäherung, denn die Strebenskultur impliziert, dass ein Ideal vorausgesetzt wird, dem man sich nur annähern kann.

Durch diese Ausführung bricht Whitehead mit der klassischen Lehre des Subjekt-Objekts und mit der Subjekt-Prädikat-Struktur. Denn seiner Ansicht nach ist das Subjekt sein eigenes Objekt, indem sich das Objekt innerhalb des Subjekts konstituiert. Die Konsequenz daraus ist, dass die naturgegebene Ordnung wie oben erläutert auf das Superjekt als einheitlicher Organismus mitsamt den Gegensätzen zielt. Es verläuft also nicht im reversen Verlauf, dass die Ordnung der Natur zunächst vom Subjekt vorgeschrieben werden müsste.

Der Begriff der Ordnung im Zusammenhang mit den Einzelwesen

Abschließend kann man als Erläuterung des Begriffs der Ordnung festhalten, dass diese spezifisch ist und das Ideal bildet, dem alle wirklichen Einzelwesen nacheifern, ohne es je zu erreichen. Da das Ziel der Ordnung nur zum Teil und niemals gänzlich erreicht wird, gibt es Unordnung.

Das Ideal richtet sich jedoch nach dem Gegebensein der Einzelwesen und ist demnach individuell. Deshalb sind die Ideale notwendig, um Einzelwesen zu charakterisieren. Whitehead äußert sich dazu mit den Worten:

„In jedem Fall gibt es ein Ideal, das speziell für jedes besondere wirkliche Einzelwesen besteht und aus den vorherrschenden Bestandteilen in seiner Phase des >Gegebenseins< hervorgeht.“9

Der Begriff der Ordnung hängt dadurch mit dem Begriff von wirklichen Einzelwesen zusammen, in welchem das Erreichen einer speziellen Erfüllung enthalten ist.

Der Zusammenhang zwischen Ordnung und Erfüllung

Als Erfüllen wird von Whitehead das Erreichen von etwas Individuellem bezeichnet. Deshalb gibt es spezifische Unterschiede zwischen den Erfüllungen verschiedener Einzelwesen und auch Abstufungen der Intensität. Durch die zuvor erwähnte Unordnung wird die Intensität der Abstufungen der Erfüllung geschwächt, wohingegen sie durch die Ordnung gestärkt wird. Die Bestandteile in der Konkretisierung von wirklichen Einzelwesen sind deshalb Werte, welche zur Erfüllung beitragen. Unter dem Begriff der Konkretisierung versteht Whitehead also den „Aufbau einer bestimmten >Erfüllung<, die der Vervollständigung der wirklichen Gemeinsamkeit der diskreten Bestandteile zugrunde liegt“.10 Das Ende des Konkretisierungsprozesses ist, wie im Gliederungspunkt des Zusammenhangs zwischen dem Einzelwesen und der Ordnung erläutert, das Erreichen einer vollständig bestimmten Erfüllung.

Die Einzelwesen sind sich jedoch ihrer eigenen Erfüllung nicht bewusst, „denn eine solche Erkenntnis wäre ein Bestandteil im Prozeß und würde dadurch die Erfüllung verändern“.11 Die Erfüllung gleicht also einer kreativen Bestimmung und die wirklichen Einzelwesen werden vom Ideal ihrer selbst geleitet. Durch die teleologische Ausrichtung zum Erleben dieses Ideals, welches das subjektive Ziel darstellt, ist jedes wirkliche Einzelwesen ein individueller bestimmter Prozess.

Das subjektive Ziel ist der Anreiz für das Empfinden und ist somit auch der Keim des Geistes. Whitehead merkt bei der Verwendung des Wortes Geist an, dass es sich hierbei „um den Komplex geistiger Operationen“12 handelt, „die in der Beschaffenheit eines wirklichen Einzelwesens enthalten sind“.13 Doch nicht jede Realisierung setzt einen solchen Geist voraus, da geistige Operationen nicht notwendigerweise das Bewusstsein miteinschließen. Zunächst ist die Zwecksetzung mit Geistigkeit verbunden, da diese immer etwas damit zu tun hat, dass man in irgendeiner Weise einen Begriff artikulieren kann, um sich auf eine Zielvorstellung hin entwickeln zu können. Man kann also schlussfolgern, dass alles in gewisser Weise eine Zielsetzung hat.

Jedoch hat Zwecksetzung gleichzeitig auch immer etwas mit Freiheit zu tun, denn das Empfinden ist auch immer in sich finden und das was in sich empfindet hat immer eine Art Freiheitsmoment. Die Objektivierungen wirklichen Einzelwesen sind also in Bezug auf das abgegrenzte Subjekt die Wirkursachen und das in der Erfüllung liegende Ziel bildet die Zweckursache. Die dadurch hergestellte Ordnung in der Realität führt auch gleichzeitig zu einer Ordnung unter den zeitlosen Gegenständen.

Hierbei gibt Whitehead ein Beispiel des Philosophen David Hume an, bei welchem es um die Farbvorstellungen des Menschen geht. Jeder Mensch hat eine ganz bestimmte Vorstellung sowohl von Farben, als auch von den unterschiedlichen Tönen einer Farbe. Ein Mensch hat zum Beispiel dreißig Jahre lang gesehen und hat viele verschiedenen Farben wahrgenommen, jedoch hat er zufällig eine Abstufung der Farbe Blau nie zu Gesicht bekommen. Wenn man diesem Mann eine Farbreihe vorlegt, in welcher genau dieser Blauton fehlt, so wird er die Lücke wahrnehmen und sogar den Blauton ergänzen können, obwohl er ihn noch nie gesehen hat. Die Ordnungsstruktur sorgt dafür, dass eine lückenlose Farbreihe vorstellbar ist. Wir blenden also nicht nur aus indem wir sagen, dass manche Punkte einfach nicht wichtig sind, sondern wir ergänzen sogar diesen Farbton. Dieser Vorgang ist der Freiheitsmoment, der auch als Keim des Geistes bezeichnet werden kann.

Die drei Eigenschaften des wirklichen Einzelwesens

Die Erfüllung verbleibt als ein Element im Inhalt des kreativen Zwecks, wodurch die Kreativität transzendent ist.

„Diese Transzendenz bewirkt bestimmte Objektivierungen für die Erneuerung des Prozesses in der Konkretisierung von Wirklichkeiten, die jenseits dieses erfüllten Superjekts liegen.“14

Daraus kann man ableiten, dass ein wirkliches Einzelwesen folgende drei Eigenschaften hat:

(i) Die erste Eigenschaft kann man als Determinationsaspekt bezeichnen, denn ein wirkliches Einzelwesen „hat die Eigenschaft, die ihm durch die Vergangenheit gegeben ist“.15 Die Einzelwesen sind in einem bestimmten Kontext entstanden und die Ordnung besteht darauf, dass etwas gegeben sein muss. Man kann hierbei auch von einer phylogenetischen Eigenschaft sprechen, denn die wirklichen Einzelwesen konstituieren sich aus der naturgegebenen Ordnung zu den ontischen Gegenständen der wirklichen Welt.16
(ii) Wirkliche Einzelwesen haben außerdem die subjektive Eigenschaft, auf die sie in ihrem Konkretisierungsprozess hinzielen.17 Hierbei haben sie Einfluss auf den Konkretisierungsprozess, was auch als das Moment der Freiheit bezeichnet wird. Sie sind also äußerlich frei. Diese subjektive Eigenschaft ist etwas Bewusstes und Bekanntes und der Aspekt der Ordnung untermauert, dass dieses subjektive Ziel in dem gegebenen Selbst liegen muss. Hierbei kann man von der ontogenetischen Eigenschaft der wirklichen Einzelwesen sprechen, denn sie sind elementare Wesen, die die Bestimmtheit etwa eines Körnchen Sands oder die organische Bestimmtheit etwa einer Blume haben.18

Die ersten beiden Eigenschaften, nämlich kurz gesagt, dass Einzelwesen zwar innerlich determiniert aber äußerlich frei sind, folgen dem von Whitehead aufgestellten ontologischen Prinzip, welches zu Beginn der Hausarbeit kurz erläutert wurde.

[...]


1 S. Whitehead, Alfred North. Prozeß und Realität. Entwurf einer Kosmologie. Übersetzt von Hans Günter Holl. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1979. (im Folgenden werde ich hierfür die Abkürzung PR nutzen).

2 S. Rohmer, Stascha (Hg.): Alfred North Whitehead. Denkweisen. Frankfurt am Main 2001. S. 160.

3 S. Ebd.

4 S. Ebd.

5 Vgl. E. Jantsch: Die Selbstorganisation des Universums. München 1979; M. Eigen: Selforganization of Matter and the Evolution of Biological Macromolecules, in: Die Naturwissenschaften 58. Heft Nr. 10, S. 465-523 und M. Eigen/P. Schuster: The Hypercycle. A Principle of Natural Self-Organization. Berlin/Heidelberg/New York 1979.

6 S. PR: S. 167.

7 S. PR: S. 167.

8 S. PR: S. 76.

9 S. PR: S. 167.

10 S. PR: S. 169.

11 S. Ebd.

12 S. PR: S. 170.

13 S. Ebd.

14 S. PR: S. 173f.

15 S. PR: S. 174.

16 Vgl. Wolf-Gazo, Ernest (Hg.): Whitehead. Einführung in seine Kosmologie. Freiburg [Breisgau], München 1980. (im Folgenden werde ich hierfür die Abkürzung EK verwenden). S. 20-22.

17 Vgl. Ebd.

18 Vgl. Ebd.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Natur und Gesellschaft. Ist Alfred North Whiteheads Verständnis von der Ordnung der Natur auf die Gesellschaft übertragbar?
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Veranstaltung
Interpretationskurs Whitehead
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
18
Katalognummer
V512917
ISBN (eBook)
9783346106728
ISBN (Buch)
9783346106735
Sprache
Deutsch
Schlagworte
natur, gesellschaft, alfred, north, whiteheads, verständnis, ordnung
Arbeit zitieren
Lena Heske (Autor), 2019, Natur und Gesellschaft. Ist Alfred North Whiteheads Verständnis von der Ordnung der Natur auf die Gesellschaft übertragbar?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512917

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