Edmund Husserl und die ideierende Abstraktion

Von der Kritik des Psychologismus zu idealen Bestimmungen


Essay, 2020
110 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Kapitel I Kritik am Psychologismus und empirischer Abstraktion

Kapitel II Die ideierende Abstraktion

Kapitel III Mathematisierung der Natur versus Lebenswelt

Kapitel IV Ein unterbrochener Weg: Kritische Überlegungen und Schlussfolgerungen

Literaturverzeichnis

Namensverzeichnis

Abstract: In this contribution I will examine a particular aspect of Husserl’s thought, but not for this reason simply accessory, which concerns, in particular, the formation of scientific concepts in the light of his phenomenological approach. The first part is devoted to Husserl’s criticism of psychologism and empirical abstraction; the second one to ideal concepts, while in the third part I will reflect on the reasons that led Husserl to the “abrupt interruption” of that path that he had fruitfully undertaken and that led him to consider the formation of scientific concepts essentially based on idealizing procedures that constantly transcend the empirical data.

Keywords: Abstraction, Idealization, Lebenswelt, Phenomenology, Science.

Giacomo Borbone: Giacomo Borbone (1981), PhD in Human Sciences, ist derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter am Department of Educational Sciences in Catania, hat sich mit dem Gedanken von Antonio Labriola beschäftigt, dem idealisierten Wissenschaftsansatz des polnischen Epistemologen Leszek Nowak, Cassirer und der Geschichte der Philosophie. Er hat Aufsätze (auch auf Englische und Polnische übersetzt) über Leszek Nowak, Ernst Cassirer, Antonio Gramsci, Karl Marx, Friedrich Engels, Ludovico Geymonat, Immanuel Kant, Martin Heidegger, Friedrich Nietzsche, Karl Popper, Emanuele Severino, Giulio Preti, Tito Vignoli, Benedetto Croce und Giovanni Gentile geschrieben. Neueste Veröffentlichungen: La rivoluzione culturale di Antonio Labriola, Aracne 2012; Questioni di Metodo. Leszek Nowak e la scienza come idealizzazione, Bonanno 2016; Idealization XIV: The Role of Models in Science (edited by G. Borbone e K. Brzechczyn), Rodopi-Brill 2016; La razionalizzazione del mito nella filosofia di Ernst Cassirer, Tipheret 2018; Pensieri al limite. Sostanza, funzione e idealizzazione in Cassirer e Husserl, Diogene Edizioni 2019; Das Wissenschaftsmodell von Ernst Cassirer. Die Konzepte von Substanz, Funktion und Idealisierung, Grin Verlag 2019.

Einleitung

Wenn man sich dem Gedanken von Edmund Husserl nähert, kann man nicht umhin, sich von dem riesigen Disziplinargebiet, das er abdeckt, beeindrucken zu lassen; andererseits steht Husserls transzendentale Phänomenologie - bekanntlich komplex und artikuliert - im Zentrum eines riesigen Kreuzungspunktes von Beziehungen: Logik, Philosophie, Ethik, Naturwissenschaften, Psychologie, Mathematik und so weiter1. In dieser Arbeit werden wir jedoch einen bestimmten Aspekt von Husserls Denken untersuchen, aber nicht aus diesem Grund einfach nur Accessoire, das sich insbesondere mit der Bildung wissenschaftlicher Konzepte im Lichte seines phänomenologischen Ansatzes befasst. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, zunächst die Bedeutung hervorzuheben, die Husserl den sogenannten Essenzen beimisst, die der Wissenschaftler bei der Erforschung von Naturphänomenen erfasst. Letztere, die weit davon entfernt sind, einer einfachen empirischen Verallgemeinerung unterworfen zu sein, werden in ihrer Reinheit durch eine bewusste Arbeit der Modellierung der Realität erfasst, deren Ergebnis in dem gipfelt, was der mährische Philosoph als idealisierende Bestimmungen oder Fiktionen bezeichnet. Bereits zu Beginn seiner Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen Philosophie macht Husserl folgendes über die reine oder transzendente Phänomenologie sofort deutlich: «Demgegenüber wird die reine oder transzendentale Phänomenologie nicht als Tatsachenwissenschaft, sondern als Wesenswissenschaft (als “eidetische” Wissenschaft) begründet werden; als eine Wissenschaft, die ausschließlich “Wesenserkenntnisse” feststellen will und durchaus keine “Tatsachen”. Die zugehörige Reduktion, die vom psychologischen Phänomen zum reinen “Wesen”, bzw. im urteilenden Denken von der tatsächlichen (“empirischen”) Allgemeinheit zur “Wesens” allgemeinheit überführt, ist die eidetische Reduktion»2. Auf der Grundlage der eidetischen Reduktion (vom Wort èidos im platonischen Sinne) ist es daher möglich, die Aufmerksamkeit auf die wesentlichen Aspekte eines Phänomens zu lenken, um Zustände eidetischer Dinge zu erhalten, d.h. Ideale wie “die Welt der Zahlen” oder “die Welt der mathematischen Mannigfaltigkeiten”3. Die Art und Weise, wie die reife Wissenschaft arbeitet, findet gerade bei einem solchen Verformungsprozess einen geeigneten Veredelungspunkt: erstens bei der Überwindung der Logik des Konzeptgenres, die auf der einfachen Verallgemeinerung empirischer Fakten beruht, zweitens bei der Mathematisierung der von Galileo mit seiner experimentellen Methode betriebenen Natur. Es ist kein Zufall, dass Husserl in der Darstellung seiner Theorie des in seinem Werk Logische Untersuchungen vorliegenden Konzepts mit einer intensiven Kritik an beiden Psychologien beginnt, wie John Stuart Mill, Theodor Lipps, Christoph Sigwart und Lockes Reflexionen zeigen, Hume und Berkeley über die Abstraktion, das ist das theoretische Verfahren, das das Universelle aus der Kenntnis bestimmter Tatsachen zieht (in jedem Fall ist es bei all diesen Autoren möglich, eine vollständige oder fast vollständige Missachtung der idealisierten Natur wissenschaftlicher Theorien zu finden).

Zweitens werden Husserls Überlegungen zur modernen Naturwissenschaft, deren Methodik von uns in die galiläische Tradition zurückgebracht wird und die wir nach der Terminologie des polnischen Wissenschaftsphilosophen Leszek Nowak als Methode der Idealisierung und schrittweisen Konkretisierung bezeichnen können, analysiert. Dieser methodisch-gerichtete Ansatz besteht einerseits darin, diejenigen Aspekte der Phänomenalen Realität in Klammern zu setzen, die als sekundär gelten, und andererseits darin, diejenigen Faktoren funktional zu operationalisieren, die als wesentlich erachtet werden4.

Schließlich werden wir im dritten und letzten Teil der folgenden Arbeit versuchen, über die Gründe nachzudenken, die Husserl zur “abrupten Unterbrechung”5 seines fruchtbaren Weges geführt haben und die ihn (unserer Meinung nach zu Recht) veranlasst haben, die Bildung wissenschaftlicher Konzepte zu erwägen, die im Wesentlichen auf Idealisierungsverfahren beruhen, die das sensible Datum ständig überschreiten. Wie wir wissen, nahm das Schlussparabel von Husserls Denken eine Richtung an, die ihn dazu veranlasste, die galiläische Mathematisierung der Natur als schuldig zu betrachten, die viel reichere ontologische Dimension der Lebenswelt vernachlässigt - oder vergessen zu haben. In diesem Sinne ist es notwendig, den Worten von Francesco Coniglione zuzustimmen, der unter Bezugnahme auf diesen Wendepunkt von Husserl erklärt, dass, obwohl die Kritik an der empirischen Tradition im Zusammenhang mit dem klassischen Konzept der Abstraktion «während des gesamten Denkens von Husserl eine Konstante blieb», Dennoch ist der Husserl der posthumen Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie «nicht mehr so sehr daran interessiert, den typischen Modus des wissenschaftlichen Wissens zu verbessern, sondern sich ihnen - wegen ihres künstlichen Charakters - gegen die Genesung der “Lebenswelt” als einzige Ressource zu stellen, die in der Lage ist, die europäischen Wissenschaften in ihrer “Krisis” zu überwinden. Husserls Reflexion ist damit Teil jenes breiten Stroms der zeitgenössischen Philosophie, der eine unheilbare Feindschaft zwischen wissenschaftlicher Rationalität und philosophischer Spekulation sieht und den ersteren in engeren Grenzen einschränken und ihn von allen authentischen kognitiven Werten entfernen möchte»6.

Obwohl Husserl den kognitiven Wert der Naturwissenschaften nie in Frage gestellt hat, hat seine philosophische Reflexion, wenn auch indirekt, entscheidend zur fortschreitenden Kluft zwischen Letzterem und dem wissenschaftlichen Denken beigetragen. Es ist sicherlich nicht unsere Absicht, das hussersche Konzept von Lebenswelt und die Sinnkrise aus dem mathematischen Blick der modernen Wissenschaft noch einmal zu analysieren. Zu diesem Thema haben bereits mehr autoritäre Gelehrte als ich selbst Tinte gegossen7 ; das Rückgrat unserer Argumentation wird notwendigerweise umgrenzter sein und im Wesentlichen auf einer Untersuchung der Kluft zwischen Wissenschaft und Philosophie beruhen, die im Endgleichnis von Husserals Reflexion im Lichte des Konzepts der wissenschaftlichen Idealisierung vorhanden ist. Aber gerade diese Lücke zwischen Wissenschaft und Philosophie, die im letzten Husserl vorhanden ist, kann man als ein geschlossenes Kapitel betrachten und nicht weiter verändern? Wir antworten negativ, weil wir stattdessen der Meinung sind, dass Husserls Reflexion über die ideale Natur wissenschaftlicher Konstrukte nicht nur richtig ist, sondern auch aus allgemeiner philosophischer Sicht wiederhergestellt werden muss, da sich ein solches Verfahren deformierender Natur im hegelschen Sinne als wertvolles Werkzeug sowohl in den Naturwissenschaften als auch in den Geisteswissenschaften erweist.

Giacomo Borbone

Mirabella Imbaccari, 2019

Kapitel I Kritik am Psychologismus und empirischer Abstraktion

Bei der Analyse von Husserls Theorie der Bildung wissenschaftlicher Konzepte können wir nur von der Kritik ausgehen, die der Autor am Psychologismus und der damit verbundenen Theorie der empirischen Abstraktion macht. Aber um diese Kritik an seiner Person zu verstehen, ist es, wenn auch für kurze Notizen, angebracht, sich an sein erstes Werk von 1891 zu erinnern, nämlich die Philosophie der Arithmetik, die bekanntlich eine Erweiterung seiner 1887er Diplomarbeit mit dem Titel Über den Begriff der Zahl darstellt. Ein sicherlich charakteristischer Aspekt dieses Werkes - zumindest nach der am weitesten verbreiteten Interpretation - ist, dass es sich stark an dem Werk von Franz Brentano orientiert. Nach einer kurzen Zusammenarbeit mit dem bedeutenden Mathematiker Karl Weierstraß - dessen Krankheit verhinderte, dass der junge Husserl weiterhin sein Assistent blieb - beschloss der mährische Philosoph, dem Unterricht seines “zweiten” Lehrers Franz Brentano zu folgen. In seinem ersten Werk greift Husserl Brentanos Konzept der “Intentionalität” auf, das Brentano selbst aus dem scholastisch-mittelalterlichen Konzept der “intentionale Inexistenz” extrapoliert hatte8. Der Begriff der Intentionalität bedeutet zu bestätigen, dass jedes psychische Phänomen «ist durch das charakterisiert, was die Scholastiker des Mittelalters die intentionale (auch wohl mentale) Inexistenz eines Gegenstandes genannt haben, und was wir, obwohl mit nicht ganz unzweideutigen Ausdrücken, die Beziehung auf einen Inhalt, die Richtung auf einen Objekt (worunter hier nicht eine Realität zu verstanden ist, oder die immanente Gegenständlichkeit nenne würden»9. Im Wesentlichen sind Gedanken notwendigerweise Gedanken an etwas, sonst wären sie Gedanken an nichts anderes, aber, wie Platon bereits im Dialog Parmenides gesagt hatte, das ist unmöglich10. Nach Brentano bezieht sich alles, was psychisch ist, auf etwas, so dass es klar ist, dass sein methodisches Prinzip ist, wie Martin Heidegger schreibt, «das Psychische vor aller naturwissenschaftlichen Erklärung erst einmal zu Gesicht zu bringen»11.

Husserl verweist daher auf den von Franz Brentano entwickelten Begriff der Intentionalität und hält es für möglich, den Begriff der Zahl selbst aus einem intentionalen Akt abzuleiten, der sich auf eine Vielzahl von Objekten richtet, die in einem Aggregat (Inbegriffe) zusammengefasst sind: «Jedes Vorstellungsobjekt, ob physisch oder psychisch, abstrakt oder konkret, ob durch Empfindung oder Phantasie gegeben, kann zusammen mit einem jeden und beliebig vielen anderen zu einem Inbegriffe vereignit und demgemäß und gezählt werden»12. Unter dieser Prämisse folgt daraus, dass der Begriff der Zahl von Husserl stammt, zurückgebracht auf den Akt der Verbindung eines Vielfachen; konkret wird der mährische Philosoph von kollektiver Verbindung sprechen. Husserl, der den Begriff der Zahl auf psychische Fakten, wie den Akt des Zählens, zurückführt, zog viel Kritik auf sich, von denen die heftigste - wenn auch stilistisch sittsam - unter anderem vom großen logischen und mathematischen Gottlob Frege kam. Frege, in einer langen Rezension von Husserls erstem 1894 veröffentlichten Werk, wies in seiner Gesamtheit Husserls Versuche, Logik und Mathematik auf die psychischen Prozesse des menschlichen Geistes zu reduzieren, zurück:

Der naivste Ansicht ist die, nach der die Zahl so etwas ist wie ein Haufe, ein Schwarm, in dem die Dinge mit Haut und Haar enthalten sind. Darauf folgt die Auffassung der Zahl als einer Eigenschaft eines Haufens, Aggregats, oder wie man es sonst nennen mag. Dabei wird das Bedürfnis gefühlt, die Gegenstände von ihren Besonderheiten zu reinigen. Der vorliegende Versuch gehört nun zu denen, bei welchen diese Reinigung im psychologischen Waschkessel vorgenommen wird. Dieser bietet den Vorteil, daß die Dinge in ihm eine ganz eigentümliche Geschmeidigkeit annehmen, sich nicht mehr so hart im Raume stoßen und viele lästige Eigentümlichkeiten und Unterschiede fahrenlassen13.

Auf der anderen Seite war die Notwendigkeit, Logik und Psychologie getrennt zu halten, immer eine Konstante in Freges Werk, wie man an diesen Überlegungen aus einem Beitrag mit dem Titel Logik erkennen kann: «Die Logik hat es nur mit solchen Gründen des Urteilens zu tun, welche Wahrheiten sind. Urteilen, indem man sich anderer Wahrheiten als Rechtfertigungsgründen bewusst ist, heisst schliessen. Es gibt Gesetze über diese Art der Rechtfertigung, und diese Gesetze des richtigen Schliessens aufzustellen, ist das Ziel der Logik»14.

Wahrscheinlich konnte Husserl Freges Kritik verstoffwechseln, vor allem, wenn man an den Perspektivenwechsel denkt, der den mährischen Philosophen gerade zur Kritik der Psychologie und empirischen Abstraktion geführt hat, wie sie in den Logischen Untersuchungen vorgestellt wurde15. Tatsächlich, wie Vincenzo Costa feststellt, «hatte Husserls eigene Untersuchung in der Philosophie der Arithmetik (1891) von einem im Wesentlichen psychologischen Ansatz ausgegangen, da sie versuchte, den Begriff der Zahl zu erklären, indem sie ihn zurück zu den psychologischen Prozessen führte, durch die sie entstanden war»16. Aber, so Rosado Haddock, «es gibt Manuskripte von Husserl über die Philosophie der Mathematik, deren Entwurf auf die Zeit vor 1894 (dem Jahr der Frege-Revue) zurückgeht und die im Wesentlichen die gleichen Konzepte enthalten, die später in den Logischen Untersuchungen und in Formale Logik und transzendentale Logik vorgestellt werden»17. Über diese interpretativen Kontroversen hinaus ist eine Tatsache unbestritten, nämlich Husserls eigene Unzufriedenheit mit der Gesamtstruktur seines ersten Werkes, wie er selbst in seinen Persönlichen Aufzeichnungen zugibt: «Wie unreif, wie naiv und fast kindlich erschien mir dieses Werk. Nun, nicht umsonst peinigte mich bei der Publikation das Gewissen. Eigentlich war ich darüber schon hinaus, als ich es publizierte»18.

Husserls Kritik an der Psychologie und der empirischen Abstraktion findet ihre breiteste und artikulierteste Darstellung im Einleitungsteil der Arbeit Logische Untersuchungen mit dem Titel Prolegomena zu reinen Logik, der mit einem sehr präzisen polemischen Zielscheibe beginnt: dem britischen Philosophen John Stuart Mill19. Der Autor des Werkes System of Logic: Ratiocinative and Inductive hielt es für unmöglich, Logik und Psychologie zu trennen, da er der erste, laut Mill, ein Sonderfall der letzteren war. Im Lichte dieses Ansatzes folgt, dass Wissen als psychischer Prozess zu verstehen ist, und daher kann die Untersuchung seiner Zustände nur eine psychologische Untersuchung sein. Ein weiterer Kernpunkt von Mills Reflexion ist eng mit dem Versuch verbunden, die Wahrheiten der Logik aus der bloßen Tatsache abzuleiten, wie Ernst Cassirer in seinem kurzen, aber prägnanten Aufsatz Structuralism in modern Linguistics gut illustrierte:

Mill ging von der Annahme aus, dass Logik, auch wenn sie eine Wissenschaft ist, eine empirische Wissenschaft sein muss. Wie alle anderen Gesetze können auch logische Gesetze nur durch induktive Verallgemeinerung erreicht werden. Die Logik kann sich nicht in sterilen akademischen Diskussionen über die “Formen” des Denkens hingeben, sondern muss die Fakten des Denkens analysieren. Und wie alle anderen Fakten sind dies Variablen. Es ist daher sinnlos, von universellen Gesetzen des Denkens zu sprechen. Was wir “Wahrheit” nennen, kann nie mehr sein als die geistige Reproduktion unserer physischen Umgebung. Ein Bewohner des Sirius oder eines anderen Fixsterns hätte eine ganz andere Wahrheit als unsere irdische Wahrheit und würde nicht unsere eigene Logik, die gleiche Geometrie oder Arithmetik entwickeln. All dies wurde von Husserl scharf kritisiert20.

Husserl fasst daher die fundamentierenden Behauptungen der Psychologie von Mill sowie von Lipps und Sigwart wie folgt zusammen: «Die wesentlichen theoretischen Fundamente liegen in der Psychologie; in deren Gebiet gehören ihrem theoretischen Gehalt nach die Sätze, die der Logik ihr charakteristisches Gepräge geben. Die Logik verhält sich zur Psychologie wie irgendein Zweig der chemischen Technologie zur Chemie, wie die Feldmeßkunst zur Geometrie»21. Das vom Psychologismus vorangetriebene Prinzip, dass eine Technik des Wissens von der Erkenntnispsychologie abhängen muss, beweist laut Husserl jedoch keineswegs, dass alle theoretischen Grundlagen der Logik, insbesondere die wesentlichsten, in der Psychologie liegen. Laut Husserl ist der Hauptfehler, der sich in der Psychologismus regelt, der Versuch (sicherlich zum Scheitern verurteilt), den Gesetzen der Logik eine empirisch-induktive Grundlage zu geben. Aus diesem Grund hat Martin Heidegger selbst die folgenden Worte geschrieben: «Husserl hat gerade das Argument, daß der Psychologismus überhaupt innerlich widerspruchsvoll ist, allseitig begründet und angewandt»22. Obwohl das Wissen über logische Gesetze auf Erfahrung gründet, kann es nicht aus Erfahrung auf der Grundlage eines bloßen Abstraktionsprozesses abgeleitet werden, der als Verallgemeinerung empirischer Fakten verstanden wird:

Niemand wird bezweifeln, daß die Erkenntnis der logischen Gesetze, als psychischer Akt, die Einzelerfahrung voraussetzt, daß sie ihre Grundlage hat in der konkreten Anschauung. Aber man vermenge nicht psychologische “Voraussetzungen” und “Grundlagen” der Gesetzeserkenntnis mit logischen Voraussetzungen, Gründen, Prämissen des Gesetzes; und demgemäß auch nicht die psychologische Abhängigkeit (z. B. in der Entstehung) mit der logischen Begründung und Rechtfertigung. Die letztere folgt einsichtig dem objektiven Verhältnis von Grund und Folge, während sich die erstere auf die psychischen Zusammenhänge in der Koexistenz und Sukzession bezieht. Niemand kann ernstlich behaupten, daß die etwa vor Augen stehenden konkreten Einzelfälle, auf “Grund” welcher die Einsicht in das Gesetz zustande kommt, die Funktion von logischen Gründen, von Prämissen haben, als ob aus dem Dasein des Einzelnen die Folge statthätte auf die Allgemeinheit des Gesetzes23.

Wie Berghofer in einer sehr aktuellen Arbeit feststellte, führt diese Form des extremen Empirismus zwangsläufig «zu einer nicht nachhaltigen Art von Skepsis, dass inferentielle Rechtfertigung/Wissen unmöglich ist»24. Diese Eigenschaft von Husserls Psychologiekritik beruht darauf, dass er “Philosophie als strenge Wissenschaft” gründen, sie vom Psychologismus befreien, das Wissen und die “reine Form” grundsätzlich und radikal von jenem Wissen unterscheiden will, das stattdessen - wie die Empiriker sagen würden - auf der bloßen Tatsachenlage, auf den induktiven Verallgemeinerungen aufgebaut ist. Vielmehr, wie wir später sehen werden, für Husserl die Denkkategorien «der Logik, der Wissenschaften - also diejenigen Kategorien, die eine objektiv bestimmbaren “Natur” konstituieren - schon als Idealisierungen gelten»25.

Tatsächlich will Husserl einen neuen grundlegenden Weg gehen, der in die Welt der reinen Formen, der reinen Wesen führt. Tatsächlich haben logische Gesetze nach Husserls Phänomenologie nicht die Eigenschaft, auf einfacher Sinnlichkeit zu gründen, sondern einen idealen und damit nicht-empirischen Charakter26. In Anlehnung an Immanuel Kant spricht Husserl von zwei Arten von “Bedingungen für die Möglichkeit der Erkenntnis”: «Entweder sie sind noetische, nämlich sie gründen in der Idee der Erkenntnis als solcher, und zwar a priori, ohne jede Rücksicht auf die empirische Besonderheit des menschlichen Erkennens in seinen psychologischen Bedingtheiten; oder sie sind rein logische, d.h. sie gründen rein im “Inhalt” der Erkenntnis»27. In diesem Fall ist das Gegenteil eines natürlichen, d.h. empirischen Rechts, genau das ideale Recht im Sinne einer Legalität, die rein auf Begriffen - wie Ideen, reine konzeptionelle Essenzen - gründet und daher nicht empirisch ist. Die Psychologie, die, wie David Hume sagen würde, eine Wissenschaft der matters of facts ist und daher auf Erfahrung beruht, kann nicht zur Formulierung genauer Gesetze führen, die frei von der Mehrdeutigkeit sind, die sich aus der Unbestimmtheit und Undurchsichtigkeit empfindlicher Eindrücke ergibt. Auf der anderen Seite schreibt Husserl unter Bezugnahme auf die Aussagen, die die Psychologie in den Rang von Gesetzen hebt:

Wir werden auch nicht auf Widerspruch stoßen, wenn wir hinzufühgen, daß die Psychologie bislang noch echter und somit exakter Gesetze ermangelt, und daß die Sätze, die sie selbst mit dem Namen von Gesetzen ehrt, zwar sehr wertvolle, aber doch nur vage Verallgemeinerungen der Erfahrung sind, Aussagen über ungefähre Regelmäßigkeiten der Koexistenz oder Sukzession, die gar nicht der Anspruch erheben, mit unfehlbarer, eindeutiger Bestimmtheit festzustellen, was unter exakt umschriebenen Verhältnissen zusammen bestehen oder erfolgen müsse. […] In vagen theoretischen Grundlagen können nur vage Regeln gründen28.

Husserl zielt im Wesentlichen auf das theoretische Prinzip der Abstraktion ab, das als Verallgemeinerung empirischer Fakten verstanden wird, deren durch ihn formulierte Naturgesetze (in Husserls Terminologie: empirisch) weder a priori bekannt sind noch mit apodiktischen Beweisen begründet werden können. Es gibt nur einen Weg, wie man ein Naturgesetz finden und rechtfertigen kann, und zwar die Induktion auf der Grundlage einzelner sachlicher Erfahrungsdaten. Aber die Induktion kann die Gültigkeit des Gesetzes nicht begründen, sondern nur die mehr oder weniger hohe Wahrscheinlichkeit dieser Gültigkeit; nur die Wahrscheinlichkeit und nicht das Gesetz hat eine apodiktisch offensichtliche Begründung. Wenn die Bewegung des Psychologismus richtig war, dann sollte die Quelle des Wissens über logische Gesetze, so Husserl, in den sogenannten psychologischen Fakten gefunden werden, aber, warnt Husserl, kein logisches Gesetz impliziert eine “Tatsachenfrage” oder gar die Existenz von Darstellungen, Urteilen oder irgendeinem anderen kognitiven Phänomen. Deshalb ist kein logisches Gesetz ein Gesetz der Tatsache, dass das psychische Leben faktisch ist. Es scheint daher klar zu sein, dass Husserls gnostologische Analyse im einleitenden Teil seiner Logischen Untersuchungen daher in der «Kritik an der psychologischen Interpretation der logischen und mathematischen Formationen verdichtet ist, in dem Sinne, dass ihre Bedeutung völlig unabhängig vom relativen und kontingenten Charakter der subjektiven Handlungen ist, die die sogenannten logischen oder mathematischen Wahrheiten erfassen oder denken»29. Eine weitere erhabene Konsequenz, die sich aus der Akzeptanz der fundamentalistischen Voraussetzungen für die Bewegung der Psychologie ergibt, ist nach Husserl daher die systematische Verwechslung von realen und idealen de facto -Zuständen. Das bedeutet, was die Griechen als μετάβασις εἰς ἄλλο γένος (metábasis eis állo génos) definiert haben, d.h. die Verwirrung der Ebenen, während es andererseits notwendig ist, die Repräsentation im logischen oder idealen Sinne von der empirischen Repräsentation zu unterscheiden, warnt Husserl. Die systematische Verwirrung zwischen diesen beiden Ebenen kann nach Husserls theoretischer Perspektive sehr schwerwiegende Folgen haben: Treue zu prinzipiell absurden Methoden oder Verwirrung zwischen den logischen Ebenen. Solche schädlichen Folgerungen treten zwingend auf, wenn der wesentliche Unterschied zwischen idealen und realen Objekten und damit zwischen idealen und realen Gesetzen nicht berücksichtigt wird. Ein Beispiel ist John Stuart Mills Theorie der numerischen Konzepte, die er auf bloße empirische Erfahrungen reduziert, während die Objekte der mathematischen Wissenschaften stattdessen eher Zahlen, Varianten sind, die als bloße Mittel rein idealer Bestimmungen verstanden werden, unabhängig davon, ob sie real sind oder nicht. Logische Wahrheiten auf die vage Tatsache des menschlichen psychischen Lebens reduziert zu haben und Induktion und Erfahrung als Grundlage zu setzen, ist genau das, was uns der Empirismus explizit lehrt, während Husserl stattdessen an einer idealistischen Konzeption festhält, während wir im Idealismus die Form der Erkenntnistheorie verstehen müssen, die das Ideal nicht durch eine psychologische Interpretation wegnimmt, sondern es - wie Kant sagen würde - als Bedingung für die Möglichkeit des objektiven Wissens im Allgemeinen erkennt. Andererseits ist die Realität, «die man sich selbst anbietet, für Husserl nie ein factum brutum, sondern ein System der Gültigkeit und Bedeutung, das eine Subjektivität, d.h. ein bewusstes Leben, erfordert, um sich zu manifestieren und zu entwickeln»30. Dieser idealistischen Konzeption steht Husserl im Gegensatz zum Verfahren der empirischen Abstraktion, das im zweiten Band der Logischen Untersuchungen mit dem Titel Die ideale Einheit der Spezien und die neueren Abstraktionstheorien ausführlich analysiert wird.

An diesem Punkt wird es interessant, einen Vergleich zwischen Husserl und einem anderen Schüler von Brentano, K. Twardowski, herzustellen. Der polnische Philosoph Twardowski verfolgt einen ähnlichen intellektuellen Weg wie Husserl und unterscheidet tatsächlich dreifach zwischen Akt, Inhalt und Gegenstand der Darstellung. Dies erlaubt Twardowski, das psychische Bild eines Objektes von dem Objekt, auf das es sich bezieht, zu unterscheiden. Damit distanziert sich der polnische Philosoph von der empirischen Vorstellung, dass ein Gegenstand nichts anderes ist als eine aus subjektiven Eindrücken gewonnene Kombination. Der Inhalt der Repräsentation, so Twardowski, ist also Teil eines anderen Feldes als der ihres Gegenstandes. Auf diese Weise wird die Autonomie des Objekts der Repräsentation anerkannt, und auf diese Weise gelingt es dem polnischen Philosophen, die Wissenschaft zu depsikologisieren und eine anti-empirische Epistemologie zu erreichen. Eine grundlegende Unterscheidung, die Twardowski getroffen hat, betrifft diejenige zwischen perzeptiven und produktiven Repräsentationen. Letztere stammen von perzeptiven Repräsentationen ab, modifizieren sie jedoch, weil unser Intellekt ursprünglich eine synthetische Fähigkeit besitzt, die es ihm erlaubt, unsere Repräsentationen als eine Gesamtheit zu erfassen, deren Komponenten die psychologische Analyse nur a posteriori unterscheiden kann. Und es ist gerade die empirische Abstraktion, die diese Unterscheidung a posteriori macht, während die Abstraktion, von der Twardowski spricht, eher mit der Art von Beziehung vergleichbar ist, die Leibniz als symbolisch definiert31. Ähnlich wie Husserl begreift auch Twardowski Abstraktion nicht als einfache Verallgemeinerung empirischer Fakten, sondern vielmehr als einen synthetischen und gestalterischen Akt.

Wir haben gesehen, dass die Abstraktion darin besteht, das Universelle aus dem Besonderen durch einen Aufstieg eines induktiven Charakters zu gewinnen, der von den sensibel in der Erfahrung gegebenen Objekten ausgeht und schließlich zu Arten und Gattungen mit einem hohen Abstraktionsgrad gelangt. Vor dem immensen Raster der Daten des Realen versuchen die wissenschaftlichen Konzepte idealer Natur (die einzigen, die in der reifen Wissenschaft zulässig sind) nicht, mögliche Ähnlichkeiten oder Gemeinsamkeiten zwischen den Objekten empirisch zu erfassen, wie es die Abstraktion der Empiriker normalerweise tut, sondern die ideale Einheit: «Wie viele gleiche Objekte uns in der Anschauung oder Vergleichung vorschweben mögen: sie und ihre Gleichheiten sin dim zweiten Falle sicher nicht gemeint. Gemeint ist das “Allgemeine”, die ideale Einheit und nicht diese Einzelnen und Vielen»32. Es ist nicht möglich, das Wesen eines Phänomens zu erfassen, wenn wir diese ideale Einheit nicht vorläufig herstellen, die einzige, die in der Lage ist, die Gesamtheit der Objekte ohne die sinnlose Last des Verfahrens von “Fall zu Fall” zu erfassen, das zu einem regressus in infinitum bestimmt ist:

[…] wenn man die Intention auf eine Spezies verständlich machen will durch ein wie immer gefaßtes Vorstellen von Einzelheiten aus Gleichheitsgruppen, die jeweils vorgestellten Einzelheiten nur einige wenige Glieder der Gruppen umfassen, also nie den ganzen Umfang erschöpfen können. Man wird daher fragen dürfen, was denn die Einheit des Umfanges herstellt, was sie für unser Bewußtsein und Wissen möglich macht, wenn uns die Einheit der Spezies fehlt und zugleich mit ihr die Denkform der Allheit, durch die sie Beziehung gewinnt auf die gedanklich vorgestellte (im Sinne des Ausdrucks Allheit der A gemeinte) gesamte Mannigfaltigkeit der A. Der Hinweis auf “dasselbe” überall gemeinsame Moment kann natürlich nichts helfen. Es ist numerisch so vielmal da, als einzelne Objekte des Umfangs vorstellig sind. Wie soll einigen, was selbst der Einigung erst bedarf? Auch die objektive Möglichkeit, alle Glieder des Umfanges als miteinander gleich zu erkennen, kann nichts helfen; sie kann dem Umfang für unser Denken und Erkennen nicht Einheit geben. Diese Möglichkeit ist ja für unser Bewußtsein nichts, wenn sie nicht gedacht und eingesehen ist. Aber einerseits ist dabei der Gedanke der Einheit des Umfanges schon vorausgesetzt; und andererseits steht sie selbst uns dann als ideale Einheit gegenüber. Offenbar muß überhaupt jeder Versuch, das Sein des Idealen in ein mögliches Sein von Realem umzudeuten, daran scheitern, daß Möglichkeiten selbst wieder ideale Gegenstände sind. So wenig in der realen Welt Zahlen im allgemeinen, Dreiecke im allgemeinen zu finden sind, sowenig auch Möglichkeiten. Die empiristische Auffassung, welche die Annahme der spezifischen Gegenstände durch Rückgang auf ihren Umfang ersparen will, ist also undurchführbar. Sie vermag uns nicht zu sagen, was dem Umfang Einheit gibt33.

Um die Sterilität des Prozesses der induktiven Verallgemeinerung hervorzuheben, nennt Husserl das Beispiel der Farbe “Rot”, die dem gleichen Verfahren unterliegt wie die Intuition der Essenz, die die Farbe Rot empirisch unterscheidet - die den vielen Facetten unterliegt, die sie faktisch annimmt - von Rot, das als ideale Einheit verstanden wird, oder reinen eidos: «Ein reines Eidos, eine Wesensallgemeinheit ist z.B. die Artung Rot oder die Gattung Farbe; aber nur wenn sie gefaßt sind als reine Allgemeinheiten, also frei von aller Voraussetzung irgendwelchen tatsächlichen Daseins, irgendeines faktischen Rot, bezw. irgend einer farbigen tatsächlichen Wirklichkeit»34. Wir möchten, wenn auch nur nebenbei und für intellektuelle Ehrlichkeit, darauf hinweisen, dass sowohl die Kritik der empirischen Abstraktion als auch das Beispiel der Farbe “Rot”, die Husserl in seinen Schriften verwendet, eine Wiederholung dessen darstellen, was sein Meister Franz Brentano im letzten Teil des bereits erwähnten Werkes Psychologie vom empirischen Standpunkt von 1874 ausgestellt hatte. Nach einer recht weit verbreiteten Auffassung sind die allgemeinen Konzepte das Ergebnis einer Abstraktion, die von etwas Feinfühligem ausgeht. Aber die zentrale Frage stellt sich, wenn wir uns fragen, was wir mit diesem Prozess der Abstraktion meinen sollen. In der Tat meinen wir mit Abstraktion die Tatsache, dass das Abstrakte auch in dem enthalten ist, was empfindlich wahrgenommen wird. Nach diesem theoretischen Verfahren ist es jedoch nicht möglich, sinnvoll mit Sicherheitspunkten, Geraden, Kreisen und Linien im Allgemeinen oder einer Grenze zu unterscheiden. Und tatsächlich ist es überhaupt nicht wahr, dass der Geometriker in das einzelne Dreieck greift, also in das auf den Sand gezeichnet, das Dreieck im Allgemeinen, denn das so genannte Dreieck, das auf den Sand gezeichnet wird, ist eigentlich gar kein Dreieck. Tatsächlich unterscheiden sich die Abstraktionen von Geometren oder Physikern wesentlich von der Abstraktion, die als Verallgemeinerung empirischer Fakten verstanden wird. Wenn wir die Funktionsweise der Wissenschaft gründlich analysieren, dann können wir die Grenzen der induktiven Verallgemeinerung und damit die Notwendigkeit, sich einem Extrem zu nähern, leicht verstehen35.

Allerdings scheint es klar zu sein, dass sich das theoretische Verfahren der Abstraktion nicht nur nicht vom festen Griff der Substantialität befreien kann (den Ernst Cassirer in seinem Werk Substanzbegriff und Funktionsbegriff von 191036 weithin und wirkungsvoll kritisiert hatte), sondern auch nicht in der Lage ist, zu erklären, was der Erweiterung Einheit verleihen kann und das aus einem eher einfachen Grund: Wie ist es tatsächlich möglich, durch einfache Abstraktion ideale Objekte wie das perfekte Gas oder eine perfekt runde Kugel zu berücksichtigen, die durch direkte Beobachtung sicherlich nicht zugänglich sind? Gerade in diesem konkreten Fall scheitert die Verallgemeinerung empirischer Fakten unwiderruflich, d.h. wenn sie beabsichtigt, rein kategoriale Gesetze durch einfache Sensibilität festzulegen. Eine einfachere Möglichkeit, zu veranschaulichen, was Husserl unter idealer Einheit versteht und wie sich die Abstraktion als unfähig erweist, sie zu verfolgen, findet sich in der chemischen Formel H2O. Diese einfache Formel sagt uns, dass Wasser aus zwei Atomen Wasserstoff und einem aus Sauerstoff besteht, aber, wie jeder weiß, gibt man in Wirklichkeit nie ein reines Wasser wie das, das durch die Formel H2O ausgedrückt wird, sondern viele Arten von “Wasser” empirisch. Wenn man das Konzept des Wassers verstehen will, kann man sich sicherlich nicht auf die einfache Katalogisierung der endlosen Gewässer auf der Erde verlassen, sondern muss sie wieder auf eine ideale Einheit bringen, die durch die oben genannte Formel ausgedrückt wird. Aber Husserls Kritik beschränkt sich nicht nur auf Mill, sondern bezieht auch Autoren wie Locke und Berkeley mit ein, die sich auch verschiedener Verwirrungen über den Einsatz der Abstraktion schuldig gemacht haben. Tatsächlich war John Locke der Meinung, dass die Abstraktion nur auf der psychologischen Ebene funktionierte:

Wenn also der Zweck der Wörter darin besteht, daß sie als äußere Kennzeichen unserer inneren Ideen dienen, die ihrerseits von den Einzeldingen gewonnen wurden, so müßte es, falls jede einzelne Idee, die wir erwerben, ihren besonderen Namen erhalten sollte, eine unendliche Anzahl von Namen geben. Um das zu verhindern, bewirkt der Geist, daß die einzelnen Ideen, die von den einzelnen Objekten stamen, zu allgemeinen werden. Dies geschieht dadurch, daß er sie als solche Erscheinungen im Geiste betrachtet, die von allen andern Dingen und Umständen der realen Existenz wie Zeit, Ort oder irgendwelchen andern sie begleitenden Ideen losgelöst. Dies nennt man Abstraktion, wobei die von Einzeldingen herrürenden Ideen zu allgemeinen Vertretern aller Dinge der Gleichen Gattung, ihre Namen zu allgemeinen Namen werden, die auf alles Existierende soweit es solchen abstrakten Ideen entspricht, anzuwenden sind. Solche präzisen, nackten Erscheinungen im Geiste, bei denen nicht in Betracht gezogen wird, wie, wann oder mit welchen anderen sie in den Geist gelangt sind, bewahrt der Verstand (mit den gewöhnlich mit ihnen verknüpften Namen) als Maßstäbe auf, um die real existierenden Dinge je nach ihrer Übereinstimmung mit diesen Mustern in Gruppen zu ordnen und entsprechend zu benennen. Wenn zum Beispiel der Geist heute an der Kreide oder am Schnee dieselbe Farbe beobachtet, die er gestern an der Milch bemerkte, so betrachtet er diese Erscheinung allein und macht sie zur Vertreterin aller Erscheinungen derselben Art. Er gibt ihr den Namen Weiße und bezeichnet durch diesen Laut dieselbe Qualität, wo er sich diese auch vorstellen oder sie antreffen mag. Auf diese Weise entstehen allgemeine Urteile, seien es Ideen oder Ausdrücke37.

Berkeley38 hingegen verwehrt dem Menschen, während er Lockes Reflexionen kritisiert, die Möglichkeit, abstrakte Ideen zu entwickeln: Jede Idee ist immer spezifisch, das heißt, es gibt keine Ideen ohne einen bestimmten Charakter und damit abstrakt. Allerdings räumt er die Existenz allgemeiner Ideen ein, aber, wie Sie wissen, immer als besondere Ideen verstanden und daher repräsentativ für andere besondere Ideen derselben Art. Dies führt dazu, dass er den Begriff des Dreiecks falsch interpretiert, wie Husserl zeigt: «Er [Berkeley] verwechselt die Grundlage der Abstraktion mit dem Abstrahierten, den konkreten Einzelfall, aus dem das Allgemeinheitsbewußtsein seine intuitive Fülle schöpft, mit dem Gegenstande der Denkintention. Berkeley spricht so, als ob der geometrische Beweis für das Tintendreieck auf dem Papier oder für das Kreidedreieck auf der Tafel geführt würde und als ob im allgemeinen Denken überhaupt die uns zufällig vorschwebenden Einzelobjekte, statt bloßer Stützen unserer Denkintention, deren Objekte wären»39.

Noch radikaler ist die These von David Hume, der zunächst Berkeleys Kritik an abstrakten Ideen aufgreift: «Ein großer Philosoph [Berkeley] hat die herkömmliche Meinung in diesem Punkt bekämpft und behauptet, alle allgemeinen Vorstellungen seien nichts, als individuelle Vorstellungen, verknüpft mit einem bestimmten Namen, der ihnen eine umfassendere Bedeutung gebe und bewirke, daß im gegebenen Falle andere ähnliche Einzelvorstellungen in die Erinnerung gerufen werden. Ich sehe in dieser Einsicht eine der größten und schätzenswertesten Entdeckungen, die in den letzten Jahren im Reiche der Wissenschaften gemacht worden sind»40. Zweitens teilt Hume bekanntlich alle Wahrnehmungen des Menschen in zwei Klassen: Eindrücke und Ideen, deren Unterschied der Grad der Stärke und Lebendigkeit ist, mit dem sie den Geist beeinflussen und mit dem sie in Gedanken oder Bewusstsein eindringen; offensichtlich sind es laut Hume die Eindrücke, die die Ideen verursachen. Unsere Wahrnehmungen wiederum lassen sich in einfach und komplex unterteilen (und das betrifft sowohl Eindrücke als auch Ideen). Tatsächlich sind für Hume einfache Wahrnehmungen (Eindrücke oder Ideen) so, dass sie keine Unterscheidung oder Trennung akzeptieren. Komplexe Wahrnehmungen lassen sich dagegen in Teile zerlegen. Es gibt nur einen Unterschied im Grad zwischen Eindrücken und Ideen, weshalb es laut Hume keine abstrakten oder allgemeinen Ideen gibt. Der schottische Philosoph erkennt jedoch immer noch mit Berkeley, dass der Mensch de facto bestimmte Ideen verwendet, als ob sie universell wären; in der Tat sind für Hume einige Ideen von Natur aus einzigartig, aber allgemein in dem, was sie darstellen. Weiter so, Hume:

Wenn wir gefunden haben, daß mehrere Gegenstände, die uns oft begegneten, Ähnlichkeit haben, so brauchen wir für alle denselben Namen, was wir auch für Unterscheide in den Graden ihrer Quantität und Qualität wahrnehmen und was für Unterschiede sonst an ihnen hervortreten mögen. Wenn dies nun für uns Sache der Gewohnheit geworden ist, so erweckt der Klang jenes Namens zunächst die Vorstellung eines jener Gegenstände und bewirkt, daß die Einbildungskraft diesen mit allen seinen bestimmten Eigenschaften und Größenverhältnisse erfaßt.Wie wir voraussetzen, ist aber dasselbe Wort häufig auch auf andere Einzeldinge angewandt worden, die in manchen Beziehungen von jener dem Geiste unmittelbar gegenwärtigen Vorstellung verschieden sind. Die Vorstellungen aller dieser Einzeldinge nun vermag das Wort nicht wachzurufen. Es berührt aber, wenn ich so sagen darf, die Seele, und ruft jene Gewöhnung wach, welche wir bei der Betrachtung derselben erworben haben. Die einzeldinge sind nicht wirklich und tatsächlich dem Geiste gegenwärtig, sondern nur potentiell; wir heben sie nicht alle in unserer Einbildungskraft heraus, sondern halten uns nur bereit, beliebige von ihnen ins Auge zu fassen, wie es uns eben in einem gegebenen Augenblick Absicht oder Notwendigkeit eingeben mögen41.

Der Fehler ist hier offensichtlich, denn die Ähnlichkeit, von der Hume spricht, entspricht in der Tat dem Universalen und nicht einer bestimmten Idee, weshalb die Behandlung von Hume in diesem Fall aus logischer und epistemologischer Sicht grundsätzlich falsch ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es den Verfahren der Abstraktion und Verallgemeinerung einerseits nicht gelingt, der Erweiterung Einheit zu verleihen, andererseits aber oft zu einer Verwechslung zwischen Ideal- und Realzustand führt und damit den Anforderungen der wissenschaftlichen Methodik nicht gerecht wird. Tatsächlich ist das Beispiel des Dreiecks emblematisch: Es muss präzisiert werden, dass sich die vom Gutachter verwendeten Sätze nicht auf tatsächlich auf einem Blatt Papier oder einer Tafel gezeichnetes Zahlenmaterial beziehen, sondern auf ideale Figuren, die keinen unmittelbaren empirischen Bezug haben. In seinem Beitrag Platon und die Entdeckung des Apriori stellt Husserl Folgendes fest: «Sobald die empirisch-räumlichen Begriffe durch die idealizierende Intuition in reine Begriffe, die empirischen Raumgestalten in ideale verwandelt sind, wird ein rein apriorisches und deduktives Denken möglich»42. Es ist gerade angesichts der idealen geometrischen Bestimmungen, auf die sich die Sätze des Geometren beziehen, unmöglich, in Figuren oder Zeichnungen konkret zu finden, da geometrische Objekte reine Objekte sind, die sicherlich nicht durch einfache Generalisierung erhalten werden43. Daher ist das, worauf wir uns konzentrieren, weder das konkrete Objekt der Intuition noch ein abstrakter Teilinhalt des Objekts selbst, sondern die Idee im Sinne einer spezifischen Einheit. Es ist die Abstraktion im logischen Sinne; und deshalb muss diese Art der Abstraktion aus logischer und epistemologischer Sicht nicht nur als Betonung eines Teilinhalts betrachtet werden, sondern als das besondere Bewusstsein, das in der Lage ist, die spezifische Einheit auf intuitiver Basis direkt zu erfassen.

Baruch Spinozas Argumentation ist emblematisch für den logischen und nicht-empirischen Wert der Bildung geometrischer Begriffe, er misst der “Natur und Kraft des Intellekts” größte Bedeutung bei und veranschaulicht damit das berühmte Beispiel der Kugel:

[…] wollen wir eine wahre Vorstellung vor Augen stellen, bei der wir ganz zuverlässig wissen, dass ihr Gegenstand nur von unserer Kraft zu denken abhängt und nicht in Wirklichkeit besteht; den in einer solchen Vorstellung werden wir, wie aus dem Gesagten erhellt, das Gesuchte Leichter aufspüren können. So nehme man z.B. behufs Bildung der Vorstellung der Kugel nach Belieben eine Ursache an, z.B. das sein Halbkreis sich um seinen Mittelpunkt drehe und dass aus dieser Umdrehung die Kugel gelichsam entstehe. Diese Vorstellung ist gewiss wahr und wenn qir auch wissen, dass keine Kugel in Wirklichkeit je so entstanden ist, so bleibt es doch eine wahre Vorstellung und die leichteste Weise, die Vorstellung der Kugel zu bilden44.

[...]


1 Vgl. S. Luft-M. Wehrle (hrsg.), Husserl Handbuch. Leben-Werk-Wirkung, J. B. Metzler Verlag, Stuttgart, 2017.

2 E. Husserl, Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen Philosophie, Erstes Buch: Gesammelte Werke, Band III/1, Herausgegeben von K. Schumann, Martinus Nijhoff, Den Haag, 1976, S. 6.

3 Vgl. E. Husserl, Zur phänomenologischen Reduktion. Texte aus dem Nachlass (1926-1935): Gesammelte Werke, Band XXXIV, Herausgegeben von S. Luft, Springer, Dordrecht, 2002, S. 283.

4 Von Leszek Nowak vgl. das jetzt klassische Werk The Structure of Idealization, Reidel, Dordrecht, 1980. Über Leszek Nowak und die Methode der Idealisierung und Konkretisierung verweisen wir den Leser auf die folgenden allgemeinen Werke: G. Borbone, Questioni di metodo. Leszek Nowak e la scienza come idealizzazione, Bonanno, Acireale-Roma, 2016; Id., The Legacy of Leszek Nowak, in «Epistemologia», vol. 34, n. 2, 2011, S. 233-258 und F. Coniglione, Realtà e astrazione. Scuola polacca ed epistemologia post-positivistica, Bonanno, Acireale-Roma, 20102.

5 Diese “abrupte Unterbrechung” geht sicherlich nicht auf die Krise zurück, denn wie wir später in seinem Semesterunterricht 1910-1911 sehen werden, hatte Husserl, inspiriert von Avenarius, bereits das Konzept des “natürlichen Weltbildes” entwickelt, also eine Vorwegnahme des reiferen Konzepts der Lebenswelt.

6 F. Coniglione, Dall’astrazione all’idealizzazione: un approccio storico, in Id., La parola liberatrice. Momenti storici del rapporto tra filosofia e scienza, c.u.e.c.m., Catania, 2002, S. 42.

7 Vgl. F. S. Trincia, Guida alla lettura della “Crisi delle scienze europee” di Husserl, Laterza, Roma-Bari, 2012; A. Schütz und Th. Lichmann, Strukturen der Lebenswelt, 2 voll., Suhrkamp, Frankfurt a.M., 1979-1984; H. Vetter, Krise der Wissenschaften – Wissenschaft der Krise, Lang, Frankfurt a.M., 1998.

8 Über das Begriff der Intentionalität im Husserl vgl. D. W. Smith-R. McIntyre (hrsg.), Husserl and Intentionality. A Study of Mind, Meaning, and Language, Reidel, Dordrecht-Boston-Lancaster, 1982.

9 F. Brentano, Psychologie vom empirischen Standpunkt, Erster Band, Herausgegeben von O. Kraus, Meiner Verlag Hamburg, 1973, S. 124-125.

10 Vgl. Platon, Parmenides, 132 B-C, in Id., Werke, Herausgegeben von F. Schleiermacher, Realschulbuchhandlung, Berlin, 1818.

11 M. Heidegger, Metaphysische Anfangsgründe der Logik im Ausgang von Leibniz, in Id., Gesamtausgabe, II. Abteilung: Vorlesungen 1923-1944, Band 26, Herausgegeben von K. Held, Klostermann, Frankfurt a.M., 1978, S. 166.

12 E. Husserl, Philosophie der Arithmetik mit ergänzenden Texten (1890-1901), in Id., Gesammelte Werke, Band XII, Herausgegeben von L. Eley, Martinus Nijhoff, Den Haag, 1970, S. 16.

13 G. Frege, Rezension von E. Husserl, Philosophie der Arithmetik, in Id., Kleine Schriften, Herausgegeben von I. Angelelli, Georg Holms Verlag, Hildesheim-Zürich-New York, 1990, S. 181.

14 G. Frege, Logik, in Id., Nachgelassene Schriften, Erster Band, Herausgegeben von H. Hermes, F. Kambartel und F. Kaulbach, Meiner Verlag, Hamburg, 1983, S. 3.

15 Laut Sandra Lapointe ist es nicht die Kritik von Frege, sondern der Impuls von Bernard Bolzanos Wissenschaftlehre, der die Ablehnung der Psychologie durch Husserl in der Arbeit Logische Untersuchungen verbindet: «Es ist nicht mit Sicherheit festzustellen, ob es Frege war, der Husserls Psychologiekritik in den Logischen Untersuchungen geweckt hat, wo es stattdessen viele Belege dafür gibt, dass der eigentliche Impuls hinter Husserls Kritik von Bolzanos Wissenschaftlehre kam», S. Lapointe, Bolzano e Husserl, in «Discipline filosofiche», vol. XXI, n. 2, 2011, S. 227.

16 V. Costa, Husserl, Carocci, Roma, 2009, S. 16. Renzo Raggiunti hingegen ist nicht der Meinung, dass Husserls Reflexion mathematischer Konzepte tatsächlich «eine Loslösung von Brentanos naturalistischer Psychologie» darstellt: R. Raggiunti, Introduzione a Husserl, Laterza, Roma-Bari, 1970, S. 12. Dieses sehr komplexe und kontroverse Thema kann hier nicht behandelt werden, weshalb wir dem Leser die folgenden Bände empfehlen: G. Scrimieri, Analitica matematica e fenomenologica, Levante, Bari, 1970; J. P. Miller, Number in Presence and Absence. A Study of Husserl’s Philosophy and Mathematics, Nijhoff, The Hague-Boston-London, 1982.

17 G. E. Rosado Haddock, Remarks on Sense and Reference in Frege and Husserl, in C. Ortiz Hill-G. E. Rosado Haddock, Husserl or Frege? Meaning, Objectivity, and Mathematics, Open Court, Chicago and La Salle, 2000, S. 32.

18 E. Husserl, Persönlichen Aufzeichnungen, in «Philosophy and Phenomenological Research», vol.16, n. 3, 1956, S. 294.

19 Vgl. J. S. Mill, A System of Logic: Ratiocinative and Inductive, John W. Parker-West Strand, London, 1843.

20 E. Cassirer, Structuralism in modern Linguistics, in «World», vol. I, n. 2, 1945, S. 102-103.

21 E. Husserl, Logische Untersuchungen, Erster Band, Fünfe Auflage, Max Niemeyer Verlag, Tübingen, 1968, S. 51.

22 M. Heidegger, Neuere Forschungen über die Logik (1929), in Id., Gesamtausgabe, I. Abteilung: Veröffentlichte Schriften 1914-1970, Band 1, Früheschriften, Herausgegeben von F.-W. von Hermann, Vittorio Klostermann, Frankfurt a.M., 1978, S. 22.

23 E. Husserl, Logische Untersuchungen, S. 75.

24 P. Berghofer, Why Husserl’s Universal Empiricism is a Moderate Rationalism, in «Axiomathes», vol. 28, 2018, S. 542.

25 G. A. De Almeida, Sinn und Inhalt in der Genetischen Phänomenologie E. Husserls, Martinus Nijhoff, Den Haag, 1972, S. 206.

26 Vgl. W. Huemer, Husserl’s Critique of Psychologism and his Relation to the Brentano School, in A. Chrudzimski-W. Huemer (eds.), Phenomenology and Analysis: Essays on Central European Philosophy, Ontos, Frankfurt, 2004, S. 202.

27 E. Husserl, Logische Untersuchungen, S. 237-238.

28 E. Husserl, Logische Untersuchungen, S. 61.

29 R. Raggiunti, Introduzione a Husserl, S. 21.

30 C. Di Martino, Esperienza e intenzionalità. Tre saggi sulla fenomenologia di Husserl, Guerini e Associati, Milano, 2013, S. 141.

31 Vgl. K. Twardowski, On the Content and Object of Presentation. A Psychological Investigation, Herausgegeben von R. Grossmann, Martinus Nijhoff, The Hague, 1977, S. 102.

32 E. Husserl, Logische Untersuchungen, Zweiter Band, Erster Teil, Herausgegeben von U. Panzer, in Id., Geammelte Werke, Band XIX/1, Springer, Boston-Dordrecht, 1984, S. 119.

33 E. Husserl, Logische Untersuchungen, Zweiter Band, S. 119-120.

34 E. Husserl, Erfahrung und Urteil. Untersuchungen zur Genalogie der Logik, Herausgegeben von L. Landgrebe, Claasen Verlag, Hamburg, 1964, S. 425.

35 Vgl. F. Brentano, Psychologie vom empirischen Standpunkt, Dritter Band: Vom sinnlichen und noetischen Bewußtsein. Äußere und innere Wahrnehmung, Begriffe, Herausgegeben von O. Kraus, Felix Meiner Verlag, Hamburg, 1968.

36 Vgl. E. Cassirer, Substanzbegriff und Funktionsbegriff, Bruno Cassirer Verlag, Berlin, 1910.

37 J. Locke, Versuch über den menschlichen Verstand, Band I: Buch I und II, Felix Meiner Verlag, Hamburg, 2006, S. 179-180.

38 Vgl. G. Berkeley, Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis, Übersetzt von F. Ueberweg, Hofenberg, Berlin, 2016.

39 E. Husserl, Logische Untersuchungen, S. 160.

40 D. Hume, Traktat über die menschliche Natur, Übersetzt von E. Köttgen, Verlag von Leopold Voss, Hamburg und Leipzig, 1895, S. 30.

41 D. Hume, Traktat über die menschliche Natur, S. 34.

42 E. Husserl, Platon und die Entdeckung des Apriori, in Id., Einleitung in die Philosophie. Vorlesungen 1916-1920: Gesammelte Werke, Band IX, Herausgegeben von H. Jacobs, Springer, Dordrecht-Heidelberg-New York-London, 2012, S. 51.

43 Vgl. E. Husserl, Transzendentaler Idealismus. Texte aus dem Nachlass (1908-1921): Gesammelte Werke, Band XXXVI, herausgegeben von R. D. Rollinger, Springer, Dordrecht, 2003, S. 51.

44 B. Spinoza, Abhandlung über die Verbesserung des Verstandes, Übersetzt von J. K. von Kirchmann, Heimann Verlag, Berlin, 1871, S. 29-30.

Ende der Leseprobe aus 110 Seiten

Details

Titel
Edmund Husserl und die ideierende Abstraktion
Untertitel
Von der Kritik des Psychologismus zu idealen Bestimmungen
Hochschule
Universität Catania  (Department of Sciences of Formation)
Autor
Jahr
2020
Seiten
110
Katalognummer
V512933
ISBN (eBook)
9783346107404
ISBN (Buch)
9783346107411
Sprache
Deutsch
Schlagworte
edmund, husserl, abstraktion, kritik, psychologismus, berstimmungen
Arbeit zitieren
Giacomo Borbone (Autor), 2020, Edmund Husserl und die ideierende Abstraktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512933

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