Diese Arbeit geht anhand transnationaler Handelsgemeinschaften in Guangzhou, China, und der afrikanischen Migration nach China der Frage nach der Verbindung zwischen Handel und Migration nach.
Wie der Handel und die Migration in Verbindung stehen soll, anhand Adams Bodomos "Brückenthese" untersucht werden. Sie besagt, dass Einwanderungsgemeinschaften wie diese als linguistische, kulturelle und wirtschaftliche Brücke zwischen ihren Ursprungs- und Gastgemeinschaften fungieren. Die afrikanischen Gemeinden in China sollen demnach helfen, eine wichtige Brücke der Kultivierung einer gegenseitigen, sozioökonomischen Integration zu formen. Es wird analysiert, ob und in wie fern afrikanische Handelsgemeinden als Bindeglied des sino-afrikanischen Verhältnisses gesehen werden können und wer dieser besonderen Rolle, als Vermittler zwischen den Kulturen gerecht werden kann. Das Konzept des "Kulturbrokers" wird Gegenstand näherer Betrachtung wobei aufgezeigt werden soll, warum kulturellen Mittlerpersönlichkeiten eine essentielle Rolle zukommen.
Im Zuge dieser breitgefächerten Kontextualisierung soll der Fokus der Untersuchung auf die Verflechtung von Migration und Handel mit seinen vielfältigen Akteuren und ethnischen Netzwerken gesetzt werden. Wie der Autor später aufzuzeigen versucht, finden sich gerade im Kontext der Globalisierung und ihrer Konsequenzen Phänomene, die deutlich darauf hinweisen, dass neue Kommunikations- und Transporttechnologien die Voraussetzungen, Formen und Folgewirkungen transnationaler Migration nachhaltig prägen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Konzept des „Afrikaners“
1.2 Transmigration
1.3. Konzept des Kulturbrokers
2 Afrikanische Präsenz in China
2.1 Guangzhou´s transnationale Handelsgemeinschaft
2.2 Xiaobei
2.3 Händler und Verkäufer
2.3 Logistik-Agenten
3 Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die afrikanische Migration nach China mit einem spezifischen Fokus auf die vielfältigen Transmigranten in der Metropole Guangzhou, um die Rolle dieser Gemeinschaften als sozioökonomische und kulturelle Brücke zwischen China und Afrika anhand der „Brückenthese“ zu untersuchen.
- Analyse der Dynamik sino-afrikanischer Handels- und Migrationsströme
- Untersuchung des Konzepts der "Transmigration" und der Rolle von "Kulturbrokern"
- Betrachtung der ethnischen Enklave Xiaobei in Guangzhou
- Differenzierung zwischen afrikanischen Händlern, Verkäufern und Logistik-Agenten
- Evaluation des Einflusses der Globalisierung auf die lokale Handelsstruktur
Auszug aus dem Buch
1.3. Konzept des Kulturbrokers
Da es für das Zusammentreffen und Zusammenleben verschiedener ethnischer Gruppen und Kulturen keine verbindlichen Verhaltensregeln zur Verständigung geben kann, sind Kulturbroker von immer größerer Bedeutung für ein friedliches und von gegenseitiger Akzeptanz gekennzeichnetes Zusammenleben. Abgesehen von der rein sprachlichen Verständigung können unterschiedliche Traditionen, Verhaltensweisen und Wertvorstellungen zu Missverständnissen im interkulturellen Austausch führen. Es wird definiert als „the act of bridging, linking, or mediating between groups or persons of differing cultural background for the pupose of reducing conflict or producing change.“ (Jezewski 2001: 21). Aufgabe der Kulturbroker ist es, einander die unterschiedlichen Verhaltensweisen näher zu bringen und zwischen den Parteien zu vermitteln. Sie bemühen sich um eine Annäherung zwischen verschiedenen aufeinander treffenden Kulturen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet das Phänomen der globalen Migration im Kontext der sino-afrikanischen Beziehungen und führt theoretische Konzepte wie das des "Afrikaners", die Transmigration und den Kulturbroker ein.
2 Afrikanische Präsenz in China: Dieses Kapitel analysiert die Entstehung afrikanischer Handelsnetzwerke in Guangzhou, insbesondere im Stadtviertel Xiaobei, und differenziert die Akteure in Händler, Verkäufer und Logistik-Agenten.
3 Resümee und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass die kulturelle Kooperation nur eine untergeordnete Rolle spielt, da ökonomische Faktoren dominieren und soziale Interaktionen durch Sprachbarrieren und Vorurteile gehemmt werden.
Schlüsselwörter
Guangzhou, China, Migration, Afrika, Transmigration, Kulturbroker, Xiaobei, Handelsgemeinschaft, Globalisierung, sino-afrikanische Beziehungen, Ethnische Enklave, Handelsnetzwerk, Sozioökonomie, Logistik-Agenten, Handelsmigranten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der afrikanischen Migration nach China, insbesondere mit der Handelsgemeinschaft in Guangzhou, und untersucht deren sozioökonomische Bedeutung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf transnationalen Handelsströmen, der Rolle von ethnischen Netzwerken und dem Zusammenleben in einer globalisierten Wirtschaftsmetropole.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu analysieren, ob afrikanische Migrantengemeinschaften als "Brücke" zwischen ihren Ursprungs- und Gastländern fungieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch soziologische Migrationskonzepte und einer Kontextualisierung des sino-afrikanischen Handelsverhältnisses anhand vorhandener Studien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Migrationsbegriffe und eine detaillierte Fallstudie zu Guangzhou, inklusive der Analyse von Stadtvierteln wie Xiaobei und spezifischer Akteursgruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Guangzhou, Transmigration, Kulturbroker, Globalisierung und afrikanische Diaspora definiert.
Warum ist das Stadtviertel Xiaobei für die Untersuchung so bedeutend?
Xiaobei ist das Zentrum der afrikanischen Migration in Guangzhou und dient als Beispiel für eine ethnische Enklave, die durch ihre günstige Lage und Handelsinfrastruktur die Ansiedlung von Migranten maßgeblich beeinflusst hat.
Welche Rolle spielen afrikanische Logistik-Agenten in diesem Prozess?
Sie fungieren als unverzichtbare Vermittler und "Kulturbroker", die durch ihren langfristigen Aufenthalt und ihre sozialen Kontakte sowohl Handelskonflikte lösen als auch den Alltag der Händler in der fremden chinesischen Umgebung organisieren.
- Arbeit zitieren
- Tatjana Mayroth (Autor:in), 2017, Transnationale Handelsgemeinschaft in Guangzhou. Verflechtung der sino-afrikanischen Handels- und Migrationsströme in der "Chocolate City“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512987