Rezension zu "Miteinander reden: 1: Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation" von Friedemann Schulz von Thun


Rezension / Literaturbericht, 2016

5 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

1. Inhaltliche Aspekte

Das Buch „Miteinander reden: 1: Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation“ ist ein Werk des Autors Friedemann Schulz von Thun. Es stellt das erste einer Quadrologie dar. Der Autor der Werke ist im Jahr 1944 in Soltau geboren. Er studierte Psychologie, Philosophie und Pädagogik an der Universität in Hamburg. In derselben war er bis zum Jahr 2009 Professor im Fachbereich für Psychologie. Sein Schwerpunkt lag hierbei im Bereich Beratung und Training.

Erschienen ist der erste Band, welcher hier behandelt wird, erstmals im Jahr 1981. Seitdem wurde er stetig weiterentwickelt. Bei dem verwendeten Exemplar handelt es sich um die 51. Auflage aus dem Jahr 2014. Der Verlag ist der „Rowohlt Taschenbuch Verlag“ aus Reinbek bei Hamburg.

In dem Werk geht es, wie der Titel bereits vermittelt, um Störungen und Klärungen der Kommunikation. Schulz von Thun baut hierbei sein Buch auf dem „Kommunikationsquadraten“ auf. Dieses besteht aus vier Seiten:

1. dem Sachaspekt, welcher über einen Sachverhalt informiert
2. dem Beziehungsaspekt, welcher die Beziehung zwischen Sender und Empfänger behandelt
3. dem Selbstoffenbarungsaspekt, welcher das umfasst, was der Sprecher dem Sender durch seine Nachricht von sich kundgibt
4. dem Appellaspekt, welcher behandelt, wozu der Sender den Empfänger veranlassen möchte

Diese Aspekte beleuchten den Vorgang der zwischenmenschlichen Kommunikation. Sie werden prinzipiell als gleichrangig angesehen. Ein Anliegen der Kommunikationspsychologie von Schulz von Thun ist es, deutlich zu machen, warum es sich bei der Kommunikation nicht nur auf eine eindimensionale Sach-Kommunikation beschränkt und wie eine vierseitige Kommunikation gelingt. Es werden Werkzeuge zur Förderung der Metakommunikation vermittelt. Diese ist die Kommunikationsebene über Kommunikation.

2. Innere Kritik

Ein positives Argument ist, dass das Buch in einer verständlichen Sprache geschrieben ist. Es handelt sich nicht um lange, unverständliche Schachtelsätze. Außerdem schreibt Schulz von Thun bewusst nicht in einem intellektuellen Jargon, sondern verwendet eine einfache Sprache, die auch für Laien verständlich ist. Hierbei ist auch positiv zu vermerken, dass der Autor Deutscher ist und deshalb dt. Redewendungen im Text vorkommen und die dt. Kultur miteinbezogen worden ist. Somit sind Beispiele und Redewendungen einem deutschen Leser vertraut und nachvollziehbar. Außerdem ist der Text fließend und es hapert nicht an missverständlichen Übersetzungsproblemen. Dadurch kann man dem Gesagten gut folgen. Die wichtigsten Punkte passt Schulz von Thun präzise zusammen, sodass klar verdeutlich wird, was besonders wichtig ist.

Auch ist ein positiver Aspekt, dass Friedemann Schulz von Thun die 1. Person häufig verwendet. Einerseits schreibt er in der „Ich-Perspektive“, wenn er von sich selbst spricht. Außerdem verwendet er häufig ein „Wir“, wenn es um die Leser im Allgemeinen geht. Hierdurch wird der Leser direkt angesprochen und der Inhalt des Buches wirkt persönlicher.

Ein nächstes positives Argument ist außerdem, dass Schulz von Thun eigene Erfahrungen miteinbringt. Sein Geschriebenes ist lebens- sowie praxisnah. Das Werk handelt nicht nur von Theorien, sondern der Autor gibt bewusst Tipps zum Umsetzen des zuvor Behandelten. Er selbst erläutert eigene Fehler offen und ehrlich. So merkt er beispielsweise an, dass er die Wahrnehmung und Auseinandersetzung in der Kommunikation mit den eigenen Gefühlen teilweise vermieden haben. Es ging vielmehr um das Einüben konzeptmäßiger Formulierungen (vgl. S. 19). Schulz von Thun erläutert seine falsche Denkweise und regt zu einer verbesserten Richtung an. Er sagt selbst, dass er sein Modell weiterentwickelt hat und dies auch immer noch in der Weiterentwicklung ist. Bei dem verwendeten Exemplar der Rezension handelt es sich bereits um die 51. Auflage. Schulz von Thun hat seine Beiträge stetig weiterentwickelt und neue Erkenntnisse miteingebracht. Deshalb ist das Werk trotzdem modern und spricht die aktuelle Zeit an, obwohl die erste Ausgabe im Jahr 1981 erschienen ist. Dies macht auch deutlich, dass er sich Kritik zu Herzen nimmt und nicht unbelehrbar ist. Solches ist sehr positiv und macht das Geschriebene authentisch. Anschauliche Grafiken tragen ebenso zum Verständnis des Lesers bei.

Dazu kommt der positive Aspekt, dass man Schritt für Schritt an das Thema Kommunikation herangeführt wird. Dies trägt auch zum besseren Verständnis bei. Das Werk wurde gut gegliedert. Die Unterüberschriften gliedern jeweils einen Sinnabschnitt. Außerdem lässt Schulz von Thun zwischendurch Absätze, welches auch zu einer guten Sinngliederung beiträgt. Dadurch ist der „rote Faden“ klar und deutlich und kann nicht leicht „verloren“ werden. Allerdings ist an dieser Stelle negativ zu vermerken, dass die Einführung zu lang ist. An sich ist die Einführung gut und hilfreich, da das ganze Werk auf ihr aufbaut. Allerdings wiederholt sich der Autor auch in den folgenden Kapiteln des Öfteren und die Einführung hätte etwas gekürzt werden können. Das Literatur- und das Sachverzeichnis runden das Werk gut ab. Das Literaturregister am Ende zeigt weitere Literatur auf, die sich mit Kommunikation beschäftigt. Das Sachregister ist sehr gut, falls man einen bestimmten Begriff nachschlagen möchte.

Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass Schulz von Thun die Quellen angibt, die er verwendet. Außerdem verweist er auch im Text auf andere, die sich mit dem Thema Kommunikation auseinandergesetzt haben (z.B. Mandel und Mandel, S. 20). Negativ zu vermerken ist hierbei allerdings, was Schulz von Thun selbst sagt: dass er keine neuen Erkenntnisse aufbringen möchte, sondern nur das Bekannte darstellt (S. 11). Dies ist ein negativer Aspekt, da man somit auch das Geschriebene in anderen Werken finden könnte. Allerdings ist hierbei positiv anzumerken, dass Schulz von Thun das Wichtigste von verschiedenen Autoren zusammengefasst hat. Er selbst äußert sich in seinem Werk, dass er verschiedene Ansätze der Psychologie in seinem Buch „unter einen Hut bringen“ (S. 14) möchte. Obwohl nichts Neues genannt wurde, hat Schulz von Thun das im Buch genannte Ziel, von dem tagtäglich Erlebten neue Seiten abzugewinnen, hierbei wohl erreicht.

3. Äußere Kritik

Schulz von Thun ist ein renommierter Psychologe und Autor. Seine persönliche Sichtweise und Erfahrungen ziehen sich hierbei durch das ganze Werk. Er schreibt für Psychologen und fasst den Erkenntnisstand von heutzutage präzise zusammen. Dabei bedient er sich auch anderen den Erkenntnissen anderer Autoren. Der Inhalt entspricht dem Charakter und dem ganzen Milieu der Entwicklung, innerhalb deren das Werk steht.

Es gibt viel an ähnlicher Literatur zur allgemeinen zwischenmenschlichen Kommunikation. „Miteinander reden: 1“ stellt in diesem Fachbereich allerdings einen Klassiker dar. Ein Pendent stellt hierbei „Kommunikationstraining: Zwischenmenschliche Beziehungen erfolgreich gestalten“ von Vera F. Birkenbihl dar. Es ist für 9,99€ zu erwerben. Allerdings ist es, im Gegensatz zu Schulz von Thun, länger nicht mehr bearbeitet worden und nicht derart tiefgehend.

4. Fazit

Meiner Meinung nach ist dieses Buch gut für jemanden geeignet, der sich für Kommunikation interessiert. Hierbei stellt die Besonderheit dar, dass das Werk selbst für Laien klar und verständlich ist, obwohl es zuerst für Psychologen geschrieben wurde. Das Geschriebene regt zum Nachdenken an. Das Buch stellt sehr gut dar, wie zwischenmenschliche Kommunikation abläuft. Es behandelt die typischen Probleme und wie sie behoben werden können. Durch den einfachen Schreibstil ist es auch als Abendlektüre gut geeignet. Das Preis-Leistungsverhältnis ist mit 9,99€ sehr gut.

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Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Rezension zu "Miteinander reden: 1: Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation" von Friedemann Schulz von Thun
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
5
Katalognummer
V513020
ISBN (eBook)
9783346104274
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rezension, schulz, friedemann, kommunikation, psychologie, allgemeine, klärungen, störungen, miteinander, thun
Arbeit zitieren
B. A. Jasmin Bruhn (Autor), 2016, Rezension zu "Miteinander reden: 1: Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation" von Friedemann Schulz von Thun, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513020

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