Zahlreiche wissenschaftliche Disziplinen haben sich mit dem Recht befasst. Doch was sollte man unter Recht verstehen? Durch die Seminararbeit wird das Recht in der Soziologie erläutert.
Ich habe in meiner Arbeit versucht, das Recht aus der Sicht der Soziologie zu erklären, dabei habe ich auch auf meine sämtlichen Literaturnotizen zurückgegriffen, die für mich als ein Anhaltspunkt, aber auch als eine Auffrischung gedient haben.
Man kann aber sagen, dass das Rechtssystem in allen anderen Ländern sehr unterschiedlich geprägt sind und dass die vorliegende Arbeit für andere Rechtssysteme keine Aufschlüsselung zeigt. Die Arbeit bezieht sich auf das Rechtssystem, die aber soziologisch geprägt ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Recht?
2.1 Recht als Regulierung
2.2 Funktionen des Rechts
3. Exkursion
4. Recht- Kriminalität
4.1. Kriminalität als normales Phänomen
5. Alltag der RichterInnen
6. Vernehmung bei Prozessen und deren Ablauf und Wichtigkeit
7. Verhaltensprotokolle im Asylverfahrensprozesse
8. Vertiefung der Arbeit über der RichterInnen
9. Fazit
10. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Recht aus einer soziologischen Perspektive zu beleuchten und das Verhältnis zwischen Recht, Individuum und Gesellschaft zu analysieren, wobei insbesondere die Rolle der Akteure im Justizsystem untersucht wird.
- Soziologische Definitionen von Recht und seinen Funktionen
- Kriminalität als normales soziales Phänomen
- Die tägliche Arbeitspraxis und Herausforderungen von RichterInnen
- Bedeutung und Funktionen von Vernehmungsprotokollen
- Einflussfaktoren auf asylrechtliche Verhandlungsabläufe
Auszug aus dem Buch
5. Alltag der RichterInnen
Richter haben, ihrem Programm gemäß, oftmals komplexe Sachverhalte festzustellen: ob eine Ehe zerrüttet ist, ob ein Jugendlicher verwahrlost ist, was einen Maschinenschaden verursachte usw. Die mit diesen Begriffen vage umschriebenen Sachverhalte sind so inhaltsreich, daß eine umfassende Abklärung erforderlich wäre, bevor man das Faktum als vorhanden annehmen oder ablehnen könnte. Jeder Entscheider, der hierauf nicht spezialisiert ist und der unter Produktionsdruck steht, muss mit solcher Faktenfeststellung überfordert sein. Richter befinden sich in dieser Lage, und es wird interessieren, mit welchen speziellen Strategien sie sie bewältigen. Soweit es um technische und medizinische Sachverhalte geht, werden häufig Sachverständige hinzugezogen. Für wirtschaftliche, soziale und psychische Fragen geschieht dies selten; stattdessen wird das Entscheidungsproblem simplifiziert. (ebd., S.76)
Der Text stammt von einem Richter, der 22 Jahre lang für die österreichische Justiz gearbeitet hat. Er berichtet, dass das Studium für ihn langweilig war und er sich darunter nicht viel vorstellen konnte, da es hauptsächlich das Auswendiglernen gefragt wurde. Es wurde auf das Rechtsleben beziehungsweise das was relevant sein kann vergessen. Das Studium gehöre zu den Sozialwissenschaften, wobei auch der Mensch selbst eine kleine Rolle einnimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die soziologische Betrachtungsweise des Rechts ein und grenzt den Fokus der Arbeit auf das soziologisch geprägte Rechtssystem ein.
2. Was ist Recht?: Dieses Kapitel definiert den Begriff Recht aus soziologischer Sicht und beleuchtet verschiedene Formen sowie Funktionen des Rechts.
3. Exkursion: Hier werden persönliche Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Besuch realer Gerichtsverhandlungen geschildert.
4. Recht- Kriminalität: Basierend auf Durkheims Ansätzen wird Kriminalität als ein unvermeidbarer und nützlicher Bestandteil einer Gesellschaft analysiert.
5. Alltag der RichterInnen: Das Kapitel widmet sich dem Arbeitsalltag sowie den Herausforderungen, denen RichterInnen bei der Faktenfeststellung in komplexen Sachverhalten gegenüberstehen.
6. Vernehmung bei Prozessen und deren Ablauf und Wichtigkeit: Hier wird die zentrale Rolle von Vernehmungsprotokollen als Beweismittel im Strafverfahren untersucht.
7. Verhaltensprotokolle im Asylverfahrensprozesse: Der Fokus liegt auf der Bedeutung von Protokollen für die Beurteilung der Glaubwürdigkeit in Asylverfahren.
8. Vertiefung der Arbeit über der RichterInnen: Dieses Kapitel vertieft die Reflexion über die Rolle der RichterInnen und verknüpft theoretische Erkenntnisse mit praktischen Beobachtungen.
9. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse des Semesters zusammen und betont die gegenseitige Abhängigkeit von Gesellschaft und Recht.
10. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Rechtsoziologie, Justiz, Kriminalität, Anomie, RichterInnen, Vernehmungsprotokoll, Asylverfahren, Soziale Ordnung, Faktenermittlung, Rechtsnormen, Gerichtsalltag, Sozialwissenschaften, Rechtssystem, Transformation, Gesellschaftsdiagnose
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen Recht und Gesellschaft aus einer soziologischen Perspektive und beleuchtet, wie Recht im Alltag praktiziert und wahrgenommen wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die soziologische Definition von Recht, die Funktion von Kriminalität in der Gesellschaft, die Arbeitspraxis von RichterInnen sowie die Bedeutung von Protokollierungsprozessen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das soziologische Wesen des Rechts zu entwickeln, indem sowohl theoretische Konzepte als auch praktische Erfahrungen aus Gerichtsbesuchen reflektiert werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse theoretischer Klassiker der Soziologie sowie eine teilnehmende Beobachtung bei Gerichtsverfahren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Recht und Kriminalität sowie eine praxisorientierte Analyse des richterlichen Alltags und der Protokollführung bei Vernehmungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Rechtsoziologie, Justiz, Kriminalität, Vernehmung, Asylverfahren und richterliche Entscheidungspraxis sind die prägenden Begriffe.
Welche Rolle spielt die Exkursion für die Autorin?
Die Exkursion dient als Brücke zwischen der theoretischen Literatur und der Justizpraxis, wodurch abstrakte Begriffe der Rechtsoziologie greifbar gemacht werden.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Richters/der Richterin?
RichterInnen werden als Akteure dargestellt, die unter hohem Druck komplexe Sachverhalte vereinfachen müssen, wobei ihre persönliche Haltung und Strategien maßgeblich den Prozess beeinflussen.
- Arbeit zitieren
- Burcu Özcan (Autor:in), 2018, Recht und Gesellschaft. Was ist Recht?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513093