Was tragen Musik und Bewegung zur sprachlichen Entwicklung des Kindes bei?


Hausarbeit, 2019
13 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Lernreflexion/Lernbericht

3 Dokumentensammlung
3.1 Meine Sprachbiographie
3.2 Exzerpt

4 Literaturliste

Belegte Seminare im Modul 8 – VERTIEFUNG DER BILDUNGSBEREICHE:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Im folgenden Lernbericht werde ich mich noch einmal mit einigen thematischen Schwerpunkten, die in den oben benannten Lehrveranstaltungen behandelt wurden, auseinandersetzen und meine eigenen Gedanken dazu festhalten.

Zu Beginn möchte ich die Lehrveranstaltungen mit ihren Themen kurz vorstellen. Im Bereich der psychomotorischen Entwicklungsförderung geht es darum, Kinder auf der Basis von theoretischem Hintergrundwissen und durch geeignete Spiele, Bewegungsanlässe und der Erprobung mit Alltagsmaterialien, Erfahrungen mit sich selbst und ihrem Körper machen zu lassen. In der sprachlichen Bildung, die ebenfalls eine wichtige Rolle in der Entwicklung spielt, wurden der Spracherwerb und die Sprachentwicklung von Kindern thematisiert und die eigene Sprachbiografie hinterfragt und reflektiert. Die musikalische Bildung von Kindern zeigt Formen des gemeinsamen Musikmachens, wie Lernangebote für Kinder geplant und durchgeführt, sowie verschiedene Aktionen des Singens, Spielens und Hörens themenbezogen miteinander verbunden werden können. Im Bereich der religiösen Bildung geht es darum, Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre Lebenshaltung zum Ausdruck zu bringen. Kindern sollen nicht bei Themen wie Tod und Sterben belügt, sondern sie sollen dafür sensibilisiert werden. Sie sollen diese Themen als natürliche Prozesse in ihrem Leben sehen und die Erfahrung machen, dass es bei bestimmten Dingen keinen Raum für Sehnsüchte, Hoffnungen, Trauer und Enttäuschung gibt.

Interessant ist zu sehen, wie diese vier Lehrveranstaltungen in Verbindung zueinanderstehen und dass alle Bereiche eine wichtige Rolle in der kindlichen Entwicklung spielen.

Sprache und Musik scheinen auf den ersten Blick nicht viel miteinander gemeinsam zu haben, betrachtet man beide Bereiche genauer, fällt auf, dass sich eine erste Verbindung im Singen feststellen lässt, wo sich die Sprache im Liedtext und die Musik in der Melodie wiederfinden. Genauso spielt die Bewegung eine entscheidende Rolle. Kinder erleben durch Bewegung, die Musik und Sprache und machen Erfahrungen mit ersten Rhythmusübungen, lernen Melodie, Struktur und neue Wörter kennen. In der religiösen Bildung erfahren Kinder Gemeinschaft, lernen unterschiedliche Formen der Weltanschauung kennen und entwickeln immer mehr eigene Konfliktlösestrategien.

2 Lernreflexion/Lernbericht

Im Rahmen des Moduls 8 „Vertiefung der Bildungsbereiche“ habe ich mich näher mit den Seminaren und dazugehörigen Themen, sowohl theoretisch wie auch praktisch, zur sprachlichen, musikalischen und religiösen Bildung und zur psychomotorischen Entwicklungsförderung auseinandergesetzt. In den Seminaren ging es hauptsächlich darum, Konzepte frühkindlicher Bildung kennenzulernen, Ideen und Strategien zu entwickeln, um die frühkindliche Bildung in diesen Bereichen anzuregen und zu begleiten und ein eigenes Interesse für bestimmte Bildungsbereiche zu erlangen. Die Auseinandersetzung mit den Themen und Bereichen hat gezeigt, dass es zwischen ihnen viele Parallelen gibt, die in der kindlichen Entwicklung von hoher Relevanz sind.

Betrachten wir zunächst zwei Beispiele: Im ersten Beispiel nehmen pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen die Musik als Medium. Nutzen sie diese, stehen Kinder nicht regungslos im Raum, sondern fangen an sich zu bewegen, singen mit oder lauschen ihr nach (vgl. Jampert 2006, S. 53f.). Mit dem anderen Beispiel stellt sich die Frage, wie eine Mutter ihr Baby beruhigt, wenn es weint oder nicht schlafen kann. Instinktiv nehmen Mütter ihr Baby auf den Arm, fangen an es zu wiegen und singen bzw. summen dazu ein Lied (vgl. C. D. 2019). Anhand dieser Beispiele ist zu erkennen, wie eng Sprache, Bewegung und Musik miteinander verbunden sind.

Die sprachliche Entwicklung verläuft von Kind zu Kind ganz verschieden. Jedes Kind durchläuft die Phasen der Sprachentwicklung und auch deren Abfolge sind vermutlich bei allen Kindern gleich. Jedoch ist es ganz individuell, in welchem Alter das Kind zu sprechen beginnt, wie schnell es seinen Wortschatz erweitert und wann es seine ersten Sätze und Wörter bilden und richtig aussprechen kann. Kinder drücken mithilfe ihrer Stimme und Sprache ihre individuelle Befindlichkeit aus, geben Gegenständen und Personen einen Begriff und eignen sich mithilfe motorischer Betätigungen ihre Welt eigenständig an. Laut Hirler entwickelt sich Sprache über viele Jahre bis hin zu einer vollständigen Lautsprache mit korrekter Grammatik, mit einem umfangreichen Wortschatz und einem ausgezeichneten Sprachverständnis (vgl. Hirler 2018, S.19). Über die Prosodie erhalten Kinder einen Einstieg in den Spracherwerb, welcher gleichzeitig die Grundlage der weiteren Entwicklung bildet. Bereits in den ersten Lebensmonaten reagieren sie auf die Stimme der Eltern, erkennen diese anhand ihres Klanges und entwickeln damit ein immer besseres Ohr für die Sprach- und Satzmelodie, die Laute der Muttersprache und die Betonung von Wörtern. Durch die Kommunikation mit ihren Eltern, erproben Kinder auf spielerische Weise ihre eigene Stimme, indem sie auf die Laute und Wörter mit einem „lallen“ beispielsweise reagieren. Diese verinnerlichen sich mit der Zeit, so dass Kinder schließlich ihre ersten eigenen Laute sprechen können. Danach beginnt das Kind immer mehr, seine Handlungen, dass was es sieht oder hört zu benennen. Dabei vereinfachen sie die Struktur der Wörter, lassen Silben aus und meinen meist mehr, als es das bloße Wort besagt. Beispielsweise kann das Wort „Ball“ bedeuten, dass das Kind den Ball haben oder mit ihm spielen möchte. Später erlangt das Kind die Fähigkeit der „phonologischen Bewusstheit“ und zeigt Interesse an der Form der Wörter – unabhängig von deren Bedeutung (vgl. Jampert 2006, S.31). Diese ist Voraussetzung für den späteren Schriftspracherwerb (vgl. Jampert 2006, S.30f.). Eine zentrale Entwicklungsaufgabe des Kindes ist der Aufbau des aktiven und passiven Wortschatzes, welche sich bis ins Erwachsenenalter zieht und nie abgeschlossen wird (vgl. Zimmer 2016, S.42). Kinder lernen stetig neue Wörter, welche Bedeutung sie damit verbinden, hängt von ihren Erfahrungen und Interessen ab. Die ersten Wörter sprechen Kinder in der Regel im Alter von einem Jahr und bauen ihren Wortschatz mit zunehmendem Alter nach und nach auf. Anfangs verwenden Kinder überwiegend Substantive (Körperteile, Tiere etc.), später kommen Verben (gehen, essen etc.), Adjektive (klein, kalt etc.) und Funktionswörter (Artikel, Pronomen etc.) hinzu. Das Vorlesen von Bilderbüchern und die Kommunikation mit anderen Individuen sind besonders wichtig und tragen dazu bei, dass Kinder ein Verständnis von Wörtern und für ihre eigene Wortproduktion erlangen (vgl. Kraus 2005). Mithilfe der ganz normalen Phasen der sprachlichen Entwicklung lernen Kinder spielerisch und selbstständig die vielfältigen Regeln der Wortbildung und des Satzbaus kennen, ohne sich die grammatikalischen Regeln bewusst gemacht zu haben (vgl. Jampert 2006, S.38). Dies setzen allerdings kognitive Voraussetzungen, einen bereits aktiven Wortschatz und die Unterstützung der Umwelt des Kindes voraus.

Mit Blick auf die sprachliche Entwicklung des Kindes stellt sich die Frage, was Musik und die musikalische Entwicklung dazu beitragen können. Vergleicht man den Verlauf beider Entwicklungen miteinander fällt auf, dass diese nah beieinander liegen und sich gegenseitig ergänzen. Die grundlegende Entwicklung der Stimme und ihrer körperlichen Voraussetzungen (wie Atmung und Sprechwerkzeug) ist für die Sprache und Musik gleich bedeutsam und basiert auf den gleichen Entwicklungsprozessen (vgl. Jampert 2006, S. 65). Klang- und Lautbildung, Sprachmelodie, Wortschatz und Wort- und Satzbildung sind in der musikalischen Entwicklung des Kindes ebenso bedeutsam, wie in der sprachlichen Entwicklung, da Kinder sich Sprache nie körperlos oder ohne musikalische Merkmale aneignen. Anders herum gelang ein Kind durch Musik und Bewegung eher zur Sprache, als wenn es zuvor nie damit in Berührung gekommen ist und nicht die Möglichkeit hat, sich fortzubewegen. Ebenso wie die sprachliche Bildung, ist die musikalische Bildung in den Bildungsplänen für Kindertageseinrichtungen als eigenständiger Themenbereich festgehalten, jedoch wird der Bezug zwischen beiden Bereichen in unterschiedlicher Weise thematisiert und nicht in allen Bildungsplänen explizit angesprochen (vgl. Jampert 2006, S.57). Die Verknüpfung beider Bereiche richtet sich in den meisten Bildungsplänen auf den Merkmalen der Prosodie. Anders gesagt nutzen Kinder in ihren ersten Lebensmonaten die Prosodie durch „Brabbeln“ oder „Lallen“ und kommt gleichzeitig durch seine Sprache zur Musik, mithilfe dessen es sich seine Welt nach und nach aneignet.

Somit stehen die Musik und das Singen in enger Verbindung mit der Sprache und trägt zu dessen Förderung bei. Zudem trägt Singen zur „phonologischen Bewusstheit“ des Kindes bei (vgl. Fischer 2010, S.20). Teilweise lässt sich bei Kindern beobachten, dass ihnen das Singen bzw. Nachsingen von Liedern und deren Töne leichter fällt, als das Sprechen von Worten. Rhythmus und Melodie helfen dem Kind, die gesprochenen Worte leichter aufzunehmen und fördern es in seiner sprachlichen Entwicklung. Kinder erhalten durch die Musik einen Zugang zu Sprache der es ihnen ermöglicht, die Strukturen leichter erkennen und verstehen zu können (vgl. Fischer 2010, S.20).

Neben der Musik finden sich ebenfalls in der Bewegungserziehung des Kindes einige Parallelen zur Sprache. Von Natur aus verspüren Kinder den Drang, sich bewegen zu wollen. Bereits vor der Geburt bewegen sie sich im Mutterleib, später nutzen sie ihre motorischen Fähigkeiten um zu rennen, springen oder klettern. Mithilfe der Bewegung eignen sie sich ihre Welt an, machen sich diese begreifbar, knüpfen Kontakt zu anderen Personen und werden im Laufe der Zeit immer selbstständiger und unabhängiger. Darüber hinaus sind körperliche Erfahrungen wichtig für den Erwerb und das Verständnis kognitiver Wissenselemente (vgl. Jampert 2006, S. 83). Bewegung ermöglicht Kindern, die Objekte in ihrer Umgebung greifbar zu machen, sie fortbewegen zu können und damit ihre Formen, Oberflächen und Strukturen kennenzulernen. Außerdem ermöglicht die Betätigung der Sinnesorgane dem Kind, sich in seiner Umwelt orientieren und zwischen wichtigen und unwichtigen Informationen unterschieden zu können. Je besser ein Kind seine Umwelt beobachtet und zwischen den Dingen differenzieren kann, desto vollkommener wird seine Bewegungsbeherrschung sein (vgl. Jampert 2006, S. 84).

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Was tragen Musik und Bewegung zur sprachlichen Entwicklung des Kindes bei?
Hochschule
Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
13
Katalognummer
V513103
ISBN (eBook)
9783346102423
ISBN (Buch)
9783346102430
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprache, Bewegung, Musik, kindliche Entwicklung, Entwicklung, Kind, sprachliche Entwicklung, Sprachentwicklung, Sprachförderung, Förderung
Arbeit zitieren
Julia Pomberg (Autor), 2019, Was tragen Musik und Bewegung zur sprachlichen Entwicklung des Kindes bei?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513103

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Was tragen Musik und Bewegung zur sprachlichen Entwicklung des Kindes bei?


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden