Selbstmanagement. Einflussfaktoren, Anwendungsbereiche und Kompetenzen

Haben Menschen Selbstmanagement nötig?


Hausarbeit, 2019

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 ProblemstellungundDefinition
1.2 ZielundAufbauderArbeit

2 Einflussfaktoren auf den Menschen
2.1 Steigende Anforderungen im Beruf und Privatleben
2.2 Psychische Belastungen
2.3 Temporäre Entwicklung von digitalen Technologien

3 Anwendungsbereiche und Selbstmanagementkompetenzen in der heutigen Zeit
3.1 SelbstmanagementderberuflichenEntwicklung
3.2 Selbstmanagement der sozialen Beziehungen
3.3 Selbstmanagement der psychischen und physischen Gesundheit

4 PersönlichesFazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Definition

Beruf und Privatleben werden in der heutigen Zeit sehr stark von technologischen Entwicklungen, steigenden Anforderungen und gesundheitlichen Risiken geprägt. Der bewusste und zielgerichtete Umgang mit Zeit spielt in der heutigen Gesellschaft eine entscheidende Rolle. Das Ziel einesjeden Menschen sollte es sein, die vorhandene Zeit möglichst effektiv zu nutzen, um den unterschiedlichen Rollen des Lebens, aber auch sich selbst gerecht zu werden. Es gehtjedoch nicht darum, Zeit zu managen, sondern die eigene Arbeitsweise. Wer seinen Alltag besser in den Griff bekommen will, sollte sich deswegen Gedanken über das Thema Selbstmanagement machen. Doch was versteht man unter Selbstmanagement?

Der BegriffSelbstmanagement hat seinen Ursprung in derVerhaltenstherapie und wurde vom Psychologen Frederick Kanfer geprägt.1 In der Literatur wird das Thema Selbstmanagement von den Disziplinen Psychologie (Arbeits-, Organisations- und Personalpsychologie), Medizin (Selbstmanagement bei Krankheiten) und Management unterschiedlich aufgenommen und definiert. Häufig werden die Begriffe Selbstmanagement, Selbststeuerung und Selbstregulation synonym verwendet. Zusammenfassend handelt es sich beim Selbstmanagement „um die Art und Weise, wie eine Person mit ihren eigenen Motivations- und Willensprozessen umgeht“.2

1.2 Ziel und Aufbau derArbeit

Das Ziel dieser Arbeit ist es zu erheben, ob und inwiefern der heutige Mensch über Selbstmanagementkompetenzen verfügen muss, um sich selbst und sein Umfeld zu “managen“. Der Schwerpunkt dieses Assignments liegt dabei auf der Untersuchung der Einflussfaktoren, den jeweiligen Anwendungsbereichen und Kompetenzen des Selbstmanagements.

Der erste Teil dieserArbeit beschäftigt sich mit aktuellen Trends, die einen erheblichen Einfluss aufden heutigen Menschen haben. Hier werden unter anderem die steigenden Anforderungen, die psychischen Belastungen und die rasche Weiterentwicklung von digitalen Technologien im Arbeitsalltag aber auch im Privatleben thematisiert. Anschließend geht das Assignment aufdie Anwendungsbereiche des Selbstmanagements wie berufliche Entwicklung, soziale Beziehungen und der physischen und psychischen Gesundheit ein um daraus gezielte Maßnahmen und Instrumente aufzuzeigen, die ein erfolgreiches Selbstmanagement gewährleisten. Das Assignment schließt mit einem persönlichen Fazit ab und klärt die Frage, ob Menschen Selbstmanagment tatsächlich brauchen.

2 Einflussfaktoren auf den Menschen

Wirtschaftliche und technologische Entwicklungen haben in der modernen Gesellschaft eine große Anzahl an Vorteilen hervorgebracht. Diese Entwicklungen führen aber auch zu einem beschleunigten Veränderungsprozess in der heutigen Leistungsgesellschaft und fordert von den Menschen eine fortlaufende Anpassung der persönlichen Selbststeuerung. Die nachfolgenden Punkte beschäftigen sich mit diesen Entwicklungen.

2.1 Steigende Anforderungen im Beruf und Alltag

Die Globalisierung und Digitalisierung hat unter anderem dazu geführt, dass die Kommunikationsaufwendungen, die Belastungen aberauch die Erwartungen und Ansprüche an den heutigen Menschen rapide gestiegen sind. In derArbeitswelt wird so neben der permanenten Erreichbarkeit und der enormen Flexibilität auch eine kontinuierlich abrufbare Leistungs- und Entwicklungsbereitschaft gefordert.3 Konkret bedeutet dies, dass die Welt in den letzten Jahren dynamischer, vernetzter und schneller geworden ist. Im Folgenden stütze ich mich aufeineArbeitnehmerstudie aus dem Jahr 2015, bei der rund 4.000 Arbeitnehmer in Deutschland zu den steigenden Anforderungen am Arbeitsmarkt befragt wurden. So haben durchschnittlich 63,35 % der Arbeitnehmer bestätigt, dass kontinuierliche Fort- und Weiterbildungen zwingend erforderlich sind, um wettbewerbsfähig und konkurrenzfähig zu bleiben. Wiederum 61,05 % der Befragten geben an, dass die Arbeitgebervon den Arbeitnehmern mehr Flexibilität erwarten und 46,10 % derArbeitnehmer gehen fest davon aus, dass technische Entwicklungen und Innovationen immer mehr an Bedeutung gewinnen werden.4

Neben der Arbeitsstelle steht fürjede Person vor allem der Alltag, also die Familie, Freunde und Freizeit im Lebensmittelpunkt. Heute lösen sich jedoch zunehmend die Grenzen zwischen Beruf und Alltag und so erhöht sich auch der Druck im Privatleben. Beispielhaft bleiben Arbeitnehmer sogar über das Wochenende und im Urlaub für Vorgesetzte, Arbeitskollegen und Kunden erreichbar, unterbrechen ihren kostbaren Schlaf, um eingegangene E-Mails zu beantworten und verzichten auf ein Frühstück, da die ersten Termine wieder früh morgens eingeplant sind. Diese Auswirkungen auf die Beanspruchung und Erholung erfordert von den Menschen grundlegende Selbstmanagementkompetenzen, um im Beruf erfolgreich zu sein, aber auch um ein gesundes und ausgeglichenes Leben zu führen.5 In der Literatur wird dieses Gleichgewicht zwischen Beruf, Privatleben und anderen Lebensbereichen auch mit dem englischen Begriff “Work-Life-Balance“ definiert.6

2.2 Psychische Belastungen

Die Unternehmen konnten in den letzten Jahrzehnten durch Verbesserungen in den Bereichen Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit eine große Anzahl der Belastungsfaktoren reduzieren. Heutejedoch stehen die psychischen Belastungen im Fokus, denn diese wirken sich negativ aufdas gesamte Leben der Menschen aus. Aufgrund der vielseitigen Belastungen im beruflichen und privaten Lebensbereich spricht der Soziologe Alain Ehrenberg vom "Erschöpften Selbst". Burnout, Panikattacken, Angststörungen, Depressionen oder auch der Konsum von Schlaftabletten und Antidepressiva sind typische Symptome und Folgen von zu hoher Belastung und Stress.7 Es steht außer Zweifel, dass arbeitsbedingter Stress sowohl durch Zeit- und Termindruck, große Verantwortung, aber auch aufgrund Überforderung in Form von erhöhterArbeitsmenge oder komplizierterAufgaben ausgelöst werden kann. Zudem geht man davon aus, dass betriebsinterne Gründe wie ein schlechtes Betriebsklima, Rationalisierungen und Umstrukturierungen, Kosten- und Gewinnvorgaben, aberauch Personaleinsparungen den DruckaufdieArbeitnehmer erhöhen.8 Dies bestätigt unter anderem das wissenschaftliche Institut der Krankenkasse AOK, die Ergebnisse aus diversen Mitarbeiterbefragungen ausgewertet hatte. Es lässt sich anhand dieser Ergebnisse zweifelsfrei belegen, dass die ständige Aufmerksamkeit und Konzentration im Job, Störungen und Unterbrechungen während derArbeit, hohe Verantwortung und damit verbundene Erwartungen, zu große Arbeitsmengen, hohes Arbeitstempo, die Abnahme derArbeitsplatzsicherheit und die schlechte Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Abteilungen die Arbeitnehmer enorm belasten.9 Zu den psychischen Belastungen im Privatleben gehören unter anderem finanzielle Sorgen, Streitigkeiten innerhalb der Familie oder mit Freunden, zu viele Termine und Verpflichtungen in der Freizeit, Erziehung der Kinder und damit die Vereinbarkeit von Berufund Familie.10

2.3 Temporäre Entwicklung von digitalen Technologien

Aufgrund der Digitalisierung wird sich die Arbeitswelt, die Art des Kommunizierens aber auch die Form der Zusammenarbeit maßgeblich verändern. So steht für die Industrieunternehmen die vierte industrielle Revolution, die Industrie 4.0, maßgeblich im Fokus. Ziel der Unternehmen ist die Vernetzung der Betriebsmittel, Maschinen und Logistiksysteme in Cyber-Physical-Systems (CPS) mit dem Internet, damit sich alle Objekte in der Produktion durch den eigenständigen Informationsaustausch gegenseitig steuern lassen.11 In den Medien wird immerwieder davon berichtet, dass die Digitalisierung Millionen von Jobs gefährdet. Besonders die Arbeitsplätze von geringqualifizierten Mitarbeitern werden in Zukunft davon bedroht sein, da man diese Jobs leicht durch Roboter und Computer ersetzen kann.12 Ein Beispiel hierzu kommt aus dem Banksektor wo die Commerzbank mit dem Abbau von 9.600 Vollzeitstellen bis 2020 die Kosten langfristig senken aber darüber hinaus auch 2.300 neue Jobs aufbauen will, um die Digitalisierung der Bank voranzutreiben.13 Ein extremes Beispiel, welches in Zukunft aber auch in anderen Branchen Anwendung finden könnte und damit die Berufstätigen vor neue Herausforderungen und Probleme stellen wird.

Die Zahl der Internetnutzer weltweit steigt stetig an und so werden sich in Zukunft auch die Daten- und Informationsmengen stark erhöhen. Weltweit verwendeten im Jahr 2018 (Messzeit Januar) bereits 53 % der Weltbevölkerung das Internet. In Zukunft ist vor allem ein starker Zuwachs der Internetnutzer in Schwellenländer, wie zum Beispiel Afrika und Asien, zu erwarten.14 Über Smartphones, Notebooks, Tablets oder mit anderen Endgeräten können heute Informationenjederzeit und überall abgefragt und ausgetauscht werden. Somit können digitale Technologien wie zum Beispiel die Kommunikation mit Freunden und Familie (Telefon, Skype oder Soziale Medien), von Zuhause aus arbeiten (Homeoffice), Datingapps, digitalisierte Schulen (digitale Geräte, interaktive Lerninhalte) oder Roboter für die Unterstützung im Haushalt eingesetzt werden, um schon heute aber auch in Zukunft das Leben der Menschen zu vereinfachen und zu verbessern. Bei all den Vorteilen solltejedoch nicht außerAcht gelassen werden, dass bei falschem Umgang mit digitalen Technologien auch negative Einflüsse wie Stress, Frustration, Abhängigkeit und Fokussierungs- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten hervorgerufen werden können. Angesichts dieser Ergebnisse liegt die Schlussfolgerung nahe, dass der erfolgreiche und gesunde Umgang mit diesen Technologien hohe Anforderungen an die einzelnen Menschen, aber auch an das persönliche Selbstmanagement stellt.15

3 Anwendungsbereiche und Selbstmanagementkompetenzen in der heutigen Zeit

Selbstmanagement befähigt die Menschen, ihre berufliche, private und gesundheitliche Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen. Dafür gibt es auch unterschiedliche Instrumente und Vorgehensweisen, die sich gewinnbringend aufdie unterschiedlichen Lebensbereiche auswirken können.

[...]


1 Vgl. Kanfer, F. H./Reinecker, H./Schmelzer, D. (2012)

2 Vgl. Kehr, H. M. (2002), S. 13

3 Vgl. Baus, L. (2015), S. 4

4 Vgl. Xing (2015)

5 Vgl. Hassler, M./Rau, R./Hupfeld, J./Parldon, H./Schuchart, V. (2016), S. 13

6 Vgl. Papmeyer, K. (2018), S. 11ff

7 Vgl. Ehrenberg, A. (2015), S. 155-168

8 Vgl. Decker, F./Decker, A. (2015), S. 191f

9 Vgl. Zok, K. (2010), S. 59

10 Vgl. Statista (2019)

11 Vgl. Deckert, R. (2019), S. 12f

12 Vgl. Palka.A. (2018)

13 Vgl. Anonym (2017)

14 Vgl. Bouwman, V. (2018)

15 Vgl. Graf, A. (2019), S. 23ff

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Selbstmanagement. Einflussfaktoren, Anwendungsbereiche und Kompetenzen
Untertitel
Haben Menschen Selbstmanagement nötig?
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
16
Katalognummer
V513124
ISBN (eBook)
9783346091963
ISBN (Buch)
9783346091970
Sprache
Deutsch
Schlagworte
selbstmanagement, einflussfaktoren, anwendungsbereiche, kompetenzen, haben, menschen
Arbeit zitieren
Valentin Leisle (Autor), 2019, Selbstmanagement. Einflussfaktoren, Anwendungsbereiche und Kompetenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513124

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